Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 8 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Fettstoffwechselstörung macht meist keine sichtbaren Zeichen.
- Der Zwergschnauzer ist die am stärksten betroffene Rasse.
- Vor der Blutabnahme gehören acht bis zwölf Stunden ohne Futter dazu.
- Fettreduziertes Futter ist die erste und wirksamste Maßnahme.
Eine Fettstoffwechselstörung beim Hund fällt fast nie zu Hause auf. Sie steht im Laborbericht. Und dort steht sie oft neben einem Wert, den kaum jemand liest.
Die kurze Antwort
Gemeint sind dauerhaft erhöhte Blutfette, meist Triglyzeride. Fachlich heißt das Hyperlipidämie. Sichtbare Zeichen macht sie in der Regel nicht — sie fällt im Blut auf.
Der wichtigste Handgriff
Der Hund muss vor der Blutabnahme nüchtern sein. Acht Stunden sind das Minimum, zwölf sind besser. Sonst misst das Labor das Frühstück mit.
Was im Blut eigentlich passiert
Fett schwimmt nicht einfach im Blut herum. Es reist in kleinen Transportpaketen, den Lipoproteinen.
Nach einer Mahlzeit sind davon viele unterwegs. Das ist normal und legt sich nach einigen Stunden wieder.
Bleibt der Wert dauerhaft oben, stimmt etwas mit dem Abbau nicht. Genau das meint der Begriff Hyperlipidämie.
Zwei Werte stehen dabei im Bericht. Die Triglyzeride sind das eigentliche Fett, das Cholesterin ist ein Baustoff für Zellwände und Hormone.

Aus meiner Erfahrung heraus ist die Verwechslung dieser beiden der häufigste Denkfehler. Beim Hund ist fast immer der Triglyzeridwert der auffällige.
Der Zwergschnauzer als Sonderfall
Eine Rasse sticht deutlich heraus. In einer Auswertung von 192 amerikanischen Zwergschnauzern hatten 33 Prozent erhöhte Triglyzeride, nachzulesen in einer Untersuchung im Journal of Veterinary Internal Medicine.
Mit dem Alter steigt der Anteil steil an. Bei den Hunden über neun Jahren waren es mehr als 75 Prozent.
Dahinter steckt eine Veranlagung, keine Fütterungssünde. Der Abbau der Fettpakete läuft bei diesen Hunden langsamer als bei anderen.
Wer einen Zwergschnauzer hat, sollte den Wert deshalb im Blick behalten. Was die Rasse sonst noch mitbringt, steht in Zwergschnauzer.
Wichtig bleibt: Auch bei dieser Rasse werden zuerst andere Krankheiten ausgeschlossen. Erst danach ist von einer angeborenen Störung die Rede.
Warum dauerhaft hohe Werte ein Problem sind
Die Zahl selbst tut dem Hund nichts. Ihre Begleiter tun es.
Dauerhaft erhöhte Triglyzeride hängen mit Erkrankungen von Leber und Galle zusammen, außerdem mit einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, mit Insulinresistenz sowie mit Schäden am Nierenfilter.
Die Bauchspeicheldrüse ist dabei die größte Sorge. Als Risiken nennt das Labor LABOKLIN Übergewicht, Bewegungsmangel sowie fettreiche Fütterung.
Dazu kommen Medikamente, etwa Sulfonamide, Azathioprin oder Glukokortikoide. Wer solche Mittel gibt, sollte das beim Blutbild erwähnen.
Typisch für eine akute Entzündung sind Fressunlust, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerz. Das ist der Punkt, an dem aus einem Laborwert ein Notfall wird.
Wie so ein Verlauf aussieht, steht in Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund.
Damit fährst du sofort in die Praxis
- Dein Hund frisst nicht mehr und erbricht wiederholt.
- Er nimmt die Gebetsstellung ein: Vorderkörper unten, Hinterteil hoch.
