Hundewarzen: Ursache, Verlauf und wann es ernst wird

Hundewarzen: Ursache, Verlauf und wann es ernst wird

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 25.08.2026 · Lesezeit: 10 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Auslöser ist das canine orale Papillomavirus.
  • Typisch bei Junghunden unter zwei Jahren.
  • Übertragung häufig direkt von Hund zu Hund.
  • Meist gutartig, selten bösartig.

Beim jungen Hund tauchen sie oft über Nacht am Lefzenrand auf. Dahinter steckt eine Infektion, nicht das Alter.

Die kurze Antwort

Hundewarzen entstehen durch Papillomaviren und betreffen meist junge Hunde. Sie sind in aller Regel gutartig.

Der entscheidende Punkt

Von außen lässt sich eine Warze nicht sicher von einer anderen Zubildung unterscheiden. Deshalb wird sie gezeigt, nicht behandelt.

Was hinter Hundewarzen steckt

DocCheck definiert die Papillomatose als virusbedingte und meist gutartige Zubildungen der Schleimhaut beim Hund.

Wacher Hund wird von einer Tierärztin versorgt
In der Tierarztpraxis wird geklärt, ob es wirklich eine Warze ist. Foto: Wikimedia Commons, Public domain

Ausgelöst wird sie durch eine Infektion mit dem caninen oralen Papillomavirus. Es gehört zur Familie der Papillomaviridae.

Papillomaviren sind kleine, unbehüllte Viren mit doppelsträngigem Erbgut. Neben dem klassischen Erreger sind sechs weitere canine Papillomaviren beschrieben.

Aus meiner Erfahrung überrascht Halter vor allem, dass es sich um eine Infektion handelt. Viele halten Warzen für eine reine Alterserscheinung. Wie du andere Knoten einordnest, steht in Harter Knubbel unter der Haut.

Warum meist junge Hunde betroffen sind

DocCheck ist hier eindeutig. Bei der klassischen Papillomatose handelt es sich üblicherweise um eine Jungtiererkrankung.

Betroffen sind meist Hunde unter zwei Jahren. Die Erreger lösen multiple und gutartige Zubildungen auf der Schleimhaut aus.

Kopf eines wachen Golden Retrievers
An Lefzen und Maul sitzen die typischen Wucherungen. Foto: Pete Markham from Loretto, USA / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Selten sind diese bösartig. In seltenen Fällen kommt es auch zu Veränderungen auf der Haut.

Der zweite wichtige Punkt betrifft das Abwehrsystem. Klinisch sichtbare Erkrankungen treten vor allem bei Hunden mit geschwächter Abwehr auf.

Meine langjährige Erfahrung sagt: Genau deshalb lohnt bei einem älteren Hund mit plötzlichen Warzen ein zweiter Blick. Warum ein Blutbild dabei hilft, steht in Blutbild beim Hund.

Wie sie aussehen und wo sie sitzen

Die Beschreibung bei DocCheck ist so genau, dass sie beim Erkennen hilft. Zu Beginn bilden sich blass-rosa oder weiße Papeln.

Sie sind zwischen einem halben und einem Zentimeter groß. Ihre Form ist unregelmäßig und teils blumenkohlartig.

Merkmal Beschreibung nach DocCheck
MerkmalFarbe zu Beginn Beschreibung nach DocCheckblass-rosa oder weiß
MerkmalGröße Beschreibung nach DocCheck0,5 bis 1 Zentimeter
MerkmalForm Beschreibung nach DocCheckunregelmäßig, teils blumenkohlartig
MerkmalHäufigster Ort Beschreibung nach DocCheckMaulhöhle oder Lippen
MerkmalSeltenere Orte Beschreibung nach DocCheckAugenlider, Ballen, Bauch
MerkmalAnzahl Beschreibung nach DocCheckmeist mehrere gleichzeitig

Angaben nach dem veterinärmedizinischen Eintrag zur Papillomatose beim Hund.

Wacher Hund liegt zu Hause auf dem Rücken und spielt
Zu Hause fallen die kleinen Knötchen meist beim Streicheln auf. Foto: Wikimedia Commons, CC0

Ich rate dazu, ein Foto mit einem Maßstab daneben zu machen. Eine Münze reicht. Der Verlauf über zwei Wochen sagt mehr als jede einzelne Aufnahme. Mehr zur Haut steht in Hauterkrankungen beim Hund.

Wie sie sich verbreiten

Die Übertragung erfolgt laut DocCheck häufig direkt, also von Hund zu Hund. Nach der Infektion bilden sich multiple Warzen.

Das erklärt, warum sie oft nach Hundeschule, Welpengruppe oder Pension auftauchen. Enger Kontakt begünstigt die Übertragung.

Für Menschen besteht dabei keine Gefahr. Die caninen Papillomaviren sind auf ihre Wirtsart spezialisiert. Wie du das Abwehrsystem stärkst, hängt vor allem am Impfschutz — mehr dazu in Impfung beim Hund.

