Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Pitbull ist keine FCI-Rasse.
- Sektion 3 hat genau vier Rassen.
- Der Staffordshire Bull Terrier misst 35,5–40,5 cm.
- Der American Staffordshire Terrier ist deutlich größer.
Die beiden Namen werden ständig durcheinandergeworfen. Ein Blick in die offizielle Rasseliste sortiert das in zwei Minuten.
Die kurze Antwort
Pitbull ist keine anerkannte Rasse. Der Staffordshire Bull Terrier dagegen hat die FCI-Nummer 76.
Der entscheidende Punkt
In der Sektion Bullartige Terrier stehen genau vier Rassen — keine davon heißt Pitbull.
Was die FCI wirklich führt
Ich habe die Gruppe 3, Sektion 3, durchgesehen. Sie heißt Bullartige Terrier und enthält vier Rassen.

FCI-Nomenklatur Gruppe 3, deutsche Fassung, Stand 24.08.2026.
Ein Pitbull taucht dort nicht auf. Auch nicht unter American Bully. Das heißt nicht, dass es diese Hunde nicht gibt — nur, dass es keinen geprüften Standard für sie gibt. Ein ähnlicher Fall steht in >Toy Fox Terrier.
Der Staffordshire Bull Terrier
Der FCI-Standard Nr. 76 stammt aus Großbritannien, in der gültigen Fassung von 1987. Die Rasse steht ohne Arbeitsprüfung.
Das Erscheinungsbild fasst der Standard so: glatthaarig, gut ausgewogen, sehr kräftig für seine Größe, muskulös, aktiv und beweglich.
Beim Wesen wird er ungewöhnlich deutlich. Traditionell von unbeugsamem Mut und Hartnäckigkeit. Hochintelligent und liebevoll, besonders zu Kindern. Tapfer, furchtlos und absolut zuverlässig.
FCI-Standard Nr. 76, deutsche Fassung.

Der American Staffordshire Terrier
Der FCI-Standard Nr. 286 stammt aus den USA, gültige Fassung von 1996. Auch er steht in Gruppe 3, Sektion 3, ohne Arbeitsprüfung.
Er soll für seine Größe den Eindruck großer Stärke vermitteln. Solide gebaut, muskulös, aber beweglich und gefällig. Der Standard nennt außerdem ein großes Interesse an allem, was in seiner Nähe vor sich geht.
Bei den Farben ist er offener als sein britischer Verwandter. Jede Farbe ist zulässig, einfarbig, mehrfarbig oder gefleckt. Nicht gefördert werden sollen mehr als 80 Prozent Weiß, Schwarz mit Brand und leberfarben.
Der größte Unterschied liegt in der Größe. Bevorzugt werden 46 bis 48 cm bei Rüden und 43 bis 46 cm bei Hündinnen — deutlich mehr als beim Staffordshire Bull Terrier. Wie stark Standards sonst bei Farben eingreifen, zeigt Hund schwarz braun.
Der Vergleich in Zahlen

FCI-Standards Nr. 76 und 286, deutsche Fassungen.
Aus meiner Erfahrung reicht schon die Größe zur Unterscheidung. Zwischen 40 und 48 cm liegen im Alltag Welten.
Beide sind kurzhaarig und muskulös, beide stehen ohne Arbeitsprüfung. Der Unterschied liegt in Maß und Farbliste, nicht im Grundtyp. Wie eng Standards Farben regeln können, zeigt Hund braun schwarz.
Was in Deutschland gilt
Ob eine der beiden Rassen bei dir unter besondere Auflagen fällt, regelt das Landesrecht. Eine bundesweit einheitliche Liste dazu gibt es nicht. Die verbindliche Auskunft gibt die Hundeverordnung deines Bundeslandes.
Auf Bundesebene gibt es dagegen eine klare Vorschrift zur Einfuhr. § 2 des Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetzes nennt vier Rassen namentlich: Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier und Bullterrier. Diese Hunde sowie ihre Kreuzungen untereinander oder mit anderen Hunden dürfen nicht in das Inland eingeführt oder verbracht werden.
Vor der Anschaffung klären
- Steht die Rasse in deinem Bundesland auf einer Liste?
- Welche Auflagen gelten in deiner Gemeinde?
- Brauchst du einen Sachkundenachweis?
- Welche Papiere hat der Hund?
- Sind die Elterntiere vor Ort zu sehen?
Meine langjährige Erfahrung sagt: Diese Fragen gehören vor den Kauf, nicht danach.
§ 2 der Tierschutz-Hundeverordnung verlangt unabhängig davon ausreichenden Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen.
Das zuständige Bundesministerium fasst die Anforderungen an die Hundehaltung zusammen. Mein Eindruck nach vielen Gesprächen: Bei diesen Rassen entscheidet die Souveränität des Halters mehr als bei jeder anderen. Einen Überblick über Alternativen gibt Hunderassen von A bis Z.
Für Haut und Fell zählen bei jeder Rasse dieselben Bausteine. Die B-Vitamine gibt es gebündelt im Lucky Pets Vitamin B-Komplex.

Wie das zusammenhängt, zeigt Tibet-Terrier.
