Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 24.08.2026 · Lesezeit: 7 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Eibe gilt als giftig bis sehr giftig.
- 🔴 Auch Tulpen stehen als giftig in der Liste.
- Weihnachtsstern gilt nur als gering giftig.
- Bei Verdacht sofort die Tierarztpraxis anrufen.
Im Garten wachsen mehr problematische Pflanzen, als die meisten denken. Die Giftzentrale Bonn führt eine öffentliche Liste. Ein Blick hinein lohnt sich, bevor der Hund zum ersten Mal allein im Garten ist.
Die kurze Antwort
Viele gängige Garten- und Zimmerpflanzen sind als giftig eingestuft. Eibe, Eisenhut und Herbstzeitlose stehen ganz oben.
🔴 Der entscheidende Punkt
Die Liste stammt aus der Humanmedizin. Sie ersetzt keine tierärztliche Einschätzung für deinen Hund.
Die höchste Stufe: sehr giftig
Die Informationszentrale gegen Vergiftungen am Universitätsklinikum Bonn führt eine Pflanzenliste mit deutschem Namen, lateinischem Namen und Giftigkeitsstufe. Diese Pflanzen stehen dort als sehr giftig.
Informationszentrale gegen Vergiftungen Bonn, Stand 24.08.2026.

Aus meiner Erfahrung stehen davon meist zwei bis drei im normalen Vorgarten. Eisenhut und Christrose sind beliebte Stauden. Herbstzeitlose wächst von selbst auf Wiesen. Wie Hunde Reize draußen wahrnehmen, zeigt Können Hunde im Dunkeln sehen.
🔴 Giftig — und trotzdem überall
Eine Stufe darunter wird es interessant. Hier stehen Pflanzen, die in fast jedem deutschen Garten wachsen.
Informationszentrale gegen Vergiftungen Bonn, Stand 24.08.2026.
Wer viel im Wald unterwegs ist, sollte zusätzlich die örtlichen Regeln kennen — dazu passt Leinenpflicht für Hunde.
Besonders überraschend finde ich Thuja und Tulpe. Die eine steht als Hecke an tausenden Grundstücksgrenzen, die andere blüht im Frühjahr in jedem zweiten Beet.
Die untere Stufe

Gering giftig heißt nicht harmlos. Es heißt, dass die Einstufung niedriger ausfällt als bei den Pflanzen oben.
Informationszentrale gegen Vergiftungen Bonn, Stand 24.08.2026.
Der Weihnachtsstern hat einen schlechteren Ruf, als die Einstufung hergibt. Er steht dort nur als gering giftig. Trotzdem gilt: Was der Hund nicht erreicht, kann er nicht fressen. Ähnlich pragmatisch ist der Umgang mit anderen Fremdkörpern, siehe Alufolie gefressen.
Warum die Liste nicht alles beantwortet
Ein Punkt ist wichtig und wird selten gesagt. Die Einstufung stammt von einer Giftzentrale für Menschen. Sie ist keine hundespezifische Bewertung.
Das heißt zweierlei. Manche Pflanze wirkt beim Hund anders. Und die Menge entscheidet mit — ein Hund von fünf Kilo ist anders betroffen als einer von vierzig.
Meine langjährige Erfahrung sagt: Wer die Liste als Orientierung nimmt und im Zweifel anruft, macht es richtig. Für Tiere ist die Tierarztpraxis die richtige Adresse, nicht der Giftnotruf für Menschen. Bei Bauchsymptomen hilft die Einordnung in Bauchschmerzen bei Hunden.

