Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Rüden 63–70 cm, Hündinnen 58–65 cm.
- Name aus dem Mittelhochdeutschen: Hof-Wächter.
- Ab 1922 neu herausgezüchtet, mit Einkreuzungen.
- Braucht einen führungsstarken Halter.
Der Hovawart trägt seine Aufgabe im Namen. Wie er auf schwache Führung reagiert, beschreibt der VDH ungewöhnlich offen. Ich gehe die Angaben durch.
Die kurze Antwort
Ein kräftiger deutscher Gebrauchshund von 58 bis 70 Zentimetern, wachsam, umgänglich und familienbezogen.
Der entscheidende Punkt
Bei führungsschwachen Haltern wagt er laut VDH eine Palastrevolution. Das ist wörtlich so formuliert.
Der Wächter des Hofes
Der VDH leitet den Namen aus dem Mittelhochdeutschen her. Hova bedeutet Hof, Wart bedeutet Wächter. Ein altes Sprichwort besagt, ein Hovawart sei ein Hund, der den Hof verwahrt.

Die Rasse ist sehr alt und gleichzeitig jung. Ab 1922 wurde sie mit Hunden eines ähnlichen Typs, die man auf Bauernhöfen vorfand, neu herausgezüchtet. Dabei erfolgten Einkreuzungen von Deutschen Schäferhunden, Neufundländern, Leonbergern und weiteren Rassen.
Angeborene Wachsamkeit ist der Rasse keinesfalls abzusprechen. Der Hovawart bewacht Haus und Hof mit Bravour und ist dabei durchaus umgänglich — zugleich ein toleranter und liebenswerter Familienhund.
Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.
Führung: der entscheidende Punkt
Hovawarte brauchen einen humorvollen, entscheidungsfreudigen, geduldigen und einfühlsamen Rudelchef mit Rückgrat. So formuliert es der VDH. Dann folgt eine Warnung, die man in Rassebeschreibungen selten findet.

Erweist sich der Zweibeiner als manipulierbar oder führungsschwach, wird so mancher Hovawart dies als Anlass für einen hierarchischen Aufstieg nehmen und eine Palastrevolution wagen. Spätestens der Junghund hält seinem Besitzer den Spiegel vor.
Der Verband zieht daraus eine klare Folgerung. Viele Anfänger sind mit ihren jungen Wilden ohne Unterstützung überfordert — hier seien auch die Züchter als erfahrene Ratgeber gefragt. Aus meiner Erfahrung entscheidet das zweite Lebenshalbjahr über den weiteren Verlauf. Die Grundlagen stehen in Erziehung des Hundes.
Was hilft, benennt der VDH ebenfalls: gezielte Motivation, vorausschauendes Denken und Handeln, ein reizvolles Umfeld sowie das Lernen am Erfolg. Wie du früh beginnst, steht in Sozialisierung von Welpen.
Beschäftigung und Haltung
Abwechslung im Training, körperliche Aktivität, geistige Herausforderungen und immer neue Aufgaben nennt der VDH als Grundpfeiler eines zufriedenen Hovawart-Lebens. Beim Mantrailing beweist er seine Talente, in der klassischen Fährtenarbeit genießt er einen ausgezeichneten Ruf.
Weitere Möglichkeiten sind Dummytraining, Obedience sowie die Ausbildung zum Rettungs- oder Reitbegleithund. Eine Einschränkung nennt der Verband ausdrücklich: Flyball und Agility sollten der vielen Sprünge wegen nicht zu früh betrieben werden. Was dabei belastet wird, erklärt Gelenke beim Hund.

Zur Haltung wird der VDH konkret. Ein Haus mit Garten, das er bewachen darf, stellt den idealen Lebensraum dar. Das Grundstück darf aber nicht zum grünen Zwinger werden. Meine langjährige Erfahrung mit Wachrassen bestätigt das — ein Hund allein im Garten bewacht irgendwann alles, auch das Falsche. Die Tierschutz-Hundeverordnung nennt in § 2 die Untergrenze: Auslauf außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.
Was ein Hovawart im Alltag braucht
- Einen Halter mit Rückgrat — Führungsschwäche nutzt er aus.
- Immer neue Aufgaben, nicht nur Wiederholung.
- Nähe zu seinen Bezugspersonen.
- Zurückhaltung bei Agility im Junghundalter.
- Bürste im Haarwechsel.
Passende Nasenaufgaben findest du unter Hundespielzeug.
Was Wachsamkeit hier bedeutet
Wachsam heißt beim Hovawart nicht scharf. Der VDH nennt ihn im selben Satz umgänglich und tolerant. Beides gehört zusammen.
Ich unterscheide deshalb zwischen Melden und Verteidigen. Ein Hovawart meldet zuverlässig. Ob daraus mehr wird, entscheidet die Erziehung — nicht die Rasse.
Wer das früh sauber trennt, bekommt einen verlässlichen Hofhund ohne Übertreibung. Was dabei im Wachstum zu beachten ist, steht in Welpen richtig füttern.
