Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 12 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Keine Rasse dieses Namens in der FCI-Nomenklatur.
- Deutschland stellt in Gruppe 1 genau eine Rasse.
- Der Deutsche Schäferhund wird in zwei Varietäten geführt.
- Ohne Standard gibt es keine verbindlichen Maße.
Der Name klingt nach alter Landrasse — und genau deshalb lohnt der Blick in die offizielle Liste. Ich habe nachgesehen, was dort unter Deutschland tatsächlich steht.
Die kurze Antwort
Der Westerwälder Kuhhund ist keine von der FCI anerkannte Rasse. In Gruppe 1 steht unter Deutschland allein der Deutsche Schäferhund.
Der entscheidende Punkt
Ohne Standard gibt es keine verbindlichen Angaben zu Größe, Gewicht oder Wesen. Du beurteilst den einzelnen Hund.
Was in der offiziellen Liste steht
Ich habe die FCI-Nomenklatur der Gruppe 1 am 23. August 2026 durchsucht. Gruppe 1 versammelt die Hütehunde und Treibhunde, ausgenommen die Schweizer Sennenhunde. Unter Deutschland steht dort genau ein Eintrag: der Deutsche Schäferhund mit der Standardnummer 166, geführt in den Varietäten Stockhaar und Langstockhaar.
Eine Volltextsuche nach Kuhhund oder Westerwald blieb ohne Treffer. Das heißt nicht, dass es keine Hunde gibt, die so genannt werden — es heißt, dass hinter dem Namen kein Zuchtstandard und kein FCI-geführtes Zuchtbuch steht.

Aus meiner Erfahrung ist das für Käufer die entscheidende Information. Ohne Standard kannst du weder Endgröße noch Gewicht noch Wesen aus dem Namen ableiten. Wie ein Rassestandard aufgebaut ist, zeigt Hunderassen von A bis Z.
Wie unterschiedlich die Länder vertreten sind
Der Blick auf dieselbe Gruppe zeigt, wie ungleich die Verteilung ist. Frankreich stellt dort fünf Rassen. Dazu zählen der Beauceron mit der Nummer 44 und der Berger de Brie mit 113. Hinzu kommen der langhaarige Pyrenäen-Schäferhund mit 141, der Picardie-Schäferhund mit 176 und der Pyrenäen-Hütehund mit kurzhaarigem Gesicht mit 138.
Großbritannien führt unter anderem den Old English Sheepdog mit der Nummer 16, den Bearded Collie mit 271, den Border Collie mit 297 und den kurzhaarigen Collie mit 296. Deutschland dagegen bringt in dieser Gruppe eine einzige Rasse ein.
Auszug aus der deutschen FCI-Nomenklatur Gruppe 1, geprüft am 23.08.2026.
Andere regionale Schläge existieren also durchaus — sie sind nur nicht als eigene Rasse anerkannt. Ein zweites Beispiel dafür ist der Rumänische Senfhund.
Wie ein Standard aussieht, wenn es ihn gibt
Der Vergleich lohnt sich. Beim Deutschen Schäferhund legt die FCI nicht nur Größe und Gewicht fest, sondern führt zwei getrennte Varietäten mit eigenem Haarkleid — Stockhaar und Langstockhaar.
Genau diese Detailtiefe fehlt bei jedem Hund ohne Standard. Für den Alltag heißt das: Du bekommst keinen Rahmen mitgeliefert, an dem du dein Tier messen könntest. Wie sehr das Gewicht davon abhängt, ordnet Übergewicht beim Hund ein.
Umgekehrt sagt ein Standard nichts über den einzelnen Hund vor dir aus. Er beschreibt ein Zuchtziel, keine Garantie. Auch das ist ein Grund, immer die Elterntiere anzusehen.
Was ein fehlender Standard praktisch bedeutet
Ein Rassestandard leistet drei Dinge. Er legt Maße fest. Er beschreibt das erwünschte Wesen. Und er nennt Fehler, die zum Ausschluss führen. Fällt er weg, fällt jede dieser drei Orientierungen weg.
