Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Der FCI-Standard Nr. 155 nennt für Rüden 46 bis 56 cm, Idealmaß 52 cm.
- Das Gewicht liegt bei 16 bis 24 kg, ideal sind 20 kg.
- Die Rasse steht in Gruppe 6, Sektion 1.2 — mit Arbeitsprüfung.
- Als Verwendung nennt der Standard einen Laufhund mit voll tönender Stimme.
Der Bosnische Laufhund taucht im Netz meist ohne eine einzige Zahl auf. Dabei steht alles Wichtige in einem Papier von zwei Seiten. Ich habe es durchgearbeitet. Die Rasse hat einen Namen, eine Nummer, ein Maß — und eine Eigenschaft, die im Alltag alles entscheidet.
Die kurze Antwort
Der Standard Nr. 155 nennt Rüden mit 46 bis 56 Zentimetern und 16 bis 24 Kilogramm. Als Verwendung steht dort ein ausdauernder Laufhund mit voll tönender, teils tiefer Stimme.
Der Punkt, den kein Ratgeber nennt
Ein Laufhund arbeitet laut. Die Stimme steht bei dieser Rasse in der Zeile Verwendung, nicht unter Fehler.
Der richtige Name und die Nummer
Bei der FCI steht die Rasse als Bosanski oštrodlaki gonič-barak. Der deutsche Eintrag in der Nomenklatur der Gruppe 6 lautet Stichelhaariger Bosnischer Laufhund, genannt Barak. Als Land steht dort Bosnien und Herzegowina.
Die Nummer hat eine Vorgeschichte. Registriert wurde der Standard Nr. 155 am 19. Juni 1965, damals unter dem Namen Illyrischer Laufhund.
Im heute gültigen Papier kam der neue Name. Veröffentlicht wurde diese Fassung am 15. Januar 1973. Sie gilt bis heute.
Barak ist dabei kein Zusatz, sondern der Rufname im Ursprungsland. Aus meiner Erfahrung hilft er beim Suchen: Wer nur nach Bosnischer Laufhund sucht, landet oft bei anderen Bracken vom Balkan.

Gruppe 6, Sektion 1.2 — und was der Vermerk bedeutet
Gruppe 6 heißt Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen. Am 27. August 2026 standen dort 70 Rassen. Die Aufteilung habe ich Zeile für Zeile gezählt.
Ausgezählt aus der FCI-Rassennomenklatur der Gruppe 6, abgerufen am 27. August 2026.
Der Barak steht in Sektion 1.2. Neben ihm stehen dort die Istrianer Bracken, die Savetalbracke, der Serbische Laufhund sowie der Montenegrinische Gebirgslaufhund.
Ein Vermerk zieht sich durch die ganze Sektion. Alle 36 Rassen tragen ihn: Mit Arbeitsprüfung. Was das für die Gruppen insgesamt heißt, steht in Jagdhunde: die Gruppen und was sie unterscheidet.
Praktisch bedeutet der Vermerk: Für den internationalen Schönheitschampion reicht die Form allein nicht. Der Hund muss zusätzlich eine jagdliche Prüfung bestanden haben. Ein Zuchtverband nimmt diese Rasse also nicht als Sofahund an.
Die Stimme: das eigentliche Rassemerkmal
In der Zeile Verwendung steht im Standard Nr. 155 ein einziger Satz. Er nennt einen guten, widerstandsfähigen und ausdauernden Laufhund mit voll tönender, teils tiefer Stimme.
Diese Stimme ist Arbeitswerkzeug. Ein Laufhund verfolgt die Spur allein und meldet dabei laufend, wo er ist. Der Jäger hört ihn, statt ihn zu sehen.
Im Wohngebiet wird daraus schnell ein Problem. Der Hund meldet, was ihn beschäftigt — den Postboten, die Katze, den Hasen hinter dem Zaun. Abtrainieren lässt sich eine Zuchteigenschaft nicht.