Wesen, Aussehen und Pflege
Ein typischer Hovawart pflegt eine innige Beziehung zu seinen Bezugspersonen. Er ist ein begeistertes Familientier und in der Regel kein Ein-Mann-Hund. Sein Platz ist inmitten des menschlichen Rudels. Dort zeigt er sich sehr loyal.
Beim Jagdtrieb gibt der VDH Entwarnung: Hovawarte besitzen in der Regel wenig jagdliche Motivation. Das unterscheidet sie von vielen anderen Gebrauchshunden und macht Spaziergänge entspannter.
Äußerlich ist er ein kräftiger, mittelgroßer und lang gestreckter Hund mit langem Fell. Schwarzmarken — überwiegend schwarz mit braunen Abzeichen — ist die verbreitetste Farbe, daneben gibt es Blond und Schwarz. Trotz der Befederung erweist sich das Fell als pflegeleicht. Im Haarwechsel sollte die Bürste allerdings immer griffbereit sein. Ich achte dabei besonders auf Brust, Hosen und Rute, wo das Haarkleid am üppigsten ist. Hilfe findest du unter Hundefriseur.
Größe und Gewicht im FCI-Standard
Der FCI-Standard Nr. 190 bestätigt die Zahlen des Rasselexikons. Rüden messen 63 bis 70 Zentimeter, Hündinnen 58 bis 65. Ein Gewicht führt auch er nicht auf.
Damit steht fest, woher jede Kilozahl im Netz nicht stammt. Wer eine belastbare Angabe braucht, fragt beim Zuchtverband oder beim Züchter nach. Alles andere ist geraten.
Bei der Größe wird der Text dafür ungewöhnlich streng. Rüden von 71 bis 73 Zentimetern gelten bereits als fehlerhaft, Hündinnen von 66 bis 68 ebenso. Darüber schließt der Standard von der Zucht aus. Untergröße ebenfalls.
Dazu kommt eine Vorgabe zur Silhouette. Schulterhöhe zu Körperlänge liegt zwischen 100 zu 110 und 100 zu 115. Der Hovawart ist also ein leicht gestreckter Hund. Weicht das Verhältnis stark ab, schließt auch das aus.
Angaben nach dem FCI-Standard Nr. 190, deutsche Fassung vom 28.03.2025, gültiger offizieller Standard vom 21.03.2025.
Beim Wesen bleibt der Text knapp. Von der Veranlagung her ist er ausgeglichen und gutartig. Dazu kommen Schutztrieb, Selbstsicherheit und Belastbarkeit. Der Standard nennt außerdem mittleres Temperament sowie eine sehr gute Nasenveranlagung. Genau daraus ergibt sich, warum Mantrailing so gut zu ihm passt.
Farbe und Fell nach dem Standard
Drei Farbschläge kennt der Text. Schwarzmarken, schwarz sowie blond. Farben wie blau-grau, braun, weiß oder gescheckt schließen dagegen von der Zucht aus.
Bei Schwarzmarken beschreibt der Standard die Zeichnung Stück für Stück. Sie beginnt unterhalb des Nasenrückens und reicht um die Lefzenwinkel herum bis in die Kehlmarke. Über den Augen sitzen punktförmige Abzeichen. Die Brustmarke besteht aus zwei Flecken nebeneinander.
Blonde Hovawarte sind mittelblond und glänzend. Zum Bauch hin sowie an den Läufen hellt die Farbe auf. Lider, Lefzen und Ballen bleiben in allen Farbschlägen schwarz pigmentiert.
Das Haar ist kräftiges Langhaar, leicht gewellt und anliegend, mit wenig Unterwolle. Länger fällt es an Brust und Bauch, an den Rückseiten der Läufe sowie an der Rute. Am Kopf bleibt es kurz. Ein überwiegend gelocktes Haarkleid schließt aus.
Gesundheit und was der Standard ausschließt
Ein Satz im Standard ist für Käufer wichtiger als jeder andere. Seit den 1960er Jahren selektiert die Zucht konsequent auf das Merkmal frei von Hüftgelenksdysplasie — also frei von einer Fehlentwicklung des Hüftgelenks. Nach Angabe des Standards ließ sich die Erkrankung dadurch beinahe vollständig zurückdrängen.
Das ist ein seltener Fall. Die allermeisten Rassestandards schweigen zu Erbkrankheiten komplett. Was hinter dieser Fehlentwicklung steckt, erklärt Hüftdysplasie beim Hund.
Eine Lebenserwartung nennt der Text dagegen nicht. Eine Zahl aus zweiter Hand schreibe ich nicht hin. Seine Ausschlussliste ist dafür lang.
Beim Verhalten führt sie vier Punkte auf. Aggressive Hunde, ängstliche Hunde, schussscheue Hunde sowie lethargische Hunde. Der letzte Punkt überrascht viele. Einem Gebrauchshund ohne Spannung fehlt genauso viel wie einem nervösen.
Körperlich schließen unter anderem Stehohren, Kippohren und Rosenohren aus. Dazu Rutenanomalien, ein starker Senkrücken sowie sehr steile oder extrem starke Winkelungen. Auch stark abweichende Körperproportionen stehen auf der Liste. 1937 wurde die Rasse anerkannt, 1964 als Gebrauchshund.
