Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 23.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Rüden 60 bis 68 cm, rund 40 bis 45 kg.
- Verwendung laut Standard: Jagdhund für Großwild.
- Aggressives Verhalten ist ein ausschließender Fehler.
- Ob dein Bundesland die Rasse listet, regelt Landesrecht.
Die Argentinische Dogge polarisiert — meist ohne dass jemand in den Standard geschaut hat. Ich lege deshalb beides nebeneinander: was das Zuchtdokument verlangt und was der Gesetzgeber regelt.
Die kurze Antwort
Der Dogo Argentino ist ein 60 bis 68 Zentimeter großer Jagdhund für Großwild. Der Standard fordert ausdrücklich, dass er nie aggressiv gegenüber Menschen ist.
Der entscheidende Punkt
Vor der Anschaffung gehört ein Blick ins Landesrecht. Das Bundesgesetz allein beantwortet die Frage nicht.
Was der Standard verlangt
Der FCI-Rassestandard Nr. 292 nennt Argentinien als Ursprungsland und Jagdhund für Großwild als Verwendung. Geführt wird die Rasse in Gruppe 2, Sektion 2.1 Molosser, doggenartige Hunde, ohne Arbeitsprüfung.

Beim Wesen wird der Text ungewöhnlich deutlich. Der Hund soll lautlos sein und nie auf der Spur laut geben. Verlangt werden guter Geruchssinn, Wendigkeit, Kraft und vor allem Mut. Gegenüber Menschen dagegen darf er nie aggressiv sein — dieses Merkmal soll streng beobachtet werden.
Das bleibt keine Absichtserklärung. Unter den ausschließenden Fehlern stehen aggressives oder ängstliches Verhalten sowie Hunde, die deutliche körperliche Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen. Wer so auffällt, wird auf einer Ausstellung nicht bewertet. Ich halte das für den wichtigsten Satz im ganzen Dokument.
Nach dem FCI-Rassestandard Nr. 292, deutsche Fassung, geprüft am 23.08.2026.
Aus meiner Erfahrung überrascht Interessenten vor allem das Gewicht. Rund 40 Kilo Muskelmasse verlangen Leinenführigkeit von Tag eins. Wie du die Größe korrekt nachmisst, steht in Widerristhöhe beim Hund. Und wenn der Hund vorne hängt, hilft Hund zieht an der Leine.
Die Rechtslage: Bund und Land getrennt lesen
Bundesweit regelt § 2 des Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetzes die Einfuhr. Genannt werden dort vier Rassen: Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier und Bullterrier sowie deren Kreuzungen untereinander oder mit anderen Hunden. Sie dürfen nicht in das Inland eingeführt oder verbracht werden.
Satz 2 derselben Vorschrift ist für alle anderen Rassen entscheidend. Hunde weiterer Rassen dürfen aus dem Ausland nicht in ein Land eingeführt oder verbracht werden, wenn nach den Vorschriften dieses Landes eine Gefährlichkeit vermutet wird. Maßgeblich ist dabei das Land, in dem der Hund ständig gehalten werden soll.
Praktisch heißt das: Ob für diese Rasse eine Erlaubnispflicht, ein Wesenstest oder eine Leinen- und Maulkorbpflicht gilt, entscheidet dein Bundesland. Mir begegnen dabei die meisten Missverständnisse — viele Halter kennen nur die Bundesliste. Die Listen unterscheiden sich. Und sie ändern sich. Wer umzieht, prüft neu.
Vor der Anschaffung klären
- Listet dein Bundesland die Rasse — und was folgt daraus?
- Brauchst du eine Erlaubnis, einen Sachkundenachweis oder einen Wesenstest?
- Was verlangt deine Kommune zusätzlich an Hundesteuer?
- Deckt deine Haftpflichtversicherung die Rasse ab?
- Wer führt den Hund, wenn du verhindert bist?
Was in einem Wesenstest geprüft wird, steht in Wesenstest beim Hund.
Haltung im Alltag
§ 2 der Tierschutz-Hundeverordnung gilt hier wie bei jedem anderen Hund. Verlangt werden ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers und mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson. Dazu kommt regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen, angepasst an Rasse, Alter und Gesundheitszustand.
Für Welpen nennt das zuständige Bundesministerium vier Stunden täglichen Umgang bis zur zwanzigsten Lebenswoche. Bei einem Hund, der ausgewachsen 40 Kilo wiegt, entscheidet genau diese Phase über den späteren Alltag.
Meine langjährige Erfahrung mit großen Molossern sagt: Der Standard beschreibt das Zuchtziel, nicht den einzelnen Hund vor dir. Ich schaue deshalb immer zuerst auf die Elterntiere und darauf, wie die Welpen aufwachsen. Warum das Spiel dabei so viel leistet, steht in Hunde spielen.

