Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 8 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- IGP heißt die Prüfung seit 2019, davor IPO und in Deutschland VPG.
- Drei Abteilungen: Fährtenarbeit, Unterordnung, Schutzdienst.
- Je Abteilung 100 Punkte, insgesamt 300.
- Voraussetzung ist eine bestandene Begleithundeprüfung mit Verkehrsteil.
Die IGP-Gebrauchshundeprüfung ist der älteste Hundesport überhaupt. Drei Abteilungen an einem Wochenende, dazu ein Regelwerk mit über achtzig Seiten. Ich erkläre dir den Aufbau, die Stufen und die Punkte. Und ich sage dir, warum ein Teil davon seit Jahren für Streit sorgt.
Die kurze Antwort
IGP steht für Internationale Gebrauchshundeprüfung. Sie besteht aus Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst, jeweils mit 100 Punkten bewertet. In Deutschland nimmt der VDH sie nach der Prüfungsordnung der FCI ab.
Der Einstieg
Ohne bestandene Begleithundeprüfung mit Verkehrsteil geht gar nichts. Danach startest du frühestens mit 18 Monaten in der Stufe IGP 1.
Woher der Name kommt
Drei Kürzel für dieselbe Sache verwirren bis heute viele Halter. Bis 2018 hieß der Sport IPO, in Deutschland zusätzlich VPG. Seit 2019 trägt er den Namen IGP.
Ausgeschrieben heißt das Internationale Gebrauchshundeprüfung. Geregelt wird sie von der FCI, dem Dachverband der Zuchtverbände. In Deutschland setzt der VDH diese Ordnung um.
Der VDH nennt den Gebrauchshundesport die älteste Hundesportart überhaupt. Drei Elemente machen ihn aus. Es sind Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst. Dem Verband zufolge verlangt diese Kombination den Hunden sehr viel ab.

Aus meiner Erfahrung heraus unterschätzen Einsteiger vor allem den Zeitaufwand. Drei Abteilungen bedeuten drei getrennte Trainingswege, jeder mit eigenem Rhythmus.
Was dein Hund vorher braucht
Ohne Vorstufe geht es nicht los. Startvoraussetzung für IGP 1 ist eine bestandene Begleithundeprüfung mit Verkehrsteil, kurz BH/VT. Beim VDH liegt das Mindestalter dafür bei 15 Monaten.
Dazu kommen zwei Dinge, die viele überraschen. Du selbst legst vorher einen Sachkundetest ab. Und dein Hund braucht einen Chip oder eine Tätowierung, damit seine Identität feststeht.
Geprüft wird die BH/VT in zwei Teilen. Der erste läuft auf einem eingefriedeten Platz, der zweite im öffentlichen Raum und im Straßenverkehr.
Vor jeder IGP folgt außerdem eine Unbefangenheitsprüfung. Unsichere, ängstliche, nervöse oder beißende Hunde dürfen nicht starten. Was hinter solchen Prüfungen steckt, steht in Wesenstest beim Hund.
Die drei Abteilungen
Jede Stufe verlangt alle drei Abteilungen. In jeder braucht dein Hund mindestens ein befriedigendes Ergebnis.
Zusammen 300 Punkte. Ab 286 lautet das Gesamturteil vorzüglich, ab 270 sehr gut, ab 240 gut, ab 210 befriedigend. Quelle: FCI-Prüfungsordnung 2025.
Wie deutlich sich die Stufen unterscheiden, zeigt die Fährte. In der Prüfungsordnung der FCI liegt sie für IGP 1 bei mindestens 300 Schritten, drei Schenkeln und zwei Winkeln. Der Hundeführer legt sie selbst, sie ist beim Start 20 Minuten alt.
In der IGP 3 sieht dasselbe ganz anders aus. Mindestens 600 Schritte, fünf Schenkel, vier Winkel. Gelegt hat sie ein Fremder, alt ist sie eine Stunde.
Die Nasenarbeit dahinter ist nichts Exotisches. Sie folgt derselben Logik wie jede Suche im Garten, nur strenger geregelt. Den Einstieg dazu findest du in Nasenarbeit mit dem Hund. Das Suchen nach Menschen beschreibt Mantrailing für Anfänger.

Auch die Unterordnung besteht aus vertrauten Bausteinen. Apportieren gehört dazu, über die Hürde und über die Schrägwand. Der Aufbau im Alltag steht in Apportieren lernen.
Der Schutzdienst — und warum er umstritten ist
Die Abteilung C sorgt für die Schlagzeilen. Ein Helfer versteckt sich auf dem Platz, der Hund spürt ihn auf und verbellt ihn. Danach folgen Flucht, Bewachen und die Abwehr eines Überfalls.
Die Ordnung setzt dafür enge Grenzen. Der Hund darf ausschließlich in den vorgesehenen Schutzarm fassen. Jeder Griff an einer anderen Körperstelle führt zur sofortigen Disqualifikation.
Bei der sogenannten Stockdrohung droht der Helfer mit einem Schlag, ohne den Hund zu berühren. Er trägt Schutzhose, Schutzjacke und Ärmel. Der Hund steht während der ganzen Abteilung unter Kontrolle seines Hundeführers.
Reine Schutzdienstveranstaltungen schließt dieselbe Ordnung ausdrücklich aus. Die Präambel stellt das Wohlergehen des Hundes an die erste Stelle und lehnt Medikamente sowie Tierquälerei generell ab.
Die Kritik setzt trotzdem an einem harten Punkt an. Nach § 3 Tierschutzgesetz ist es verboten, ein Tier zu derartig aggressivem Verhalten auszubilden, dass es dadurch selbst Schmerzen, Leiden oder Schäden erleidet. Verboten sind außerdem Training mit erheblichen Schmerzen und das Abrichten auf Schärfe an einem anderen lebenden Tier.
Ob eine konkrete Ausbildung darunter fällt, entscheiden im Streitfall Behörden und Gerichte. Befürworter verweisen auf das Regelwerk und den geschulten Helfer, Kritiker auf das Bild in der Öffentlichkeit. Eine Empfehlung sprechen wir hier nicht aus.
Fünf Dinge, die Einsteiger unterschätzen
- Der Sport braucht einen Verein, einen Platz und geschulte Helfer.
- Drei Abteilungen bedeuten drei getrennte Trainingswege.
- Der Leistungsrichter kann bei Krankheit oder Verletzung abbrechen.
- Ein Verstoß gegen den Tierschutz führt zur Disqualifikation.
- Nachbarn und Familie sehen den Schutzdienst oft kritisch.
Wer erst einmal hineinschnuppern will, findet über eine gute Hundeschule den leichteren Zugang, siehe Vorteile einer Hundeschule.
Für welche Hunde sich das eignet
Rassevorgaben gibt es keine. Nach der Prüfungsordnung darf jeder registrierte Hund starten, unabhängig von Größe, Rasse oder Herkunft.

