Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 16.08.2026 · Lesezeit: 10 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Core sind in Deutschland laut StIKo Vet drei Impfungen: Staupe, Parvovirose und Leptospirose. Jeder Hund soll dagegen jederzeit geschützt sein.
- Tollwut ist in Deutschland nur noch Non-Core, weil die terrestrische Tollwut getilgt ist. Für Auslandsreisen bleibt sie Voraussetzung.
- Die Grundimmunisierung endet nicht mit 16 Wochen. Der letzte Termin liegt im 15. Lebensmonat.
- Danach gilt: Staupe und Parvovirose je nach Hersteller alle ein bis drei Jahre, Leptospirose jährlich.
Die Impfung beim Hund ist eines der Themen, bei denen jeder etwas anderes erzählt. Der Züchter hat einen Plan, die Praxis einen zweiten, das Internet einen dritten. Ich habe nachgelesen, was die Fachempfehlungen wirklich sagen. Wenige Impfungen braucht jeder Hund. Viele hängen am Risiko.
Welche Impfungen braucht ein Hund wirklich?
Drei gelten in Deutschland als Core: Staupe, Parvovirose und Leptospirose. Sie sind für jeden Hund gedacht. Tollwut ist hierzulande Non-Core, für Auslandsreisen aber Voraussetzung. Alles andere richtet sich nach dem Risiko deines Hundes.
Wann ist die Grundimmunisierung fertig?
Erst im 15. Lebensmonat. Dazu zählen alle Impfungen der ersten beiden Lebensjahre. Nach dem Schema der StIKo Vet folgt auf die Termine mit 8, 12 und 16 Lebenswochen ein letzter mit 15 Lebensmonaten.
Core und Non-Core: die wichtigste Unterscheidung
Fachleute teilen Impfungen in zwei Gruppen. Core-Impfungen sind für jeden Hund gedacht, weil die Krankheiten schwer verlaufen oder auf Menschen übergehen. Non-Core-Impfungen hängen am Einzelfall: an Region, Haltung, Kontakten und Reisezielen.
Die Impfleitlinien der WSAVA, der weltweiten Fachgesellschaft für Kleintiermedizin, führen international drei virale Core-Impfungen: Parvovirose, Staupe und Adenovirus-2. Tollwut kommt dort dazu, wo die Krankheit vorkommt oder Gesetze sie verlangen. Leptospirose gilt als Core, wo die Erkrankung verbreitet ist.
In Deutschland fällt die Einteilung an zwei Stellen anders aus. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) bewertet den Einsatz von Impfstoffen in der Tiermedizin und gibt dazu Empfehlungen heraus. Nach ihrer Impftabelle für Hunde sind Staupe, Parvovirose und Leptospirose Core. Adenovirus und Tollwut stehen unter Non-Core.
Einstufung nach der Impftabelle der StIKo Vet für Hunde.
Eine dritte Gruppe wird selten erwähnt: Impfstoffe, von denen die WSAVA für Haushunde abrät. Dazu zählen die Mittel gegen das canine enterische Coronavirus, gegen Giardien und gegen Microsporum canis. Was bei Giardien beim Hund tatsächlich hilft, hat mit einer Spritze nichts zu tun.
Der Impfplan beim Welpen
Beim Welpen entscheidet ein einziger Grund über den Zeitpunkt: die Antikörper der Mutter. Sie kommen über das Kolostrum und schützen den Welpen anfangs. Dieselben Antikörper machen eine Impfung aber wirkungslos, solange genug davon da ist. Sie fangen das Impfvirus ab, bevor der Welpe eine eigene Immunität aufbaut.
Wie hoch dieser Spiegel im einzelnen Welpen liegt, weiß niemand. Deshalb wird nicht einmal geimpft, sondern mehrfach — um den Moment zu treffen, in dem der mütterliche Schutz weg ist und die Impfung greift. Das ist der ganze Grund für die vielen Termine im ersten Jahr.

Das allgemeine Impfschema der StIKo Vet für Welpen.
Aus meiner Erfahrung heraus geht genau der letzte Termin am häufigsten unter. Viele Halter haken das Thema nach der 16. Woche ab, weil der Welpe dann geimpft aussieht. Trag dir den Termin im 15. Lebensmonat ein, sobald du den Welpen holst.