Mir ist wichtig, das klar zu sagen. Ein Hund mit Warzen muss nicht isoliert werden, aber der Kontakt zu sehr jungen oder kranken Hunden lohnt eine kurze Rücksprache.

Warum hier keine Behandlung steht

Der alte Titel versprach wirksame Behandlungen. Ich nenne bewusst keine Mittel.

Der Grund liegt in der Unterscheidung. Von außen lässt sich eine Warze nicht sicher von einer anderen Umfangsvermehrung trennen.

Klarheit bringt erst die Untersuchung der Zellen. LABOKLIN beschreibt, dass dabei einzelne, aus dem Gewebe gelöste Zellen mikroskopisch beurteilt werden.

Für den Erregernachweis gibt es zusätzlich eine Papillomavirus-PCR. Sie weist das Virus direkt nach.

Was du nicht tun solltest

  • Warzen abschneiden, abbinden oder abätzen.
  • Tinkturen aus der Humanapotheke verwenden.
  • Am Maul herumdrücken oder kratzen.
  • Bei Blutung oder Wachstum abwarten.
  • Fressunlust als Zufall abtun.

Warzen in der Maulhöhle können das Fressen behindern — dann eilt es.

Wie der Verlauf meist aussieht

Bei jungen Hunden mit intaktem Abwehrsystem bilden sich die Zubildungen häufig von selbst zurück. Das kann einige Wochen bis Monate dauern.

Genau deshalb ist Abwarten unter Beobachtung oft der richtige Weg. Entschieden wird das aber nach der Untersuchung, nicht davor.

Behandelt wird vor allem dann, wenn Warzen stören. Etwa beim Fressen, am Auge oder an den Ballen.

Ich sehe außerdem regelmäßig Fälle, in denen die Zahl zunächst zunimmt. Das ist kein Zeichen für ein Versagen der Abwehr, sondern gehört häufig zum Verlauf.

Was du im Alltag beachten solltest

Drei Punkte machen den Umgang leichter. Alle drei kosten nichts.

Der erste betrifft das Maul. Kontrolliere es einmal pro Woche kurz, am besten beim Zähneputzen.

Der zweite betrifft das Futter. Frisst dein Hund vorsichtiger oder lässt harte Brocken liegen, sitzt womöglich etwas im Weg.

Der dritte betrifft Spielzeug und Näpfe. Ich rate dazu, sie im Haushalt mit mehreren Hunden vorübergehend zu trennen. Wie du Zahnpflege aufbaust, steht in Zahnfleisch beim Hund.

Mir ist wichtig, dabei nicht in Panik zu verfallen. Die meisten dieser Zubildungen sind harmlos und verschwinden wieder.

Fazit: Hundewarzen sind virusbedingte und meist gutartige Zubildungen der Schleimhaut, ausgelöst durch das canine orale Papillomavirus. Betroffen sind üblicherweise Hunde unter zwei Jahren. Klinisch sichtbare Erkrankungen treten vor allem bei geschwächter Abwehr auf. Zu Beginn bilden sich blass-rosa oder weiße Papeln von einem halben bis einem Zentimeter Größe, unregelmäßig und teils blumenkohlartig, meist in der Maulhöhle oder an den Lippen. Von außen lässt sich eine Warze nicht sicher einordnen — das leistet erst die Untersuchung der Zellen.

Häufige Fragen zu Hundewarzen

Was ist eine Papillomatose?

Virusbedingte, meist gutartige Zubildungen der Schleimhaut beim Hund.

Welche Hunde sind typischerweise betroffen?

Meist Jungtiere unter zwei Jahren.

Hundewarzen: Welcher Erreger steckt dahinter?

Das canine orale Papillomavirus, kurz COPV.

Gibt es nur dieses eine Virus?

Nein. Neben COPV sind sechs weitere canine Papillomaviren beschrieben.

Wie überträgt es sich?

Häufig direkt von Hund zu Hund.

Wer erkrankt besonders leicht?

Vor allem Hunde mit geschwächtem Abwehrsystem.

Wie sehen sie am Anfang aus?

Blass-rosa oder weiße Papeln zwischen einem halben und einem Zentimeter.

Und später?

Sie werden unregelmäßig und teils blumenkohlartig.

Wo sitzen sie meist?

In der Maulhöhle oder an den Lippen, gelegentlich an Augenlidern, Ballen oder am Bauch.

Darf ich eine Warze selbst entfernen?

Nein. Von außen lässt sie sich nicht von anderen Zubildungen unterscheiden.

Wie wird das Virus nachgewiesen?

Über eine Papillomavirus-PCR im Labor.

Sind sie immer gutartig?

Meist ja. Selten kommen bösartige Verläufe vor.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Jede neue Zubildung gehört tierärztlich beurteilt, bevor irgendetwas damit gemacht wird.