Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 12 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Offiziell heißt die Rasse Miniature American Shepherd.
- Rüden messen 35,5 bis 46 cm, Hündinnen 33 bis 43,5 cm.
- MDR1-Test vor der ersten Wurmkur klären.
- Entstanden Ende der 1960er Jahre in den USA.
Der Mini Australian Shepherd wird fast überall als kleine Version des Aussie verkauft. Das ist falsch. Der Unterschied hat praktische Folgen. Ich zeige, wie die Rasse wirklich heißt, welche Maße gelten und warum ein Gentest vor der ersten Wurmkur gehört.
Die kurze Antwort
Eine eigenständige FCI-Rasse namens Miniature American Shepherd, 33 bis 46 Zentimeter groß, dynamisch und arbeitswillig.
Vor Medikamenten klären
Die Rasse steht bei LABOKLIN auf der MDR1-Liste. Der Status gehört ins Impfbuch, bevor entwurmt wird.
Eine eigene Rasse, kein kleiner Aussie
Der VDH beschreibt die Entstehung genau. Die Zuchtlinie entstand Ende der 1960er Jahre in den USA durch Verpaarung von Hunden ohne Ahnentafel, die als Australian Shepherds bekannt waren. Zuchtziel waren handliche Körpergröße, hoher Aktivitätslevel und Intelligenz.

Die erste Registrierung erfolgte 1980, die Anerkennung durch den American Kennel Club im Jahr 2015. Heute führt die FCI die Rasse in Gruppe 1, den Hüte- und Treibhunden, unter der Standardnummer 367. Sie hat damit einen eigenen Standard, kein Anhängsel des Australian Shepherd.
Rassedaten nach dem FCI-Standard Nr. 367 und dem VDH-Rasselexikon.
Aus meiner Erfahrung sorgt der Name für die meisten Missverständnisse beim Kauf. Wer einen kleinen Aussie sucht, erwartet dieselbe Rasse in klein. Tatsächlich kauft er eine andere Rasse mit eigener Geschichte. Was der große Australian Shepherd mitbringt, steht in Australian Shepherd.
Wesen: klein, aber mit Feuereifer
Der VDH beschreibt Vielseitigkeit und Dynamik als prägende Züge. Er nennt den Hund anhänglich und hält fest, dass er seinem Menschen gerne gefällt. Seine Arbeit beschreibt der Verband mit dem Wort Feuereifer.

Gezüchtet wurde er für das Hüten von Schafen, Ziegen und Kleinvieh. Beliebt ist er außerdem bei Reitern, weil er neben dem Pferd gut mitläuft. Beides erklärt den Bewegungsbedarf besser als jede Zahl.
Zur Haltung schreibt der Verband, dass die handliche Größe ihn zu einem problemlos im Haus haltbaren Familienmitglied macht. Im selben Zug nennt er klare Erziehung und Regeln. Ich lese das als Bedingung, nicht als Zusatz. Wo du anfängst, steht in Hundeschule.
MDR1: der wichtigste Test dieser Rasse
LABOKLIN führt den Miniature American Shepherd auf der Liste der Rassen mit MDR1-Genvariante. Dahinter steckt ein Defekt an einer Art Türsteher im Körper. Fehlt dieser, gelangen bestimmte Wirkstoffe ins Gehirn, statt draußen zu bleiben.
Die Zahlen zeigen die Größenordnung. Bei betroffenen Hunden wirkt Ivermectin schon ab 150 Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht giftig auf das Nervensystem. Nicht betroffene Tiere vertragen bis zu 2.000 Mikrogramm ohne Anzeichen. Ivermectin ist ein Mittel gegen Parasiten und steckt in einigen Entwurmungspräparaten.
Die Anzeichen einer Reaktion nennt LABOKLIN klar: Bewegungs- und Koordinationsstörungen, Desorientiertheit, Erbrechen und Zittern bis hin zu komatösen Zuständen. Wer so etwas beobachtet, fährt sofort in die Praxis.
Ein Punkt wird häufig falsch verstanden. Der Erbgang ist autosomal-rezessiv, das heißt: Erst zwei veränderte Genkopien lösen den Defekt voll aus. Trotzdem ist laut LABOKLIN auch bei Trägern mit Überempfindlichkeit zu rechnen.

Vor der ersten Wurmkur
- MDR1-Status über die Tierarztpraxis bestimmen lassen.
- Ergebnis in den Impfpass eintragen.
