Hundefutter Test: so bewertest du ein Futter selbst

Hundefutter Test: so bewertest du ein Futter selbst

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 21.08.2026 · Lesezeit: 7 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Nur „Alleinfuttermittel" deckt den Bedarf allein — Ergänzungsfutter reicht nicht als Ration.
  • Offene Deklaration nennt jede Zutat mit Prozentangabe, geschlossene nur Kategorien.
  • Analytische Bestandteile zeigen Größenordnungen, nicht die Qualität der Zutaten.
  • 🔴 Bei Rohfutter ist Küchenhygiene Pflicht — Keimbelastung ist behördlich belegt.

„Hundefutter Test" tippen die meisten ein, weil sie eine einfache Rangliste wollen. Die gibt es nicht, denn der Bedarf hängt an deinem Hund. Was es gibt, ist ein prüfbares Raster: Fünf Angaben auf jeder Packung sagen dir in zwei Minuten, ob ein Futter überhaupt in die engere Wahl gehört. Ich zeige dir, welche das sind.

Die kurze Antwort

Such auf der Packung nach dem Wort Alleinfuttermittel, prüf die Deklaration auf Prozentangaben und gleich die Fütterungsempfehlung mit dem Gewicht deines Hundes ab.

Der Praxistest zählt mehr

Vier bis sechs Wochen füttern und beobachten: Gewicht stabil, Kot geformt, Fell glänzend, Hund munter. Das schlägt jede Zutatenliste.

Schritt 1: die Futtermittelart

Der wichtigste Begriff steht meist klein am Rand. Der amtliche Leitfaden zur Kennzeichnung verlangt, dass die Futtermittelart klar erkennbar ist — Einzelfuttermittel, Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel. Nur das Alleinfuttermittel deckt den täglichen Bedarf vollständig ab. Ein Ergänzungsfuttermittel ist als alleinige Ration ungeeignet, egal wie hochwertig es aussieht.

Frau liest im Supermarkt die Rückseite einer Hundefutterpackung, ihr wacher Hund sitzt neben ihr
Die wichtigste Angabe steht klein: Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit überwacht diese Kennzeichnung. Pflicht sind außerdem die Zusammensetzung, die Liste der Zusatzstoffe, der Feuchtegehalt, der Verantwortliche mit Anschrift, die Chargennummer, die Nettomasse und das Mindesthaltbarkeitsdatum. Fehlt davon etwas, lasse ich das Produkt liegen.

Schritt 2: die Deklaration lesen

Jetzt kommt der Teil, an dem sich die Produkte trennen. Bei offener Deklaration steht jede Zutat einzeln mit Prozentangabe: 30 Prozent Rindfleisch, 15 Prozent Rinderleber, 10 Prozent Karotte. Bei geschlossener Deklaration liest du nur Kategorien wie Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Getreide. Beides ist erlaubt. Prüfen kannst du nur das erste.

Aus meiner Erfahrung wird ein Begriff dabei zu Unrecht verteufelt: tierische Nebenerzeugnisse. Darunter fallen Leber, Herz, Lunge und Pansen — nährstoffreiche Teile, die ein Hund in der Natur zuerst frisst. Das Problem ist nicht die Zutat, sondern die fehlende Auskunft darüber, welche es ist und in welcher Menge.