Warum die 16. Woche der wichtigste Termin ist
Ab 16 Lebenswochen sind bei Hunden in der Regel keine mütterlichen Antikörper mehr zu erwarten. Erst ab diesem Punkt entfaltet sich eine Impfung zuverlässig. Fällt der Termin aus, empfiehlt die StIKo Vet, im ersten Lebensjahr die Antikörper gegen Parvo- und Staupevirus bestimmen zu lassen oder gegen beide noch einmal zu impfen.
Für ältere Hunde ist es einfacher. Wer erst nach der 16. Lebenswoche das erste Mal geimpft wird, braucht bei Lebendimpfstoffen meist eine Gabe, bei inaktivierten zwei im Abstand von drei bis vier Wochen. Eine weitere Impfung ein Jahr später schließt die Grundimmunisierung ab.
Sozialisierung muss nicht auf die letzte Spritze warten
Dieser Punkt begleitet viele Hunde ihr Leben lang. Die WSAVA hält ausdrücklich fest, dass die sorgfältige Sozialisierung von Welpen beginnen darf, bevor die Impfserie abgeschlossen ist. Die sensible Phase dafür wartet nicht.
Das heißt nicht: alles erlaubt. Es heißt: kontrollierte Begegnungen mit gesunden, geimpften Hunden. Meine langjährige Erfahrung mit Welpenhaltern sagt mir, dass diese Abwägung in die Praxis gehört — zusammen mit dem Plan für die Wurmkur beim Hund.
Auffrischung: wie oft dein Hund wirklich nachgeimpft wird
Hier hat sich am meisten bewegt. Die jährliche Rundum-Impfung für alles war einmal Standard. Heute wird nach Erreger unterschieden. Die Gebrauchsinformationen der Impfstoffe gegen Staupe und Parvovirose sehen je nach Hersteller ein bis drei Jahre vor. Gegen Leptospirose ist eine jährliche Wiederholung erforderlich.
Wiederholungsintervalle nach StIKo Vet. Maßgeblich bleibt die Gebrauchsinformation des verwendeten Impfstoffs.
International zieht die WSAVA dieselbe Linie. Sie rät, die Kern-Impfungen nach der Auffrischung im dritten Lebensjahr nicht häufiger als alle drei Jahre zu wiederholen. Zusätzlich schlägt sie vor, die erste Wiederholung schon mit rund sechs Monaten zu erwägen statt erst mit zwölf bis sechzehn Monaten.
Bei Staupe und Parvovirose gibt es einen dritten Weg. Die meisten erwachsenen Hunde in Deutschland tragen Antikörper gegen diese Viren, auch wenn die letzte Impfung Jahre zurückliegt. Der Spiegel lässt sich im Labor bestimmen. Danach entscheidet die Praxis, ob eine Wiederholung ansteht.
Mein Tipp: Frag beim nächsten Termin nach zwei Dingen: Welcher Impfstoff wird verwendet und welches Intervall steht in seiner Gebrauchsinformation? Die Antwort erklärt dir, warum bei deinem Hund ein Jahr oder drei Jahre auf dem Zettel stehen.
Tollwut: in Deutschland Non-Core, auf Reisen unverzichtbar
Die terrestrische Tollwut gilt in Deutschland als getilgt. Deshalb stuft die StIKo Vet die Impfung nur noch als Non-Core ein. Eine flächendeckende Impfung aller Hunde ist nicht mehr erforderlich, auch nicht für Jagd- und Arbeitshunde. Das überrascht viele Halter, die sie für vorgeschrieben halten.
Ein Haken bleibt. Die nationale Tollwutverordnung sieht einschneidende behördliche Maßnahmen vor, falls ein ungeimpfter Hund mit einem tollwütigen oder seuchenverdächtigen Tier in Kontakt kommt. Geimpfte Hunde dürfen dann daheim bleiben. Dafür genügt eine Impfung ab 12 Lebenswochen nach Herstellerangabe.
Warum die Krankheit trotz Tilgung ernst genommen wird, beschreibt das Riney Canine Health Center der Cornell University nüchtern. Zwischen Biss und ersten Anzeichen liegen im Mittel drei bis zwölf Wochen. Sind sie da, sterben die Tiere meist binnen einer Woche. Eine Behandlung gibt es nicht, für ungeimpfte Tiere auch keine Prophylaxe.