- Bei jeder Entwurmung und Narkose darauf hinweisen.
- Trägerstatus ist keine Entwarnung.
- Fremde Praxen im Urlaub aktiv informieren.
Welche Mittel es gibt: Wurmkur beim Hund.
Alltag, Fell und Kosten
Das Haarkleid ist mittellang und widerstandsfähig gegen jedes Wetter, laut VDH in abwechslungsreicher Vielfalt. Regelmäßiges Bürsten genügt, im Fellwechsel darf es häufiger sein. Wer sich unsicher fühlt, findet Hilfe unter Hundefriseur.
Meine langjährige Erfahrung mit Hütehunden zeigt, dass die Größe wenig über den Bedarf sagt. Ein 40-Zentimeter-Hund mit Hüteanlage braucht Aufgaben wie ein großer. Ich rate zu täglicher Kopfarbeit statt zusätzlicher Kilometer. Was junge Hunde dafür brauchen, steht in Welpen richtig füttern.
Bei den laufenden Kosten fällt die kommunale Abgabe an, unabhängig von der Größe. Eine Übersicht gibt >Hundesteuer.
Schlägt ein Mittel auf den Magen, nutze ich einen Schleimbildner wie die Ulmenrinde im Lucky Pets Magenpulver — mit zwei Stunden Abstand zur Gabe.

Wie das zusammenhängt, zeigt Australian Shepherd Pudel Mix.
Der Zusammenhang wird in Aussie-Labrador-Mix ausgeführt.
Größe und Gewicht: die Zahlen beider Standards
Beide Rassen haben einen eigenen Rassestandard. Der FCI-Standard Nr. 367 gilt für den Miniature American Shepherd. Für den Australian Shepherd gilt der Standard Nr. 342.
Für Rüden nennt der Standard Nr. 367 eine Widerristhöhe von 35,5 bis 46 Zentimetern. Bei Hündinnen sind es 33 bis einschließlich 43,5 Zentimeter.
Das VDH-Rasselexikon rundet die Obergrenze der Hündinnen auf 43 Zentimeter ab. Maßgeblich bleibt der Standard, denn er nennt die 43,5 auch bei den disqualifizierenden Fehlern.
Eine Gewichtszahl sucht man vergeblich. Der Standard schreibt nur, dass sich ein gesundes Gewicht nach Größe, Geschlecht und Substanz des einzelnen Hundes richtet.
Werte aus den deutschen Fassungen der FCI-Rassestandards Nr. 367 und Nr. 342, abgerufen am 27.08.2026.
Zwischen 46 und 51 Zentimetern liegen bei Rüden fünf Zentimeter Luft.
Ein Unterschied steckt auch im Ton. Beim Australian Shepherd heißt es „bevorzugte Widerristhöhe". Qualität wiegt dort schwerer als eine leichte Abweichung.
Der Standard Nr. 367 kennt diese Weichheit nicht. Unter 35,5 und über 46 Zentimetern gilt ein Rüde bei ihm als disqualifiziert, unter 33 und über 43,5 eine Hündin. Für Hunde unter sechs Monaten gilt die Mindesthöhe nicht.
So sieht der Miniature American Shepherd aus
Der Standard beschreibt einen kleinen Hütehund aus den USA, etwas länger als hoch, von moderatem Knochenbau. Der Gang ist geschmeidig, leicht und balanciert.
Das Haar hat mittlere Struktur, verläuft gerade bis wellig und ist wetterfest. Am Kopf und an den Vorderseiten der Läufe liegt es kurz und glatt.
Bei Rüden fallen Mähne und Kragen kräftiger aus als bei Hündinnen. Vorderläufe und Hosen tragen hinten eine mäßige Befederung.
Bei den Farben lässt der Standard viel zu. Anerkannt sind Blue Merle, Schwarz, Red Merle, Rot und Leberbraun. Die Merlezeichnung erscheint marmoriert, gefleckt oder als Sprenkel.
Lohfarbene Abzeichen verlangt er nicht, erlaubt sie aber. Asymmetrische Abzeichen sind ausdrücklich kein Fehler.
Die Rute ist traditionell kupiert oder eine natürliche Stummelrute. Wo Kupieren erlaubt ist, darf sie höchstens 7,62 Zentimeter messen. In Deutschland verbietet § 6 TierSchG das Kupieren, von eng begrenzten Ausnahmen abgesehen.
