Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 22.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Rüden 58–65 cm, Hündinnen 53–61 cm. Kein Standardgewicht.
- 🔴 Zuchtzulassung nur mit bestandener Vereinsanlagenprüfung.
- Unempfindlich gegen Kälte, geht bei jedem Wetter ins Wasser.
- Das Fell braucht alle zwei Wochen Arbeit.
Der Barbet sieht aus wie ein Familienhund und ist ein Jagdgebrauchshund. In Deutschland entscheidet darüber sogar die Zuchtzulassung. Ich gehe die VDH-Angaben durch und zeige, was das bedeutet.
Die kurze Antwort
Ein großer französischer Wasserhund bis 65 Zentimeter: ausgeglichen, führerbezogen, lernfreudig und im Wasser zu Hause.
🔴 Der entscheidende Punkt
Für die Zucht muss er Suche, Vorstehen, Wasser, Schleppe und Schweißarbeit bestehen. Diese Rasse wird über Leistung geführt.
Zuchtzulassung: eine Prüfung mit sechs Teilen
Der VDH nennt eine Bedingung, die es bei kaum einer anderen Rasse so klar gibt. In Deutschland darf ein Barbet nur züchten, wenn er zuvor die Vereinsanlagenprüfung bestanden hat.

Der wasserbegeisterte Jagdhund muss dabei bei der Suche, beim Vorstehen, im Wasser, auf der Schleppe und bei der Schweißarbeit überzeugen. Zusätzlich muss er schussfest sein. Ich halte das für die nützlichste Frage beim Züchterbesuch: Wer einen Welpen sucht, kann gezielt nach dieser Prüfung fragen und bekommt eine überprüfbare Antwort statt eines Versprechens.
Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.
Der Barbet gehört zur Familie der Wasserhunde. Ähnlichkeiten mit dem Portugiesischen und dem Spanischen Wasserhund sind unverkennbar — im Bau ebenso wie im lockigen Haarkleid. Verwechslungen sind deshalb häufig.
🔴 Arbeit: mehr als apportieren
Ursprünglich wurde der Barbet für die Jagd auf Wasservögel gezüchtet. Dabei ist er mehr als ein reiner Apportierhund: Auch das Aufstöbern und Aufscheuchen des Wilds gehört zu seinen Aufgaben.

Er stöbert ausgiebig im dichten Schilf und behauptet sich beim Verlorenbringen aus dichtem Schilfwasser. Die jagdliche Aufgabe kann noch so anspruchsvoll sein — er nimmt sie begeistert an. Auch im Feld, beim Vorstehen und auf der Schweißfährte überzeugt er.
Aus meiner Erfahrung ist die Lernbereitschaft der eigentliche Trumpf dieser Rasse. Der VDH nennt sie ausdrücklich beeindruckend und ständig vorhanden. Wo du sie nutzt, steht in Hundeschule.
Ein Barbet ist unempfindlich gegenüber Kälte und geht bei jedem Wetter gerne ins Wasser. Wer diese Anlage nicht bedient, bekommt einen unterforderten Hund. Ein See im Sommer reicht dafür nicht — gemeint ist Arbeit im Wasser, nicht Baden. Wie sich das an der Leine zeigt, beschreibt Hund zieht an der Leine.
Wesen und Alltag
Der wuschelige Jagdhund ist ausgeglichen und führerbezogen. In der Familie gibt er sich anhänglich und gesellig, dazu gutmütig. Wegen seiner angeborenen Freude am Lernen nennt ihn der VDH leicht erziehbar.
Die Tierschutz-Hundeverordnung setzt in § 2 den Mindestrahmen. Verlangt werden ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen. Angepasst wird das an Rasse, Alter und Gesundheitszustand.

