Impfnebenwirkungen beim Hund: Melden statt abwarten

Impfnebenwirkungen beim Hund: Melden statt abwarten

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 24.08.2026 · Lesezeit: 7 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • 🔴 Halter dürfen unerwünschte Wirkungen selbst melden.
  • Vor jeder Impfung steht eine klinische Untersuchung.
  • Die Zahl der Impfungen soll auf das Nötige beschränkt bleiben.
  • Welpen: 8., 12., 16. Woche und 15. Monat.

Die kurze Antwort

Unerwünschte Wirkungen nach einer Impfung lassen sich nie ganz ausschließen. Gemeldet werden sie zentral beim Paul-Ehrlich-Institut — und zwar auch von Haltern.

🔴 Der Punkt, den kaum jemand nennt

Das Meldeportal steht nicht nur Tierärzten offen. Wer eine Reaktion beobachtet, kann sie selbst eintragen.

Nach der Impfung ist der Hund schlapp, die Stelle ist geschwollen, er frisst weniger. Am nächsten Tag geht es ihm wieder gut.

Tierärztin setzt einem wachen Hund auf dem Untersuchungstisch eine Spritze in den Nacken
Vor jeder Impfung steht eine klinische Untersuchung.

Aus meiner Erfahrung endet die Geschichte dort. Dabei fängt genau hier der Teil an, der zählt.

Was vor jeder Impfung steht

Die Impfleitlinie für Kleintiere formuliert vier Grundsätze. Einer davon betrifft direkt den Termin.

Vor jeder Impfung ist die Impffähigkeit des Einzeltieres durch eine klinische Untersuchung festzustellen.

Das ist kein Formalismus. Ein Hund mit Fieber oder Infekt reagiert anders als ein gesunder.

Ein zweiter Satz derselben Leitlinie wird selten zitiert. Die Zahl der Impfungen soll auf das notwendige Maß beschränkt bleiben.

Welche Impfungen als notwendig gelten, steht in Impfung beim Hund.

Warum Nebenwirkungen möglich bleiben

Jeder Impfstoff durchläuft eine Zulassung. Geprüft wird, ob er wirkt und ob er vertragen wird.

Trotzdem lassen sich unerwünschte Wirkungen nicht ganz ausschließen. Das sagt die Leitlinie selbst.

Der Grund liegt in der Natur der Sache. Eine Impfung fordert das Immunsystem — und Immunsysteme reagieren unterschiedlich.

🔴 Wie und wo gemeldet wird

Zuständig ist bei Impfstoffen eine einzige Stelle, nennt die Übersicht zur Arzneimittelsicherheit.

Das Paul-Ehrlich-Institut sammelt die Meldungen, wertet sie aus und informiert darüber — zentral für ganz Deutschland.

Und die Übersicht der Meldeformulare macht einen wichtigen Punkt klar. Es melden nicht nur Tierärzte.

Über das gemeinsame Online-Portal können auch Halterinnen und Halter melden.

Mittelgroßer wacher Hund liegt am Impftag ruhig auf einer Decke im Wohnzimmer
Ein ruhiger Nachmittag nach der Impfung hat noch keinem geschadet.
Frage Antwort
FrageWer meldet? AntwortTierarztpraxis und Halter
FrageWas wird gemeldet? Antwortjede unerwünschte Reaktion nach einer Anwendung
FrageWohin? Antwortbei Impfstoffen zum Paul-Ehrlich-Institut
FrageWie? Antwortüber ein Online-Portal

Der Meldeweg auf einen Blick

Was in eine Meldung gehört

  • Welcher Impfstoff wurde wann gegeben?
  • Wann traten die Beschwerden auf und wie lange hielten sie an?
  • Was genau war zu sehen — Schwellung, Fieber, Erbrechen, Apathie?
  • Welche anderen Medikamente bekam der Hund zur selben Zeit?
  • Alter, Gewicht und Rasse des Hundes.

Meine langjährige Erfahrung: Die meisten Reaktionen werden erzählt, aber nie gemeldet. Dadurch fehlen sie in der Statistik.

Der Fall, bei dem es Unterschiede gab

Ein Beispiel steht in der Leitlinie ausdrücklich drin. Es betrifft die Impfung gegen eine bakterielle Erkrankung, die über Nagetiere verbreitet wird.

Es gab anfänglich Hinweise, dass ein Impfstoff mit vier Komponenten etwas häufiger Nebenwirkungen auslöste als die Variante mit zwei.

Bei bekannter Unverträglichkeit kann deshalb auf den Zweifach-Impfstoff ausgewichen werden.

Dennoch rät die Leitlinie grundsätzlich zum Vierfach-Impfstoff. Die heute vorherrschenden Erregertypen deckt nur er ab.

Eine Untersuchung aus der Schweiz stützt das. Nach Einführung der Vierfach-Impfstoffe gingen die Krankheitsfälle beim Hund deutlich zurück.

