Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 21.08.2026 · Lesezeit: 8 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Hochansteckendes Virus, verwandt mit dem Masernvirus — befällt Atemwege, Darm und Nerven.
- 🔴 Etwa jeder zweite erkrankte Hund stirbt — Überlebende behalten meist Nervenschäden.
- Neurologische Symptome können Wochen bis Monate später auftreten.
- Die Impfung ist eine Kernimpfung und schützt sehr zuverlässig.
Staupe beim Hund gilt vielen als Krankheit von früher — und genau das macht sie gefährlich. Dank der Impfung ist sie selten geworden, verschwunden ist sie nicht: Füchse, Marder und Waschbären halten das Virus in der Umwelt am Leben. Ich erkläre hier, wie die Erkrankung verläuft, warum sie in drei Wellen zuschlägt und weshalb die neurologischen Folgen oft erst kommen, wenn alle schon aufgeatmet haben.
Die kurze Antwort
Eine hochansteckende Viruserkrankung mit Fieber, Husten, Durchfall und späteren Nervenschäden. Es gibt keine Therapie gegen das Virus — nur unterstützende Behandlung. Die Impfung ist der einzige verlässliche Schutz.
Die wichtigste Zahl
Rund 50 Prozent der erkrankten Hunde überleben die Infektion nicht.
Ein Virus, das drei Systeme angreift
Der Erreger ist ein Paramyxovirus, laut MSD Veterinary Manual eng verwandt mit dem Masernvirus des Menschen. Übertragen wird er meist als Tröpfcheninfektion über die Luft. Empfänglich sind Hunde, Frettchen, Marder, Füchse und Waschbären — ein Grund, warum sich das Virus in Wildtierpopulationen hält und immer wieder auf ungeimpfte Hunde überspringt.

Ich beobachte den Verlauf immer in Wellen. Zuerst kommen Fieber, Mattigkeit und Fressunlust. Dann folgen die Atemwege mit Nasen- und Augenausfluss, Husten und im schweren Fall einer Lungenentzündung, dazu der Magen-Darm-Trakt mit Erbrechen und Durchfall. Und schließlich das Nervensystem: Muskelzucken, unsicherer Gang, Krampfanfälle. Der Cornell Riney Canine Health Center macht die Bilanz unmissverständlich: Etwa jeder zweite infizierte Hund stirbt. Überlebende behalten in der Regel dauerhafte, nicht reparable Schäden am Nervensystem.
🔴 Sofort in die Praxis — Verdacht auf Staupe
- Ungeimpfter Welpe mit Fieber, Nasenausfluss und Durchfall.
- Muskelzucken, Koordinationsprobleme oder Krampfanfälle.
- Verhornte, verdickte Pfotenballen oder Nasenspiegel.
- Kontakt zu Wildtieren oder ungeimpften Hunden in den letzten Wochen.
Melde den Verdacht telefonisch an, bevor du in die Praxis fährst — Staupe ist hochansteckend, das Wartezimmer ist der falsche Ort dafür.
Erkennen, behandeln, begleiten
Nach meiner Beobachtung stellt die Praxis die Diagnose aus dem klinischen Bild plus Labornachweis: Der PCR-Test findet das Virus in Abstrichen, Blut oder Urin. Ein besonders charakteristisches Zeichen ist die sogenannte Hartballenkrankheit — bei manchen Hunden verhornen Nasenspiegel und Pfotenballen so deutlich, dass sie hart werden. VCA Animal Hospitals nennt ungeimpfte Welpen und Hunde mit unvollständiger Grundimmunisierung als die klassische Risikogruppe.

Bei der Behandlung muss ich dir eine unangenehme Wahrheit zumuten: Gegen das Virus selbst existiert kein Medikament. Was bleibt, ist die unterstützende Therapie — Infusionen gegen den Flüssigkeitsverlust, Antibiotika gegen bakterielle Zweitinfektionen, Mittel gegen Erbrechen, bei neurologischen Zeichen Medikamente gegen Krampfanfälle. Die eigentliche Arbeit muss das Immunsystem des Hundes leisten. Zur Unterstützung bei Durchfall siehe Durchfall beim Hund, zum Erbrechen Erbrechen beim Hund.
Ein Punkt, den Halter oft unterschätzen: Auch genesene Hunde scheiden das Virus laut Cornell noch monatelang über Speichel und Kot aus. Wer einen Staupe-Patienten pflegt, hält ihn deshalb konsequent von ungeimpften Hunden fern — auch dann noch, wenn er längst wieder munter wirkt. Aus meiner Erfahrung ist das die schwierigste Auflage überhaupt, weil sie in eine Zeit fällt, in der endlich Entwarnung herrscht.
Vorbeugen: die Impfung, die den Unterschied macht

