Scottish Deerhound: Größe und Wesen

Scottish Deerhound: Größe und Wesen

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Rüden ab 76 cm und rund 45,5 kg, Hündinnen ab 71 cm und rund 36,5 kg.
  • Gebaut, um einen Hirsch niederzureißen.
  • Sanftmütig, gelassen und frei von jeder Aggressivität.
  • Im Haus still — bei ausreichendem Auslauf.

Der Scottish Deerhound gehört zu den größten Hunden überhaupt. Sein Wesen passt nicht zu diesem Bild. Ich gehe die Angaben durch.

Die kurze Antwort

Ein schottischer Windhund ab 71 beziehungsweise 76 Zentimetern, rauhaarig, sanft und im Haus ruhig.

Der entscheidende Punkt

Sein Stolz verträgt keine Ungerechtigkeit. Er reagiert darauf mit Rückzug.

Gebaut für eine einzige Aufgabe

Der VDH beschreibt ihn als rauhhaarigen Greyhound von größeren Ausmaßen und stärkerem Knochenbau. Sein Körperbau ruft den Eindruck einer einzigartigen Kombination von Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer hervor.

Wacher Scottish Deerhound steht aufmerksam auf einer Wiese
Ein rauhhaariger Windhund von mindestens 71 Zentimetern Widerristhöhe. Foto: Sisteskrik / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Dann nennt das Rasselexikon den Zweck. Diese Eigenschaften waren erforderlich, um einen Hirsch niederzureißen. Selten steht eine Aufgabe so direkt in einer Rassebeschreibung.

Trotzdem ist seine allgemeine Haltung von edler Würde geprägt. Der Deerhound oder Schottische Hirschhund gilt als der Aristokrat in der Hundewelt und als Schottlands älteste Hunderasse. Belegt wird das durch frühmittel- und mittelalterliche Berichte. Mir gefällt, dass hier Zweck und Auftreten nebeneinander stehen, ohne sich zu widersprechen.

Merkmal Rüde Hündin
MerkmalWiderristhöhe Rüdemindestens 76 cm Hündinmindestens 71 cm
MerkmalGewicht Rüdeca. 45,5 kg Hündinca. 36,5 kg
MerkmalHaarkleid Rüdestruppig, dicht, zottig Hündinstruppig, dicht, zottig
MerkmalHaarlänge Rüde8 – 10 cm an Rumpf und Hals Hündin8 – 10 cm an Rumpf und Hals
MerkmalWolliges Haar Rüdenicht zulässig Hündinnicht zulässig

Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon. Mindesthöhe und Haarlänge nach FCI-Standard Nr. 164.

Stolz und empfindlich

Der Deerhound ist ein sehr intelligenter Hund mit hohem Einfühlungs- und Anpassungsvermögen an den Menschen. So beschreibt es der VDH.

Zwei wache Scottish Deerhounds galoppieren über eine Wiese
Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer in einer Kombination. Foto: Manializa / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Dann folgt ein Satz, den ich in dieser Form selten gelesen habe. Wegen seines Stolzes neigt er dazu, bei ungerechter Behandlung hier und da vorübergehend beleidigt zu sein.

Praktisch heißt das: Er trägt eine unfaire Korrektur nach. Nicht auf Dauer, aber sichtbar. Aus meiner Erfahrung ist genau das der Grund, warum bei dieser Rasse Ruhe und Fairness wichtiger sind als Konsequenz im engeren Sinn. Grundlagen dazu in Erziehung des Hundes.

Was ein Scottish Deerhound im Alltag braucht

  • Täglichen Auslauf — sonst wird er auch im Haus unruhig.
  • Faire Behandlung ohne harte Korrekturen.
  • Gesichertes Gelände für den Freilauf.
  • Weiche Liegeflächen für einen schweren, dünnhäutigen Hund.
  • Kontakt zu Artgenossen von klein auf.

Zur Prägung: Sozialisierung von Welpen.

Sanft, gelassen und kinderlieb

Der zweite Teil der Wesensbeschreibung fällt eindeutig aus. Er ist sanftmütig, zeigt Gelassenheit und ist frei von jeder Aggressivität. Liebenswürdig und geduldig mit Kindern nennt ihn der VDH ebenfalls.

Im Haus verhält er sich still und angepasst — mit einer Bedingung. Sein täglicher Auslauf darf nicht vernachlässigt werden. Dieser Halbsatz entscheidet über den Alltag mit einem Hund dieser Größe.

