Paprika für Hunde: welche Sorte wirklich gefährlich ist

Paprika für Hunde: welche Sorte wirklich gefährlich ist

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 26.08.2026 · Lesezeit: 10 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Gemüsepaprika steht auf keiner der geprüften Giftlisten.
  • Die Zierpaprika im Blumentopf schon — das ist eine andere Pflanze.
  • Beide heißen Paprika, gehören aber zu verschiedenen Gattungen.
  • Grüne Pflanzenteile und Strunk gehören außer Reichweite.

Ein Stück Paprika fällt vom Schneidebrett. Dein Hund ist schneller als du. Und dann sitzt du mit dem Handy in der Hand und suchst nach einer Zahl, die dir sagt, wie schlimm das war.

Die kurze Antwort

Die Gemüsepaprika aus dem Supermarkt steht auf keiner geprüften Giftliste. Als giftig geführt ist die Zierpaprika im Blumentopf.

Der entscheidende Punkt

Im Deutschen heißen zwei verschiedene Pflanzen Paprika. Nur eine davon steht bei einer Giftnotrufzentrale.

Dürfen Hunde Paprika essen?

Reife Gemüsepaprika in kleiner Menge gilt allgemein als unproblematisch. Auf keiner der Listen, die ich geprüft habe, taucht sie auf.

Wacher Labrador hält einen Ball im Maul
Vom Boden ins Maul geht es schneller, als du reagieren kannst. Foto: Pdpics / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Sauber belegt ist das trotzdem nicht. Keine deutsche Stelle hat die Gemüsepaprika je für Hunde bewertet.

Ich habe deshalb zwei große Pflanzenlisten durchgesehen. Die Giftzentrale Bonn führt 219 Pflanzen mit eigener Seite, die amerikanische Giftnotrufzentrale ASPCA über tausend. Der botanische Name der Gemüsepaprika lautet Capsicum annuum. Er steht auf keiner der beiden.

Ein fehlender Eintrag ist aber kein Freibrief. Sie steht dort ebenso wenig auf der Unbedenklich-Liste.

Aus meiner Erfahrung fangen genau hier die meisten Ratgeber an zu raten. Plötzlich stehen dort Gramm pro Kilo Körpergewicht. Welche Sorten wirklich geprüft sind, steht in Obst und Gemüse für Hunde.

Zwei Pflanzen, ein Name

Im Deutschen heißen zwei völlig verschiedene Pflanzen Paprika. Darin steckt die ganze Verwirrung.

Die eine ist die Gemüsepaprika, botanisch Capsicum annuum. Rot, gelb oder grün, aus dem Kühlregal.

Die andere ist die Zierpaprika, botanisch Solanum pseudocapsicum. Eine Zimmerpflanze mit kleinen roten Kugeln, im Handel auch als Korallenbäumchen oder Jerusalemkirsche.

Beide gehören zur Familie der Nachtschattengewächse. Die Gattung ist eine andere. Genau die entscheidet.

Was gemeint ist Botanischer Name Wie geführt
Was gemeint istGemüsepaprika Botanischer NameCapsicum annuum Wie geführtkein Eintrag auf den geprüften Listen
Was gemeint istZierpaprika Botanischer NameSolanum pseudocapsicum Wie geführtfür Hunde als giftig geführt
Was gemeint istKartoffel Botanischer NameSolanum tuberosum Wie geführtgiftig
Was gemeint istSchwarzer Nachtschatten Botanischer NameSolanum nigrum Wie geführtgering giftig bis giftig

Stand der beiden Pflanzenlisten am 26. August 2026.

Die Zierpaprika ist das eigentliche Problem

Die amerikanische Giftnotrufzentrale ASPCA führt die Zierpaprika als giftig für Hunde. Katzen und Pferde stehen dort ebenfalls dabei.

Als Wirkstoff steht dort Solanin — ein Abwehrgift, das viele Pflanzen der Gattung Solanum selbst bilden.

Die dort genannten Beschwerden sind deutlich. Magen-Darm-Störungen, mögliche Geschwüre im Magen-Darm-Trakt, Krampfanfälle, Teilnahmslosigkeit, gedämpfte Atmung und Schock.