Ich rate deshalb zu einer ehrlichen Rechnung vor dem Kauf. Wie nah wohnen die Nachbarn? Wie dünn sind die Wände? Wer diese Fragen überspringt, bereut es im dritten Monat.
Größe und Gewicht
Beim Maß wird der Standard ungewöhnlich genau. Er nennt für Rüden 46 bis 56 Zentimeter und setzt ein Idealmaß von 52 Zentimetern daneben. Für Hündinnen steht dort nur: ein wenig kleiner.
Beim Gewicht folgt dieselbe Machart. Erlaubt sind 16 bis 24 Kilogramm, ideal sind 20. Eine getrennte Angabe für Hündinnen fehlt.
Maße wörtlich aus dem FCI-Standard Nr. 155, deutsche Fassung vom 15. Januar 1973.
Die Kopflänge in Zentimetern ist eine Seltenheit. Kaum ein Standard misst den Kopf so direkt. Hier steht sie, weil der lange Kopf zum Rassebild gehört.

So sieht der Barak aus
Das Erscheinungsbild fasst der Standard in wenigen Zeilen. Ein robuster Hund mit langem, struppigem Haar, langem und mäßig breitem Kopf sowie ausgeprägten, buschigen Augenbrauen.
Für den Ausdruck findet der Standard eine widersprüchliche Formel. Ernst und streng solle er sein, zugleich aber fröhlich. Die Augen sind groß, oval und kastanienbraun.
Am Fang sitzen buschiger Schnurrbart und Bart. Die Ohren hängen herab, mittelhoch angesetzt und breit. Die Rute reicht bis zum Sprunggelenk und wird säbelartig leicht nach oben gebogen getragen.
Bei den Farben ist der Standard großzügig. Weizengelb, gelbrot, erdgrau oder schwärzlich bilden die Grundfarbe. Weiße Abzeichen finden sich oft an Kopf, Kehle, Vorbrust, an den unteren Teilen der Läufe sowie an der Rutenspitze.
Fell: pflegeleicht ist etwas anderes
Das Haar beschreibt der Standard mit vier Wörtern. Lang, hart, struppig und zerzaust. Dazu kommt eine reiche Unterwolle.
Genau diese Mischung braucht Arbeit. Die Unterwolle filzt unter dem harten Deckhaar, ohne dass man es von außen sieht. Ich fahre deshalb mit den Fingern durch, nicht nur mit der Bürste.
Bei Bart und Augenbrauen hängt regelmäßig etwas fest. Grannen, Kletten, Reste vom Fressen. Ein kurzer Griff nach jedem Spaziergang spart eine Menge.
Zu langes, wolliges, gewelltes oder gelocktes Haar steht übrigens auf der Ausschlussliste. Ein Barak soll struppig aussehen, nicht gepflegt.
Jagdtrieb im Alltag: Recht und Training
Ein Hund aus Sektion 1.2 verfolgt eine Spur selbstständig über Kilometer. Genau dafür wurde er gezüchtet. In Deutschland trifft dieses Verhalten auf § 23 des Bundesjagdgesetzes.
Der Jagdschutz umfasst dort ausdrücklich den Schutz des Wildes vor wildernden Hunden und Katzen. Das Nähere regeln die Länder. Für dich heißt das: Ein Hund, der Wild hetzt, ist kein Kavaliersdelikt.
Praktisch arbeite ich deshalb mit Schleppleine und Rückruf, bevor überhaupt etwas passiert. Wie du den Rückruf aufbaust, steht in Rückruf trainieren.
Zusätzlich gilt in vielen Ländern eine Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit. Welche Regel wo gilt, klärt Leinenpflicht für Hunde.
Wegtrainieren lässt sich der Trieb nicht. Umlenken schon. Welche Wege dabei tragen, steht in Jagdtrieb kontrollieren.
Auslastung: Nase statt Kilometer
Meine langjährige Erfahrung mit Bracken sagt: Wer nur läuft, züchtet einen Ausdauersportler. Der Hund wird fitter, nicht ruhiger.
Besser wirkt Nasenarbeit. