Broholmer: Größe, Wesen und Farben der Rasse

Broholmer: Größe, Wesen und Farben der Rasse

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Rüden ca. 75 cm und 50–70 kg, Hündinnen ca. 70 cm und 40–60 kg.
  • Schwarz nennt der FCI-Standard Nr. 315 ausdrücklich als Farbe.
  • Stabiles Selbstvertrauen ist ein Zuchtkriterium.
  • Druck und Drill sind bei dieser Rasse zwecklos.

Nach schwarzen Broholmern wird oft gesucht. Das VDH-Rasselexikon nennt zur Farbe dieser Rasse gar nichts. Der FCI-Standard Nr. 315 dagegen schon. Ich gehe durch, was in beiden Quellen wirklich steht — und das ist bei einem 70-Kilo-Hund einiges.

Die kurze Antwort

Ein dänischer Familien- und Wachhund von rund 75 Zentimetern und bis zu 70 Kilogramm: ruhig, gutartig, freundlich — bis er seine Familie bedroht sieht.

Der entscheidende Punkt

Schwarz ist eine der drei Farben, die der FCI-Standard Nr. 315 aufführt. Dass im VDH-Rasselexikon dazu nichts steht, ist eine Lücke des Lexikons — kein Hinweis auf einen fragwürdigen Hund.

Größe: alles ist mächtig

Der VDH beginnt seine Beschreibung mit einem Satz, der alles sagt: Alles ist mächtig an diesem Hund — und dabei strahlt der Broholmer eine würdevolle Ruhe aus.

Wacher Broholmer im Freien
Rüden erreichen etwa 75 Zentimeter — alles an dieser Rasse ist mächtig. Foto: WLVB / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Die Zahlen bestätigen das. Rüden messen etwa 75 Zentimeter und wiegen 50 bis 70 Kilogramm, Hündinnen etwa 70 Zentimeter bei 40 bis 60 Kilogramm. Der aus Dänemark stammende Familien- und Wachhund bedarf deshalb eines umsichtigen Besitzers, der sich der Größe und Stärke seines Hundes bewusst ist.

Merkmal Rüde Hündin
MerkmalWiderristhöhe Rüdeca. 75 cm Hündinca. 70 cm
MerkmalGewicht Rüde50 – 70 kg Hündin40 – 60 kg
MerkmalFarbe RüdeGelb mit schwarzer Maske, Gold-Rot, Schwarz HündinGelb mit schwarzer Maske, Gold-Rot, Schwarz
MerkmalHerkunft RüdeDänemark HündinDänemark
MerkmalFCI RüdeGruppe 2, Sektion 2.1, Nr. 315 HündinGruppe 2, Sektion 2.1, Nr. 315

Größe und Gewicht nach dem VDH-Rasselexikon, Farbe nach FCI-Standard Nr. 315. Geprüft am 27.08.2026.

Die Farbzeile stammt nicht aus dem Rasselexikon, denn dort fehlt sie. Sie stammt aus dem Standard selbst. Ich halte diesen Unterschied für wichtig: Eine fehlende Angabe beim Verband heißt nicht, dass es die Farbe nicht gibt.

Wesen: ruhig — bis zum Ernstfall

Das ruhige Wesen nennt der VDH eine angenehme Qualität des Broholmers. Zudem ist er gutartig und freundlich. Dann folgt die Einschränkung, die diese Rasse ausmacht.

Frau steht draußen neben einem wachen Broholmer
Der Größenvergleich zeigt, worüber wir bei dieser Rasse reden.

Sieht er seine Familie oder deren Besitz gefährdet, verwandelt sich der liebenswerte Riese in einen unbestechlichen und eindrucksvollen Wachhund. Ein stabiles Selbstvertrauen ist deshalb ein wichtiges Zuchtkriterium — ein unsicherer Hund dieser Größe wäre ein Problem.

Aus meiner Erfahrung ist der nächste Punkt der praktisch wichtigste. Fremden gegenüber verhält sich der Broholmer auf neutralem Grund gleichgültig bis freundlich, manchmal sucht er von selbst Kontakt. Diese Entscheidung sollte man aber immer dem Hund überlassen. Wo du die Grundlagen legst, steht in Hundeschule.

Auf dem eigenen Gelände sieht es anders aus. Wer willkommen ist, muss der pflichtbewusste Wachhund erst lernen — ebenso, dass er dort unter Umständen anderen Hunden begegnet. Wie sich Anspannung an der Leine zeigt, beschreibt Hund zieht an der Leine.

Erziehung: Geduld statt Druck

Broholmer sind Familienhunde. Nach entsprechender Prägung und Sozialisierung leben sie freudig in Haushalten mit Kindern und anderen Artgenossen zusammen. Viel Zuwendung und ein enger Anschluss an das menschliche Rudel gehören dazu.

Besteht dann noch die Möglichkeit, das eigene Gelände zu bewachen — stets aufmerksam, aber ohne Argwohn —, ist der Broholmer zufrieden. Diese Formulierung ist präzise: aufmerksam ja, misstrauisch nein.

Tierärztin untersucht einen wachen Broholmer in der Praxis
Bei bis zu 70 Kilogramm gehören Hüften und Knie regelmäßig kontrolliert.

Die Erziehung erfolgt bei dieser zur Sturheit neigenden Rasse mit viel Geduld und Ruhe. Der VDH wird deutlich: Druck und Drill sind zwecklos, liebevolle Konsequenz führt zum Ziel. Wie sich Unsicherheit äußert, beschreibt Trennungsangst beim Hund.

Alltag mit 70 Kilogramm

Die Tierschutz-Hundeverordnung setzt in § 2 den Mindestrahmen. Verlangt werden ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen — angepasst an Rasse, Alter und Gesundheitszustand.

Was ein Broholmer im Alltag braucht

  • Ein Gelände, das er überblicken kann.
  • Klare Regeln, wer willkommen ist — das muss er lernen.
  • Frühe Prägung und Sozialisierung, gerade bei Kindern und Hunden.
  • Dosierte Bewegung im ersten Lebensjahr.
  • Ein Auto, eine Praxis und eine Waage für bis zu 70 Kilogramm.

Zum Magenrisiko schwerer Rassen: Magendrehung beim Hund.

Ich rate dazu, die Gewichtsklasse vorher praktisch durchzuspielen. Bei bis zu 70 Kilogramm ist ein Tierarztbesuch keine Selbstverständlichkeit mehr, sondern Planung. Was in der Wachstumsphase auf den Teller gehört, steht in Welpen richtig füttern.

Meine langjährige Erfahrung mit sehr schweren Rassen zeigt, dass das erste Lebensjahr über die späteren entscheidet. Hüften und Knie tragen bei diesem Gewicht dauerhaft mehr als bei jedem mittelgroßen Hund. Was dahintersteckt, erklärt Hüftdysplasie beim Hund.

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Mehr dazu steht in Italienisches Windspiel.

So sieht der Broholmer aus

Ein großer Hund vom Mastiff-Typ mit rechteckigem, kräftigem Gebäude — so beginnt der FCI-Standard Nr. 315 das Bild dieser Rasse. Der Bewegungsablauf ist kraftvoll und ruhig. Die Erscheinung prägt vor allem die mächtige Vorderhand.

Der Kopf ist massiv und breit und wirkt schwer. Der Hals ist mächtig, bedeckt von etwas loser Haut. Die Brust ist breit und tief. Schädel und Fang haben dieselbe Länge, das steht unter den wichtigen Proportionen.

In der Ruhe trägt der Broholmer den Kopf recht tief und nach unten gebeugt. Die Rute hängt dabei säbelförmig herab. Bei Aufmerksamkeit hebt er den Kopf, die Rute geht über die Waagerechte. Über den Rücken gehört sie nie.

