Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 12 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Jagdhunde verteilen sich über mehrere FCI-Gruppen, nicht über eine.
- Kleinster im Vergleich: Jack Russell Terrier mit 25 bis 30 cm.
- Größter im Vergleich: Deutsch Kurzhaar mit bis zu 66 cm.
- Die Führung von Jagdhunden ist Prüfungsstoff der Jägerprüfung.
Jagdhund ist kein Rassename, sondern eine Sammelbezeichnung. Dahinter stecken sehr unterschiedliche Arbeitsweisen — vom Vorstehen über das Stöbern bis zur Nachsuche. Ich sortiere sie hier nach dem, was die Standards tatsächlich schreiben.
Die kurze Antwort
Jagdhunde sind über mehrere FCI-Gruppen verteilt: Terrier, Dachshunde, Laufhunde, Schweißhunde und Vorstehhunde. Die Aufgabe bestimmt den Körperbau.
Der entscheidende Punkt
Ein Baujagdhund braucht andere Maße als ein Nachsuchenhund. Die Größe ist Folge der Arbeit, nicht Geschmackssache.
Die Gruppen und ihre Aufgaben
Der FCI-Standard Nr. 119 führt den Deutsch Kurzhaar in Gruppe 7, Sektion 1.1 Kontinentale Vorstehhunde, als vielseitig einsetzbaren Jagdgebrauchshund. Rüden messen 62 bis 66 Zentimeter, Hündinnen 58 bis 63. Im Wesen soll er fest, ausgeglichen und zuverlässig sein, mit gezügeltem Temperament, weder nervös, scheu noch aggressiv.

Der Hannoversche Schweißhund im FCI-Standard Nr. 213 arbeitet dagegen an der Nachsuche. Der Standard nennt ihn Nachsuchenhund und Schweißhund. Rüden messen 50 bis 55 Zentimeter bei 30 bis 40 Kilogramm, Hündinnen 48 bis 53 Zentimeter bei 25 bis 35 Kilogramm. Sein Wesen wird als ruhig und sicher beschrieben, empfindsam gegenüber seinem Führer und wählerisch bis zurückhaltend gegenüber Fremden.
Nach den FCI-Rassestandards Nr. 119, 213, 161, 103, 345 und 148, geprüft am 23.08.2026.
Kleine Jagdhunde: klein aus einem Grund
Wer unter der Erde arbeitet, muss hineinpassen. Der Standard des Jack Russell Terriers beschreibt ihn als guten Arbeitsterrier mit der Fähigkeit einzuschliefen und nennt 25 bis 30 Zentimeter als ideale Widerristhöhe. Beim Gewicht gibt er eine Faustregel vor: ein Kilogramm pro fünf Zentimeter Widerristhöhe.
Der Deutsche Jagdterrier im FCI-Standard Nr. 103 ist mit 33 bis 40 Zentimetern etwas größer und laut Standard besonders für die Baujagd und als Stöberhund gedacht. Sein Wesen wird als mutig und hart beschrieben, arbeitsfreudig und ausdauernd, vital und temperamentvoll, dabei zuverlässig, umgänglich und führig.
Der Beagle im FCI-Standard Nr. 161 gehört in Gruppe 6, Sektion 1.3 Kleine Laufhunde, mit erwünschten 33 bis 40 Zentimetern. Beim Wesen wird der Standard ungewöhnlich deutlich. Er nennt ihn einen fröhlichen Hund, dessen wesentliche Bestimmung es ist zu jagen, vornehmlich Hasen. Dabei folgt er der Fährte unerschrocken und äußerst lebhaft.

Aus meiner Erfahrung wird genau dieser Satz beim Kauf gern überlesen. Wer einen Hund holt, dessen Bestimmung im Standard das Verfolgen von Fährten ist, plant Rückruftraining fest ein. Ich rate dazu ab dem ersten Tag. Wie das aufgebaut wird, steht in Rückruf trainieren.
Was das Recht verlangt
§ 15 Absatz 5 des Bundesjagdgesetzes zählt auf, worin die Jägerprüfung ausreichende Kenntnisse verlangt. Neben Wildbiologie, Waffenrecht und Jagdbetrieb steht dort ausdrücklich die Führung von Jagdhunden.
