Norfolk Terrier: Größe, Wesen und Erziehung

Norfolk Terrier: Größe, Wesen und Erziehung

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 22.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Ideale Schulterhöhe 25 bis 26 cm — einer der kleinsten Terrier.
  • Inkonsequenz ahndet er sofort mit eigenen Entscheidungen.
  • Klappohr: Der Norwich Terrier trägt dagegen Stehohren.
  • Das Haarkleid wird regelmäßig getrimmt.

Der Norfolk Terrier passt in eine Wohnung und in keine Schublade. Manche nennen ihn liebevoll Teufelskerl. Ich gehe die VDH-Angaben durch und zeige, warum das kein Scherz ist.

Die kurze Antwort

Ein niederläufiger Terrier von 25 bis 26 Zentimetern: liebenswert, absolut furchtlos und ausgesprochen selbstbewusst.

Der entscheidende Punkt

Er testet Regeln systematisch. Wer einmal nachgibt, verhandelt ab dann jeden Tag neu.

Herkunft und Aussehen

Der VDH verortet die Rasse in der Grafschaft Norfolk. Dort bekam die klappohrige Variante des Norwich Terriers ihren Namen. Genau daran unterscheidet man beide Rassen bis heute: Der Norfolk trägt Klappohren, der Norwich Stehohren. Ansonsten sind sie sich sehr ähnlich.

Kopf eines wachen Norfolk Terrier im Freien
Das Klappohr unterscheidet den Norfolk vom Norwich Terrier.

Als einer der kleinsten Terrier strahlt der Norfolk viel Schneid aus. Er ist kompakt gebaut, kräftig bemuskelt und tief gestellt, mit viel Substanz und starken Knochen. Der breite Schädel ist leicht gerundet, die ovalen Augen sind dunkelbraun oder schwarz.

Merkmal Angabe des VDH-Rasselexikons
MerkmalIdeale Schulterhöhe Angabe des VDH-Rasselexikons25 – 26 cm
MerkmalGewicht Angabe des VDH-Rasselexikonskeine Angabe im Standard
MerkmalOhren Angabe des VDH-RasselexikonsKlappohr
MerkmalAugen Angabe des VDH-Rasselexikonsoval, dunkelbraun oder schwarz
MerkmalRute Angabe des VDH-Rasselexikonsmäßig lang, am Ansatz dick
MerkmalFCI Angabe des VDH-RasselexikonsGruppe 3, Sektion 2, Nr. 272

Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.

Der Blick ist aufmerksam und lebhaft und strahlt Selbstbewusstsein und Forschheit aus. In der Bewegung bleibt der Norfolk niedrig, entwickelt dabei aber guten Schub. Das passt zu einem Hund, der ursprünglich am Bau arbeitete: niedrig genug, um hineinzukommen, kräftig genug, um wieder herauszukommen.

Wesen: furchtlos, aber nicht streitsüchtig

Eigentlich ist der Norfolk Terrier ein liebenswerter Hund. Allerdings hat es der absolut furchtlose Vierbeiner auch faustdick hinter den Ohren. Er ist zwar nicht streitsüchtig, lässt sich aber auch nicht unterbuttern.

Innerhalb der Familie zeigt er sich treu, anhänglich und verschmust. Im Einsatz überzeugt der kleine Terrier als forsch arbeitender Jagdhund. Beides gehört zusammen und lässt sich nicht trennen. Wer den Schmusehund will, bekommt den Jagdhund gratis dazu.

Aus meiner Erfahrung ist der Satz zur Erziehung der wichtigste im ganzen Rasseporträt. Einmal eroberten Freiraum gibt der Norfolk nicht so leicht wieder auf. Inkonsequenz ahndet er sofort mit eigenen Entscheidungen. Wo du eine tragfähige Basis aufbaust, steht in Hundeschule.

Der VDH ergänzt eine Beobachtung, die viele Halter wiedererkennen. Manche Norfolks sind wahre Meister darin, ihren Menschen mit Charme um die Pfote zu wickeln, um ihre Ziele durchzusetzen. Wie sich das an der Leine zeigt, beschreibt Hund zieht an der Leine.

