Sloughi: Größe, Herkunft und Haltung

Sloughi: Größe, Herkunft und Haltung

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Rüden 66–72 cm, Hündinnen 61–68 cm.
  • Im Arabischen heißt er el hor — der Edle.
  • Nur kurzhaarig, sehr kurz, dicht und fein.
  • Drei anerkannte Farben, dazu die schwarze Maske.

Der Sloughi gehört zu den ältesten Windhunden überhaupt. Seine Stellung in Nordafrika ist eine besondere. Ich gehe die Angaben durch.

Die kurze Antwort

Ein nordafrikanischer Windhund von 61 bis 72 Zentimetern, kurzhaarig und ausdauernd.

Der entscheidende Punkt

Er wurde für die Jagd in der Wüste gezüchtet. Härte und Ausdauer sind sein Erbe.

Der Edle aus dem Maghreb

Der VDH beschreibt eine sehr alte orientalische Windhundrasse. Ihre Heimat sind die Länder des Maghreb: Marokko, Algerien und Tunesien. Für den Standard verantwortlich ist Marokko.

Wacher Sloughi steht aufmerksam auf einer Wiese
Ein Windhund von 61 bis 72 Zentimetern Widerristhöhe. Foto: Sabine.schlenkrich / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Die Belege reichen weit zurück. Vorfahren des Sloughi sind schon auf ägyptischen Wandreliefs aus der Zeit vor dreitausend Jahren dargestellt. Noch ältere Zeugnisse glatthaariger, hängeohriger Windhunde stammen aus der Blütezeit der mesopotamischen Kultur.

Bemerkenswert ist seine Stellung bis heute. In Nordafrika gilt der Sloughi im Gegensatz zu anderen Hunden als rein. Im Arabischen heißt er el hor, der Edle. Mir ist keine andere Hunderasse bekannt, die in ihrer Herkunftsregion eine solche Sonderstellung einnimmt.

Merkmal Rüde Hündin
MerkmalWiderristhöhe Rüde66 – 72 cm Hündin61 – 68 cm
MerkmalHaarkleid Rüdesehr kurz, dicht, fein Hündinsehr kurz, dicht, fein
MerkmalVarietäten Rüdenur kurzhaarig Hündinnur kurzhaarig
MerkmalPrüfung Rüdeohne Arbeitsprüfung, Rennlizenz Hündinohne Arbeitsprüfung, Rennlizenz
MerkmalStandardland RüdeMarokko HündinMarokko

Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.

Im Sattel auf die Jagd

Traditionell jagte der Sloughi an der Seite der Beduinen. Neben Reitpferd und Dromedar war er ihr wertvollster Besitz.

Zwei wache Sloughis laufen über einen Feldweg
Hart und ausdauernd, Entbehrungen gewohnt. Foto: Thomas I.M. Liedtke / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Der VDH beschreibt ihn als hart und ausdauernd, Entbehrungen gewohnt wie alle Wüstenbewohner. Bedeutende Scheichs unterhielten große Sloughi-Zuchten.

Das Jagdverfahren ist überliefert. Die Sloughis wurden im Sattel vor den Reitern sitzend mit auf die Jagd genommen, begleitet von abgerichteten Falken. Aus meiner Erfahrung erklärt das seinen heutigen Bewegungsbedarf besser als jede Kilometerangabe — er ist für kurze, extreme Belastung gebaut. Passende Beschäftigung findest du unter Hundespielzeug.

Was ein Sloughi im Alltag braucht

  • Gelegenheit zum freien Sprint auf gesichertem Gelände.
  • Einen Halter, der Windhund-Jagdtrieb einkalkuliert.
  • Weiche Liegeflächen — er hat kaum Fettpolster.
  • Wärme bei Kälte, er stammt aus der Wüste.
  • Auslauf im Freien und täglichen Umgang mit seinen Leuten.

Zur Fütterung: Welpen richtig füttern.

Haar, Farben und die schwarze Maske

Das Haar ist sehr kurz, dicht und fein. Anders als beim Saluki gibt es keine langhaarige Varietät — der Sloughi kommt nur kurzhaarig vor.

Anerkannt sind drei Farben. Sandfarbig reicht von hellsand über rot bis rußig, in allen Schattierungen, ebenso der Wüstensand. Dazu kommen schwarz mit sandfarbenen oder gestromten Abzeichen, genannt schwarzer Mantel, sowie gestromt.