Der Zusammenhang wird in Miniature Bull Terrier ausgeführt.
Passend dazu ist American Staffordshire Terrier.
Aussehen im Detail: Kopf, Ohren und Rute
Beim Kopf werden beide Standards sehr genau. Der Staffordshire Bull Terrier trägt ihn kurz, der Schädel ist gleichmäßig tief und breit, der Stopp deutlich. Die Wangenmuskeln treten stark hervor.
Der American Staffordshire Terrier hat einen mittellangen Kopf, in seiner ganzen Länge tief. Sein Schädel ist breit, der Stopp ausgeprägt. Der Nasenschwamm muss ausschließlich schwarz sein.
Bei den Augen trennen sich die Beschreibungen. Standard 76 bevorzugt dunkle Augen, rund und von mittlerer Größe, mit dunklen Lidrändern. Standard 286 verlangt dunkle, runde Augen, tief im Schädel gebettet und weit auseinanderliegend, dazu pigmentierte Lider.
Die Ohren sind für deutsche Halter der entscheidende Punkt. Standard 286 nennt sie hoch angesetzt, kupiert oder unkupiert — unkupierte Ohren sind zu bevorzugen. Bei uns ist der Schnitt ohnehin verboten. § 6 des Tierschutzgesetzes untersagt das Amputieren von Körperteilen bis auf wenige enge Ausnahmen. Wie stark das den Ausdruck verändert, zeigt Dobermann mit spitzen Ohren.
Standard 76 kennt diese Frage gar nicht erst. Er verlangt Rosen- oder Halbstehohr, weder groß noch schwer. Ein vollständiges Schlapp- oder Stehohr gilt dort als höchst unerwünscht.
Für die Rute findet Standard 76 ein schönes Bild: mittlere Länge, tiefer Ansatz, in eine Spitze auslaufend und ziemlich tief getragen — eher wie ein Pumpenschwengel alter Form. Standard 286 will sie kurz, tief angesetzt, unkupiert.
Wesen im Alltag
Ein Standard beschreibt das Zuchtziel, nicht den Hund vor dir. Für den Alltag lässt sich aus den Formulierungen trotzdem einiges ableiten.
Hartnäckigkeit heißt konkret: Was dieser Hund angefangen hat, gibt er nach zwei Versuchen nicht auf. Im Training ist das ein Geschenk. An der Leine an einer Katze vorbei ist es Arbeit.
Für den American Staffordshire Terrier führt Standard 286 keinen eigenen Wesensabschnitt. Er nennt aber ein großes Interesse an allem, was in der Nähe vor sich geht. Dazu kommt ein knapper Satz: Sein Mut ist sprichwörtlich.
Aus meiner Erfahrung merkst du dieses Interesse an jeder Haustür. Ein Hund, der alles registriert, meldet auch alles. Wer das nicht früh in ruhige Bahnen lenkt, hört es täglich.
Beim Rückruf zahlt sich ein Frühstart aus. Beide Rassen sind kräftig genug, um eine Entscheidung gegen dich einfach durchzuziehen. Übe das Kommen also, solange der Welpe noch klein ist.
Haltung, Auslastung und Erziehung
Beide stehen in Gruppe 3, Sektion 3, ohne Arbeitsprüfung. Als Verwendung nennt Standard 76 schlicht: Terrier.
Ein Hundesportprogramm folgt daraus nicht. Wohl aber, dass Kopfarbeit dazugehört. Ein Terrier, der nur spazieren geht, sucht sich seine Aufgabe selbst.
Ich arbeite bei kräftigen Hunden am liebsten mit der Nase. Futter im Gras verstreuen, Gegenstände suchen lassen, kurze Fährten im Garten legen. Zehn Minuten davon machen müder als eine Stunde Ballwerfen.
Das Gangwerk liefert einen zweiten Hinweis. Standard 76 verlangt eine freie, kraftvolle und flinke Bewegung mit erkennbarem Schub aus der Hinterhand. So ein Hund will laufen.
In der Erziehung zählt die immer gleiche Ansage. Wer heute „Hier" ruft und morgen „Komm", verhandelt jedes Mal neu.
Gesundheit und was die Standards ausschließen
Eine Lebenserwartung nennt keiner der beiden Standards. Deshalb steht hier keine Zahl.
Was sie hergeben, sind die Ausschlussgründe. Aggressive Hunde gelten als disqualifiziert, übermäßig ängstliche ebenso. Dasselbe gilt für Hunde mit deutlichen körperlichen Abweichungen oder mit Verhaltensstörungen.
Beide enden mit demselben Satz: Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden. Für dich ist das die Messlatte am Wurfkasten.
Standard 286 listet zusätzlich einzelne Fehler auf. Dort stehen eine fleischfarbene Nase, Vor- oder Rückbiss, helle Augen, nicht pigmentierte Augenlider sowie eine zu lange oder schlecht getragene Rute.
Über die Standards hinaus gilt § 11b des Tierschutzgesetzes. Verboten ist eine Zucht, bei der erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen. Treten durch untaugliche oder umgestaltete Organe Schmerzen, Leiden oder Schäden auf, greift dasselbe Verbot.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Der erste Weg führt zu einem Züchter mit Anschluss an einen Zuchtverband. Papiere belegen Abstammung und Wurfkontrolle.
