Leonberger: Größe, Wesen und Pflege

Leonberger: Größe, Wesen und Pflege

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Rüden 72–80 cm (ideal 76), Hündinnen 65–75 cm (ideal 70).
  • Gewicht oft weit über 50 kg.
  • Gezüchtet nach dem Löwen im Wappen von Leonberg.
  • Ohne regelmäßiges Bürsten verfilzt das Fell.

Der Leonberger verdankt seinen Namen einem Wappentier. Diese Herkunft erklärt seine Erscheinung besser als jede Beschreibung. Ich gehe die VDH-Angaben durch.

Die kurze Antwort

Ein sehr großer deutscher Familienhund von 65 bis 80 Zentimetern, selbstbewusst und innerlich ruhig.

Der entscheidende Punkt

Bei einem Gewicht von oft weit über 50 Kilogramm braucht es einen hundeerfahrenen Halter.

Ein Hund nach dem Stadtwappen

Der VDH erzählt die Entstehung an einer Person. Heinrich Essig war Stadtrat und Hundehändler in Leonberg. Er nahm sich vor, einen Hund zu züchten, der dem Wappentier seiner Heimatstadt ähnelt — einem Löwen.

Wacher Leonberger steht aufmerksam auf einer Wiese
Löwengelb bis rotbraun, mit prachtvoller Mähne. Foto: Chachacha369 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Der Zeitpunkt passte. Vor rund 180 Jahren lagen große, kräftige Hunde im Trend. Der FCI-Standard datiert die ersten wirklich Leonberger genannten Hunde auf 1846. Württemberg galt damals als eines der Zentren der Hundezucht. Essig sprang auf diesen Zug auf und legte den Grundstein für die Rasse, mit der er internationale Erfolge feierte.

Das Ergebnis sieht man dem Hund an. Leonberger sind sehr große, kräftige, muskulöse Tiere mit harmonischem Körperbau. Eine prachtvolle Mähne, voluminöse Hosen und eine verschwenderische Befederung an Vorder- und Hinterbeinen machen die löwengelb bis rotbraune Rasse unverkennbar.

Merkmal Rüde Hündin
MerkmalWiderristhöhe Rüde72 – 80 cm Hündin65 – 75 cm
MerkmalIdealmaß Rüde76 cm Hündin70 cm
MerkmalGewicht Rüdeoft weit über 50 kg Hündinoft weit über 50 kg
MerkmalFarbe Rüdelöwengelb bis rotbraun Hündinlöwengelb bis rotbraun
MerkmalFell Rüdelang, mit Mähne und Befederung Hündinlang, mit Mähne und Befederung

Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.

Wer diesen Hund führen kann

Der schwäbische Löwe ist ein großes Stück Hund. Bei oft weit über 50 Kilogramm braucht es ein Pendant am anderen Ende der Leine. Gemeint ist ein hundeerfahrener Mensch, der den selbstsicheren Riesen erziehen kann.

Wacher Leonberger schwimmt im Wasser
Die Vorliebe für Wasser nennt der VDH ausdrücklich. Foto: Per Ola Wiberg / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Eine frühe Sozialisierung gehört ebenso zum Pflichtprogramm wie eine einfühlsame und konsequente Erziehung. Aus meiner Erfahrung zeigt sich das Problem selten beim Welpen, sondern zwei Jahre später, wenn Gewicht und Kraft da sind. Wie du früh beginnst, steht in Sozialisierung von Welpen.

Der Weg dorthin ist unkompliziert. Leonberger schätzen einen ruhigen Umgang mit einem klar erkennbaren Ziel. Mit Verstand behandelt lernen die folgsamen Leos gerne und merken sich einmal Erlerntes nachhaltig. Ich sehe darin den größten Vorteil dieser Rasse gegenüber anderen Riesen. Die Grundlagen stehen in Erziehung des Hundes.

Wesen und Beschäftigung

Selbstbewusstsein und eine große innere Ruhe zeichnen den Leonberger aus. Innerhalb seiner Familie ist er liebevoll und anhänglich. Fremden begegnet er manchmal zurückhaltend, bewahrt sich dabei aber ein angenehmes, offenes Wesen. Das eigene Territorium bewacht er aufmerksam.

Sein Temperament liegt im mittleren Bereich, dazu kommt eine Vorliebe für Wasser. Als Therapie- und Besuchshunde bewähren sich Leonberger. In der Fährtenarbeit leben sie ihr Konzentrationsvermögen aus und stellen ein erstaunlich feines Näschen unter Beweis. Beim Ziehen von Lasten laufen sie zu Hochtouren auf.

Eine Eigenart nennt der VDH gleich zu Beginn. Leos lehnen sich gerne an und bringen ihre Menschen dadurch schon einmal aus dem Gleichgewicht. Bei diesem Gewicht ist das wörtlich zu nehmen. Die Tierschutz-Hundeverordnung nennt in § 2 die Untergrenze: Auslauf außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.

Kopf eines wachen Leonbergers
Hinter den Ohren neigt das feine Haar zu Knötchen. Foto: Ettore Balocchi / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Was ein Leonberger im Alltag braucht

  • Einen hundeerfahrenen Halter — das Gewicht verzeiht keine Fehler.
  • Frühe Sozialisierung als Pflichtprogramm.
  • Ruhigen Umgang mit klarer Zielsetzung.
  • Regelmäßiges Bürsten, im Fellwechsel intensiv.
  • Zugang zu Wasser, wo es geht.

Zur Fütterung im Wachstum: Welpen richtig füttern.

Fellpflege: mehr als nur bürsten

Im Prinzip ist das Fell selbstreinigend. Ohne regelmäßiges Bürsten sind Verfilzungen trotzdem vorprogrammiert. Der VDH nennt zwei Stellen, die besondere Aufmerksamkeit brauchen.

Die feinen Haare hinter den Ohren profitieren vom Einsatz eines Kamms, weil sie besonders leicht zu Knötchen neigen. Dasselbe gilt für die Befederung an den Beinen. Während des zweimal jährlich anstehenden Fellwechsels ist intensives Bürsten angesagt — der Haufen losen Fells kann dann schon einmal die Liegehöhe des Hundes erreichen.

Dazu kommen zwei Punkte, die oft vergessen werden. Eine gründliche Ohrenpflege ist wichtig, ebenso die regelmäßige Kontrolle der Krallen. Meine langjährige Erfahrung mit Riesenrassen zeigt, dass zu lange Krallen die Stellung der Pfote verändern und damit die Gelenke belasten. Hilfe bei der Fellpflege findest du unter Hundefriseur.

Bei einem Hund dieser Größe achte ich von Anfang an auf schonendes Wachstum. Was dabei zählt, erklärt Gelenke beim Hund. Unterstützend gibt es die Lucky Pets Gelenktabletten mit Grünlippmuschel und Kollagen.

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Größe und Gewicht im FCI-Standard

Beim Gewicht lohnt ein zweiter Blick. Der FCI-Standard Nr. 145 nennt gar keines. Er führt ausschließlich die Widerristhöhe auf.

Für Rüden stehen dort 72 bis 80 Zentimeter mit einem empfohlenen Mittelmaß von 76. Für Hündinnen 65 bis 75 Zentimeter, empfohlenes Mittelmaß 70. Damit deckt sich der Standard mit dem Rasselexikon.

Die Formulierung „oft weit über 50 Kilogramm" stammt also vom VDH. Im Standard steht sie nicht. Wer eine belastbare Kilozahl braucht, holt sie beim Zuchtverband oder beim Züchter ein. Erfundene Spannen kursieren im Netz genug.

Angabe So steht es im Standard Nr. 145
AngabeWiderristhöhe Rüde So steht es im Standard Nr. 14572 bis 80 cm, empfohlenes Mittelmaß 76 cm
AngabeWiderristhöhe Hündin So steht es im Standard Nr. 14565 bis 75 cm, empfohlenes Mittelmaß 70 cm
AngabeGewicht So steht es im Standard Nr. 145im Standard nicht angegeben
AngabeWiderristhöhe zu Rumpflänge So steht es im Standard Nr. 1459 zu 10
AngabeBrusttiefe So steht es im Standard Nr. 145annähernd 50 Prozent der Widerristhöhe
AngabeFCI-Gruppe So steht es im Standard Nr. 145Gruppe 2, Sektion 2.2 Berghunde, ohne Arbeitsprüfung

Angaben nach dem FCI-Standard Nr. 145, deutsche Fassung vom 20.09.2002, gültiger offizieller Standard vom 04.01.1996.

Drei Verhältnisse ergänzen die Zentimeter. Widerristhöhe zu Rumpflänge steht bei 9 zu 10. Die Brust reicht etwa bis zur halben Widerristhöhe hinunter. Am Kopf gilt Fang zu Oberkopf etwa 1 zu 1.

Eine Einordnung überrascht viele. Der Leonberger läuft ohne Arbeitsprüfung, in Gruppe 2, Sektion 2.2 der Berghunde. Als Verwendung nennt der Standard Wach-, Begleit- und Familienhund. Sein Wesenskapitel liest sich entsprechend: weder scheu noch aggressiv, dazu lärmunempfindlich.

Farbe und Fell nach dem Standard

Löwengelb bis rotbraun greift zu kurz. Der Standard führt die Palette weiter aus. Erlaubt sind löwengelb, rot, rotbraun sowie sandfarben — also fahlgelb oder cremefarbig.

Auch alle Kombinationen dazwischen sind zugelassen. Eine Bedingung gilt dabei immer: die schwarze Maske. Schwarze Haarspitzen darf ein Hund tragen, die Grundfarbe bestimmen darf Schwarz aber nicht.

Ein kleiner weißer Brustfleck wird toleriert, ebenso ein schmaler Bruststrich. Weiße Haare an den Zehen ebenfalls. Fehlt die Maske dagegen vollständig, schließt das von der Zucht aus.

Beim Haar verlangt der Text mittelweich bis derb, reichlich lang sowie anliegend. Gescheitelt sein darf es nie. Trotz guter Unterwolle sollen die Formen des Körpers erkennbar bleiben. An Hals und Brust bildet sich die Mähne, beim Rüden deutlicher als bei der Hündin.

Gesundheit und was der Standard ausschließt

Zur Lebenserwartung schweigt der Standard. Eine Zahl aus zweiter Hand nenne ich deshalb nicht. Seine Liste der disqualifizierenden Fehler sagt dafür viel über die Zuchtrichtung.

Neben Aggression und übermäßiger Ängstlichkeit stehen dort starke anatomische Fehler. Ausgeprägte Kuhhessigkeit gehört dazu. Ebenso ein starker Senkrücken oder ein Karpfenrücken. Auch völlig ungenügende Winkel an Schulter, Ellenbogen, Knie oder Sprunggelenk schließen aus.

Für einen Hund von 80 Zentimetern ist das die wichtigste Passage im ganzen Dokument. Rücken und Winkelung tragen sein Gewicht ein Leben lang. Ein Züchter, der darauf achtet, arbeitet für die Gelenke seiner Welpen.

Weiter führt der Text Entropium und Ektropium auf — nach innen oder nach außen gerollte Augenlider. Dazu einen braunen Nasenschwamm, Augen ohne Braunanteil sowie fehlende Zähne. Fehlfarben wie Schwarz, Silber oder Black and Tan schließen ebenfalls aus.

Neben dem Standard gilt das Tierschutzgesetz. Sein § 11b untersagt Qualzüchtungen, deren Nachkommen erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen. Die Schlussnotiz des Standards zielt in dieselbe Richtung: nur klinisch gesunde Hunde gehören in die Zucht.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Bei einer Riesenrasse zahlt sich Geduld aus. Ich gehe über einen Zuchtverein im VDH. Ahnentafel, Wurfabnahme sowie die Zuchtzulassung beider Elterntiere gehören dort zum Verfahren.