Der Standard selbst schließt mit einem Satz zur Zucht: Verwendet werden sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde. Unter den ausschließenden Fehlern steht auch Taubheit — ein Punkt, den du bei weißen Rassen vor dem Kauf ansprechen solltest. Wie sich Hörprobleme im Alltag zeigen, ordnet Hundeschule mit ein.
Unabhängig von der Rasse gilt: Haut und Fell brauchen B-Vitamine. Gebündelt stecken sie im Lucky Pets Vitamin B-Komplex auf Basis inaktivierter Bierhefe.

So sieht die Argentinische Dogge aus
Weiß ist bei dieser Rasse keine Geschmacksfrage. Der Standard verlangt Reinweiß. Erlaubt bleibt genau ein dunkler Fleck am Schädel. Er darf auch auf einem Ohr oder rund um ein Auge sitzen und höchstens zehn Prozent der Kopffläche bedecken. Stehen zwei gleich gute Hunde nebeneinander, entscheidet der Richter zugunsten des reineren Weiß.
Das Haar liegt kurz und glatt an. Etwa 1,5 bis 2 Zentimeter misst es, überall am Körper gleich. Wie dicht und wie dick es ausfällt, hängt vom Klima ab. Langes Haar schließt einen Hund von der Bewertung aus.
Der Kopf wirkt massig. Fang und Schädel sind gleich lang, der Nasenrücken ist leicht konkav. Die Augen stehen weit auseinander, mandelförmig, dunkel oder haselnussbraun. Am Hals ist die Haut sehr dick und legt sich in leichte Falten, ohne eine Wamme zu bilden.
Die Rute reicht bis zu den Sprunggelenken, weiter nicht. Sie ist dick und mittelhoch angesetzt. In Ruhe hängt sie herunter. Sobald der Hund loszieht, hebt er sie im Bogen weit nach oben.
Größe und Gewicht: die Proportionen dahinter
Zentimeter allein sagen bei dieser Rasse wenig. Der Standard legt zusätzlich fest, wie die Maße zueinander stehen. Daran erkennst du beim Züchter, ob ein Hund typgerecht gebaut ist.
Nach dem FCI-Rassestandard Nr. 292, deutsche Fassung vom 16.07.2019.
Eine Widerristhöhe über oder unter den angegebenen Werten führt zum Ausschluss. Beim Gewicht wird der Standard ebenfalls deutlich. Passt es weder zu den Vorgaben noch zur Größe des Hundes, gilt das als schwerer Fehler.
Wesen im Alltag
Wörtlich verlangt der Standard: Er sollte lautlos sein, nie auf der Spur laut geben, guten Geruchsinn, Witterung, wendig, kräftig, rustikal und vor allem mutig. Gegenüber Menschen soll er nie aggressiv sein. Seinem Halter muss er ohne Vorbehalt vertrauen.

Diese Sätze beschreiben ein Zuchtziel. Über den einen Hund, der bei dir einzieht, sagen sie nichts.
Für den Alltag folgt daraus einiges. Ein Hund, der lautlos jagt, meldet auch an der Haustür wenig. Wer einen bellfreudigen Wächter sucht, sucht die falsche Rasse.
Der Rückruf bleibt dagegen dauerhaft Arbeit. Ein Jagdhund für Großwild entscheidet im Gelände gern selbst. Ich übe ihn deshalb von Anfang an mit der Schleppleine, lange bevor das erste Reh auftaucht.
Besuch und Kinder im Haus sind kein Ausschlussgrund. Vorhersehbare Abläufe helfen aber jedem sehr großen Hund. Alleinbleiben klappt bei guter Auslastung meist ordentlich.
Gesundheit und was der Standard ausschließt
Eine Lebenserwartung nennt der Standard nicht. Rassestandards sind Zuchtdokumente, keine Gesundheitsstatistik. Aussagekräftig ist trotzdem, was sie ausschließen.
Taubheit steht auf dieser Liste. Ebenso blaue Augen oder Augen verschiedener Farbe. Dazu kommen Vor- und Rückbiss sowie ein fehlender Unterschied im Erscheinungsbild zwischen Rüde und Hündin.
Unter den schweren Fehlern stehen Entropium und Ektropium — nach innen oder nach außen gerollte Augenlider. Dazu zählen kleine oder von Karies befallene Zähne. Auch eine Brust, die nicht bis zur Ellenbogenlinie reicht, gehört in diese Gruppe.
Am Ende steht ein Satz zur Zucht. Er verlangt ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde. In Deutschland kommt § 11b des Tierschutzgesetzes dazu, das sogenannte Qualzuchtverbot.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Frag zuerst nach dem Zuchtverband und nach den Papieren. Ein Hund ohne Ahnentafel ist kein Dogo Argentino im Sinne des Standards. Er ist ein Hund, der so aussieht.
Sieh dir den Wurf dort an, wo er aufwächst. Das Muttertier gehört dazu. Wer dir den Welpen auf einem Parkplatz übergeben will, hat etwas zu verbergen.
