Old English Bulldog: Was vor dem Kauf zählt

Old English Bulldog: Was vor dem Kauf zählt

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 22.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • 🔴 Old English Bulldog: keine FCI-Anerkennung, kein Standard.
  • Anerkannt ist der Continental Bulldog, FCI-Standard Nr. 369.
  • Prüfkriterium Nummer eins: keine Atemgeräusche, auch im Galopp nicht.
  • Wenig Stirnfalten sind Standard, nicht viele.

Der Old English Bulldog wird als die gesündere Bulldogge beworben. Wer diese Behauptung prüfen will, findet keinen Standard, an dem er sie messen könnte. Ich zeige, welcher Maßstab stattdessen gilt.

Die kurze Antwort

Eine nicht anerkannte Zuchtrichtung ohne verbindliche Vorgaben. Den Maßstab liefert der Continental Bulldog mit FCI-Standard 369.

🔴 Der entscheidende Punkt

Hörbare Atmung ist kein Rassemerkmal, sondern ein Mangel. Der anerkannte Standard verlangt Stille — auch im Galopp.

Warum es keinen Old-English-Standard gibt

Das VDH-Rasselexikon führt drei Bulldoggen: den Bulldog, den Continental Bulldog und die Französische Bulldogge. Der Old English Bulldog steht dort nicht. Ohne FCI-Anerkennung gibt es keinen Standard und damit auch keine Zuchtrichter, die Bau, Atmung oder Wesen prüfen.

Kopf einer wachen Bulldogge im Freien
Weite Nasenlöcher und wenig Stirnfalten sind der Maßstab, nicht das Gegenteil.

Praktisch bedeutet das: Jede Angabe zu Größe und Gewicht stammt vom Anbieter. Wer eine Bulldogge sucht, die belastbar atmet und sich bewegt, braucht deshalb einen anderen Maßstab — und den liefert die anerkannte Rasse.

Merkmal Continental Bulldog (FCI 369)
MerkmalWiderristhöhe Rüde Continental Bulldog (FCI 369)42 – 50 cm
MerkmalWiderristhöhe Hündin Continental Bulldog (FCI 369)40 – 48 cm
MerkmalGewicht Continental Bulldog (FCI 369)20 – 30 kg je nach Größe
MerkmalAtmung Continental Bulldog (FCI 369)keine Atemgeräusche, auch im Galopp nicht
MerkmalStirnfalten Continental Bulldog (FCI 369)wenig ausgeprägt
MerkmalOhren Continental Bulldog (FCI 369)klein, dünn, hoch angesetzt

Werte des Continental Bulldog nach dem VDH-Rasselexikon — nicht des Old English Bulldog.

Der VDH nennt den Continental Bulldog den ersten mittelgroßen Familienhund im Molossertyp und ausdrücklich belastbar. Auch seine Entstehung geht auf einen Zuchtversuch zurück — der Unterschied ist, dass daraus ein geprüfter Standard wurde.

🔴 Der Prüfstein: die Atmung

Ein Satz im Standard des Continental Bulldog ist der wichtigste Maßstab für jede Bulldogge. Atemgeräusche sollten nicht zu hören sein, auch nicht im starken Trab oder Galopp. Damit ist die Messlatte gesetzt, an der sich jede Zuchtrichtung messen lassen muss.

Frau geht draußen mit einer wachen Bulldogge
Ein belastbarer Hund läuft ohne hörbare Atmung.

Passend dazu beschreibt der Standard, was den Kopf ausmacht: ein deutlich ausgeprägter Stopp, eine flache bis leicht gewölbte Stirnpartie und wenig ausgeprägte Stirnfalten. Viele Falten sind also kein Qualitätsmerkmal, sondern eine Abweichung.

Aus meiner Erfahrung entscheidet dieser eine Test beim Welpenbesuch mehr als jedes Papier. Lass den Hund laufen und hör hin. Was Atemnot im Alltag auslöst, beschreibt Hitzschlag beim Hund.

Der Körperbau soll kräftig sein, ohne die Beweglichkeit zu kosten. Der VDH nennt Beweglichkeit und Ausdauer ausdrücklich. Ein Hund, der nach hundert Metern stehen bleibt, erfüllt diesen Anspruch nicht. Wie sich Belastung im Alltag zeigt, steht in Hund zieht an der Leine.

Qualzucht: was das Gesetz sagt

Der § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchten, bei denen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen, untauglich oder umgestaltet sind. Entscheidend ist die Folge: Schmerzen, Leiden oder Schäden. Reicht das nicht, kann die zuständige Behörde nach demselben Paragrafen sogar anordnen, dass die betroffenen Tiere unfruchtbar gemacht werden.