Das Haar ist kurz und liegt dicht an, darunter sitzt eine dicke Unterwolle. Drei Farben führt der Standard auf: Gelb mit schwarzer Maske, Gold-Rot und Schwarz. Weiße Abzeichen an Brust, Pfoten und Rutenspitze sind zulässig.

Die Augen sind rund und nicht zu groß. Ihre Farbe reicht von hellem bis dunklem Bernstein, der Ausdruck soll großes Selbstvertrauen zeigen. Die Ohren hängen mittelgroß, ziemlich hoch angesetzt, eng an den Backen.

Gesundheit und was der Standard ausschließt

Eine Lebenserwartung nennt der FCI-Standard nicht. Ich schreibe deshalb keine hin. Was er hergibt, ist die Liste der Fehler, die einen Broholmer von der Zucht ausschließen. Sie sagt über die Rasse mehr als jede Zahl aus zweiter Hand.

Diese Merkmale schließen einen Broholmer von der Zucht aus

  • Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde.
  • Deutliche körperliche Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen.
  • Quadratischer Körperbau oder ausgeprägter Mangel an Substanz.
  • Ein Nasenschwamm in einer anderen Farbe als Schwarz.
  • Rückbiss oder Vorbiss. Verschiedenfarbige Augen.
  • Aufrecht getragene Ohren oder aufgerollt getragene Rute.
  • Fehlfarbe im Haarkleid oder langes Haar.

Alle Punkte stehen wörtlich im FCI-Standard Nr. 315 vom 22.09.2000.

Zwei dieser Punkte betreffen das Wesen, nicht das Aussehen. Ein aggressiver Broholmer ist kein scharfer Wachhund, sondern ein Zuchtausschluss. Dasselbe gilt für einen übermäßig ängstlichen Hund. Bei 70 Kilogramm ist das die richtige Reihenfolge.

Über dem Standard steht das Gesetz. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet es, Wirbeltiere so zu züchten, dass den Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen. Dasselbe gilt, wenn Körperteile untauglich oder umgestaltet sind und dadurch Schmerzen entstehen.

Verboten sind ebenso Zuchten, deren Nachkommen erblich bedingte Verhaltensstörungen mit Leiden zeigen. Die Behörde darf in solchen Fällen anordnen, dass die Tiere unfruchtbar gemacht werden. Der Standard endet passend dazu mit einem Satz: Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.

Was der Standard nicht regelt, entscheidet trotzdem über das Hundeleben. Gelenke, Herz und Magen tragen bei dieser Masse mehr als bei jedem mittelgroßen Hund. Ich frage beim Züchter nach den Röntgenbefunden der Elterntiere zu Hüfte und Ellenbogen.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Der Broholmer ist selten. Wer einen Welpen sucht, landet schnell bei Anzeigen ohne Verband. Ich kaufe nur bei einem Züchter, der einem VDH-Mitgliedsverein angehört und den Wurf dort eintragen lässt. Die Ahnentafel gehört auf den Tisch, bevor Geld fließt.

Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. So steht es in § 2 Absatz 4 der Tierschutz-Hundeverordnung. Wer dir einen jüngeren Hund anbietet, bricht geltendes Recht — und du solltest gehen.

Sieh dir das Muttertier zusammen mit dem Wurf an. Wer das nicht zeigen will, hat einen Grund dafür. Frag nach Impfpass, Entwurmung und Chipnummer. Achte darauf, wie die Hündin auf dich reagiert, denn ihr Wesen erbt der Welpe zur Hälfte.

Sprich den Züchter auf § 11b an. Wer züchtet, kennt die Norm. Ein guter Züchter erklärt dir von selbst, welche Merkmale er bewusst nicht verstärkt. Beim Broholmer sind das die lose Kehlhaut, die hängenden Lefzen und die schiere Masse.

Preise nenne ich hier bewusst nicht. Sie schwanken zu stark. Ein niedriger Preis ist ohnehin kein Argument für einen Kauf, sondern meist ein Warnzeichen.