Alltag: klein, sportlich, nah dran

Alles, bei dem der Norfolk Mut und Temperament ausleben kann, macht ihm Spaß. Lauffreude und generelle Sportlichkeit prädestinieren ihn für viele Hundesportaktivitäten. Viel Abwechslung und viel Nähe zu seinen Menschen sind ihm dabei sehr wichtig. Beides zusammen erklärt, warum diese Rasse in einer Wohnung gut zurechtkommt, in einem leeren Haus dagegen nicht.

Frau spielt draußen mit einem wachen Norfolk Terrier
Abwechslung ist bei dieser Rasse wichtiger als Streckenlänge.

Die Tierschutz-Hundeverordnung setzt in § 2 den Mindestrahmen: ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen. Angepasst wird das an Rasse, Alter und Gesundheitszustand.

Was ein Norfolk Terrier im Alltag braucht

  • Abwechslung — dieselbe Runde langweilt ihn schnell.
  • Immer gleiche Regeln, sonst verhandelt er jede davon neu.
  • Nähe zu seinen Menschen, kein langes Alleinsein.
  • Regelmäßige Trimmtermine.
  • Sicherung bei Wildkontakt — er bleibt ein Jagdhund.

Zur Beschäftigung im Alltag: Hundespielzeug.

Ich rate dazu, die Regeln vor dem Einzug in der Familie abzustimmen. Ein Hund, der Inkonsequenz sofort bemerkt, findet jede Lücke zwischen zwei Meinungen. Was in der Wachstumsphase auf den Teller gehört, steht in Welpen richtig füttern.

Pflege: trimmen für den rassetypischen Look

Das Haarkleid des Norfolk Terriers sollte regelmäßig getrimmt werden, um den rassetypischen Look zu erhalten. Der VDH formuliert das als Empfehlung, in der Praxis ist es eine Notwendigkeit. Ohne Trimmen verliert das Haar seine Struktur und der Hund sein typisches Erscheinungsbild.

Meine langjährige Erfahrung mit rauhaarigen Terriern zeigt, warum die Methode zählt. Beim Trimmen wird das abgestorbene harte Haar herausgezogen, beim Scheren abgeschnitten. Danach wächst weicheres Haar nach, das Nässe und Schmutz schlechter abweist. Hilfe findest du unter Hundefriseur.

Frau kämmt einen wachen Norfolk Terrier
Regelmäßiges Trimmen erhält den rassetypischen Look.

Weil der Standard kein Gewicht nennt, ist bei einem so kompakten Hund die Rippenprobe der bessere Maßstab als die Waage. Wie sich Übergewicht entwickelt, erklärt Übergewicht beim Hund.

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Norfolk oder Norwich? Die Ohren entscheiden

Beide Rassen gehen auf dieselben ostenglischen Farmhunde zurück. Bis 1964 galten sie als eine Rasse mit zwei Ohrformen. Damals trennte der Kennel Club sie. Aus dem Hängeohr-Norwich wurde der Norfolk Terrier.

Bei den Ohren wird der FCI-Standard Nr. 272 sehr genau. Sie sind V-förmig und mittelgroß, an der Spitze leicht abgerundet, nach vorne fallend und gut an den Wangen anliegend.

Im FCI-Standard Nr. 72 für den Norwich Terrier steht das Gegenteil. Dort heißt es: aufgerichtet, weit voneinander auf dem Oberkopf angesetzt, mittelgroß und spitz. Perfekt aufrecht trägt der Norwich sie, sobald sein Interesse geweckt ist.

Zwei weitere Unterschiede stecken in den Texten. Am Hals formt das Haar beim Norwich eine Mähne, die das Gesicht einrahmt, dazu kommt dickes Unterhaar. Beim Norfolk steht davon nichts, dafür ein anderer Satz: Übermäßiges Trimmen ist unerwünscht.

Ein dritter Punkt sind weiße Abzeichen. Beim Norfolk gelten sie als statthaft, aber unerwünscht. Beim Norwich nennt der Text sie schlicht unerwünscht. Sonst decken sich beide Standards fast Wort für Wort.