Staupe ist eine der Erkrankungen, bei denen Impfen tatsächlich alles ändert. Der AKC zählt sie zu den Kernimpfungen: Welpen bekommen eine Grundimmunisierung mit mehreren Terminen, danach folgen regelmäßige Auffrischungen. Genau deshalb sehen die meisten Tierärztinnen in Deutschland heute kaum noch Fälle. Meine langjährige Erfahrung mit Impfgesprächen zeigt allerdings, dass gerade diese Seltenheit zum Problem wird — wer die Krankheit nie gesehen hat, unterschätzt sie. Was sonst in den Impfplan gehört, steht in Impfung beim Hund, zu einer weiteren gefährlichen Welpenerkrankung siehe Parvovirose beim Hund.
Bleibt die Spätfolge, die ich ein Leben lang am Gebiss ablesen kann: das Staupegebiss. Erkrankt ein Welpe während der Zahnentwicklung, kann sich der Zahnschmelz nicht richtig bilden — die bleibenden Zähne zeigen später braune Flecken und Defekte. Mehr zum Zahnwechsel steht in Zahnwechsel beim Welpen.
Staupe beim Hund auf einen Blick.
Fazit: Staupe ist der beste Beweis dafür, dass eine Impfung eine Krankheit verdrängen, aber nicht ausrotten kann. Solange Wildtiere das Virus tragen, bleibt jeder ungeimpfte Hund gefährdet — und die Behandlung besteht bis heute nur aus Begleitung, nicht aus Heilung. Der wirksamste Schutz ist deshalb der unspektakulärste: die vollständige Grundimmunisierung im Welpenalter und die konsequente Auffrischung danach.
Häufige Fragen zur Staupe beim Hund
Was ist Staupe beim Hund?
Eine hochansteckende Viruserkrankung, ausgelöst von einem Paramyxovirus, das eng mit dem Masernvirus des Menschen verwandt ist. Sie befällt gleich drei Systeme: Atemwege, Magen-Darm-Trakt und das zentrale Nervensystem.
Wie steckt sich ein Hund an?
Meist über die Luft, durch Einatmen virushaltiger Tröpfchen eines infizierten Tieres. Auch Wildtiere spielen eine Rolle: Füchse, Marder und Waschbären tragen das Virus und halten es in der Umwelt am Leben.
Welche Symptome treten auf?
Zuerst Fieber, Mattigkeit und Fressunlust, dann Nasen- und Augenausfluss, Husten bis zur Lungenentzündung, dazu Durchfall und Erbrechen. Später können neurologische Zeichen folgen: Muskelzucken, Koordinationsprobleme, Krampfanfälle.
Was ist die Hartballenkrankheit?
Ein besonders charakteristisches Zeichen: Bei manchen Hunden verhornen Nasenspiegel und Pfotenballen deutlich. Daher der englische Name Hardpad Disease. Es tritt nicht bei jedem Fall auf, ist aber ein starker Hinweis.
🔴 Wie gefährlich ist Staupe?
Sehr. Etwa jeder zweite infizierte Hund stirbt an der Erkrankung. Und selbst Hunde, die überleben, behalten meist bleibende Schäden am Nervensystem zurück — Ticks, Zuckungen oder Anfälle, die ein Leben lang bleiben.
Können neurologische Symptome später kommen?
Ja — und das macht die Erkrankung so tückisch. Die Zeichen am Nervensystem können Wochen bis Monate nach der akuten Phase auftreten, wenn der Hund scheinbar längst genesen ist.
Wie wird Staupe diagnostiziert?
Über das klinische Bild in Kombination mit Labortests. Der PCR-Nachweis aus Abstrichen, Blut oder Urin weist das Virus direkt nach. Wichtig ist außerdem die Impfhistorie — ungeimpfte Welpen sind die klassische Risikogruppe.
Wie wird behandelt?
Es gibt kein Medikament gegen das Virus selbst. Die Behandlung ist unterstützend: Infusionen gegen den Flüssigkeitsverlust, Antibiotika gegen bakterielle Zweitinfektionen, Medikamente gegen Erbrechen und Krampfanfälle. Am Ende muss das Immunsystem des Hundes die Infektion selbst besiegen.
Wie lange ist ein Hund ansteckend?
Deutlich länger, als die meisten denken: Entstehungne Hunde können das Virus über Monate mit Speichel und Kot ausscheiden. Deshalb bleibt der Kontakt zu ungeimpften Hunden auch nach überstandener Erkrankung ein Risiko.
Schützt die Impfung zuverlässig?
Ja, die Staupe-Impfung gehört zu den Kernimpfungen und wirkt sehr gut. Welpen bekommen eine Grundimmunisierung mit mehreren Terminen, danach folgen Auffrischungen. Genau deshalb ist die Erkrankung bei uns selten geworden — verschwunden ist sie aber nicht.
Was ist ein Staupegebiss?
Eine Spätfolge: Erkrankt ein Welpe während der Zahnentwicklung, kann sich der Zahnschmelz nicht richtig bilden. Die bleibenden Zähne zeigen dann braune Flecken und Defekte. Das ist ein lebenslanges Zeichen einer überstandenen Infektion.
Ist Staupe auf Menschen übertragbar?
Nein. Trotz der Verwandtschaft zum Masernvirus erkranken Menschen nicht an der Hundestaupe. Betroffen sind Hunde und andere Fleischfresser wie Frettchen, Marder, Füchse und Waschbären.
Quellen
- Cornell Riney Canine Health Center – Canine distemper virus
- MSD Veterinary Manual – Canine Distemper (Hardpad Disease)
- VCA Animal Hospitals – Distemper in Dogs
- American Kennel Club – Distemper in Dogs
Über den Autor

Christoph Gärtner
Co-Gründer von Lucky Pets
Lucky Pets ist aus einer einfachen Frage entstanden: Warum ist es so schwer, für den eigenen Hund etwas zu finden, das hält, was auf der Dose steht? Statt uns mit Füllstoffen und Versprechen zufriedenzugeben, haben wir angefangen, es selbst zu machen.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das in den Alltag passt. In Deutschland hergestellt und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Bei Verdacht auf Staupe rufst du deine Tierarztpraxis an, bevor du hinfährst — die Erkrankung ist hochansteckend.