Passt der Broholmer zu dir?

Diese Rasse passt zu Menschen mit Platz, Zeit und Ruhe. Ein eigenes Grundstück, das er überblicken kann, ist fast schon Voraussetzung. In einer kleinen Wohnung im vierten Stock ohne Aufzug wird das nichts.

Sie passt zu Familien, wenn Prägung und Sozialisierung früh laufen. Mit den eigenen Kindern kommt er gut zurecht. Deren Freunde an der Haustür sind die eigentliche Aufgabe. Wer viel spontanen Besuch bekommt, übt das Türverhalten von Anfang an.

Sie passt nicht zu Ersthaltern ohne Erfahrung mit großen Hunden. Sie passt auch nicht zu Haushalten, in denen niemand tagsüber da ist. Und sie passt nicht zu einem knappen Budget, denn Futter, Praxis und Transport kosten bei 70 Kilogramm spürbar mehr.

Am besten aufgehoben sehe ich den Broholmer bei erfahrenen Haltern auf dem Land. Wer ruhig führt, bekommt einen der gelassensten Riesen überhaupt. Wer laut wird, bekommt einen sturen Hund von 70 Kilogramm.

Fazit: Der Broholmer ist ein dänischer Familien- und Wachhund. Rüden messen etwa 75 Zentimeter bei 50 bis 70 Kilogramm, Hündinnen etwa 70 Zentimeter bei 40 bis 60 Kilogramm. Sein Wesen ist ruhig, gutartig und freundlich — sieht er seine Familie gefährdet, wird daraus ein unbestechlicher Wachhund. Stabiles Selbstvertrauen ist ein Zuchtkriterium, Druck und Drill sind zwecklos. Wer einen schwarzen Broholmer sucht, findet die Farbe im FCI-Standard Nr. 315 wörtlich aufgeführt. Nur das VDH-Rasselexikon schweigt dazu.

Häufige Fragen zum Broholmer

Gibt es schwarze Broholmer?

Ja. Der FCI-Standard Nr. 315 nennt Gelb mit schwarzer Maske, Gold-Rot und Schwarz. Im VDH-Rasselexikon steht zur Farbe nichts.

Wie groß wird ein Broholmer?

Rüden messen etwa 75 cm, Hündinnen etwa 70 cm — damit gehört der Broholmer zu den größten Hunderassen überhaupt.

Broholmer: Wie schwer wird er?

Rüden wiegen 50 bis 70 kg, Hündinnen 40 bis 60 kg.

Broholmer: Woher stammt die Rasse?

Aus Dänemark. Der VDH führt sie als Familien- und Wachhund.

Broholmer: Wie ist sein Wesen?

Ruhig, gutartig und freundlich. Der VDH beschreibt eine würdevolle Ruhe.

Wann wird er zum Wachhund?

Wenn er seine Familie oder deren Besitz gefährdet sieht. Dann wird aus dem Riesen ein unbestechlicher Wachhund.

Broholmer: Wie verhält er sich gegenüber Fremden?

Auf neutralem Grund gleichgültig bis freundlich. Manchmal sucht er selbst Kontakt.

Darf man auf ihn zugehen?

Diese Entscheidung sollte man immer dem Hund überlassen. So formuliert es der VDH.

Passt er zu Kindern?

Nach entsprechender Prägung und Sozialisierung lebt er freudig in Haushalten mit Kindern und anderen Hunden.

Was braucht er zwingend?

Viel Zuwendung, engen Anschluss ans menschliche Rudel und die Möglichkeit, sein Gelände zu bewachen.

Broholmer: Wie erzieht man ihn?

Mit viel Geduld und Ruhe. Die Rasse neigt zur Sturheit — Druck und Drill sind zwecklos.

Broholmer: In welche FCI-Gruppe gehört er?

In Gruppe 2, Sektion 2.1 der Molosser. Die Standardnummer lautet 315.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Wachstum, Gelenken und Gewicht berät die Tierarztpraxis individuell.