Warum Welpen mehrfach geimpft werden

Das Schema wirkt auf den ersten Blick überladen. Es hat aber einen klaren Grund.

Zeitpunkt Core-Impfungen
Zeitpunkt8. Lebenswoche Core-Impfungenzwei Virusimpfungen und eine gegen Nagerbakterien
Zeitpunkt12. Lebenswoche Core-Impfungendieselben drei
Zeitpunkt16. Lebenswoche Core-Impfungennur die beiden Virusimpfungen
Zeitpunkt15. Lebensmonat Core-Impfungenalle drei erneut

Grundimmunisierung beim Welpen

Antikörper aus der Muttermilch schützen den Welpen zunächst. Sie können den Impfstoff aber auch abfangen und unwirksam machen.

Je höher diese Spiegel, desto länger dauert es, bis eine Impfung greift. Und weil niemand weiß, wie hoch sie im Einzelfall sind, wird mehrfach geimpft.

Was sonst zum Welpenstart gehört, steht in Wurmkur beim Hund und in Zahnwechsel beim Welpen.

Was ich Haltern rate

Ich notiere nach jeder Impfung, was in den folgenden 48 Stunden auffällt. Zwei Zeilen im Handy reichen.

Mir fällt auf, dass Halter Reaktionen für unwichtig halten, wenn sie schnell vorbei sind. Für die Statistik sind sie es nicht.

Aus meiner Sicht gehört jede stärkere Reaktion vor die nächste Impfung ins Gespräch. Dann lässt sich der Impfstoff wechseln.

Ich lasse den Hund am Impftag nicht groß rennen. Ein ruhiger Nachmittag hat noch keinem geschadet.

Und ich prüfe vorher, ob der Hund wirklich fit ist. Bei Durchfall oder Fieber wird der Termin verschoben — siehe Durchfall beim Hund.

Fazit: Alle Impfstoffe werden vor der Zulassung auf Qualität, Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit geprüft, unerwünschte Wirkungen lassen sich dennoch nicht ganz ausschließen. Die Impfleitlinie zieht daraus zwei Konsequenzen. Die Zahl der Impfungen soll auf das notwendige Maß beschränkt bleiben. Vor jeder Impfung wird die Impffähigkeit durch eine klinische Untersuchung festgestellt. Überwachung und Registrierung unerwünschter Wirkungen bei Impfstoffen laufen zentral über das Paul-Ehrlich-Institut, gemeldet werden kann über ein Online-Portal — von Tierarztpraxen und von Haltern. Bei der Impfung gegen eine über Nagetiere verbreitete bakterielle Erkrankung gab es anfänglich Hinweise auf etwas häufigere Nebenwirkungen unter einem Vierfach-Impfstoff. Empfohlen wird er trotzdem, weil er die heute vorherrschenden Erregertypen abdeckt. Welpen werden in der 8., 12. und 16. Lebenswoche sowie im 15. Lebensmonat geimpft, weil Antikörper aus der Muttermilch den Impferfolg stören können.

Häufige Fragen zu Impfnebenwirkungen beim Hund

🔴 Darf ich als Halter selbst melden?

Ja. Das Online-Portal steht Tierärzten und Tierhaltern gleichermaßen offen.

Was sollte gemeldet werden?

Jede unerwünschte Reaktion, die nach der Anwendung eines Tierarzneimittels auftritt.

Wer sammelt diese Meldungen?

Bei Impfstoffen das Paul-Ehrlich-Institut, zentral für ganz Deutschland.

🔴 Was muss vor jeder Impfung passieren?

Eine klinische Untersuchung. Die Leitlinie nennt das die Feststellung der Impffähigkeit.

Wie viele Impfungen sind nötig?

So wenige wie möglich. Die Leitlinie sagt: auf das notwendige Maß beschränken.

Wann wird ein Welpe geimpft?

In der 8., 12. und 16. Lebenswoche, dann noch einmal mit 15 Monaten.

Warum drei Termine?

Weil Antikörper aus der Muttermilch die Impfung neutralisieren können.

🔴 Welcher Impfstoff macht häufiger Beschwerden?

Es gab Hinweise, dass ein Vierfach-Impfstoff gegen eine über Nagetiere verbreitete bakterielle Erkrankung etwas häufiger Reaktionen auslöste als ein Zweifach-Impfstoff.

Wird deshalb vom Vierfach-Impfstoff abgeraten?

Nein. Die Leitlinie rät grundsätzlich zu ihm, weil er die aktuell wichtigen Erregertypen abdeckt.

Darf der Impfstoff zwischendurch gewechselt werden?

Bei der Grundimmunisierung gegen die genannte Bakterienerkrankung besser nicht.

Quellen

Junger wacher Hund mit rauem hellem Fell sitzt auf dem Holzboden und blickt nach oben
Welpen werden mehrfach geimpft, weil mütterliche Antikörper stören können.

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Welche Impfungen dein Hund braucht, entscheidet die Tierarztpraxis.