Größe und Gewicht

Hier lohnt der Blick in beide Quellen, denn sie sagen nicht dasselbe. Als ideale Schulterhöhe nennt der FCI-Standard genau 25 Zentimeter. Das VDH-Rasselexikon gibt 25 bis 26 Zentimeter an.

Ein Gewicht führt keine der beiden Quellen auf. Das ist kein Versehen. Der Standard bewertet Substanz und Knochenstärke, nicht das Kilogramm.

Der Standard nennt ihn einen tiefgestellten, schneidigen Hund: kompakt und kräftig, mit kurzem Rücken, guter Substanz und starken Knochen. Genau in dieser Reihenfolge steht es dort. Die Höhe kommt zuletzt.

Merkmal Norfolk Terrier (Nr. 272) Norwich Terrier (Nr. 72)
MerkmalIdeale Schulterhöhe Norfolk Terrier (Nr. 272)25 cm Norwich Terrier (Nr. 72)25 cm
MerkmalGewicht Norfolk Terrier (Nr. 272)im Standard nicht angegeben Norwich Terrier (Nr. 72)im Standard nicht angegeben
MerkmalOhren Norfolk Terrier (Nr. 272)V-förmig, nach vorne fallend Norwich Terrier (Nr. 72)aufgerichtet, mittelgroß und spitz
MerkmalHaar am Hals Norfolk Terrier (Nr. 272)rauher und länger Norwich Terrier (Nr. 72)Mähne, die das Gesicht einrahmt
MerkmalWeiße Abzeichen Norfolk Terrier (Nr. 272)statthaft, aber unerwünscht Norwich Terrier (Nr. 72)unerwünscht
MerkmalFCI-Einordnung Norfolk Terrier (Nr. 272)Gruppe 3, Sektion 2 Norwich Terrier (Nr. 72)Gruppe 3, Sektion 2

FCI-Standards Nr. 272 und Nr. 72, deutsche Fassungen, publiziert am 13.10.2010.

Praktisch heißt das: Zwei Norfolks können bei gleicher Höhe unterschiedlich viel wiegen. Rassetypisch sind beide. Wichtig ist, dass der Hund fest bemuskelt wirkt.

Gesundheit und was der Standard ausschließt

Eine Lebenserwartung steht im Rassestandard nicht. Auch das VDH-Rasselexikon verzichtet an dieser Stelle auf eine Zahl. Im Netz kursieren welche, belegt sind sie selten.

Was der Text hergibt, sind die Ausschlussgründe. Aggressive Hunde gelten als disqualifiziert. Übermäßig ängstliche ebenso. Dasselbe trifft auf deutliche körperliche Abweichungen und auf Verhaltensstörungen zu.

Ein Satz aus dem Erscheinungsbild fällt dabei besonders auf. Narben, bei ehrlicher Arbeit erworben, sind ehrenhaft und erlaubt. Der Norfolk ist also kein Schauhund im Terrierkostüm, sondern ein Arbeitshund mit Ausstellungszulassung.

Bei allen übrigen Fehlern zählt der Grad der Abweichung. Ausdrücklich verlangt der Standard, den Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden des Hundes zu beachten. Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde Hunde dienen.

Dieselbe Linie zieht § 11b des Tierschutzgesetzes. Untersagt ist dort eine Zucht, bei der erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder umgestaltet sind. Achte beim Züchterbesuch deshalb auf freie Atmung und einen lockeren Gang.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Such zuerst einen Züchter, der einem Zuchtverband angehört. Die Papiere belegen Abstammung und Wurfkontrolle. Lass dir das Zuchtbuch zeigen, nicht nur die Ahnentafel.

Besuch den Wurf, statt dir Fotos schicken zu lassen. Die Welpen gehören zum Muttertier. Sieh dir an, wie die Hündin auf Besuch reagiert — das sagt dir mehr als jede Wesensbeschreibung.

Das Abgabealter regelt die Tierschutz-Hundeverordnung eindeutig. Erst nach der achten Lebenswoche darf ein Welpe vom Muttertier weg. Bis zur zwanzigsten Woche schreibt dieselbe Verordnung täglich mindestens vier Stunden Umgang mit einer Betreuungsperson vor.