- Der Bauch ist gespannt, er reagiert beim Anfassen.
- Er wirkt matt und der Kot ist wässrig.
- Nach einer fettreichen Mahlzeit kippt sein Zustand innerhalb von Stunden.
Ein Hund mit bekannt hohen Blutfetten gehört bei diesen Zeichen sofort vorgestellt. Warten kostet hier Substanz.
Wie richtig gemessen wird
Ein Wert ist nur so gut wie die Probe. Auf der Seite zu Pankreaswerten steht der entscheidende Hinweis in einem einzigen Satz.
Das Tier muss gefastet haben, acht Stunden mindestens, zwölf besser. Futter vorher führt zu falsch hohen Werten.

Für die Bauchspeicheldrüse selbst gibt es einen eigenen Wert. Die pankreatische Lipase entsteht ausschließlich in diesem Organ.
Beim Hund liegt ihre Trefferquote bei kranken Tieren bei 93 Prozent, bei gesunden bei rund 71 Prozent. Trübes Serum stört diese Messung nicht.
Für dich heißt das zwei Dinge: Abendfütterung ausfallen lassen, Termin am Morgen legen. Wasser bleibt selbstverständlich stehen.
Mein Tipp: Frag beim Termin, ob die Probe nüchtern genommen wurde und wie das Serum aussah. Ein milchiger Ton nach zwölf Stunden ohne Futter ist ein Befund für sich.
Was die Werte wirklich senkt
Hier wird es erfreulich konkret. In der genannten Studie bekamen 16 Zwergschnauzer rund zwölf Wochen lang ein fettreduziertes Futter mit 18,6 Gramm Fett je 1.000 Kilokalorien.
Der mittlere Triglyzeridwert lag vorher bei 480 Milligramm je Deziliter. Danach lag er bei 177.
Auch das Cholesterin sank. Die Verteilung der Fettpakete näherte sich dem Normalbild an, ganz ohne ein einziges Medikament.
Das ist die Botschaft für den Napf. Fett runter, Werte runter — in dieser Reihenfolge.
Wie du dabei Menge und Gewicht im Griff behältst, steht in Übergewicht beim Hund.
Ablauf nach LABOKLIN und der Auswertung im Journal of Veterinary Internal Medicine, abgerufen am 27.08.2026. Die Reihenfolge legt immer die Praxis fest.
Erst die anderen Krankheiten ausschließen
Bevor jemand von einer angeborenen Störung spricht, wird gesucht. Drei Krankheiten stehen dabei ganz oben.
Die Schilddrüsenunterfunktion ist die häufigste. Woran du sie erkennst, klärt Schilddrüsenunterfunktion beim Hund.
Danach kommt das Cushing-Syndrom mit zu viel körpereigenem Kortisol. Die Zeichen dazu stehen in Cushing-Syndrom beim Hund.
Als drittes gehört Diabetes auf die Liste. Auch er treibt die Blutfette hoch.
Erst wenn alle drei ausscheiden, bleibt die primäre Form übrig. Dann geht es um Fütterung, nicht um eine zweite Krankheit.
Der Blick aufs Etikett
Meine langjährige Erfahrung mit Haltern zeigt, dass die Rechnung meist am Rand kippt. Das Hauptfutter stimmt, die Extras nicht.
Ein Löffel Öl, ein Stück Käse, ein Kausnack — und die Tagesmenge Fett ist wieder da, wo sie nicht sein sollte.

Wer streng rechnet, schaut auch bei Ergänzungen aufs Etikett. Unser Magenpulver liegt beim Rohfett unter 1 Prozent und besteht aus Möhrenmehl, Ulmenrinde, Wermut, Enzianwurzel sowie Tausendgüldenkraut, dazu Natrolith-Phonolith und Bentonit.

Die Gabe: ein halber Teelöffel je 10 Kilogramm Körpergewicht, immer zum Futter, nie nüchtern. Bei Medikamenten hältst du zwei Stunden Abstand ein.