Kopf eines wachen Scottish Deerhounds
An Kopf und Brust ist das Haar deutlich weicher als am Rumpf. Foto: Manializa / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Der VDH nennt ihn einen äußerst angenehmen Begleiter, der gut zu führen ist. Beim Reitsport gilt er als idealer Begleiter. Ich halte diese Kombination — ruhig im Haus, schnell im Gelände — für den größten Vorzug der Rasse. Passende Beschäftigung findest du unter Hundespielzeug.

Coursing statt Kilometer

Für die sportliche Betätigung verweist der VDH auf die Windhundsportvereine des Deutschen Windhundzucht- und Rennverbands. Sie bieten gute Trainingsmöglichkeiten.

Besonders geeignet ist die Teilnahme an Coursings. Dabei handelt es sich um Veranstaltungen im freien Gelände, die dem natürlichen Bewegungsdrang nachempfunden sind.

Ich rate deshalb dazu, den Bewegungsbedarf über Qualität statt Menge zu decken. Ein Windhund braucht Sprints, keine Dauerstrecke. Was bei Hitze zu beachten ist, steht in Hitzschlag beim Hund.

Praktisch plane ich bei dieser Rasse zwei Arten von Bewegung ein. Zum einen die ruhige tägliche Runde, die den Kopf beschäftigt und den Körper locker hält. Zum anderen ein bis zwei Einheiten pro Woche auf gesichertem Gelände, bei denen der Hund wirklich Gas geben darf.

Wer nur die erste Hälfte liefert, bekommt einen Hund, der im Haus nicht abschaltet. Wer nur die zweite liefert, bekommt einen Hund ohne Kondition. Beides zusammen ergibt den ruhigen Begleiter, den der VDH beschreibt.

Haarkleid mit klaren Vorgaben

Das Haar soll struppig sein, aber nicht übermäßig viel. Wolliges Haar ist nicht zulässig. Das korrekte Haarkleid ist dicht, anliegend und zottig und fühlt sich harsch oder steif an.

Die Länge unterscheidet sich nach Körperregion. An Rumpf, Hals und Hinterhand ist es harsch und drahtig, etwa acht bis zehn Zentimeter lang. An Kopf, Brust und Bauch wird es viel weicher.

Dazu kommt eine leichte Haarfranse an der Innenseite der Vorder- und Hinterläufe. Meine langjährige Erfahrung mit rauhaarigen Rassen zeigt: Trimmen erhält die Struktur, Scheren zerstört sie. Mehr dazu in Fellpflege beim Hund.

Die Tierschutz-Hundeverordnung verlangt in § 2 Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen. Bei einem Hund von über vierzig Kilogramm belastet jeder Sprint die Gelenke. Was dort passiert, erklärt Gelenke beim Hund. Unterstützend gibt es die Lucky Pets Gelenktabletten mit Grünlippmuschel und Kollagen.

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So sieht der Deerhound aus

Bei den Farben wird der FCI-Standard Nr. 164 konkret. Genannt sind dunkles Blaugrau, dunkleres und helleres Grau sowie gestromt. Dazu kommen gelb, rotsandfarben und rotbräunlich, jeweils mit schwarzer Maske und schwarzen Ohren, Läufen und Rute.

Beim Weiß zieht der Standard eine Grenze. Eine weiße Brust, weiße Zehen und eine kleine weiße Rutenspitze sind erlaubt. Je weniger Weiß, desto besser, denn der Hund gilt als einfarbig. Eine weiße Blesse am Kopf schließt aus, ein weißer Kragen ebenso.

Der Kopf ist lang und eher flach als gewölbt. Über den Augen sitzt eine sehr leichte Erhöhung. Einen Stopp gibt es nicht. Der Fang verjüngt sich zum schwarzen Nasenschwamm hin. Bei hell gefärbten Hunden ist ein schwarzer Fang bevorzugt.

Dazu kommen ein guter Schnurrbart aus ziemlich seidigem Haar und etwas Kinnbart. Die Ohren sitzen hoch und bleiben in der Ruhe zurückgefaltet. Sie fühlen sich weich an wie ein Mausefell. Je kleiner, desto besser. Ein großes, dickes Hängeohr ist höchst unerwünscht.

Die Rute ist lang, stark am Ansatz und reicht fast bis zum Boden. Sie fällt gerade herab oder biegt sich leicht auf. Über die Rückenlinie darf sie nie steigen. Eine eingerollte Rute ist unerwünscht.