Neben dem Standard gilt das Tierschutzgesetz. Sein § 11b untersagt Qualzüchtungen, deren Nachkommen erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen. Beim Hovawart zeigt die jahrzehntelange Auswahl auf gesunde Hüften, wie ein Zuchtverband diesem Anspruch von sich aus nachkommt.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Bei dieser Rasse führt der Weg über einen Zuchtverein im VDH. Ahnentafel, Wurfabnahme sowie die Zuchtzulassung beider Elterntiere gehören dort zum Verfahren. Und dort läuft die Auswahl auf gesunde Hüften, die den Hovawart so weit gebracht hat.
Nach den Hüftbefunden der Elterntiere frage ich trotzdem. Ein Züchter, der sie kennt, nennt sie ohne Zögern. Wer ausweicht, hat sie nicht.
Beim Besuch achte ich auf die erwachsenen Hunde im Haus. Selbstsicherheit und Belastbarkeit verlangt der Standard. Ein Hund, der bei Besuch unruhig reagiert oder sich verkriecht, entspricht dem Zuchtziel nicht.
Ein Welpe verlässt die Mutter frühestens nach acht Wochen. Impfpass, Entwurmungsprotokoll sowie die Chipnummer liegen am Abgabetag bereit. Preise nenne ich bewusst nicht.
Passt der Hovawart zu dir?
Er passt zu dir, wenn du Führung übernimmst, ohne laut zu werden. Der VDH nennt das einen Rudelchef mit Rückgrat. Humor steht in derselben Aufzählung.
Er passt zu dir, wenn du dir immer wieder neue Aufgaben ausdenkst. Reine Wiederholung langweilt ihn. Mantrailing, Fährte oder Dummyarbeit halten ihn dagegen bei der Sache — und zwar über Jahre.
Haus mit Garten ist ideal. Wichtig bleibt, dass das Grundstück nicht zum grünen Zwinger wird. Eine Wohnung geht ebenfalls, dann braucht er draußen aber deutlich mehr Programm.
Er passt nicht zu dir, wenn er dein erster Hund ist. Der VDH schreibt es selbst: Viele Anfänger sind mit dem Junghund ohne Unterstützung überfordert. Mit einer guten Hundeschule im Rücken kann es trotzdem klappen.
Fazit: Der Hovawart trägt seine Aufgabe im Namen — Hova bedeutet Hof, Wart bedeutet Wächter. Ab 1922 wurde die Rasse aus Bauernhofhunden neu herausgezüchtet, mit Einkreuzungen von Schäferhund, Neufundländer und Leonberger. Rüden messen 63 bis 70 Zentimeter, Hündinnen 58 bis 65. Ein Gewicht führt der VDH nicht auf. Er ist wachsam, umgänglich und ein Familientier ohne Hang zum Ein-Mann-Hund. Entscheidend ist die Führung: Bei schwachen Haltern wagt er laut VDH eine Palastrevolution.
Häufige Fragen zum Hovawart
Wie groß wird ein Hovawart?
Rüden messen 63 bis 70 cm, Hündinnen 58 bis 65 cm.
Wie schwer wird er?
Der VDH nennt kein Gewicht. Eine feste Kilozahl stammt immer von anderer Stelle.
Was bedeutet der Name?
Aus dem Mittelhochdeutschen: Hova heißt Hof, Wart heißt Wächter.
Seit wann gibt es die Rasse?
Neu herausgezüchtet wurde sie ab 1922 aus Hunden ähnlichen Typs von Bauernhöfen.
Welche Rassen wurden eingekreuzt?
Deutsche Schäferhunde, Neufundländer, Leonberger und weitere.
Eignet er sich für Anfänger?
Eher nicht. Der VDH schreibt, viele Anfänger seien mit dem Junghund ohne Unterstützung überfordert.
Was passiert bei schwacher Führung?
Er nutzt sie für einen hierarchischen Aufstieg. Der VDH nennt das eine Palastrevolution.
Hat er Jagdtrieb?
In der Regel wenig. Das unterscheidet ihn von vielen anderen Gebrauchshunden.
Ist er ein Ein-Mann-Hund?
Nein. Er ist ein begeistertes Familientier mit inniger Bindung an alle Bezugspersonen.
Wann darf er Agility machen?
Nicht zu früh. Flyball und Agility bringen viele Sprünge mit sich.
Welche Farben gibt es?
Schwarzmarken als verbreitetste Farbe, dazu Blond und Schwarz.
Wie aufwendig ist die Pflege?
Gering. Trotz der Befederung gilt das Fell als pflegeleicht — außer im Haarwechsel.
Quellen
- VDH Rasselexikon – Hovawart
- FCI-Standard Nr. 190 „HOVAWART“, deutsche Fassung vom 28.03.2025
- Tierschutzgesetz § 11b – Verbot von Qualzüchtungen
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Gelenken, Wachstum und Belastung berät die Tierarztpraxis individuell.