Beim Abgabealter gibt die Tierschutz-Hundeverordnung in § 2 die Untergrenze vor. Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. Seriöse Züchter warten länger.
Lass dir Impfungen, Entwurmung und Chipnummer schriftlich geben. Weil Taubheit als ausschließender Fehler gilt, frag ausdrücklich nach einem Hörtest. Was sonst zum Kauf gehört, steht in Hundekauf.
Passt die Argentinische Dogge zu dir?
Ehrlich wird es an dieser Stelle. Die Rasse passt zu wenigen Haushalten, zu diesen dafür richtig gut.
Du brauchst Zeit für tägliche Auslastung und einen sicher eingezäunten Auslauf. Du brauchst Nachbarn, einen Vermieter und eine Versicherung, die 45 Kilo Hund mittragen. Und du brauchst die Bereitschaft, Auflagen deines Bundeslandes zu erfüllen.
Für den ersten eigenen Hund ist sie nicht gemacht. In eine kleine Wohnung ohne Grün ringsherum ebenso wenig.
Wer viel unterwegs ist und den Hund oft abgeben müsste, sucht besser weiter. Welche Rasse zu welchem Leben passt, sortiert Welche Hunderasse passt zu mir.
Mein Eindruck nach vielen Gesprächen ist immer derselbe. Über das Gelingen entscheidet die Vorbereitung, nicht der Hund.
Fazit: Die Argentinische Dogge heißt im Rassestandard Dogo Argentino. Der FCI-Standard Nr. 292 nennt Argentinien als Ursprungsland und Jagdhund für Großwild als Verwendung, geführt in Gruppe 2, Sektion 2.1 Molosser. Rüden messen 60 bis 68 Zentimeter bei ungefähr 40 bis 45 Kilogramm, Hündinnen 60 bis 65 Zentimeter bei 40 bis 43 Kilogramm. Das Fell ist kurz und reinweiß, ein einziger Kopffleck bis zehn Prozent der Kopffläche ist zulässig. Der Standard verlangt ausdrücklich, dass der Hund nie aggressiv gegenüber Menschen ist. Aggressives oder ängstliches Verhalten steht bei den ausschließenden Fehlern. Rechtlich nennt § 2 des Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetzes vier andere Rassen. Ob für den Dogo Argentino Auflagen gelten, entscheidet das Landesrecht des Bundeslandes, in dem der Hund gehalten werden soll.
Häufige Fragen zur Argentinischen Dogge
Argentinische Dogge: Wie heißt die Rasse offiziell?
Dogo Argentino. Argentinische Dogge ist die deutsche Bezeichnung dafür.
Wie groß wird eine Argentinische Dogge?
Rüden 60 bis 68 Zentimeter, Hündinnen 60 bis 65. Als ideal nennt der Standard 64 bis 65 beziehungsweise 62 bis 64 Zentimeter.
Argentinische Dogge: Wie schwer wird sie?
Ungefähr 40 bis 45 Kilogramm bei Rüden, 40 bis 43 bei Hündinnen.
Argentinische Dogge: Wofür wurde sie gezüchtet?
Der Standard nennt als Verwendung: Jagdhund für Großwild.
Argentinische Dogge: Was sagt der Standard zum Wesen?
Er soll lautlos sein, mutig, wendig und kräftig — und nie aggressiv gegenüber Menschen. Der Standard nennt das ein streng zu beobachtendes Merkmal.
Was führt zum Ausschluss auf einer Ausstellung?
Unter anderem aggressives oder ängstliches Verhalten sowie deutliche Verhaltensstörungen.
Argentinische Dogge: Welche Farbe schreibt der Standard vor?
Reinweiß. Zulässig ist ein einziger dunkler Fleck am Kopf, der höchstens zehn Prozent der Kopffläche einnimmt.
Ist die Rasse in Deutschland verboten?
Das Bundesgesetz nennt vier andere Rassen. Ob dein Bundesland die Rasse listet, steht im jeweiligen Landesrecht.
Welche Rassen nennt das Bundesgesetz?
Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier und Bullterrier sowie deren Kreuzungen.
Was gilt für Hunde aus dem Ausland?
Hunde, deren Gefährlichkeit das Zielland vermutet, dürfen nicht dorthin eingeführt oder verbracht werden.
Argentinische Dogge: Was fordert die Verordnung an Haltung?
Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen.
Argentinische Dogge: Wie viel Umgang braucht ein Welpe?
Mindestens vier Stunden täglich bis zur zwanzigsten Lebenswoche.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 292 – Dogo Argentino, deutsche Fassung (PDF)
- Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetz § 2 – Einfuhr- und Verbringungsverbot
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
- Bundesministerium (BMLEH) – Mehr Tierschutz bei Hunden
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung und keine Rechtsauskunft. Welche Auflagen in deinem Bundesland gelten, erfährst du bei der zuständigen Ordnungsbehörde.