Ohne Standard darauf achten
- Wie groß und wie schwer sind beide Elterntiere wirklich?
- Wie reagieren sie auf Besuch, Kinder und Alltagslärm?
- Wo und wie wachsen die Welpen auf?
- Welche Gesundheitsuntersuchungen liegen vor?
- Wer ist nach dem Kauf noch ansprechbar?
Warum die ersten Wochen so viel entscheiden, steht in Hunde spielen.
§ 2 der Tierschutz-Hundeverordnung gilt für jeden Hund gleich, ob mit Papieren oder ohne. Verlangt werden ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers und mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson. Dazu kommt regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen, angepasst an Rasse, Alter und Gesundheitszustand.
Für Welpen nennt das zuständige Bundesministerium vier Stunden täglichen Umgang bis zur zwanzigsten Lebenswoche. Meine langjährige Erfahrung sagt: Diese Phase entscheidet mehr über den späteren Alltag als jede Abstammung. Ich frage deshalb immer zuerst nach der Aufzucht.
Und wenn du wissen willst, wie groß dein Hund tatsächlich ist, hilft Widerristhöhe beim Hund weiter. Der Standard des Deutschen Schäferhunds zeigt zum Vergleich, wie detailliert solche Vorgaben ausfallen.
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Was zwei deutsche Vereine tatsächlich veröffentlichen
Mit der FCI ist die Sache nicht zu Ende. Ich habe am 27. August 2026 nachgesehen, wer in Deutschland überhaupt etwas zu diesen Hunden festhält.
Zwei Adressen kommen dabei heraus. Die Arbeitsgemeinschaft zur Zucht Altdeutscher Hütehunde, kurz AAH, hat eine eigene Seite zum Westerwälder und Siegerländer. Dazu kommt die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen, kurz GEH.
Einen Rassestandard veröffentlicht keiner der beiden. Bei der AAH heißt der Text Typ- und Rassebeschreibung. Die GEH listet schlicht Kennzeichen auf.
Ein Herdbuch gibt es dagegen sehr wohl. Geführt wird es zum großen Teil bei der AAH sowie beim Förderverein für den Westerwälder und Siegerländer Kuhhund.
Warum kein Standard existiert, sagt die AAH selbst in einem Satz. Der Westerwälder und Siegerländer Hütehund wurde nie auf Aussehen gezüchtet, sondern immer nur auf Leistungsmerkmale — wie die übrigen Schläge in Altdeutscher Hütehund.
So sieht der Westerwälder Kuhhund aus

Die AAH beschreibt einen eher quadratisch gebauten, wendigen Hund. Der Kopf ist gedrungen und kurz, mit mittlerem Stopp, also einem mittleren Absatz zwischen Stirn und Nasenrücken.
Am Kopf liegt das Haar glatt und kurz. Am Körper wird es länger und ist meistens gewellt, manchmal aber auch glatt. An den Vorderläufen bilden sich Federn, an den Hinterbeinen Hosen.
Bei der Farbe nennt die AAH einfarbig sandfarben bis rötlich braun. Die Haarspitzen dürfen dunkler sein. Eine dunkle Maske kommt vor, weiße Abzeichen an Kopf, Hals, Brust und Beinen ebenso.
Die GEH beschreibt dieselbe Spanne als weizenfarben über rot bis braun. Sie ergänzt Langstockhaar, häufig eng gerollt, dazu einen deutlichen Stirnabsatz.
Die Ohren sind meistens gekippt. Stehende oder hängende Ohren kommen ebenfalls vor. Die Rute ist lang und stärker behaart, kurzrutige Tiere nennt die AAH Naturstumper.
Größe und Gewicht
Zahlen nennen beide Vereine, allerdings vorsichtig. Bei der AAH steht eine Größe von etwa 45 bis 55 Zentimetern. Die GEH schreibt rund 50 Zentimeter Widerristhöhe mit fünf Zentimetern Spielraum nach oben und unten.