Diese Angaben gelten der Zierpaprika. Auf die Gemüsepaprika lassen sie sich nicht übertragen.

Die kleinen roten Früchte sehen aus wie Deko. Für einen Hund sehen sie aus wie ein Snack in Bodennähe. Welche Zimmerpflanzen sonst noch heikel sind, steht in Giftige Pflanzen für Hunde.

Was für die Kartoffel belegt ist — und nur für sie

Die Giftzentrale Bonn stuft die Kartoffel als giftig ein. Ihr Eintrag zur Kartoffel nennt sie ein krautiges Nachtschattengewächs von bis zu einem Meter Höhe.

Alle Organe der Pflanze sind giftig. Die Giftigkeit nimmt in dieser Reihenfolge ab: Keime, Blüten, Früchte, Blätter, Kartoffelknolle.

Verantwortlich sind Alkaloide mit dem Namen Solanine. Ihr Gehalt schwankt. Klima, Boden und Entwicklungsstand wirken darauf ein.

Die Knolle selbst gilt im Allgemeinen als unbedenklich. Höhere Werte findet man bei grünen oder lange gelagerten Kartoffeln, besonders rund um die sogenannten Augen.

Am wenigsten gefährlich sind frische Kartoffeln, gut geschält und gekocht.

Eins ist mir dabei wichtig. Diese Angaben gelten der Kartoffel. Zur Gemüsepaprika sagt die Quelle nichts. Was das für den Napf bedeutet, steht in Dürfen Hunde Kartoffeln essen.

Das Muster in der Gattung Solanum

Ein zweiter Eintrag derselben Stelle zeigt dasselbe Bild. Beim Schwarzen Nachtschatten enthalten alle Pflanzenteile Nachtschattenalkaloide.

Die reifen Früchte gelten dort als nur gering giftig. Der Rest der Pflanze schneidet schlechter ab.

Dreimal dieselbe Richtung. In der Gattung Solanum steckt Solanin, grüne und unreife Teile tragen am meisten davon.

Ich lese das als Muster, nicht als Messung. Die Gemüsepaprika gehört einer anderen Gattung an.

Trotzdem hilft es. Es sagt dir, wo du zuerst hinschaust.

Was daraus für deinen Alltag folgt

Blätter, Stiele und grüne Teile gehören nicht in Reichweite. Das gilt in der Küche wie draußen.

Eine Paprikapflanze im Beet ist für einen Hund Grünzeug auf Kopfhöhe. Wer gern buddelt oder knabbert, kommt mühelos dran.

Wacher Golden Retriever sitzt in hohem Gras
Grünes Blattwerk in Kopfhöhe erreicht ein Hund mühelos. Foto: Franco Vannini / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Die reife Frucht ohne Strunk ist die harmloseste Form. Strunk und Kerngehäuse wandern in den Müll.

Meine langjährige Erfahrung mit solchen Fragen sagt mir eins: Die Menge entscheidet fast immer mehr als die Zutat. Ein Streifen neben dem Futter ist etwas anderes als eine halbe Tüte.

Scharfe Sorten sind eine eigene Frage

Chili und scharfe Paprikasorten reizen Schleimhäute. Das kennst du selbst, wenn du dir nach dem Schneiden ins Auge fasst.

Beim Hund sitzt die Nase näher am Essen. Was im Maul brennt, kann er nicht wegtrinken.

Zahlen nenne ich hier keine. Für scharfe Sorten und Hunde klafft dieselbe Lücke wie bei der milden Paprika.

Ich halte es deshalb einfach. Scharfes bleibt weg.

Was nicht in den Hund gehört

  • Zierpaprika, Korallenbäumchen und Jerusalemkirsche
  • Blätter, Stiele und grüne Pflanzenteile
  • Strunk und Kerngehäuse
  • Reste aus der Pfanne mit Öl, Salz oder Zwiebel

Zwiebel ist dabei das eigentliche Risiko, nicht die Paprika daneben.

Gewürztes ist ein Thema für sich. Was gar nichts im Hund zu suchen hat, steht in Was dürfen Hunde nicht essen.

Wenn dein Hund eine große Menge erwischt hat

Bleib ruhig. Hektik bringt dich keinen Schritt weiter.

