Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Kein Rassestandard — nur die Elternrassen sind beschrieben.
- Shih Tzu: nicht über 27 cm, 4,5 bis 8 kg.
- Pudel: vier Größen von 24 bis 60 cm.
- Beide Elternrassen stehen in FCI-Gruppe 9.
Shih Tzu und Pudel — zwei Begleithunde, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben. Tatsächlich stehen sie in derselben FCI-Gruppe. Ich sortiere, was das für den Mix bedeutet.
Die kurze Antwort
Eine Kreuzung ohne Standard. Anders als bei vielen Mischungen kommen hier zwei Rassen aus derselben Gruppe zusammen — beide sind reine Begleithunde.
Der entscheidende Punkt
Die Größe bleibt trotzdem offen. Ein Toypudel und ein Großpudel liegen 36 Zentimeter auseinander.
Zwei Begleithunde aus derselben Gruppe
Der FCI-Standard Nr. 208 führt den Shih Tzu als Begleithund in Gruppe 9, Sektion 5 Tibetanische Hunderassen, ohne Arbeitsprüfung. Als Ursprung nennt er Tibet und China, das Patronat liegt bei Großbritannien.

Der FCI-Standard Nr. 172 führt den Pudel ebenfalls in Gruppe 9, dort in Sektion 2, ebenfalls ohne Arbeitsprüfung. Ursprungsland ist Frankreich. Beide Elternrassen sind also als Gesellschafts- und Begleithunde eingeordnet — nicht als Arbeits- oder Jagdhunde.
Nach den FCI-Rassestandards Nr. 208 und Nr. 172, geprüft am 23.08.2026.
Aus meiner Erfahrung ist das ein Unterschied, der im Alltag zählt. Wo bei anderen Mischungen ein Jagdhund auf einen Begleithund trifft, bringen hier beide Seiten dieselbe Grundausrichtung mit. Wie anders das aussehen kann, zeigt der Pudel-Dackel-Mix.
Warum die Größe trotzdem offen bleibt
Beim Shih Tzu ist die Sache klar: nicht über 27 Zentimeter Widerristhöhe, 4,5 bis 8 Kilogramm, ideal 4,5 bis 7,5. Der Standard schiebt eine bemerkenswerte Bemerkung nach — Typ- und Rassecharakteristika seien von höchster Bedeutung und dürften unter keinen Umständen allein der Größe wegen geopfert werden.
Beim Pudel dagegen nennt der Standard vier Varietäten. Der Großpudel misst über 45 bis 60 Zentimeter, der Kleinpudel über 35 bis 45. Beim Zwergpudel sind es über 28 bis 35, beim Toypudel über 24 bis 28 Zentimeter mit 25 als Ideal.

Welche dieser Varietäten der Elternteil war, entscheidet also alles. Ein Shih-Poo aus einem Toypudel ist ein völlig anderer Hund als einer aus einem Großpudel — beide heißen gleich. Wie du die Widerristhöhe selbst misst, steht in Widerristhöhe beim Hund.
Das Fell: viel Aufwand, wenig Vorhersage
Der Shih-Tzu-Standard beschreibt den Kopf ausführlich: breit und rund, mit gutem Abstand zwischen den Augen, ein Strubbelkopf mit gutem Kinn und Backenbart. Das Haar wächst auf dem Fang nach oben und ergibt einen deutlich chrysanthemenartigen Effekt.
Für den Mix heißt das vor allem eines: Der Pflegeaufwand kann hoch sein. Ob ein Shih-Poo wenig haart, lässt sich vorher nicht sagen — bei einer Kreuzung ohne Standard ist offen, welche Anteile sich durchsetzen. Aussagen wie hypoallergen sind deshalb Werbung, keine Beschreibung. Ich rate, das Fell der Elterntiere anzusehen statt dem Namen zu glauben.
Und was gesundes Gewicht bei einem so kleinen Hund bedeutet, ordnet Übergewicht beim Hund ein.
Vor dem Kauf klären
- Welche Pudel-Varietät war der Elternteil genau?
- Wie groß und schwer sind beide Elterntiere wirklich?
- Wie sieht das Fell der Elterntiere aus, wie oft wird es gepflegt?
- Wie reagieren die Elterntiere auf Besuch und Alltagslärm?
- Wie werden die Welpen aufgezogen und sozialisiert?
Zur Grundpflege siehe Fellpflege beim Hund.

Was der Alltag verlangt
§ 2 der Tierschutz-Hundeverordnung gilt auch für kleine Begleithunde. Verlangt werden ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers und mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson. Dazu kommt regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen, angepasst an Rasse, Alter und Gesundheitszustand.
Für Welpen nennt das zuständige Bundesministerium vier Stunden täglichen Umgang bis zur zwanzigsten Lebenswoche, mit dem Ziel einer ausreichenden Sozialisierung gegenüber Menschen und Artgenossen.
Meine langjährige Erfahrung mit kleinen Begleithunden sagt: Der Kopf will Arbeit, auch wenn die Beine kurz sind. Ich setze deshalb früh auf kleine Suchaufgaben statt auf lange Strecken. Warum Spiel dabei so viel leistet, steht in Hunde spielen.