Wacher Sloughi steht aufmerksam im Freien
Charakteristisch ist die schwarze Zeichnung im Gesicht. Foto: Wikimedia Commons, CC0

Sehr charakteristisch ist die schwarze Maske. Damit ist die schwarze Zeichnung im Gesicht gemeint. Die Fellpflege bleibt bei so kurzem Haar minimal. Wie du sie einfach hältst, steht in Fellpflege beim Hund.

Der FCI-Standard formuliert dieselbe Sache anders. Dort ist die Grundfarbe immer sandfarben, in allen Tonschattierungen von hellsandfarben bis rotsandfarben. Schwarze Maske, schwarzer Mantel, schwarze Stromung und schwarze Wolkung dürfen dazukommen. Sie müssen es aber nicht.

Was sich verändert hat

Der VDH beschreibt auch den Wandel. Fortschreitende Zivilisation und regionale Jagdverbote haben die praktischen Lebensbedingungen des Sloughis verändert.

Nur fernab der Städte und Touristenzentren wird in den unzugänglichen Landesteilen die Sloughi-Tradition noch nach der alten Weise gepflegt. Die ideelle Wertschätzung hat sich dagegen erhalten.

Überliefert ist vieles davon durch den französischen General Daumas. In seinen Büchern über die Sahara schrieb er darüber, wie aufmerksam man den Sloughi behandelt. Er beschrieb auch, welch hohen Wert ein Hund hat, der durch Jagen die Familie ernährt.

Saluki oder Sloughi?

Beide Rassen werden regelmäßig verwechselt. Der schnellste Unterschied liegt im Haar. Der Saluki tritt in einer langhaarigen Varietät mit Befederung auf, der Sloughi kommt ausschließlich kurzhaarig vor.

Ein zweiter Unterschied betrifft die Herkunft. Der Saluki stammt aus einem riesigen Gebiet vom Vorderen Orient bis nach Zentralasien, der Sloughi klar aus dem Maghreb. Beide Rassen haben eigene Standards und eigene Zuchtbücher.

Ich rate deshalb dazu, sich vor dem Kauf beide Rassen anzusehen. Wer nur Fotos vergleicht, landet leicht beim falschen Hund.

Haltung in Deutschland

Zum Wesen macht das Rasselexikon keine Angaben. Ich erfinde deshalb keine, sondern zitiere weiter unten den FCI-Standard. Was rechtlich gilt, steht dagegen fest: Die Tierschutz-Hundeverordnung verlangt in § 2 Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen.

Ich rate bei allen Windhunden zu einem eingezäunten Auslaufgelände. Ein Hund, der auf Sicht jagt, hört im Sprint niemanden mehr. Der Rückruf gehört trotzdem trainiert — mehr dazu in Erziehung des Hundes.

Meine langjährige Erfahrung mit kurzhaarigen Wüstenrassen zeigt zwei praktische Punkte. Sie frieren früh. Außerdem brauchen sie weiche Unterlagen. Der Sprint aus dem Stand belastet außerdem die Gelenke stark. Was dort passiert, erklärt Gelenke beim Hund. Unterstützend gibt es die Lucky Pets Gelenktabletten mit Grünlippmuschel und Kollagen.

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Größe und Gewicht

Für Rüden nennt der FCI-Standard Nr. 188 66 bis 72 Zentimeter Widerristhöhe. Hündinnen liegen bei 61 bis 68. Eine Idealgröße gibt der Text zusätzlich an: 70 Zentimeter beim Rüden, 65 bei der Hündin.

Ein Gewicht steht nirgends im Standard. Das ist kein Rechercheloch, sondern der Befund. Wer eine belastbare Zahl braucht, holt sie beim Zuchtverband oder beim Züchter ein.

Dafür rechnet der Standard mit Proportionen. Ein Rüde von 70 Zentimetern soll 67 bis 68 Zentimeter Körperlänge haben. Länge zu Höhe steht damit im Verhältnis 9,6 zu 10. Ein Sloughi ist also etwas kürzer als hoch. Die Brust reicht in der Tiefe auf vier Zehntel der Widerristhöhe.

Angabe FCI-Standard Nr. 188
AngabeWiderristhöhe Rüde FCI-Standard Nr. 18866 – 72 cm (ideal 70 cm)
AngabeWiderristhöhe Hündin FCI-Standard Nr. 18861 – 68 cm (ideal 65 cm)
AngabeGewicht FCI-Standard Nr. 188im Standard nicht angegeben
AngabeKörperlänge zu Höhe FCI-Standard Nr. 1889,6 zu 10
AngabeBrusttiefe zu Höhe FCI-Standard Nr. 1884 zu 10
AngabeFCI-Gruppe FCI-Standard Nr. 188Gruppe 10 Windhunde
AngabeSektion FCI-Standard Nr. 1883 Kurzhaarige Windhunde, ohne Arbeitsprüfung, mit Rennlizenz

Angaben nach dem FCI-Standard Nr. 188, gültiger offizieller Standard vom 08.01.1998.

Auch am Kopf misst der Standard nach. Von Ohr zu Ohr soll der Schädel 12 bis 14 Zentimeter breit sein. Der Fang nimmt genau die halbe Kopflänge ein. So genau wird kaum ein anderer Windhundstandard.

Wesen im Alltag

Anders als das Rasselexikon wird der Standard beim Wesen deutlich. Wörtlich heißt es dort: Obgleich edel und stolz hängt er sehr an seinem Herrn und verteidigt ihn bei Veranlassung.

Ein zweiter Satz ergänzt das. Mit dem Instinkt des Jägers ausgestattet und zu ausdauernder Anstrengung fähig, schätzt er gleichwohl die bequeme Behaglichkeit eines Heims.

Diese zwei Sätze beschreiben das Zuchtziel. Sie beschreiben nicht den einzelnen Hund vor dir. Ein Sloughi aus schlechter Aufzucht kann unsicher sein, obwohl im Standard stolz steht.

Praktisch heißt das dreierlei. Bei Besuch bleibt ein Sloughi eher zurückhaltend als überschwänglich. Kinder verträgt er, solange sie seine Ruhe achten. Wer ihn draußen frei laufen lässt, unterschätzt leicht den Jagdinstinkt.

Der letzte Halbsatz ist der versöhnliche. Ein Wüstenhund, der Behaglichkeit schätzt, liegt zu Hause gern auf dem Sofa. Acht Stunden allein passen trotzdem nicht zu einem Hund, der so an seinem Menschen hängt.

Sloughi oder Azawakh?

Beide sind afrikanische Windhunde aus Gruppe 10, Sektion 3. Beide sind kurzhaarig. Verwechselt werden sie trotzdem ständig.

Der erste Unterschied ist die Herkunft. Der Sloughi kommt aus Marokko. Für den Azawakh nennt Standard Nr. 307 das nördliche Grenzgebiet zwischen Mali und Niger, die Ausläufer des Azawakhtals. Das Patronat liegt bei Frankreich.

Der zweite Unterschied steht bei den Zahlen. Für den Azawakh nennt sein Standard ein Gewicht: 20 bis 25 Kilogramm bei Rüden, 15 bis 20 bei Hündinnen. Der Sloughi-Standard schweigt dazu.

Am klarsten trennt das Weiß. Beim Azawakh müssen alle vier Gliedmaßen weiße Stiefel zeigen, zumindest Spuren von Weiß an den Pfoten. Beim Sloughi sind weiße Stiefel ein disqualifizierender Fehler. Zwei Standards, zwei gegenläufige Vorgaben.

Gesundheit und was der Standard ausschließt

Eine Lebenserwartung führt der Rassestandard nicht auf. Dafür listet er die Fehler, die einen Hund von der Zucht ausschließen. Diese Liste sagt mehr über die Rasse aus als jede Zahl aus zweiter Hand.

Beim Wesen sind es zwei Punkte. Aggressive Hunde sind disqualifiziert, übermäßig ängstliche ebenso. Dazu kommen Tiere mit deutlichen körperlichen Auffälligkeiten oder mit Störungen im Verhalten.

Beim Bau wird der Standard konkreter als bei manch anderer Rasse. Ein Körper, der eindeutig länger als hoch ist, schließt aus. Ebenso Hüften, die tiefer liegen als der Widerrist. Auch depigmentierte Schleimhäute stehen auf der Liste, dazu Vorbiss und Rückbiss.

Beim Haar gilt dasselbe. Halblanges Haar schließt aus, Fransen an Gliedmaßen und Rute ebenfalls. Ein kleines weißes Abzeichen an der Brust bleibt dagegen ein leichter Fehler.