Rot Merle und rote Hunde tragen den Nasenspiegel leberfarben, Blue Merle und schwarze Hunde schwarz. Fehlt Pigment auf einem Viertel bis der Hälfte der Fläche, ist das ein schwerer Fehler.
Merle: warum zwei Merle-Eltern nicht zusammenpassen
Merle steht in beiden Standards als anerkannte Farbe. Das zugehörige Gen verhält sich laut LABOKLIN unvollständig dominant gegenüber der Normalform.
Für den einzelnen Hund ist das kein Nachteil. Heikel wird erst die Verpaarung von zwei Merle-Tieren.
Beim Genotyp M/M, dem Double-Merle, können laut LABOKLIN schwere Innenohrfehlbildungen entstehen. Die Folge ist Schwerhörigkeit bis hin zu Taubheit. Fehlbildungen des Auges kommen ebenfalls vor.
Betroffene Tiere zeigen oft einen stark erhöhten Weißanteil, manche sind ganz weiß. Ihr Zustandekommen gilt in Deutschland als Qualzucht. Die Verpaarung von zwei Trägertieren ist gesetzlich verboten.
Die Rechtsgrundlage ist § 11b des Tierschutzgesetzes. Er untersagt das Züchten, wenn züchterische Erkenntnisse Schäden bei der Nachzucht erwarten lassen. Gemeint sind Organe, die erblich bedingt fehlen oder untauglich sind und dadurch Leiden verursachen.
Verlassen kann man sich auf das Auge dabei nicht. LABOKLIN beschreibt Minimal Merle mit winzigen Flecken sowie Hidden Merle, das unter einer anderen Farbe verschwindet. Ein Gentest ist deshalb angeraten, sobald Merle in einer Linie vorkommt.
Gesundheit und was der Standard ausschließt
Eine Lebenserwartung steht im FCI-Standard nicht. Ein Rassestandard beschreibt Bau und Wesen, keine Statistik.
Aussagekräftig sind stattdessen die disqualifizierenden Fehler. Aggressive Hunde schließt der Standard Nr. 367 aus, übermäßig ängstliche ebenso. Dasselbe gilt für deutliche körperliche Abnormitäten und für Verhaltensstörungen.
Dazu kommen Vor- und Rückbiss, mehr als die Hälfte fehlendes Nasenpigment sowie andere als die anerkannten Farben. Auch ein auffälliger weißer Fleck zwischen Widerrist und Rute führt zum Ausschluss.
Als schwere Fehler nennt der Standard ein nicht typisches Haarkleid, Stehohren, Hängeohren und weiße Abzeichen auf mehr als einem Viertel eines Ohres.
Am Ende steht derselbe Satz wie in jedem FCI-Standard: „Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde zugelassen werden". Bei dieser Rasse gehört der MDR1-Befund genau dorthin.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Schon der Name in der Anzeige verrät einiges. Bezeichnungen wie Toy Aussie oder Teacup Aussie führt die FCI nicht. Unter Nummer 367 steht ausschließlich der Miniature American Shepherd.
Frag als Nächstes nach Zuchtverband und Ahnentafel. Ein Wurf mit Papieren eines VDH-Vereins steht unter Zuchtaufsicht, ein Wurf ohne Papiere steht unter keiner.
Dann fahr hin. Die Mutter gehört zu den Welpen. Wie sie auf Besuch reagiert, sagt mehr als jedes Foto.
Zwei Ergebnisse lässt du dir schriftlich geben: den MDR1-Status beider Elterntiere und ihren Merle-Status. Zwei Merle-Träger darf niemand miteinander verpaaren.
Was beim Züchterbesuch vorliegen sollte
- MDR1-Befund beider Elterntiere.
- Merle-Status beider Elterntiere, schriftlich.
- Ahnentafel und Zuchtverband des Wurfs.
- Impfpass mit Eintrag, Entwurmung mit Datum, Chipnummer.
- Abgabe frühestens ab der achten Lebenswoche.
Ich frage außerdem nach der Größe beider Elterntiere. Bei einer Rasse, deren Standard nach oben und nach unten eine harte Grenze zieht, ist das keine Nebensache.
Passt der Miniature American Shepherd zu dir?
Er passt zu Menschen, die einen kleinen Hund mit großem Kopfbedarf wollen. Die Größe spart Platz, keine Arbeit.
Fremden gegenüber ist er laut Standard reserviert, jedoch nicht scheu. In der Familie beschreibt ihn derselbe Text als beschützend, freundlich, anhänglich und loyal.
Für eine Wohnung reicht seine Größe. Für einen sehr ruhigen Haushalt reicht sein Hüte- und Wachinstinkt oft nicht.
Mit Kindern klappt es meist gut, solange jemand den Hüteinstinkt im Blick behält. Rennende Kinder schalten ihn an.
Er passt nicht zu jemandem, der einen kleinen Aussie sucht. Anfangs hieß die Rasse tatsächlich Miniature Australian Shepherd. Sie entstand Ende der 1960er Jahre in Kalifornien aus kleinen Australian Shepherds.
1980 registrierte das National Stock Dog Registry sie zum ersten Mal. Im Mai 2011 nahm der American Kennel Club sie als Miniature American Shepherd in sein Rassebegründungsverfahren auf. Wer das weiß, erwartet keinen Aussie im Kleinformat.
Fazit: Der Mini Australian Shepherd heißt offiziell Miniature American Shepherd und ist eine eigenständige FCI-Rasse mit der Standardnummer 367. Rüden messen 35,5 bis 46 Zentimeter, Hündinnen 33 bis 43,5. Entstanden ist die Linie Ende der 1960er Jahre in den USA mit dem Ziel handlicher Größe bei hohem Aktivitätslevel. Der VDH beschreibt einen vielseitigen, dynamischen Hund, der mit Feuereifer arbeitet. Und der wichtigste praktische Punkt steht bei LABOKLIN: Die Rasse gehört zu den MDR1-Trägern, deshalb gehört der Test vor die erste Wurmkur.
Häufige Fragen zum Mini Australian Shepherd
Ist der Mini Australian Shepherd ein kleiner Aussie?
Nein. Offiziell heißt die Rasse Miniature American Shepherd und ist eine eigenständige FCI-Rasse mit eigener Standardnummer.
Mini Australian Shepherd: Wie groß wird er?
Rüden erreichen 35,5 bis 46 cm Widerristhöhe, Hündinnen 33 bis 43,5 cm. Eine Gewichtszahl nennt der FCI-Standard Nr. 367 nicht.
Wie ist die Rasse entstanden?
Ende der 1960er Jahre in den USA, durch Verpaarung von Hunden ohne Ahnentafel, die als Australian Shepherds bekannt waren.
Was war das Zuchtziel?
Handliche Körpergröße, hoher Aktivitätslevel und Intelligenz.
Mini Australian Shepherd: Seit wann ist sie anerkannt?
Die erste Registrierung erfolgte 1980, die Anerkennung durch den AKC im Jahr 2015.
Mini Australian Shepherd: Wofür wurde sie gezüchtet?
Für das Hüten von Schafen, Ziegen und Kleinvieh. Beliebt ist sie außerdem bei Reitern.
Mini Australian Shepherd: Wie ist das Wesen?
Der VDH nennt Vielseitigkeit und Dynamik. Er ist anhänglich, gefällt seinem Menschen gerne und arbeitet mit Feuereifer.
Mini Australian Shepherd: Passt er in eine Wohnung?
Die handliche Größe macht ihn laut VDH zu einem problemlos im Haus haltbaren Familienmitglied. Klare Erziehung und Regeln braucht er trotzdem.
Was hat es mit MDR1 auf sich?
Der Miniature American Shepherd gehört zu den Rassen mit MDR1-Genvariante. Bestimmte Wirkstoffe gelangen dann ins Gehirn, statt draußen zu bleiben.
Wie stark wirkt sich das aus?
Betroffene Hunde reagieren auf Ivermectin ab 150 Mikrogramm je Kilogramm. Nicht betroffene vertragen bis zu 2.000 Mikrogramm.
Ist ein Trägerstatus unbedenklich?
Nein. Der Erbgang ist autosomal-rezessiv, laut LABOKLIN ist aber auch bei Trägern mit Überempfindlichkeit zu rechnen.
Mini Australian Shepherd: Wie sieht das Fell aus?
Mittellang und widerstandsfähig gegen jedes Wetter, in abwechslungsreicher Vielfalt.
Quellen
- VDH Rasselexikon – Miniature American Shepherd
- LABOKLIN – MDR1-Genvariante, Ivermectin-Überempfindlichkeit beim Hund
- FCI-Rassestandard Nr. 367 – Miniature American Shepherd, deutsche Fassung (PDF)
- LABOKLIN – M-Lokus (Merle-Allele) beim Hund
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Über Medikamente und Entwurmung entscheidet die behandelnde Tierarztpraxis.