Warum das so ist, zeigt § 22a desselben Gesetzes: Um krankgeschossenes Wild vor vermeidbaren Schmerzen oder Leiden zu bewahren, ist dieses unverzüglich zu erlegen. Ohne einen Hund, der die Nachsuche leisten kann, lässt sich diese Pflicht in der Praxis kaum erfüllen.
Den Leistungsnachweis organisiert der Jagdgebrauchshundverband über eigene Prüfungsordnungen. Junge Hunde starten bei der Verbandsjugendprüfung. Danach folgt die Herbstzuchtprüfung, später die Verbandsgebrauchsprüfung. Wer nachsuchen oder stöbern soll, wird zusätzlich in eigenen Prüfungen geführt. Der Verband unterhält dafür auch einen Arbeitskreis Tierschutz.
Haltung im Alltag
§ 2 der Tierschutz-Hundeverordnung gilt für Jagdhunde wie für jeden anderen Hund. Verlangt werden ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers und mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson. Dazu kommt regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen, angepasst an Rasse, Alter und Gesundheitszustand.

Vor der Anschaffung ehrlich prüfen
- Welche Aufgabe nennt der Standard dieser Rasse?
- Wie viel Zeit hast du täglich für Nasen- und Kopfarbeit?
- Kannst du den Hund sicher an der Leine führen, wenn Wild auftaucht?
- Wie sieht dein Gelände aus — Wald, Feld, Stadt?
- Wer betreut den Hund, wenn du länger weg bist?
Warum manche Hunde graben statt zu ruhen, erklärt Warum buddeln Hunde.
Meine langjährige Erfahrung sagt mir: Der Kopf dieser Hunde wird am stärksten unterschätzt. Ich sehe das in fast jedem Beratungsgespräch. Ein Stöberhund, der nichts zu suchen bekommt, sucht sich selbst etwas. Mir ist deshalb die tägliche Nasenarbeit wichtiger als der lange Spaziergang. Wie viel Nähe und Ansprache dazugehören, zeigt Warum Hunde ablecken.
Und die Größe entscheidet mit, was der Körper aushält. Wie du sie korrekt ermittelst, steht in Widerristhöhe beim Hund. Ein verwandtes Rasseporträt findest du unter Beagle-Harrier.
Unabhängig von der Rasse gilt: Haut und Fell brauchen B-Vitamine. Gebündelt stecken sie im Lucky Pets Vitamin B-Komplex auf Basis inaktivierter Bierhefe.

Einen genaueren Blick darauf wirft Westfälische Dachsbracke.
Mehr dazu steht in Epagneul Breton.
Fünf Gruppen, ein Vermerk: mit Arbeitsprüfung
Ganz oben in jedem FCI-Standard steht die Zeile Klassifikation: Gruppe, Sektion, dazu ein kurzer Zusatz. Dieser Zusatz trennt die Jagdgebrauchshunde vom Rest.
Bei sechs der sieben hier verglichenen Rassen lautet er: mit Arbeitsprüfung. Beim Jack Russell Terrier steht dort Arbeitsprüfung nach Wahl. Klein gedruckt, für die Zuchtzulassung aber entscheidend. Dazu kommt Gruppe 8 — Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde.
Klassifikation wörtlich aus den deutschen FCI-Standards, geprüft am 27.08.2026.
Größe und Gewicht: was die Standards festlegen
Der Deutsche Wachtelhund misst 48 bis 54 Zentimeter, Hündinnen 45 bis 52. Beim Gewicht bleibt Standard Nr. 104 bewusst weit: etwa 18 bis 25 Kilogramm, der Größe entsprechend schwankend.
Beim Deutschen Jagdterrier steht überhaupt keine Zahl. Das Gewicht soll den Maßverhältnissen entsprechen, nicht zu leicht und nicht zu schwer. Feste Kilogrammangaben im Netz sind Schätzungen.
Der Dachshund fällt komplett aus der Reihe. Sein Standard misst nicht die Höhe, sondern den Brustumfang — frühestens mit fünfzehn Monaten, vom höchsten Punkt des Widerrists bis zum tiefsten Punkt der Brust.