Dazu kommt § 11b des Tierschutzgesetzes. Verboten ist die Zucht, wenn den Nachkommen erblich bedingt Schmerzen, Leiden oder Schäden drohen. Bei einem so feinhäutigen Hund achte ich zusätzlich auf Druckstellen an den Ellenbogen.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Sloughis sind in Deutschland selten. Wer sucht, landet schnell bei Anzeigen ohne Verein dahinter. Ich rate zum Weg über einen Zuchtverein im VDH. Dort gehören Ahnentafel, Wurfabnahme und die Zuchtzulassung beider Elterntiere zum Verfahren.

Beim Besuch schaue ich zuerst auf das Muttertier. Sie soll beim Wurf sein und sich anfassen lassen. Die Welpen bleiben mindestens acht Wochen bei ihr. Wer früher abgibt, spart sich Arbeit auf Kosten des Hundes.

Am Abgabetag liegen Impfpass, Entwurmungsnachweis und Mikrochipnummer vor. Ich lasse mir außerdem zeigen, wo die Welpen aufwachsen. Ein Wurf mitten im Haushalt bringt mehr Alltagsreize mit als ein sauberer Zwinger im Garten.

Zwei Fragen sind beim Sloughi speziell. Frag nach Weiß an den Pfoten der Elterntiere, denn weiße Stiefel schließen von der Zucht aus. Frag zweitens nach der Haarlänge im Wurf. Preise nenne ich bewusst nicht, entscheidend ist der Eindruck vor Ort. Eine Checkliste dafür steht in Alles über den Hundekauf.

Passt der Sloughi zu dir?

Er passt zu Menschen, die Zurückhaltung aushalten. Ein Sloughi begrüßt nicht jeden. Der Standard nennt ihn edel und stolz. Wer einen anhänglichen Allerweltshund sucht, wird sich wundern.

Für den ersten eigenen Hund sehe ich ihn nicht. Sein Jagdinstinkt steht ausdrücklich im Standard. Dazu kommt eine enge Bindung an einen einzelnen Menschen. Beides zusammen verlangt Geduld und Erfahrung.

Mit Kindern klappt der Alltag, wenn die Ruhezeiten stehen. Andere Hunde verträgt er meist gut. Bei Katzen und kleinen Hunden gehe ich vorsichtig ran und plane die Leine ein.

Gegen ihn spricht ein Alltag ohne gesicherte Auslauffläche. Wer nur an der Leine durch die Stadt läuft, lastet diesen Hund nicht aus. Auch nasse Kälte passt schlecht. Ein Hund aus dem Maghreb bringt weder Unterwolle noch Fettpolster mit.

Fazit: Rüden erreichen 66 bis 72 Zentimeter, Hündinnen 61 bis 68, ein Gewicht nennt der VDH nicht. Der Sloughi stammt aus dem Maghreb, seine Vorfahren sind auf 3000 Jahre alten ägyptischen Reliefs abgebildet. Bei den Beduinen galt er neben Pferd und Dromedar als wertvollster Besitz und ritt im Sattel mit zur Jagd. Er kommt nur kurzhaarig vor, in drei anerkannten Farben, charakteristisch ist die schwarze Maske.

Häufige Fragen zum Sloughi

Wie groß wird ein Sloughi?

Rüden 66 bis 72 cm, Hündinnen 61 bis 68 cm.

Wie schwer wird er?

Ein Gewicht führt der VDH nicht auf.

Gibt es ihn langhaarig?

Nein. Er kommt nur kurzhaarig vor.

Wie fühlt sich sein Haar an?

Sehr kurz, dicht und fein.

Welche Farben sind anerkannt?

Sandfarbig, schwarz mit Abzeichen (schwarzer Mantel) und gestromt.

Was ist die schwarze Maske?

Die schwarze Zeichnung im Gesicht. Sie gilt als sehr charakteristisch.

Woher stammt er?

Aus Nordafrika, genauer aus den Maghreb-Staaten Marokko, Algerien und Tunesien.

Welches Land ist für den Standard verantwortlich?

Marokko.

Wie alt ist die Rasse?

Ihre Vorfahren sind auf ägyptischen Wandreliefs von vor 3000 Jahren dargestellt.

Wie jagte er mit den Beduinen?

Er saß im Sattel vor dem Reiter, begleitet von abgerichteten Falken.

Welchen Rang hatte er bei den Beduinen?

Neben Reitpferd und Dromedar war er ihr wertvollster Besitz.

Was bedeutet el hor?

Der Edle. So wird der Sloughi im Arabischen bezeichnet.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.