Reisen mit dem Hund: Heimtierausweis und Tollwutimpfung
Sobald es über die Grenze geht, kehrt sich die Lage um. Die EU-Verordnung 576/2013 regelt das Mitnehmen von Heimtieren. Danach dürfen Hunde nur auf grenzüberschreitende Reisen, wenn sie nach Herstellerangabe gegen Tollwut geimpft sind. Dazu gehören der EU-Heimtierausweis und die Kennzeichnung.
Für eine Reihe von Ländern außerhalb der EU reicht die Impfung allein nicht. Dort wird ein Antikörpertiter von mindestens 0,5 Internationalen Einheiten pro Milliliter verlangt. Drei Impfungen mit 12 Lebenswochen, 16 Lebenswochen und 15 Lebensmonaten erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass dein Hund diesen Wert erreicht.
Dieses Schema geht über die Anforderungen der Tollwutverordnung hinaus. Es dient allein dem geforderten Titer. Plane deshalb früh. Zwischen Impfung, Blutentnahme, Laborergebnis und Einreise vergehen Monate. Welche Fristen für dein Ziel gelten, klärst du mehrere Monate vorher in der Praxis.
Was eine Impfung beim Hund kostet
Eine seriöse Pauschale gibt es nicht, ich nenne deshalb keine. In Deutschland werden tierärztliche Leistungen nach der Gebührenordnung für Tierärzte abgerechnet. Sie gibt je Leistung einen Satz vor, den die Praxis nach Aufwand erhöhen darf. Eine Impfung ist nie eine einzelne Position.
- Die allgemeine Untersuchung vor der Impfung — ohne sie wird nicht geimpft
- Die Beratung, bei Welpen und vor Reisen deutlich ausführlicher
- Der Impfstoff selbst, je nach Kombination unterschiedlich teuer
- Bei Reisen zusätzlich Blutentnahme und Laboruntersuchung für den Titer
- Außerhalb der Sprechzeiten ein Notdienstzuschlag
Frag vor dem Termin nach dem Gesamtpreis inklusive Untersuchung. Beim Welpen fragst du gleich nach der ganzen Serie. Dann weißt du, was im ersten Jahr auf dich zukommt.
Nebenwirkungen der Impfung beim Hund
Moderne, zugelassene Impfstoffe durchlaufen strenge Sicherheits- und Qualitätsprüfungen und gelten laut MSD Veterinär-Handbuch als sehr sicher. Harmlos sind sie deshalb nicht in jedem Einzelfall. Zu den häufigeren Risiken zählt das Handbuch eine leichte Reaktion an der Einstichstelle, Mattigkeit, allergische Reaktionen sowie selten neurologische Komplikationen.
Im Alltag sieht das meist unspektakulär aus. Dein Hund ist am Abend nach dem Termin ruhiger als sonst und frisst weniger. Die Stelle am Nacken kann für einen Tag druckempfindlich sein. Das legt sich in der Regel innerhalb von ein bis zwei Tagen von selbst.

Nach der Impfung zeitnah in der Tierarztpraxis vorstellen
- Anschwellen von Gesicht, Lefzen oder Augenlidern
- Quaddeln oder starker Juckreiz am ganzen Körper
- Wiederholtes Erbrechen oder Durchfall über mehr als einen Tag
- Schwäche, Taumeln, Zittern oder Krämpfe
- Eine Schwellung an der Einstichstelle, die größer statt kleiner wird
Allergische Reaktionen zeigen sich meist in den ersten Stunden. Ruf im Zweifel lieber einmal zu früh an als einmal zu spät.
Wann ein Hund nicht geimpft wird
Manchmal wird ein Termin besser verschoben. Das MSD Veterinär-Handbuch fasst den Grundsatz in einem Satz: offensichtlich kranke Tiere werden nicht geimpft. Dahinter steckt Immunologie. Ein Körper, der gerade mit etwas anderem beschäftigt ist, baut keinen guten Impfschutz auf.
- Bei akuter Erkrankung oder Fieber — der Termin wird verschoben, nicht gestrichen
- Bei stark parasitierten oder mangelernährten Tieren, weil ihre Immunantwort unterdrückt ist
- Bei trächtigen Hündinnen nur dann, wenn das Risiko ohne Impfung schwerer wiegt
- Lebendimpfstoffe für Nase oder Maul dürfen niemals gespritzt werden
Und ein Satz, den ich für den ehrlichsten der ganzen Leitlinie halte: Kein Impfstoff schützt zu 100 Prozent. In jeder Gruppe reagieren einige Tiere gut, viele durchschnittlich und wenige schwach. Genau deshalb zählt, dass möglichst viele Hunde geimpft sind.