Größe und Gewicht

Bei der Größe steht im Standard ein Wort, das viele Profile weglassen. Angegeben ist eine erwünschte Mindest-Schulterhöhe. Für Rüden sind das 76 Zentimeter, für Hündinnen 71. Nach oben zieht der Text keine Grenze.

Das ändert die Lesart. 76 Zentimeter sind kein Zielwert, sondern der Boden. Ein Rüde von 80 Zentimetern bleibt standardgerecht. Wer eine Spanne von 71 bis 76 Zentimetern liest, hat zwei Mindestwerte zu einem Bereich verrechnet.

Beim Gewicht nennt der Standard konkrete Zahlen: Rüden wiegen etwa 45,5 Kilogramm, Hündinnen etwa 36,5. Damit gehört der Deerhound zu den schwersten Windhunden überhaupt. Beim Greyhound schweigt sein Standard zum Gewicht komplett.

Angabe FCI-Standard Nr. 164
AngabeSchulterhöhe Rüde FCI-Standard Nr. 164mindestens 76 cm (erwünscht)
AngabeSchulterhöhe Hündin FCI-Standard Nr. 164mindestens 71 cm (erwünscht)
AngabeGewicht Rüde FCI-Standard Nr. 164etwa 45,5 kg
AngabeGewicht Hündin FCI-Standard Nr. 164etwa 36,5 kg
AngabeHaarlänge an Rumpf, Hals, Hinterhand FCI-Standard Nr. 164etwa 8 – 10 cm
AngabeFCI-Gruppe FCI-Standard Nr. 164Gruppe 10 Windhunde
AngabeSektion FCI-Standard Nr. 1642 Rauhhaarige Windhunde, ohne Arbeitsprüfung

Angaben nach dem FCI-Standard Nr. 164, gültiger offizieller Standard vom 08.10.2012.

Die Zeile zur Sektion ist die wichtigste des ganzen Kastens. Der Deerhound steht in Sektion 2 bei den rauhhaarigen Windhunden. Greyhound, Whippet, Galgo, Sloughi und Azawakh stehen alle in Sektion 3 bei den kurzhaarigen. Das Haar trennt ihn, nicht die Größe.

Deerhound oder Greyhound?

Der Standard löst diese Frage in seinem ersten Satz. Der Deerhound ähnelt einem rauhhaarigen Greyhound von größeren Ausmaßen und stärkerem Knochenbau.

Drei Angaben trennen die beiden. Beim Haar steht der Deerhound in Sektion 2, der Greyhound in Sektion 3. Bei der Größe nennt Standard Nr. 158 für den Greyhound 71 bis 76 Zentimeter als Idealmaß, beim Deerhound sind 76 Zentimeter das Minimum.

Beim Gewicht wird der Abstand deutlich. Für den Deerhound stehen etwa 45,5 Kilogramm bei Rüden im Text. Der Greyhound-Standard nennt gar nichts. Ein dritter Punkt betrifft die Rückenlinie: Beim Deerhound ist eine gerade Oberlinie ausdrücklich unerwünscht.

Gesundheit und was der Standard ausschließt

Eine Lebenserwartung führt der Rassestandard nicht auf. Dafür listet er die Fehler, die einen Hund von der Zucht ausschließen. Diese Liste sagt mehr über die Rasse aus als jede Zahl aus zweiter Hand.

Zwei Punkte stehen dort. Aggressive Hunde sind disqualifiziert, übermäßig ängstliche ebenso. Dazu kommen Tiere mit deutlichen körperlichen Auffälligkeiten oder mit Störungen im Verhalten. Beim Deerhound passt das zum Wesenstext: niemals misstrauisch, aggressiv oder scheu.

Wie beim Greyhound zählt bei der Bewertung eines Fehlers mit, ob der Hund die rassetypische Arbeit noch leisten kann. Ein Bau, der Schnelligkeit, Kraft oder Ausdauer nimmt, ist damit selbst ein Fehler.

Dazu kommt § 11b des Tierschutzgesetzes. Verboten ist die Zucht, wenn den Nachkommen erblich bedingt Schmerzen, Leiden oder Schäden drohen. Bei einem Hund von über 45 Kilogramm schaue ich besonders auf Herz und Gelenke.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Deerhounds sind in Deutschland sehr selten. Wer sucht, landet schnell bei Anzeigen ohne Verein dahinter. Ich rate zum Weg über einen Zuchtverein im VDH. Dort gehören Ahnentafel, Wurfabnahme und die Zuchtzulassung beider Elterntiere zum Verfahren.