Für Haut und Fell zählen bei jeder Rasse dieselben Bausteine. Die B-Vitamine gibt es gebündelt im Lucky Pets Vitamin B-Komplex.

Wie das zusammenhängt, zeigt Lhasa Apso.
Der Korridor aus beiden Standards
Aus zwei Standards lässt sich eine Spanne bilden. Sie ersetzt keinen eigenen Standard, sie grenzt nur ein.
Nach unten ist die Grundlage dabei dünner, als sie aussieht. Für den Shih Tzu nennt Standard Nr. 208 nur eine Obergrenze von 27 Zentimetern und keine Untergrenze.
Abgeleitet aus FCI-Standard Nr. 208 (nicht über 27 cm) und Nr. 172 (vier Varietäten), abgerufen am 27.08.2026. Die Korridore sind Ableitungen und stehen in keinem Standard.
Aus den Maßen beider Elternstandards ergibt sich insgesamt ein Rahmen von etwa 24 bis 60 Zentimetern Widerristhöhe. Das ist keine Rassefestlegung, sondern der Korridor, in dem die Welpen eines Wurfs liegen können. Der einzelne Hund kann darüber oder darunter landen.
Welche Pudelvarietät eingekreuzt wurde, entscheidet über die Endgröße stärker als der Shih Tzu. Genau diese Frage stellst du vor dem ersten Besuch.
Beim Gewicht liefert nur eine Seite eine Zahl. Für keine der vier Pudelvarietäten führt Standard Nr. 172 ein Gewicht auf.
Eine Kilozahl für den Shih-Poo steht deshalb in keiner geprüften Quelle. Ich nenne keine und rate zur Waage beim Züchterbesuch.
Wesen im Alltag
Ein Standard hält das Zuchtziel einer reinen Rasse fest. Den einzelnen Hund beschreibt er nicht.
Zum Shih Tzu heißt es in Standard Nr. 208 wörtlich: „Intelligent, lebhaft und aufmerksam. Freundlich und unabhängig." Das Wort unabhängig ist dabei das interessanteste.
Für den Pudel steht ein einziger Satz zum Wesen. Er hebt Loyalität sowie Lern- und Dressurfähigkeit hervor.
Beide Rassen gehören zur FCI-Gruppe 9. Für Wache, Schutz oder Jagd hat niemand sie gezüchtet.
Für Besuch heißt das meist Freude statt Abwehr. Ein Hund, der Menschen mag, begrüßt Gäste eher lautstark als abweisend.
Mit Kindern kommen solche Hunde oft gut zurecht. Der Haken liegt in der anderen Richtung — ein Fünf-Kilo-Hund ist zerbrechlich.
Beim Rückruf arbeitet die Lernfreude des Pudels für dich. Das Wort unabhängig aus dem Shih-Tzu-Standard arbeitet dagegen.
Zehn Minuten Suchspiel in der Wohnung bringen deshalb mehr als eine lange Runde. Ich arbeite bei diesen Hunden fast nur über Futter.
Beim Alleinbleiben rate ich zu kurzen Einheiten von Anfang an. Ich beginne mit dem Gang in den Nebenraum, nicht mit dem Verlassen der Wohnung.
Gesundheit und was die Standards ausschließen
Eine Lebenserwartung steht in keinem FCI-Standard. Ich nenne deshalb keine Zahl.
Was beide Standards hergeben, sind die Fehler, die von der Zucht ausschließen. Aggressive und übermäßig ängstliche Hunde stehen in beiden Listen.
Dasselbe gilt für deutliche körperliche Abnormalitäten und für Verhaltensstörungen. Beide Texte enden mit derselben Vorgabe zur Zuchtauswahl.
Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden. Beim Mischling prüft das niemand außer dir.
Der Pudelstandard führt darüber hinaus eine eigene, längere Liste. Ausgeschlossen sind Großpudel über 62 Zentimeter, Toypudel unter 23 Zentimeter sowie Verzwergungsmerkmale wie Apfelkopf oder vortretende Augen.
Ein Punkt daraus trifft unser Thema direkt. Der Standard nennt mangelnden Typ speziell am Kopf, was ihm zufolge insbesondere auf Einkreuzungen hindeutet.
Beim Shih Tzu lohnen zwei Stellen zu Augen und Haar einen zweiten Blick. Die Augen sollen groß, dunkel und rund sein, jedoch nicht hervorstehend. Das Weiß des Auges darf nicht sichtbar sein.
Zum Haar hält der Standard gleich zweimal eine Grenze fest. Es darf die Sehfähigkeit nicht beeinträchtigen. Seine Länge soll die Bewegung nicht beschränken.
Nachdrücklich empfohlen wird dort außerdem, das Kopfhaar ohne Verzierung hochzubinden. Für den Mischling gilt keine dieser Vorgaben.
§ 11b des Tierschutzgesetzes greift trotzdem. Er verbietet Verpaarungen, bei denen erblich bedingte Schäden zu erwarten sind.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Eine FCI-Ahnentafel gibt es für den Shih-Poo nicht. Alles Übrige darfst du trotzdem verlangen.