Fazit: Die Impfung beim Hund ist übersichtlicher, als der Streit darum vermuten lässt. Drei Impfungen sind in Deutschland Core. Tollwut ist hier Non-Core, für die Reise aber unverzichtbar. Die Grundimmunisierung endet erst im 15. Lebensmonat. Danach entscheidet der Impfstoff über den Abstand. Nimm den Impfausweis zur Hand.
Häufige Fragen zur Impfung beim Hund
Welche Impfungen braucht ein Hund in Deutschland?
Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin führt drei Impfungen als Core: Staupe, Parvovirose und Leptospirose. Jeder Hund soll dagegen jederzeit geschützt sein. Tollwut gilt hier nur noch als Non-Core, weil die terrestrische Tollwut getilgt ist. Alles Weitere hängt vom Risiko ab.
Wann ist die Grundimmunisierung beim Welpen abgeschlossen?
Später, als die meisten denken. Dazu zählen alle Impfungen der ersten beiden Lebensjahre. Das Schema der StIKo Vet sieht Termine mit 8, 12 und 16 Lebenswochen vor. Abgeschlossen ist sie erst im 15. Lebensmonat.
Wie oft muss ein Hund nachgeimpft werden?
Gegen Staupe und Parvovirose sehen die Gebrauchsinformationen je nach Hersteller ein bis drei Jahre vor. Gegen Leptospirose wird jährlich nachgeimpft. Die WSAVA rät bei den Kern-Impfungen zu Abständen von höchstens drei Jahren.
Was kostet eine Impfung beim Hund?
Eine seriöse Pauschale gibt es nicht. Tierärztliche Leistungen werden nach der Gebührenordnung für Tierärzte abgerechnet. Sie gibt je Leistung einen Satz vor, den die Praxis nach Aufwand erhöhen darf. Dazu kommen Untersuchung und Impfstoff. Frag vorher nach dem Gesamtpreis.
Ab welchem Alter wird gegen Tollwut geimpft?
Laut StIKo Vet ab einem Alter von 12 Lebenswochen, nach Angabe des Herstellers. Für die Besserstellung nach der Tollwutverordnung reicht das. Für Reisen in bestimmte Länder außerhalb der EU kommt ein Antikörpertiter dazu.
Was brauche ich für eine Reise mit dem Hund ins Ausland?
Die EU-Verordnung 576/2013 regelt das Mitnehmen von Heimtieren. Hunde dürfen nur mit gültiger Tollwutimpfung nach Herstellerangabe über die Grenze. Dazu gehören EU-Heimtierausweis und Kennzeichnung. Für Drittländer gelten zusätzliche Regeln.
Welche Nebenwirkungen kann eine Impfung beim Hund haben?
Das MSD Veterinär-Handbuch nennt Reaktionen an der Einstichstelle, Mattigkeit und allergische Reaktionen. Selten sind neurologische Komplikationen. Meist bleibt es bei ein bis zwei ruhigen Tagen. Zugelassene Impfstoffe gelten laut MSD als sehr sicher.
Wann sollte ein Hund nicht geimpft werden?
Offensichtlich kranke Tiere werden laut MSD Veterinär-Handbuch nicht geimpft. Dasselbe gilt für stark parasitierte oder mangelernährte Tiere. Trächtige Hündinnen werden nur geimpft, wenn das Risiko ohne Impfung größer wiegt.
Quellen
- WSAVA – Vaccination Guidelines for Dogs and Cats
- Bundesverband Praktizierender Tierärzte – Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet)
- MSD Veterinär-Handbuch – Vaccine Failure and Other Adverse Events in Animals
- Cornell Richard P. Riney Canine Health Center – Rabies infections and prevention
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Impfstoffe sind Arzneimittel. Welche Impfungen dein Hund braucht und in welchem Abstand sie wiederholt werden, entscheidet deine Tierarztpraxis. Für Reisen gelten je nach Zielland eigene Regeln, die du rechtzeitig klären solltest.