Frag nach Impfungen, Entwurmungen und den Elterntieren. Beim Norfolk gehört die Frage nach den Ohren dazu. Der Standard verlangt Klappohren, die gut an den Wangen anliegen.

Ein guter Züchter fragt zurück. Ihn interessiert, wie viel Zeit du hast und wer den Hund tagsüber betreut. Wer nur über den Preis spricht, verkauft.

Passt der Norfolk Terrier zu dir?

Er passt in eine Wohnung. Unkompliziert nennt ihn der VDH ausdrücklich. Seine Größe ist bei dieser Rasse ohnehin nie das Problem.

Er passt zu Menschen, die Regeln durchhalten. Einmal eroberten Freiraum gibt er nicht wieder her. Wer heute nachgibt, verhandelt morgen erneut.

Er passt zu aktiven Haushalten. Seine Lauffreude öffnet ihm viele Hundesportarten. Abwechslung zählt dabei mehr als die Länge der Strecke.

Über Kinder steht im Rasselexikon nichts Eigenes. Bei einem so selbstbewussten Terrier gilt die übliche Regel: Kleinkind und Hund bleiben nie unbeaufsichtigt.

Er passt nicht in einen Haushalt, in dem er acht Stunden allein liegt. Nähe zu seinen Menschen ist ihm sehr wichtig. Er passt auch nicht zu jemandem, der Erziehung gern schleifen lässt.

Fazit: Der Norfolk Terrier stammt aus der Grafschaft Norfolk und ist die klappohrige Variante des Norwich Terriers. Seine ideale Schulterhöhe liegt bei 25 bis 26 Zentimetern, ein Gewicht nennt der Standard nicht. Er ist liebenswert und absolut furchtlos, nicht streitsüchtig, lässt sich aber nicht unterbuttern. In der Familie ist er treu und verschmust, im Einsatz ein forscher Jagdhund. Entscheidend bleibt die Konsequenz: Einmal eroberten Freiraum gibt er nicht wieder her.

Häufige Fragen zum Norfolk Terrier

Wie groß wird ein Norfolk Terrier?

Die ideale Schulterhöhe liegt bei 25 bis 26 cm. Damit ist er einer der kleinsten Terrier weltweit.

Norfolk Terrier: Wie schwer wird er?

Der VDH nennt kein Gewicht. Entscheidend sind Substanz und Knochenstärke, nicht die Waage.

Was unterscheidet ihn vom Norwich Terrier?

Die Ohren. Der Norfolk ist die klappohrige Variante, der Norwich trägt Stehohren.

Norfolk Terrier: Woher kommt der Name?

Aus der Region der Grafschaft Norfolk in England.

Norfolk Terrier: Wie ist sein Wesen?

Liebenswert und absolut furchtlos. Selbstbewusstsein, Zielstrebigkeit und Forschheit gehören dazu.

Ist er streitsüchtig?

Nein. Er ist nicht streitsüchtig, lässt sich aber auch nicht unterbuttern.

Norfolk Terrier: Wie verhält er sich in der Familie?

Treu, anhänglich und verschmust. Nähe zu seinen Menschen ist ihm sehr wichtig.

Norfolk Terrier: Worauf muss die Erziehung achten?

Auf Konsequenz. Einmal eroberten Freiraum gibt er nicht leicht wieder auf.

Was passiert bei Inkonsequenz?

Er ahndet sie sofort mit eigenen Entscheidungen. Manche Norfolks wickeln ihre Menschen dafür charmant um die Pfote.

Norfolk Terrier: Welcher Hundesport passt?

Fast jeder. Lauffreude und generelle Sportlichkeit prädestinieren ihn für viele Aktivitäten.

Norfolk Terrier: Wie pflegt man das Fell?

Es sollte regelmäßig getrimmt werden, um den rassetypischen Look zu erhalten.

Norfolk Terrier: In welche FCI-Gruppe gehört er?

In Gruppe 3, Sektion 2 der niederläufigen Terrier. Die Standardnummer lautet 272.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

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Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Haut, Gewicht und Verhalten berät die Tierarztpraxis individuell.