Ein Ergänzungsfutter senkt keine Blutfette. Das tut allein die Umstellung im Napf, abgesprochen mit deiner Praxis.
Fazit: Eine Fettstoffwechselstörung siehst du deinem Hund nicht an. Du siehst sie im Blutbild — und auch nur dann, wenn er wirklich nüchtern war. Erst werden Schilddrüse, Cushing und Diabetes geprüft, danach entscheidet der Fettgehalt im Napf über den weiteren Verlauf.
Häufige Fragen zur Fettstoffwechselstörung beim Hund
Was ist eine Fettstoffwechselstörung beim Hund?
Ein dauerhaft erhöhter Fettgehalt im Blut. Betroffen sind meist die Triglyzeride, manchmal auch das Cholesterin. Fachlich heißt das Hyperlipidämie.
Fettstoffwechselstörung: Woran erkenne ich sie zu Hause?
Meistens gar nicht. Erhöhte Blutfette machen für sich genommen keine sichtbaren Zeichen. Sie fallen bei einer Blutuntersuchung auf.
Fettstoffwechselstörung: Welche Rasse ist besonders betroffen?
Der Zwergschnauzer. In einer amerikanischen Auswertung von 192 Tieren hatten 33 Prozent erhöhte Triglyzeride, bei den über Neunjährigen mehr als 75 Prozent.
Warum ist das gefährlich?
Weil dauerhaft hohe Triglyzeride mit Erkrankungen von Leber und Galle, mit Bauchspeicheldrüsenentzündung, mit Insulinresistenz und mit Nierenschäden zusammenhängen.
Muss mein Hund vor der Blutabnahme nüchtern sein?
Ja. Acht Stunden sind das Minimum, zwölf Stunden sind besser. Futter vorher führt zu falsch hohen Werten.
Was ist der Unterschied zwischen primär und sekundär?
Primär heißt: Der Stoffwechsel selbst arbeitet anders, meist erblich. Sekundär heißt: Eine andere Krankheit treibt die Werte hoch.
Welche Krankheiten treiben die Blutfette hoch?
Vor allem Schilddrüsenunterfunktion, Cushing und Diabetes. Deshalb werden sie zuerst geprüft, bevor von einer angeborenen Störung die Rede ist.
Fettstoffwechselstörung: Was hilft am besten?
Fettreduziertes Futter. In einer Studie mit 16 Zwergschnauzern sank der mittlere Triglyzeridwert von 480 auf 177 Milligramm je Deziliter.
Wie lange dauert es, bis die Werte fallen?
In dieser Studie lief die Umstellung rund zwölf Wochen. Die erste Kontrolle lag sieben bis neun Wochen nach dem Futterwechsel.
Darf mein Hund dann noch Leckerlis?
Nur fettarme. Ein einziger Käsewürfel kann die Tagesbilanz kippen, wenn der Rest des Futters streng gerechnet ist.
Was hat das mit der Bauchspeicheldrüse zu tun?
Fettreiche Fütterung gilt als Risiko für eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Typisch sind dann Fressunlust, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerz.
Ist eine trübe Blutprobe schon der Beweis?
Nein, aber ein Hinweis. Milchig aussehendes Serum nach zwölf Stunden ohne Futter gehört abgeklärt.
Quellen
- LABOKLIN – Erkrankungen des exokrinen Pankreas bei Hund und Katze
- LABOKLIN – Pankreatitis, Pankreasinsuffizienz: Was sagen uns PLI, TLI, Vitamin B12 & Co?
- Xenoulis et al., Journal of Veterinary Internal Medicine 2020 – Effect of a low-fat diet in Miniature Schnauzers with hypertriglyceridemia
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Fressunlust mit wiederholtem Erbrechen und gespanntem Bauch gehört ohne Umweg in eine Praxis.