Notiere zwei Dinge: die Menge und den Zeitpunkt. Nach beidem fragt die Praxis als Erstes.

Heb auf, was übrig ist. Ein Rest der Pflanze sagt am Telefon mehr als jede Beschreibung.

Sag dazu, welche Pflanze es war. Zwischen einem Streifen Gemüsepaprika und den Früchten vom Korallenbäumchen liegen Welten.

Wacher kleiner Hund wird auf dem Behandlungstisch abgehört
Bei einer großen Menge entscheidet die Praxis am Telefon. Foto: Nenad Stojkovic / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Dann rufst du an. Außerhalb der Sprechzeit läuft in deiner Region ein tierärztlicher Notdienst.

Erbrechen löst du nicht selbst aus. Salz oder Öl richten dabei mehr Schaden an als das, was der Hund gefressen hat. Was im Notfall sonst noch zählt, steht in Erste Hilfe beim Hund.

Mein Tipp: Speichere die Nummer deiner Praxis und die des Giftnotrufs zusammen im Handy. Dann suchst du nicht, während die Uhr läuft.

Was das Gesetz von dir erwartet

Das Tierschutzgesetz bleibt an dieser Stelle knapp. Wer ein Tier hält, muss es seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen.

Ein zweiter Satz steht direkt daneben. Der Halter muss über die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

Das heißt nicht, jede Pflanze auswendig zu kennen. Es heißt zu wissen, wann ein Anruf fällig ist.

Mein Maßstab dafür ist schlicht. Sobald ich zögere, greife ich zum Telefon.

Fazit: Reife Gemüsepaprika in kleiner Menge ist nach allem, was sich belegen lässt, kein Grund zur Sorge. Aufpassen musst du bei der Zierpaprika im Topf, bei grünen Pflanzenteilen und bei scharfen Sorten. Und bei einer großen Menge klärt deine Praxis das am Telefon.

Häufige Fragen zu Paprika und Hund

Dürfen Hunde Paprika essen?

Die Gemüsepaprika aus dem Supermarkt steht auf keiner der geprüften Giftlisten. Eine deutsche Bewertung speziell für Hunde gibt es trotzdem nicht.

Wie viel Paprika darf ein Hund?

Dazu gibt es keine belegte Zahl. Jede Grammangabe im Netz ist geschätzt.

Was ist die Zierpaprika?

Eine Zimmerpflanze mit kleinen roten Früchten, botanisch Solanum pseudocapsicum. Die ASPCA führt sie als giftig für Hunde.

Heißt die Zierpaprika noch anders?

Im Handel steht sie als Korallenbäumchen oder Jerusalemkirsche. Gemeint ist dieselbe Pflanze.

Warum wird die Gemüsepaprika überhaupt diskutiert?

Sie gehört zur selben Pflanzenfamilie wie Kartoffel und Tomate. In dieser Familie stehen mehrere Arten als giftig eingestuft.

Was ist mit Blättern und Strunk?

Grüne Pflanzenteile gehören außer Reichweite. Bei der Kartoffel sind genau diese Teile am stärksten belastet.

Darf mein Hund Chili oder Peperoni?

Besser nicht. Scharfe Sorten reizen Schleimhäute.

Paprika: Roh oder gekocht?

Für die Gemüsepaprika ist das nicht untersucht. Bei der Kartoffel gelten geschälte und gekochte Knollen als am wenigsten gefährlich.

Mein Hund hat eine ganze Paprika gefressen. Und jetzt?

Menge und Zeitpunkt notieren, Reste aufheben, in der Praxis anrufen. Erbrechen löst du nicht selbst aus.

Soll ich Kohletabletten geben?

Nicht auf eigene Faust. Das entscheidet die Praxis am Telefon.

Auf welche Anzeichen soll ich achten?

Für die Gemüsepaprika sind keine Anzeichen beschrieben. Bei Erbrechen, Durchfall oder auffälliger Müdigkeit rufst du an.

Paprika: Was verlangt das Tierschutzgesetz?

Der Halter muss sein Tier angemessen ernähren und die nötigen Kenntnisse besitzen. Dazu zählt zu wissen, wann ein Anruf fällig ist.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei einer großen Menge oder bei Beschwerden gehört dein Hund in die Praxis.