Was ein Barbet im Alltag braucht
- Zugang zu Wasser, möglichst regelmäßig.
- 🔴 Apportier- und Suchaufgaben statt reiner Laufstrecke.
- Alle zwei Wochen Zeit für das Fell.
- Kontrolle der Ohren nach jedem Wassergang.
- Einen Halter, der die Lernfreude auch abruft.
Zur Bewegung im Winter: Winterspaziergänge mit dem Hund.
Ich rate dazu, den Zugang zu Wasser vor dem Welpen zu klären. Eine Rasse, deren Name Wasserhund enthält, wird ohne Wasser nicht ausgelastet. Was in der Wachstumsphase auf den Teller gehört, steht in Welpen richtig füttern.
Fellpflege: der ehrliche Aufwand
Für einen ausstellungsreifen Look braucht es vier Werkzeuge: ein Trennmesser, eine Bürste mit feinen gebogenen Metallborsten, einen Kamm mit breiten Zinken und eine Schere.
Der Ablauf steht ebenfalls im Rasseporträt. Zuerst wird der Hund komplett abgeschoren — ausgenommen sind Ohren und Rute. Danach werden alle zwei Wochen die neu entstandenen Haarknoten mit dem Trennmesser gelöst, anschließend gebürstet und gekämmt. Einzelne zu lange Locken schneidet man mit der Schere ab.
Meine langjährige Erfahrung mit lockigen Wasserhunden zeigt, dass genau dieser Zwei-Wochen-Rhythmus über alles entscheidet. Wer ihn reißen lässt, kämpft danach mit Filz statt mit Locken. Hilfe findest du unter Hundefriseur.
Nach jedem Wassergang gehören außerdem die Ohren kontrolliert. Ein Hund, der im Schilf arbeitet, bringt Feuchtigkeit und Pflanzenteile mit. Was gereizte Haut auslöst, beschreibt Juckreiz beim Hund.
Fazit: Der Barbet, deutsch Französischer Wasserhund, misst bei Rüden 58 bis 65 Zentimeter und bei Hündinnen 53 bis 61. Ein Gewicht nennt der Standard nicht. Gezüchtet wurde er für die Jagd auf Wasservögel und stöbert bis heute im dichten Schilf. In Deutschland darf nur züchten, wer die Vereinsanlagenprüfung besteht: suchen, vorstehen, im Wasser arbeiten, die Schleppe absolvieren, auf Schweiß arbeiten und schussfest bleiben. Sein Wesen ist ausgeglichen, führerbezogen und ausgesprochen lernfreudig. Das lockige Fell verlangt alle zwei Wochen Arbeit.
Häufige Fragen zum Französischen Wasserhund
Wie heißt die Rasse offiziell?
Barbet. Französischer Wasserhund ist die deutsche Bezeichnung derselben Rasse.
Wie groß wird ein Barbet?
Rüden messen 58 bis 65 cm, Hündinnen 53 bis 61 cm. Damit ist er ein großer Hund.
🔴 Wie schwer wird er?
Der VDH nennt kein Gewicht. Angaben aus Anzeigen sind deshalb keine Standardwerte.
Wofür wurde er gezüchtet?
Ursprünglich für die Jagd auf Wasservögel. Er ist dabei mehr als ein reiner Apportierhund.
🔴 Was verlangt die Zuchtzulassung?
Der Hund muss die Vereinsanlagenprüfung bestehen: suchen, vorstehen, im Wasser arbeiten, die Schleppe absolvieren, auf Schweiß arbeiten und schussfest sein.
Wie ist sein Wesen?
Ausgeglichen und führerbezogen. In der Familie zeigt er sich anhänglich und gesellig.
Ist er leicht zu erziehen?
Ja. Der VDH nennt ihn gutmütig und wegen seiner angeborenen Freude am Lernen leicht erziehbar.
Wie steht er zu Wasser?
Er geht bei jedem Wetter gerne hinein und ist unempfindlich gegenüber Kälte.
Wo arbeitet er besonders gut?
Im dichten Schilf. Beim Verlorenbringen aus dichtem Schilfwasser behauptet er sich zuverlässig.
Welchen Rassen ähnelt er?
Dem Portugiesischen und dem Spanischen Wasserhund. Die Ähnlichkeiten nennt der VDH unverkennbar.
Wie pflegt man das Fell?
Für den Ausstellungslook wird der Hund zunächst komplett geschoren, außer an Ohren und Rute. Danach alle zwei Wochen entknoten, bürsten und kämmen.
In welche FCI-Gruppe gehört er?
In Gruppe 8, Sektion 3 der Wasserhunde, geführt mit Arbeitsprüfung. Die Standardnummer lautet 105.
Quellen
- VDH Rasselexikon – Barbet (Französischer Wasserhund)
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
Weiterlesen
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Ohren, Haut und Belastung berät die Tierarztpraxis individuell.