Wacher Hund sitzt in der Küche hinter einem Napf mit Trockenfutter
Vier bis sechs Wochen füttern und Gewicht, Kot, Fell und Bewegungsfreude beobachten.
Angabe auf der Packung Was sie bedeutet Wie ich sie bewerte
Angabe auf der PackungAlleinfuttermittel Was sie bedeutetdeckt den Bedarf allein Wie ich sie bewertePflicht für die tägliche Ration
Angabe auf der PackungErgänzungsfuttermittel Was sie bedeutetnur als Zusatz gedacht Wie ich sie bewertenie als einzige Mahlzeit
Angabe auf der Packung30 % Rindfleisch, 10 % Leber Was sie bedeutetoffene Deklaration Wie ich sie bewerteprüfbar, bevorzugt
Angabe auf der PackungFleisch und tierische Nebenerzeugnisse Was sie bedeutetgeschlossene Deklaration Wie ich sie bewertenicht prüfbar
Angabe auf der PackungRohprotein 24 %, Rohfett 12 % Was sie bedeutetanalytische Bestandteile Wie ich sie bewerteGrößenordnung, keine Qualität
Angabe auf der PackungFütterungsempfehlung in Gramm Was sie bedeutetMengenangabe nach Gewicht Wie ich sie bewertegegen den eigenen Hund rechnen
Angabe auf der PackungChargennummer, Anschrift Was sie bedeutetRückverfolgbarkeit Wie ich sie bewertemuss vorhanden sein

Die Packungsangaben und was sie wirklich aussagen.

Schritt 3: Rohfutter braucht eigene Regeln

Wer roh füttert, verschiebt einen Teil der Verantwortung in die eigene Küche. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz hat zwischen Februar 2018 und Juni 2020 insgesamt 65 Proben rohes Heimtierfutter untersucht. In vier Fällen fanden sich Salmonellen. Listeria monocytogenes war in 20 Proben nachweisbar. Bei den Proben mit Geflügelanteil war Campylobacter dreimal positiv. Knapp ein Drittel aller Proben fiel durch extrem unangenehmen Geruch auf.

Diese Zahlen sind kein Argument gegen Rohfütterung, sondern eines für Küchenhygiene. Seit Juni 2020 gehört ein entsprechender Hinweis verpflichtend auf solche Produkte: Hände, Werkzeuge, Utensilien und Oberflächen nach der Handhabung waschen. Wer im Haushalt Kleinkinder oder immungeschwächte Personen hat, sollte das besonders ernst nehmen. Die Grundlagen stehen in Barfen für Anfänger.

Frau geht mit ihrem wachen, munteren Hund über einen Feldweg
Bewegungsfreude gehört zu den vier Alltagszeichen, an denen du ein passendes Futter erkennst.

Schritt 4: der Test, der wirklich zählt

Meine langjährige Erfahrung mit Futterfragen zeigt: Die Packung entscheidet die Vorauswahl, der Hund entscheidet den Rest. Ich gebe einem neuen Futter vier bis sechs Wochen und schaue auf vier Dinge — Gewicht, Kot, Fell und Bewegungsfreude. Bleibt das Gewicht stabil, ist der Kot geformt, glänzt das Fell und ist der Hund munter, passt das Futter. Diese vier Zeichen sind konkreter als jede Rangliste.

Die Umstellung selbst läuft über etwa sieben Tage, sonst rebelliert der Darm. Wie das Schritt für Schritt geht, steht in Futterumstellung beim Hund. Ob Trocken- oder Nassfutter besser passt, hängt weniger an der Qualität als am Alltag — die Unterschiede sortiert Trockenfutter oder Nassfutter.

Für Welpen gelten eigene Werte, weil Wachstum und Knochenaufbau andere Mengen an Calcium und Energie verlangen. Was dabei zählt, steht in Welpen richtig füttern. Beim Senior verschiebt sich der Bedarf erneut, siehe Der alte Hund.

Wann ein Futterwechsel in die Praxis gehört

  • Dein Hund verliert oder gewinnt trotz gleicher Menge deutlich an Gewicht.
  • Der Kot bleibt über Wochen weich, schleimig oder auffällig voluminös.
  • Juckreiz, Ohrenentzündungen oder wiederkehrender Durchfall treten neu auf.
  • Dein Hund hat eine Erkrankung an Niere, Leber oder Bauchspeicheldrüse — dann wird das Futter nicht selbst gewählt.

Bei Verdacht auf eine Unverträglichkeit hilft Futterallergie beim Hund weiter.