Fahr hin und sieh dir den Wurf an. Die Welpen sollen beim Muttertier liegen. Wer dir das verwehrt, hat einen Grund dafür.
Beim Abgabealter ist die Rechtslage eindeutig. Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. So steht es in § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung.
Dieselbe Vorschrift verlangt bis zu einem Alter von zwanzig Wochen mindestens vier Stunden Umgang mit einer Betreuungsperson je Tag. Frag ruhig nach, wie der Züchter das im Alltag löst.
Lass dir Impfungen und Entwurmungen im Heft zeigen. Sieh dir die Ohren an. Unkupiert ist bei uns die einzige zulässige Antwort.
Passt einer der beiden zu dir?
Beide passen zu Menschen, die vor dem Kauf mit dem Ordnungsamt sprechen. Diese Frage kommt zuerst.
Beide passen zu Haushalten mit Zeit am Tag. Auslauf, Umgang und Kontakt zu Artgenossen stehen als Pflicht in der Verordnung, nicht als gut gemeinter Rat.
Der Staffordshire Bull Terrier ist mit erwünschten 35,5 bis 40,5 cm der kleinere von beiden. In einer Wohnung braucht er weniger Platz. An Kraft fehlt es ihm deswegen nicht.
Der American Staffordshire Terrier ist mit bevorzugten 46 bis 48 cm bei Rüden eine andere Hausnummer. Wer ihn hält, muss ihn auch bei Aufregung halten können.
Beide passen nicht zu jemandem, der selten zu Hause ist. Sie passen auch schlecht zu jemandem, der Diskussionen aus dem Weg geht. Ein Terrier stellt seine Fragen so oder so.
Fazit: Pitbull ist keine von der FCI anerkannte Rasse. In Gruppe 3, Sektion 3, Bullartige Terrier, stehen genau vier Rassen: Bull Terrier (11), Miniature Bull Terrier (359), Staffordshire Bull Terrier (76) und American Staffordshire Terrier (286). Der Staffordshire Bull Terrier stammt aus Großbritannien, erreicht eine erwünschte Widerristhöhe von 35,5 bis 40,5 cm und wiegt bei Rüden 12,7 bis 17 kg. Sein Standard beschreibt ihn als hochintelligent und liebevoll, besonders zu Kindern, dazu tapfer, furchtlos und absolut zuverlässig. Der American Staffordshire Terrier stammt aus den USA. Mit bevorzugten 46 bis 48 cm bei Rüden ist er deutlich größer. Bei ihm ist jede Farbe zulässig, beim Staffordshire Bull Terrier dagegen gilt eine begrenzte Liste. Ohne Arbeitsprüfung stehen beide.
Häufige Fragen zu bullartigen Terriern
Ist Pitbull eine anerkannte Rasse?
Nein. Der Begriff steht in keiner der zehn FCI-Gruppen.
Welche bullartigen Terrier führt die FCI?
Vier: Bull Terrier, Miniature Bull Terrier, Staffordshire Bull Terrier und American Staffordshire Terrier.
Wie groß ist ein Staffordshire Bull Terrier?
Erwünscht sind 35,5 bis 40,5 cm Widerristhöhe.
Pitbull vs Staffordshire Bull Terrier: Und wie schwer?
Rüden 12,7 bis 17 kg, Hündinnen 11 bis 15,4 kg.
Wie groß ist ein American Staffordshire Terrier?
Bevorzugt werden 46 bis 48 cm bei Rüden und 43 bis 46 cm bei Hündinnen.
Welche Farben hat der Staffordshire Bull Terrier?
Rot, falb, weiß, schwarz oder blau, jeweils auch mit Weiß, dazu gestromt in jeder Schattierung.
Was ist beim Staffordshire Bull Terrier unerwünscht?
Schwarz mit Loh und leberfarben.
Welche Farben hat der American Staffordshire Terrier?
Jede Farbe, einfarbig, mehrfarbig oder gefleckt.
Was wird dort nicht gefördert?
Mehr als 80 Prozent Weiß, Schwarz mit Brand und leberfarben.
Pitbull vs Staffordshire Bull Terrier: Wie beschreibt der Standard das Wesen?
Beim Staffordshire Bull Terrier: hochintelligent und liebevoll, besonders zu Kindern.
Werden beide mit Arbeitsprüfung geführt?
Nein. Beide stehen ohne Arbeitsprüfung.
Wo finde ich die Regeln für meinen Ort?
In der Hundeverordnung deines Bundeslandes und in kommunalen Satzungen.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 76 – Staffordshire Bull Terrier, deutsche Fassung (PDF)
- FCI-Rassestandard Nr. 286 – American Staffordshire Terrier, deutsche Fassung (PDF)
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
- Bundesministerium (BMLEH) – Mehr Tierschutz bei Hunden
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung und keine Rechtsberatung. Die verbindlichen Regeln stehen in der Hundeverordnung deines Bundeslandes.