Damit decken sich die beiden Angaben genau. Näherungen bleiben sie trotzdem.
Werte aus der Typ- und Rassebeschreibung der AAH sowie aus den Kennzeichen der GEH, beide abgerufen am 27.08.2026. Einen FCI-Rassestandard gibt es nicht.
Ein Gewicht führt keine der beiden Beschreibungen auf. Wer eine belastbare Zahl braucht, holt sie beim Züchter ein.
Wesen im Alltag
Den Charakter fasst die AAH in einer Reihe von Wörtern zusammen. Frühreif, intelligent, durchsetzungsfähig, ausdauernd, belastbar, genügsam, anhänglich und treu.
Den Hüteinstinkt vererben diese Hunde laut AAH sicher. Dazu kommt ein Beschützerinstinkt gegenüber Mensch und Tier.
Ein Halbsatz daraus zählt im Alltag am meisten. Wegen ihrer Selbstständigkeit tritt dieser Instinkt auch schon einmal ohne Befehl in Erscheinung.
Von der Arbeitsseite her beschreibt die GEH denselben Hund. Arbeitswillig, eigenständig, mit einem sicher auf die Ferse zielenden Griff.
Für Besuch, für Kinder und für den Rückruf heißt das dasselbe. Du führst einen Hund, der Entscheidungen selbst trifft.
Haltung, Auslastung und Erziehung
Heute arbeiten diese Hunde überwiegend an Schafherden. Die AAH nennt sie außerdem als Pferdebegleit- und Rettungshunde und führt Erfolge im Agility auf.
Beim Leistungshüten waren Westerwälder mehrfach Hessenmeister. Ein sechster Platz bei einer Deutschen Meisterschaft steht ebenfalls in ihrer Bilanz.
Für einen Alltag ohne Herde folgt daraus eine klare Aufgabe. Der Hund braucht Arbeit für den Kopf.
Nasenarbeit, Suchspiele und Führigkeitsübungen passen gut. Zehn Kilometer neben dem Rad bringen dagegen nur mehr Kondition, keine Zufriedenheit.
Die Erziehungsfrage formuliert die AAH sehr direkt. Altdeutsche brauchen einen Menschen mit klarem Hundeverstand, weil sie zeitlebens nach der Führung streben.

Gesundheit und wie es um den Bestand steht
Eine Lebenserwartung nennt keine der beiden Quellen. Ich schreibe deshalb keine hin.
Bei den Bestandszahlen wird es dafür deutlich. Die GEH führt den Westerwälder Kuhhund in Kategorie I ihrer Roten Liste, also als extrem gefährdet. Als Gefährdungskennzahl steht dort 25.
Für 2014 nennt die GEH drei Würfe mit insgesamt elf Welpen. Bei einem dieser Würfe war das Vatertier ein Mitteldeutscher Fuchs.
Daraus folgt ein praktisches Problem. Reinrassige Tiere sind selten, Einkreuzungen mit anderen Farbschlägen häufig.
Für jede Zucht gilt außerdem § 11b des Tierschutzgesetzes. Er verbietet Paarungen, bei denen die Nachkommen Schmerzen, Leiden oder Schäden zu erwarten haben.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Der erste Schritt führt zum Herdbuch. Frag nach einem Abstammungsnachweis der AAH oder des FWSK.
Zwischen 1992 und 2002 fielen laut AAH 225 Welpen mit Abstammungsnachweis. Diese Zahl zeigt, wie klein der Kreis ist.
Danach zählt der Besuch. Sieh dir das Muttertier beim Wurf an, nicht nur auf Fotos.
Frag, ob die Elterntiere an Herden arbeiten. Im Harz heißen die roten Kuhhunde übrigens Harzer Füchse — der Harzer Fuchs ist derselbe Typ Hund.
Impf- und Wurmstatus gehören schriftlich auf den Tisch. Nach Abgabealter, Aufzuchtort und Ansprechpartner frage ich immer.