Der Deutsche Tierschutzbund ordnet die Praxis nüchtern ein. Das Qualzuchtverbot bleibt in der Umsetzung vage und individuell. In den Niederlanden ist die Zucht von Hunden mit extrem kurzen Schnauzen inzwischen vollständig verboten.

Tierärztin untersucht eine wache Bulldogge in der Praxis
Atmung und Nasenlöcher gehören bei Bulldoggen regelmäßig kontrolliert.

Was du beim Züchterbesuch prüfen solltest

  • 🔴 Atmung im Stehen, im Trab und direkt nach Bewegung.
  • Nasenlöcher: offen und weit, nicht verengt.
  • Stirnfalten: wenige statt viele.
  • Beide Elterntiere sehen und laufen lassen.
  • Nach Untersuchungen zu Hüften, Ellbogen und Wirbelsäule fragen.

Zu den laufenden Kosten: Was kostet ein Hund.

Ich rate dazu, den Termin bei Wärme zu legen. Ein Hund mit knapper Nase zeigt bei 25 Grad, was er im Winter noch verbergen kann. Was in der Wachstumsphase auf den Teller gehört, steht in Welpen richtig füttern.

Wesen und Alltag

Der VDH beschreibt Continental Bulldogs als selbstsichere, freundliche Hunde, denen dank ihrer ausgeprägten Aufmerksamkeit nichts entgeht. Im Haus verhalten sie sich gerne ruhig — das macht sie zu unkomplizierten Begleitern.

Marathon-Läufe braucht diese Bulldogge nicht, über gemeinsame Spaziergänge freut sie sich aber. Für verschiedene Facetten des Hundesports ist sie ausdrücklich geeignet. Eigensinn und eine Portion Sturheit gehören dazu.

Meine langjährige Erfahrung mit Molossertypen zeigt, dass genau diese Mischung Konsequenz verlangt. Der VDH empfiehlt eine einfühlsame, von Konsequenz geprägte Erziehung. Wo du damit anfängst, steht in Hundeschule.

Fazit: Der Old English Bulldog ist von der FCI nicht anerkannt, im VDH-Rasselexikon fehlt er. Verbindliche Angaben zu Größe, Gewicht oder Wesen gibt es deshalb nicht. Den Maßstab liefert der anerkannte Continental Bulldog. Rüden messen dort 42 bis 50 Zentimeter, Hündinnen 40 bis 48, dazu kommen 20 bis 30 Kilogramm. Am wichtigsten ist ein anderer Satz: Atemgeräusche sollen nicht zu hören sein, auch nicht im starken Trab oder Galopp. Wer eine Bulldogge kauft, prüft genau das.

Häufige Fragen zum Old English Bulldog

🔴 Ist der Old English Bulldog eine anerkannte Rasse?

Nicht von der FCI. Im VDH-Rasselexikon stehen nur Bulldog, Continental Bulldog und Französische Bulldogge.

Gibt es Standardmaße?

Für den Old English Bulldog nicht. Jede Zahl in einer Anzeige stammt vom Anbieter, nicht aus einem Standard.

Was ist der Continental Bulldog?

Eine anerkannte Rasse mit FCI-Standard Nr. 369. Der VDH nennt ihn den ersten mittelgroßen Familienhund im Molossertyp.

Wie groß wird ein Continental Bulldog?

Rüden messen 42 bis 50 cm, Hündinnen 40 bis 48 cm. Das Gewicht liegt je nach Größe bei 20 bis 30 kg.

🔴 Woran erkenne ich eine gute Bulldogge?

An der Atmung. Der Standard verlangt, dass keine Atemgeräusche zu hören sind — auch nicht im starken Trab oder Galopp.

Wie viele Falten sind normal?

Der Continental-Standard verlangt wenig ausgeprägte Stirnfalten und eine flache bis leicht gewölbte Stirn.

Wie ist das Wesen dieser Bulldoggen?

Selbstsicher, freundlich und sehr aufmerksam. Im Haus verhalten sie sich gerne ruhig.

Wie viel Bewegung brauchen sie?

Keine Marathon-Läufe, aber gemeinsame Spaziergänge. Hundesport ist ausdrücklich möglich.

Wie erzieht man sie?

Einfühlsam und konsequent. Eigensinn und etwas Sturheit gehören dazu.

Was sagt das Qualzuchtverbot?

Verboten ist Zucht, bei der Organe für den artgemäßen Gebrauch untauglich oder umgestaltet sind und Leiden verursachen.

Wird das Verbot durchgesetzt?

Nur eingeschränkt. Der Tierschutzbund nennt die Umsetzung vage und individuell.

Wie handhaben andere Länder das?

In den Niederlanden ist die Zucht von Hunden mit extrem kurzen Schnauzen inzwischen vollständig verboten.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Atmung, Gelenken und Belastung berät die Tierarztpraxis individuell.