Beim Besuch schaue ich zuerst auf das Muttertier. Sie soll beim Wurf sein und sich anfassen lassen. Die Welpen bleiben mindestens acht Wochen bei ihr. Wer früher abgibt, spart sich Arbeit auf Kosten des Hundes.

Am Abgabetag liegen Impfpass, Entwurmungsnachweis und Mikrochipnummer vor. Ich lasse mir außerdem zeigen, wo die Welpen aufwachsen. Ein Wurf mitten im Haushalt bringt mehr Alltagsreize mit als ein sauberer Zwinger im Garten.

Zwei Fragen sind beim Deerhound speziell. Fass das Haar der Elterntiere an, denn wolliges Haar ist nicht zulässig. Frag zweitens nach Weiß am Kopf, weil eine Blesse und ein weißer Kragen ausschließen. Preise nenne ich bewusst nicht, entscheidend ist der Eindruck vor Ort. Eine Checkliste dafür steht in Alles über den Hundekauf.

Passt der Scottish Deerhound zu dir?

Er passt zu Menschen mit Platz. Ein Hund von 76 Zentimetern und 45 Kilogramm braucht eine Liegefläche, über die niemand steigen muss. Im Haus bleibt er trotzdem still, sofern der Auslauf stimmt.

Für den ersten eigenen Hund kann er funktionieren. Der Standard nennt ihn gehorsam und leicht zu erziehen, weil er bestrebt ist zu gefallen. Nur beim Jagdverhalten hilft keine Erziehungserfahrung.

Mit Kindern klappt der Alltag gut. Liebenswürdig und geduldig nennt ihn der VDH ausdrücklich. Bei sehr kleinen Kindern achte ich trotzdem auf die schiere Masse. Ein Rutenschlag auf Kopfhöhe reicht für Tränen.

Gegen ihn spricht eine kleine Wohnung ohne Zugang zu gesichertem Gelände. Auch der Geldbeutel spielt mit, denn Futtermenge und Medikamentendosis richten sich nach dem Gewicht. Wer einen pflegeleichten Kurzhaarhund sucht, ist beim Deerhound falsch.

Fazit: Rüden erreichen mindestens 76 Zentimeter und rund 45,5 Kilogramm, Hündinnen mindestens 71 Zentimeter und rund 36,5 Kilogramm. Der Deerhound gilt als Schottlands älteste Hunderasse und wurde gezüchtet, um einen Hirsch niederzureißen. Sein Wesen ist sanftmütig, gelassen und frei von jeder Aggressivität, gegenüber Kindern geduldig. Wegen seines Stolzes reagiert er auf ungerechte Behandlung empfindlich. Sein Haar ist struppig und drahtig, wollig darf es nicht sein.

Häufige Fragen zum Scottish Deerhound

Wie groß wird ein Scottish Deerhound?

Der Standard nennt eine erwünschte Mindesthöhe: Rüden 76 cm, Hündinnen 71 cm.

Wie schwer wird er?

Rüden etwa 45,5 kg, Hündinnen etwa 36,5 kg.

Wie ist sein Wesen?

Sehr intelligent, sanftmütig, gelassen und frei von jeder Aggressivität.

Wie reagiert er auf ungerechte Behandlung?

Er ist wegen seines Stolzes hier und da vorübergehend beleidigt.

Ist er gut mit Kindern?

Ja. Der VDH nennt ihn liebenswürdig und geduldig mit Kindern.

Wie verhält er sich im Haus?

Still und angepasst, wenn sein täglicher Auslauf nicht vernachlässigt wird.

Welcher Sport passt?

Coursing. Auch beim Reitsport ist er ein idealer Begleiter.

Wofür wurde er gezüchtet?

Um einen Hirsch niederzureißen. Daher Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer.

Wie ist sein Haarkleid?

Struppig, dicht, anliegend und zottig, harsch oder steif im Griff.

Wie lang ist das Haar?

An Rumpf, Hals und Hinterhand etwa 8 bis 10 cm.

Ist wolliges Haar erlaubt?

Nein. Wolliges Haar ist nicht zulässig.

Wie alt ist die Rasse?

Sie gilt als Schottlands älteste Hunderasse.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

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Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.