American Staffordshire Terrier: Wesen, Größe, Recht

American Staffordshire Terrier: Wesen, Größe, Recht

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 22.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Rüden messen 46 bis 48 cm, Hündinnen 43 bis 46 cm.
  • Der VDH verlangt einen hundeerfahrenen Besitzer.
  • 🔴 Einfuhr und Verbringen nach Deutschland sind bundesgesetzlich verboten.
  • Die Haltung selbst regelt dagegen jedes Bundesland eigenständig.

Beim American Staffordshire Terrier reden alle über Gefährlichkeit und kaum jemand über Fakten. Dabei sind die wichtigsten Punkte klar dokumentiert: im Rassestandard und in einem Bundesgesetz. Ich stelle beides nebeneinander, damit du weißt, was gilt und was nur behauptet wird.

Die kurze Antwort

Ein 43 bis 48 Zentimeter großer bullartiger Terrier aus den USA, in der Familie anhänglich. Einfuhr nach Deutschland ist verboten, die Haltung regeln die Länder.

🔴 Häufigster Irrtum

Einfuhrverbot und Haltungsverbot sind zwei verschiedene Dinge. Das Bundesgesetz betrifft nur das Verbringen ins Inland.

Herkunft und Rassedaten

Nach dem VDH-Rasselexikon entstand die Rasse durch den Import englischer Staffordshire Bull Terrier nach Amerika um 1870. Nach dem Verbot von Hundekämpfen im Jahr 1900 richtete sich die Zucht auf verträgliches Wesen und Schönheit. Der American Kennel Club erkannte sie 1936 an.

Wacher American Staffordshire Terrier steht aufmerksam auf einer Wiese
Kurzes, griffiges Fell und kräftiger Körperbau prägen die Rasse.

Den Zusatz American bekam sie erst in den 1970er Jahren, um sie von der englischen Variante abzugrenzen. Die FCI führt sie heute in Gruppe 3, Sektion 3 der bullartigen Terrier, ohne Arbeitsprüfung, unter der Standardnummer 286.

Merkmal Angabe
MerkmalWiderristhöhe Rüde Angabe46–48 cm
MerkmalWiderristhöhe Hündin Angabe43–46 cm
MerkmalFell Angabekurz, dicht, griffig und glänzend
MerkmalFarben Angabealle, höchstens 80 % Weiß
MerkmalFCI AngabeGruppe 3, Sektion 3, Nr. 286

Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.

Bei den Farben ist der Standard großzügig und trotzdem genau. Zulässig sind einfarbige, mehrfarbige und gefleckte Hunde. Mehr als 80 Prozent Weiß geht nicht, Black-and-Tan und Leberfarbe gelten als unerwünscht.

Wesen: was der Standard wirklich sagt

Der VDH beschreibt einen muskulösen Hund mit großem Mut, der sich gut für Hundesport eignet. Innerhalb der Familie nennt er ihn sehr anhänglich, verschmust und überaus verspielt.

Frau führt draußen einen wachen American Staffordshire Terrier an der Leine
Sichere Führung und früher Kontakt mit anderen Hunden zählen am meisten.

Genauso deutlich ist die Anforderung an den Menschen. Der Verband schreibt, dass ein verantwortungsvoller und hundeerfahrener Besitzer erforderlich ist. Das steht nicht als Empfehlung dort, sondern als Bedingung.

Aus meiner Erfahrung entscheidet bei dieser Rasse die Sozialisierung im ersten Jahr über alles Weitere. Der VDH nennt Familienanschluss, körperliche Auslastung und gründliche Sozialisierung, dazu Welpen-Spielstunden und Erziehungskurse. Wo du damit beginnst, steht in Hundeschule.

🔴 Die Rechtslage: Einfuhr gegen Haltung

Hier lohnt der Blick ins Gesetz statt in Kommentarspalten. Das Gesetz zur Beschränkung des Verbringens oder der Einfuhr gefährlicher Hunde nennt in seinem Paragrafen 2 vier Rassen beim Namen: Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier und Bullterrier. Dazu kommen deren Kreuzungen untereinander oder mit anderen Hunden.

Verboten ist danach das Einführen und Verbringen dieser Hunde ins Inland. Ein Hund aus dem Ausland darf also nicht nach Deutschland gebracht werden. Dasselbe gilt für andere Rassen, deren Gefährlichkeit nach Landesrecht vermutet wird.

Ausnahmen sind vorgesehen, aber nicht ausformuliert. Das Gesetz ermächtigt die Bundesregierung, Ausnahmen ganz oder teilweise zuzulassen sowie Voraussetzungen und Verfahren zu regeln. Konkrete Fälle nennt der Text selbst nicht.

Wichtig bleibt die Trennung. Dieses Bundesgesetz regelt das Verbringen über die Grenze. Ob und unter welchen Auflagen du einen AmStaff halten darfst, entscheidet dein Bundesland. Der VDH weist darauf hin, dass die Haltung seit 2001 bundeslandabhängigen Auflagen unterliegt.