Vor Ort frage ich zuerst nach den Gelenkbefunden der Elterntiere. Bei diesem Gewicht ist das keine Formalie. Der Standard schließt starke anatomische Fehler ausdrücklich aus. Ein Züchter, der seine Zahlen nicht kennt, ist der falsche Ansprechpartner.

Dann schaue ich auf die Hündin. Sie soll beim Wurf liegen, ruhig wirken und sich anfassen lassen. Weder scheu noch aggressiv verlangt der Standard. Genau das will ich sehen, bevor ich zusage.

Ein Welpe verlässt die Mutter frühestens nach acht Wochen. Impfpass, Entwurmungsprotokoll sowie die Chipnummer liegen am Abgabetag bereit. Preise nenne ich bewusst nicht.

Passt der Leonberger zu dir?

Er passt zu dir, wenn du Platz hast. Ein Hund von achtzig Zentimetern braucht Wege, auf denen ihm niemand ausweichen muss. Treppen sind im ersten Jahr ein Thema für sich.

Kinder sind kein Problem. Ausgesprochene Kinderfreundlichkeit nennt der Standard sogar als Rassemerkmal. Lärmunempfindlichkeit steht in derselben Aufzählung. Wer ein volles Haus hat, findet hier den passenden Hund.

Er passt zu dir, wenn du beim Bürsten dranbleibst. Mähne, Befederung und Hosen fordern jede Woche ihre Zeit. Im Fellwechsel wird daraus eine tägliche Aufgabe. Dann liegt Haar überall.

Er passt nicht zu dir, wenn dein Alltag eng getaktet ist. Auch ein kleines Auto spricht dagegen. Wer Erfahrung mit großen Hunden erst sammeln möchte, fängt besser eine Nummer kleiner an. Der VDH formuliert das ähnlich deutlich.

Fazit: Der Leonberger geht auf Heinrich Essig zurück, der einen Hund nach dem Löwen im Wappen seiner Heimatstadt züchten wollte. Rüden messen 72 bis 80 Zentimeter bei einem Idealmaß von 76, Hündinnen 65 bis 75 bei ideal 70. Das Gewicht liegt oft weit über 50 Kilogramm — daraus leitet der VDH direkt die Anforderung an den Halter ab. Sein Wesen verbindet Selbstbewusstsein mit großer innerer Ruhe. Bei der Pflege sind zwei Stellen entscheidend: hinter den Ohren und an der Befederung der Beine.

Häufige Fragen zum Leonberger

Wie groß wird ein Leonberger?

Rüden messen 72 bis 80 cm, ideal 76. Hündinnen 65 bis 75 cm, ideal 70.

Wie schwer wird er?

Der VDH spricht von einem Gewicht oft weit über 50 Kilogramm.

Woher kommt der Name?

Von der Stadt Leonberg. Der Züchter wollte einen Hund, der dem Löwen im Stadtwappen ähnelt.

Wer hat die Rasse gezüchtet?

Heinrich Essig, Stadtrat und Hundehändler in Leonberg. Die ersten Leonberger kamen 1846 zur Welt.

Wie ist sein Wesen?

Selbstbewusst mit großer innerer Ruhe. In der Familie liebevoll und anhänglich.

Wie ist er zu Fremden?

Manchmal zurückhaltend, dabei aber angenehm und offen im Wesen.

Welchen Halter braucht er?

Einen hundeerfahrenen. Bei über 50 Kilogramm braucht es ein Pendant am anderen Ende der Leine.

Wie lernt er am besten?

Bei ruhigem Umgang mit einem klaren Ziel. Einmal Erlerntes merkt er sich nachhaltig.

Mag er Wasser?

Ja, der VDH nennt eine ausgesprochene Vorliebe dafür.

Wie aufwendig ist die Fellpflege?

Hoch. Ohne regelmäßiges Bürsten sind Verfilzungen vorprogrammiert.

Wo verfilzt es zuerst?

Hinter den Ohren und an der Befederung der Beine. Dort helfen Kamm statt Bürste.

Welche Farben gibt es?

Löwengelb bis rotbraun.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Gelenken, Wachstum und Belastung berät die Tierarztpraxis individuell.