Passt der Westerwälder Kuhhund zu dir?
Er passt zu Menschen, die täglich etwas mit ihm vorhaben. Am besten zu jemandem mit Tieren, mit Fläche oder mit einem Hundesport im Kalender.
Er passt zu Haltern, die Selbstständigkeit aushalten. Ein Hund mit sicherem Griff an der Ferse wartet nicht auf Erlaubnis.
Er passt nicht in einen ruhigen Haushalt ohne Aufgabe. Unterforderung endet bei diesen Hunden schnell im Hüten von Kindern, Joggern oder Fahrrädern.
Mit Kindern klappt es oft gut, sofern der Hund früh Ruhe gelernt hat. Anfänger suchen sich am besten Begleitung.
Fazit: Der Westerwälder Kuhhund ist keine von der FCI anerkannte Rasse. Die Prüfung der deutschen FCI-Nomenklatur Gruppe 1 am 23. August 2026 ergab unter Deutschland genau einen Eintrag: den Deutschen Schäferhund mit der Standardnummer 166, geführt in den Varietäten Stockhaar und Langstockhaar. Eine Suche nach Kuhhund oder Westerwald blieb ohne Treffer. Zum Vergleich stellt Frankreich in derselben Gruppe fünf Rassen und Großbritannien unter anderem Old English Sheepdog, Bearded Collie, Border Collie und Collie Smooth. Ohne Rassestandard gibt es keine verbindlichen Angaben zu Größe, Gewicht, Fell oder Wesen — maßgeblich sind die Elterntiere und die Aufzucht.
Häufige Fragen zum Westerwälder Kuhhund
Ist der Westerwälder Kuhhund eine anerkannte Rasse?
Nein. In der FCI-Nomenklatur ist unter Deutschland in Gruppe 1 keine Rasse dieses Namens gelistet.
Welche deutsche Rasse steht dort?
Genau eine: der Deutsche Schäferhund mit der Standardnummer 166.
In welchen Varietäten wird er geführt?
In zwei: Stockhaar und Langstockhaar.
Westerwälder Kuhhund: Warum ist das wichtig?
Weil ohne Rassestandard keine verbindlichen Angaben zu Größe, Gewicht, Fell oder Wesen existieren.
Heißt das, es gibt diese Hunde nicht?
Nein. Ein Herdbuch führen die AAH und der FWSK sehr wohl. Es fehlt nur ein FCI-Rassestandard.
Wie viele Rassen stellt Frankreich in Gruppe 1?
Fünf — darunter der Beauceron und der Berger de Brie.
Und Großbritannien?
Unter anderem den Old English Sheepdog, den Bearded Collie, den Border Collie und den kurzhaarigen Collie.
Was bedeutet Gruppe 1 überhaupt?
Sie versammelt die Hütehunde und Treibhunde, ausgenommen die Schweizer Sennenhunde.
Worauf achte ich beim Kauf ohne Standard?
Auf die Elterntiere, ihr Verhalten und die Aufzucht — nicht auf den Namen in der Anzeige.
Westerwälder Kuhhund: Was verlangt die Verordnung an Haltung?
Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen.
Westerwälder Kuhhund: Wie viel Umgang braucht ein Welpe?
Mindestens vier Stunden täglich bis zur zwanzigsten Lebenswoche.
Wo finde ich anerkannte Rassen im Überblick?
In der FCI-Nomenklatur, geordnet nach zehn Gruppen und darin nach Ursprungsländern.
Quellen
- FCI-Rassennomenklatur Gruppe 1 – Hütehunde und Treibhunde, deutsche Fassung
- FCI-Rassestandard Nr. 166 – Deutscher Schäferhund, deutsche Fassung (PDF)
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
- Bundesministerium (BMLEH) – Mehr Tierschutz bei Hunden
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Gesundheit und Verhalten des einzelnen Hundes berät die Tierarztpraxis.