Was du bei Verdacht sofort tust
- 🔴 Tierarztpraxis oder Tierklinik anrufen.
- Ein Stück der Pflanze mitnehmen.
- Notieren, wann und wie viel gefressen wurde.
- Erbrochenes fotografieren oder mitnehmen.
- Nichts auf eigene Faust verabreichen.
Ich rate dringend davon ab, Erbrechen selbst auszulösen. Das entscheidet die Praxis.
Was das Gesetz von dir verlangt
§ 2 des Tierschutzgesetzes ist deutlich. Wer ein Tier hält, muss es seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen.
Nummer 3 desselben Paragrafen geht noch weiter. Der Halter muss über die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Wissen, was im Garten wächst, gehört genau dazu.
§ 2 der Tierschutz-Hundeverordnung verlangt ausreichenden Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers. Beides zusammen heißt: Der Hund soll raus — und der Garten soll sicher sein.
Das zuständige Bundesministerium fasst die Anforderungen an die Hundehaltung zusammen. Mein Rat für den Start: einmal mit der Liste durch den Garten gehen und aufschreiben, was dort steht.
Fazit: Die Informationszentrale gegen Vergiftungen am Universitätsklinikum Bonn führt eine öffentliche Pflanzenliste mit Giftigkeitsstufen. Als sehr giftig gelten dort unter anderem Blauer Eisenhut (Aconitum napellus), Gemeine Herbstzeitlose (Colchicum autumnale), Engelstrompete (Brugmansia-Arten), Tollkirsche (Atropa belladonna), Rizinus (Ricinus communis), Christrose (Helleborus niger) und Seidelbast (Daphne mezereum). Als giftig bis sehr giftig stehen Eibe (Taxus baccata), Roter Fingerhut (Digitalis purpurea) und Gemeiner Goldregen (Laburnum vulgare) in der Liste. Als giftig eingestuft sind Oleander, Thuja occidentalis, Blauregen, Alpenveilchen, Robinie und Tulpe. Gering giftig bis giftig sind Maiglöckchen, Gemeiner Efeu, Immergrüner Buchsbaum und Narzisse. Die Einstufung stammt aus der Humanmedizin und ersetzt keine tierärztliche Einschätzung. Bei Verdacht auf eine Vergiftung ist die Tierarztpraxis die richtige Adresse.
Häufige Fragen zu giftigen Pflanzen
🔴 Welche Gartenpflanze gilt als am gefährlichsten?
Mehrere stehen als sehr giftig in der Liste, darunter Eisenhut, Herbstzeitlose und Engelstrompete.
Wie ist die Eibe eingestuft?
Als giftig bis sehr giftig. Sie steht damit ganz oben in der Liste.
Ist Oleander giftig?
Ja. Die Giftzentrale stuft Nerium oleander als giftig ein.
🔴 Gilt die Liste auch für Hunde?
Nein, sie ist eine humanmedizinische Einstufung. Sie zeigt aber, welche Pflanzen problematisch sind.
Ist der Weihnachtsstern gefährlich?
Er steht als gering giftig in der Liste.
Wie ist Efeu eingestuft?
Gemeiner Efeu gilt als gering giftig bis giftig.
Was ist mit Buchsbaum?
Immergrüner Buchsbaum steht als gering giftig bis giftig.
Sind Zwiebelblumen ein Problem?
Tulpen sind als giftig eingestuft, Narzissen als gering giftig bis giftig.
Ist Thuja giftig?
Ja. Der Abendländische Lebensbaum steht als giftig in der Liste.
🔴 Was tue ich bei Verdacht auf Vergiftung?
Sofort die Tierarztpraxis oder Tierklinik anrufen. Nimm ein Stück der Pflanze mit.
Hilft der Giftnotruf für Menschen?
Für Tiere ist die Tierarztpraxis zuständig. Die Giftzentralen beraten Menschen.
Was schreibt das Gesetz vor?
Wer ein Tier hält, muss es angemessen pflegen und über die nötigen Kenntnisse verfügen.
Quellen
- Informationszentrale gegen Vergiftungen, Universitätsklinikum Bonn – Pflanzenliste
- Tierschutzgesetz § 2 – Pflichten des Tierhalters
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
- Bundesministerium (BMLEH) – Mehr Tierschutz bei Hunden
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf eine Vergiftung wende dich sofort an deine Tierarztpraxis oder eine Tierklinik.