Wacher American Staffordshire Terrier liegt entspannt im Wohnzimmer
In der Familie beschreibt der VDH ihn als anhänglich und verspielt.

Vor der Anschaffung klären

  • Bei der Ordnungsbehörde die Auflagen des Bundeslandes erfragen.
  • Sachkundenachweis und Wesenstest früh einplanen.
  • 🔴 Keinen Hund aus dem Ausland holen, das ist bundesgesetzlich untersagt.
  • Haftpflicht abschließen und Mietvertrag prüfen.
  • Umzug mitdenken: In einem anderen Land gelten andere Regeln.

Zur Versicherungspflicht: Hundehaftpflicht.

Alltag, Sport und Gesundheit

Meine langjährige Erfahrung mit kräftigen Terriern zeigt: Diese Hunde brauchen Ziele, keine Dauerreize. Der VDH nennt Hundesport ausdrücklich als passendes Feld. Wer springt und wendet, belastet allerdings die Knie. Was dann ansteht, steht in Kreuzbandriss beim Hund.

Die Fellpflege bleibt einfach. Kurz, dicht, griffig und glänzend beschreibt der Standard das Haarkleid. Bürsten reicht. Mehr Aufmerksamkeit verdient die Haut, weil kurzes Fell wenig Schutz bietet. Bei geröteten Stellen hilft Hot Spot beim Hund.

Ich rate außerdem dazu, die Steuerfrage vor dem Kauf zu klären. Für Hunde mit Listenstatus verlangen viele Kommunen deutlich höhere Sätze. Eine Übersicht gibt Hundesteuer.

Fazit: Der American Staffordshire Terrier ist ein bullartiger Terrier aus den USA mit 46 bis 48 Zentimetern bei Rüden und 43 bis 46 bei Hündinnen. Der VDH beschreibt ihn als mutig, sportlich und in der Familie anhänglich, verlangt dafür aber ausdrücklich einen hundeerfahrenen Halter. Rechtlich gilt eine klare Trennung: Einfuhr und Verbringen nach Deutschland sind bundesgesetzlich verboten, die Haltung regelt dein Bundesland. Wer diese beiden Ebenen auseinanderhält, spart sich viel Ärger.

Häufige Fragen zum American Staffordshire Terrier

Wie groß wird ein American Staffordshire Terrier?

Rüden erreichen 46 bis 48 cm Widerristhöhe, Hündinnen 43 bis 46 cm. Ein Gewicht nennt der VDH nicht.

Woher stammt die Rasse?

Aus den USA. Sie entstand, nachdem um 1870 englische Staffordshire Bull Terrier nach Amerika importiert wurden.

Warum heißt sie American?

Der Zusatz kam in den 1970er Jahren dazu, um die Rasse von der englischen Variante abzugrenzen.

Seit wann ist sie anerkannt?

Der American Kennel Club erkannte sie 1936 an. Nach dem Verbot von Hundekämpfen 1900 richtete sich die Zucht auf verträgliches Wesen und Schönheit.

Welche Farben sind erlaubt?

Alle, einfarbig, mehrfarbig oder gefleckt. Mehr als 80 Prozent Weiß ist unzulässig, Black-and-Tan und Leberfarbe gelten als unerwünscht.

Wie ist ihr Wesen?

Der VDH nennt großen Mut und Eignung für Hundesport. In der Familie gilt sie als sehr anhänglich, verschmust und überaus verspielt.

🔴 Darf ich einen AmStaff nach Deutschland einführen?

Nein. Das Gesetz untersagt das Einführen und Verbringen ins Inland ausdrücklich für diese Rasse.

Welche Rassen nennt dieses Gesetz noch?

Pitbull-Terrier, Staffordshire-Bullterrier und Bullterrier, dazu deren Kreuzungen untereinander oder mit anderen Hunden.

Ist die Haltung damit verboten?

Nein. Das Bundesgesetz regelt Einfuhr und Verbringen. Die Haltung richtet sich nach dem Recht des jeweiligen Bundeslandes.

Gibt es Ausnahmen von dem Verbot?

Die Bundesregierung kann Ausnahmen zulassen. Der Gesetzestext selbst nennt keine konkreten Fälle, sie werden per Rechtsverordnung geregelt.

Welcher Halter passt zu dieser Rasse?

Der VDH formuliert es klar: ein verantwortungsvoller und hundeerfahrener Besitzer. Für Ersthalter ist sie keine gute Wahl.

Wie sieht die Erziehung aus?

Familienanschluss, körperliche Auslastung und gründliche Sozialisierung. Der VDH empfiehlt Welpen-Spielstunden und Erziehungskurse.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche und keine rechtliche Beratung. Verbindlich sind das jeweilige Landesrecht und die Auskunft deiner Ordnungsbehörde.