Fazit: Einen allgemeingültigen Testsieger gibt es nicht, ein prüfbares Raster schon. Steht Alleinfuttermittel auf der Packung, ist die Deklaration offen und passt die Fütterungsempfehlung zum Gewicht deines Hundes, ist das Futter eine ernsthafte Option. Den Rest entscheiden vier bis sechs Wochen Alltag. Was zusätzlich in den Napf darf, sortiert Obst und Gemüse für Hunde.

Häufige Fragen zur Futterauswahl

Welches Hundefutter ist das beste?

Die Frage hat keine allgemeine Antwort. Entscheidend sind Alter, Gewicht, Aktivität und Vorerkrankungen deines Hundes. Prüfbar ist dagegen die Verpackung: Steht dort Alleinfuttermittel, passt die Deklaration und stimmen die Fütterungsmengen zu deinem Hund?

🔴 Woran erkenne ich ein vollwertiges Futter?

Am Wort Alleinfuttermittel. Nur dieses deckt allein den Bedarf. Ergänzungsfuttermittel ist als alleinige Ration ungeeignet. Die Futtermittelart muss laut Kennzeichnungsvorschrift klar erkennbar auf der Packung stehen.

Was bedeutet offene und geschlossene Deklaration?

Bei offener Deklaration steht jede Zutat mit Prozentangabe da, etwa 30 Prozent Rindfleisch. Bei geschlossener Deklaration stehen nur Kategorien wie Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse. Offen ist besser prüfbar.

Was sagen die analytischen Bestandteile aus?

Sie nennen die Gehalte an Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser. Diese Zahlen zeigen die Größenordnung, nicht die Qualität der Zutaten. Ein hoher Proteinwert sagt nichts darüber, woher das Protein stammt.

Sind tierische Nebenerzeugnisse schlecht?

Nicht automatisch. Darunter fallen Innereien wie Leber, Herz und Pansen, die nährstoffreich sind. Das Problem ist die fehlende Auskunft: Ohne Aufschlüsselung weißt du nicht, was drin ist.

Wie viel Fleisch sollte enthalten sein?

Es gibt keinen gesetzlichen Mindestwert. Wichtiger als eine Prozentzahl ist, dass das Futter als Alleinfutter den Bedarf deckt und dein Hund damit Gewicht und Kotqualität hält.

Was ist bei Rohfütterung zu beachten?

Hygiene. Das LAVES fand in 65 Proben rohen Heimtierfutters mehrfach Salmonellen und Listerien. Seit Juni 2020 ist ein Hygienehinweis auf solchen Produkten Pflicht: Hände, Werkzeuge und Flächen nach dem Umgang waschen.

Wie lange dauert eine Futterumstellung?

Etwa sieben Tage. Du mischst das neue Futter schrittweise unter das alte und erhöhst den Anteil täglich. So bleibt die Verdauung ruhig und du erkennst Unverträglichkeiten früher.

Woran sehe ich, dass ein Futter meinem Hund bekommt?

An vier Alltagszeichen: stabiles Gewicht, geformter Kot, glänzendes Fell und normale Bewegungsfreude. Diese Kontrolle über vier bis sechs Wochen sagt mehr aus als jede Zutatenliste.

Sind teure Futter automatisch besser?

Nein. Der Preis hängt auch an Marketing, Verpackung und Vertriebsweg. Prüfbar sind Deklaration, Futtermittelart und Fütterungsempfehlung — nicht der Preis.

Was muss laut Gesetz auf der Packung stehen?

Futtermittelart, Zusammensetzung, Zusatzstoffe, Feuchtegehalt, der für die Kennzeichnung Verantwortliche mit Anschrift, die Chargennummer, die Nettomasse und das Mindesthaltbarkeitsdatum.

Muss ich das Futter regelmäßig wechseln?

Nein. Ein Alleinfutter, das deinem Hund bekommt, darf er dauerhaft bekommen. Ein Wechsel ist nötig, wenn sich Bedarf oder Gesundheitszustand ändern.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Erkrankungen an Niere, Leber, Bauchspeicheldrüse oder bei Futterunverträglichkeit wird das Futter mit der Tierarztpraxis ausgewählt.