Nach dem FCI-Standard Nr. 148. Der Bodenabstand soll etwa ein Drittel der Widerristhöhe betragen.
Der Grund liegt unter der Erde. Was zählt, ist der engste Punkt im Bau. Die Schulterhöhe sagt darüber nichts aus.
Fell und Farbe folgen dem Einsatz
Beim Deutsch Kurzhaar ist das Haar kurz und dicht und soll sich derb und hart anfühlen. Braunschimmel entsteht laut Standard Nr. 119 durch ein inniges Gemisch von Braun und Weiß. Es ergibt das für den Jagdgebrauch so wertvolle, unauffällige Äußere.
Der Beagle geht den umgekehrten Weg. Ein Detail schreibt Standard Nr. 161 fest: Die Rutenspitze ist weiß. Im hohen Gras bleibt der Hund dadurch sichtbar.
Der Hannoversche Schweißhund trägt kurzes, derbes Haar in Hell- bis Dunkelhirschrot, oft gestromt. Beim Jack Russell Terrier muss Weiß vorherrschen. Gezupft werden darf sein Haar laut Standard nicht.
Wesen: was die Standards wörtlich verlangen
Der Dachshund soll freundlich sein, weder ängstlich noch aggressiv, mit ausgeglichenem Temperament. Im selben Absatz nennt ihn Standard Nr. 148 passioniert, ausdauernd, feinnasig und flink.
Beim Deutschen Wachtelhund steht: lebhaft und jagdlich sehr passioniert, freundlich und umweltsicher, sehr gelehrig, weder ängstlich noch aggressiv. Umweltsicher heißt, dass ihn Verkehr oder Menschenmengen nicht aus der Fassung bringen.
Passioniert bedeutet dabei nicht lebhaft. Es bedeutet, dass der Hund eine Spur aufnimmt und alles andere ausblendet, dich eingeschlossen.
Gesundheit und was die Standards ausschließen
Eine Lebenserwartung nennt kein FCI-Standard. Was jeder nennt, sind die zuchtausschließenden Fehler: aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde, dazu deutliche körperliche Abweichungen oder Verhaltensstörungen. Mehrere Standards fügen an, dass nur funktional und klinisch gesunde Hunde in die Zucht dürfen.
Der Hannoversche Schweißhund führt zusätzlich Ektropium und Entropium auf. Gemeint sind Lidfehlstellungen: Das Lid rollt nach außen oder nach innen. Ein Blick auf die Augen der Elterntiere lohnt sich.
Beim Dachshund gilt eine schwächliche oder am Boden schleppende Gestalt als schwerer Fehler. Der Rücken ist bei dieser Bauweise das Thema. Das Tierschutzgesetz zieht in § 11b die äußere Grenze.
Welpenkauf: worauf du bei einem Jagdhund achtest
Ohne Ahnentafel fehlt dir die Grundlage. Bei Rassen mit Arbeitsprüfung steht darin außerdem, welche Prüfungen die Elterntiere abgelegt haben. Frag danach im Klartext:
- Verbandsjugendprüfung — der Einstieg für junge Hunde
- Herbstzuchtprüfung
- Verbandsgebrauchsprüfung
Sieh dir beim Wurf das Muttertier an, nicht nur die Welpen. Frag nach Impfungen und Entwurmung. Die Verordnung regelt sogar den Termin: Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden.
Passt ein Jagdhund zu dir?
Er passt zu Menschen mit täglicher Zeit für Nasen- und Kopfarbeit. Ein Jagdschein hilft, ist aber keine Bedingung. Entscheidend ist die Aufgabe, die du dem Hund geben kannst.
Zur Wohnsituation: Eine Wohnung geht. Ein Garten ersetzt nichts, wichtiger als die Quadratmeter ist dein Gelände vor der Tür.
Mit Kindern kommen die meisten dieser Rassen gut zurecht. Der Hannoversche Schweißhund bleibt gegenüber Fremden zurückhaltend. Der Beagle geht auf jeden zu, folgt dafür aber jeder Fährte.
Nicht zu ihnen passen Haushalte ohne sicheren Zaun. Ebenso wenig Menschen, die den Rückruf nicht über Jahre üben wollen. Diese Rechnung geht selten auf.
Fazit: Jagdhunde sind über mehrere FCI-Gruppen verteilt. Der Deutsch Kurzhaar steht als Vorstehhund in Gruppe 7 und misst bei Rüden 62 bis 66 Zentimeter. Der Hannoversche Schweißhund ist laut Standard Nachsuchenhund, Rüden messen 50 bis 55 Zentimeter bei 30 bis 40 Kilogramm. Zu den kleinen Jagdhunden zählt der Jack Russell Terrier mit ideal 25 bis 30 Zentimetern. Der Deutsche Jagdterrier und der Beagle messen je 33 bis 40 Zentimeter, dazu kommen die kleinen Dachshund-Varietäten. Das Bundesjagdgesetz nennt die Führung von Jagdhunden als Prüfungsstoff der Jägerprüfung, weil krankgeschossenes Wild nach § 22a unverzüglich zu erlegen ist. Die Leistungsnachweise organisiert der Jagdgebrauchshundverband über Verbandsprüfungen.
Häufige Fragen zu Jagdhunden
Wie viele Jagdhundegruppen gibt es?
Die FCI verteilt sie über mehrere Gruppen. Terrier stehen in Gruppe 3, Dachshunde in Gruppe 4, Laufhunde und Schweißhunde in Gruppe 6, Vorstehhunde in Gruppe 7, Apportier- und Stöberhunde in Gruppe 8.
Was ist ein Vorstehhund?
Ein Hund, der Wild anzeigt, indem er davor verharrt. Der Deutsch Kurzhaar steht in Gruppe 7, Sektion 1.1 Kontinentale Vorstehhunde.
Was macht ein Schweißhund?
Er sucht verletztes Wild nach. Der Hannoversche Schweißhund ist laut Standard ein Nachsuchenhund für genau diese Arbeit.
Welche kleinen Jagdhunde gibt es?
Jack Russell Terrier mit 25 bis 30 Zentimetern, Deutscher Jagdterrier und Beagle mit je 33 bis 40 Zentimetern sowie die kleinen Dachshund-Varietäten.
Wie groß ist der kleinste?
Beim Jack Russell Terrier nennt der Standard 25 bis 30 Zentimeter als ideale Widerristhöhe.
Wie schwer sollte ein Jack Russell sein?
Ein Kilogramm pro fünf Zentimeter Widerristhöhe — ein 25 Zentimeter großer Hund also etwa fünf Kilo.
Jagdhunde: Was ist eine Arbeitsprüfung?
Ein Leistungsnachweis, den die FCI für bestimmte Rassen vorsieht. Beim Dachshund steht sie im Standard, beim Pudel nicht.
Welche Prüfungen gibt es in Deutschland?
Junge Hunde starten bei der Verbandsjugendprüfung. Danach folgt die Herbstzuchtprüfung, später die Verbandsgebrauchsprüfung. Für Nachsuche und Stöberarbeit gibt es eigene Prüfungen.
Muss ein Jäger Hundearbeit lernen?
Ja. Das Bundesjagdgesetz nennt die Führung von Jagdhunden ausdrücklich als Prüfungsstoff der Jägerprüfung.
Warum ist die Nachsuche Pflicht?
Weil krankgeschossenes Wild laut Gesetz unverzüglich zu erlegen ist, um vermeidbare Schmerzen oder Leiden zu vermeiden.
Ist ein Jagdhund ein Familienhund?
Das hängt vom einzelnen Hund ab. Der Beagle-Standard nennt ihn liebenswürdig, der Schweißhund gilt als zurückhaltend gegenüber Fremden.
Jagdhunde: Was fordert die Verordnung an Haltung?
Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 119 – Deutsch Kurzhaar, deutsche Fassung (PDF)
- FCI-Rassestandard Nr. 345 – Jack Russell Terrier, deutsche Fassung (PDF)
- Bundesjagdgesetz § 15 – Allgemeines (Jägerprüfung)
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung und keine Rechtsauskunft. Für die Haltung und Ausbildung eines Jagdhundes berät die Tierarztpraxis, für jagdrechtliche Fragen die zuständige Behörde.