Auf den Tisch gehören der EU-Heimtierausweis mit Chipnummer, der Impfnachweis und das Entwurmungsprotokoll. Dazu kommen die Untersuchungsergebnisse beider Elterntiere, schriftlich.
Beim Abgabealter zieht das Recht eine feste Linie. Nach § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung darf ein Welpe erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden.
Frag vor dem Besuch nach der Pudelvarietät. Kann der Verkäufer sie nicht benennen, kennt er seine eigenen Hunde nicht.
Vor Ort sehe ich mir zuerst die Augen an. Verklebte Lider oder dauerhaft feuchte Spuren gehören abgeklärt, nicht abgewischt.
Das Muttertier muss beim Wurf dabei sein. Wie es auf Fremde reagiert, sagt mehr als jede Beschreibung in der Anzeige.
Passt ein Shih-Poo zu dir?
Er passt zu Menschen, die viel zu Hause sind. Zwei Begleithundlinien ergeben einen Hund, der Anschluss sucht.
Er passt in die Wohnung und in eine ruhige Familie. Für Fellpflege solltest du feste Zeiten einplanen, nicht gute Vorsätze.
Er passt nicht zu Menschen, die eine garantierte Endgröße brauchen. Zwischen einer Toy- und einer Großpudel-Verpaarung liegen zwei verschiedene Hunde.
Für Anfänger halte ich ihn für gut geeignet. Die Arbeit steckt hier in der Bürste, nicht im Training.
Fazit: Der Shih-Poo ist keine Rasse, sondern die Kreuzung aus Shih Tzu und Pudel. Der FCI-Standard Nr. 208 führt den Shih Tzu als Begleithund in Gruppe 9, Sektion 5 Tibetanische Hunderassen. Die Widerristhöhe beträgt nicht über 27 Zentimeter, das Gewicht 4,5 bis 8 Kilogramm, ideal 4,5 bis 7,5. Sein Wesen nennt der Standard intelligent, lebhaft, aufmerksam, freundlich und unabhängig. Der FCI-Standard Nr. 172 führt den Pudel ebenfalls in Gruppe 9, Sektion 2, mit vier Größen von über 24 bis 60 Zentimetern. Er gilt als loyal sowie lern- und dressurfähig. Beide Elternrassen stehen also in derselben Gruppe der Gesellschafts- und Begleithunde. Welche Größe und welches Fell ein einzelner Shih-Poo bekommt, lässt sich vorher nicht bestimmen.
Häufige Fragen zum Shih-Poo
Ist der Shih-Poo eine Rasse?
Nein. Es ist die Kreuzung aus Shih Tzu und Pudel, für die es keinen Rassestandard gibt.
Wie groß wird ein Shih-Poo?
Das hängt von den Elterntieren ab. Der Shih Tzu misst nicht über 27 Zentimeter, beim Pudel reicht die Spanne von 24 bis 60.
Shih-Poo: Wie schwer wird er?
Der Shih-Tzu-Standard nennt 4,5 bis 8 Kilogramm, ideal 4,5 bis 7,5. Der Pudel-Standard nennt kein Gewicht.
Was haben beide Elternrassen gemeinsam?
Sie stehen in derselben FCI-Gruppe 9, den Gesellschafts- und Begleithunden — nur in verschiedenen Sektionen.
Woher stammt der Shih Tzu?
Der Standard nennt Tibet und China als Ursprung, das Patronat liegt bei Großbritannien.
Welches Wesen nennt der Shih-Tzu-Standard?
Intelligent, lebhaft und aufmerksam. Dazu freundlich und unabhängig.
Und der Pudel-Standard?
Loyalität sowie Lern- und Dressurfähigkeit — laut Standard ein besonders angenehmer Gesellschaftshund.
Shih-Poo: Welche Pudelgrößen gibt es?
Vier: Großpudel über 45 bis 60 cm, Kleinpudel über 35 bis 45, Zwergpudel über 28 bis 35 und Toypudel über 24 bis 28.
Haart ein Shih-Poo wenig?
Das lässt sich nicht vorhersagen. Bei einer Kreuzung ohne Standard ist offen, welche Fellanteile sich durchsetzen.
Shih-Poo: Wie aufwendig ist die Fellpflege?
Der Shih-Tzu-Standard beschreibt üppiges Haar mit Backenbart und aufwärts wachsendem Fang-Haar. Das braucht Pflege.
Shih-Poo: Was fordert die Verordnung?
Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen.
Shih-Poo: Wie viel Umgang braucht ein Welpe?
Mindestens vier Stunden täglich bis zur zwanzigsten Lebenswoche.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 208 – Shih Tzu, deutsche Fassung (PDF)
- FCI-Rassestandard Nr. 172 – Pudel, deutsche Fassung (PDF)
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
- Bundesministerium (BMLEH) – Mehr Tierschutz bei Hunden
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Augen, Atmung und Gebiss des einzelnen Hundes berät die Tierarztpraxis.