In der Praxis dominieren trotzdem wenige Rassen die Meldelisten. Der Deutsche Schäferhund gehört dazu, der Malinois ebenso. Was den ersten davon ausmacht, steht in Deutscher Schäferhund.
Wichtiger als die Rasse ist die Belastbarkeit im Alltag. Der Leistungsrichter darf einen Hund ablehnen, wenn dessen körperliche Verfassung nicht reicht.
Meine langjährige Erfahrung mit Halterinnen und Haltern sagt: Der Sport passt zu Menschen, die Struktur mögen. Wer spontan trainiert, wird damit nicht glücklich.
Fährte, Sprünge und Schrägwand fordern den Bewegungsapparat über Jahre. Ich lasse ältere Sporthunde regelmäßig durchchecken und halte das Gewicht knapp. Unsere Gelenktabletten sind ein Ergänzungsfuttermittel mit Grünlippmuschel, Glucosamin, MSM, Chondroitin, Ingwer, Teufelskralle und Weihrauch. Bis 20 Kilogramm gibt es eine halbe Tablette, bis 40 Kilogramm eine, darüber zwei.

Fazit: Die IGP ist kein Wochenendhobby, sondern ein Sport mit Regelwerk, Verein und festen Stufen. Fährte, Unterordnung und Schutzdienst zählen je 100 Punkte, zusammen 300. Der Einstieg führt immer über die Begleithundeprüfung mit Verkehrsteil. Und die Abteilung C bleibt ein Thema, über das du dir selbst ein Urteil bilden solltest — am besten nach einem Besuch auf einem echten Übungsplatz.
Häufige Fragen zur IGP-Gebrauchshundeprüfung
Wofür steht die Abkürzung IGP?
Für Internationale Gebrauchshundeprüfung. Seit 2019 heißt die Prüfung so, vorher lief sie als IPO und in Deutschland auch als VPG.
Aus welchen Teilen besteht sie?
Aus drei Abteilungen: A Fährtenarbeit, B Gehorsam als Teamarbeit, C Schutzdienst. Alle drei gehören zu jeder Stufe.
Wie viele Stufen gibt es?
Drei. IGP 1, IGP 2 und IGP 3 unterscheiden sich in Fährtenlänge, Alter der Fährte und Schwierigkeit der Übungen.
Was braucht mein Hund als Voraussetzung?
Eine bestandene Begleithundeprüfung mit Verkehrsteil. Beim VDH beträgt das Mindestalter dafür 15 Monate.
Ab welchem Alter darf er starten?
Für IGP 1 mit 18 Monaten, für IGP 2 mit 19 und für IGP 3 mit 20 Monaten. Ausnahmen sieht die Prüfungsordnung nicht vor.
Wie viele Punkte sind möglich?
Je Abteilung 100, zusammen also 300. Ab 286 Punkten lautet das Gesamturteil vorzüglich.
Dürfen nur Schäferhunde und Malinois teilnehmen?
Nein. Laut Prüfungsordnung darf jeder registrierte Hund starten, unabhängig von Größe, Rasse oder Herkunft.
Beißt der Hund im Schutzdienst einen Menschen?
Er darf ausschließlich in den vorgesehenen Schutzarm fassen. Jeder Griff an anderer Stelle führt zur sofortigen Disqualifikation.
Was passiert bei der Stockdrohung?
Der Helfer droht mit einem Schlag, ohne den Hund zu berühren oder zu schlagen. So steht es in der Prüfungsordnung.
Gibt es Prüfungen nur im Schutzdienst?
Nein. Reine Schutzdienstveranstaltungen schließt die Prüfungsordnung ausdrücklich aus.
Warum ist der Schutzdienst umstritten?
Weil § 3 Tierschutzgesetz Ausbildung zu bestimmtem aggressivem Verhalten und schmerzhaftes Training verbietet. Über die Auslegung wird seit Jahren gestritten.
Was prüft der Wesenstest?
Ob der Hund unbefangen bleibt. Unsichere, ängstliche, nervöse oder beißende Hunde dürfen nicht teilnehmen.
Quellen
- VDH – Gebrauchshundesport
- VDH – Begleithundprüfung
- FCI-Prüfungsordnung für Gebrauchshunde, gültig ab 01.01.2025 (PDF beim VDH)
- § 3 Tierschutzgesetz – Verbote
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Vor dem Einstieg in einen fordernden Hundesport gehört dein Hund gründlich untersucht.
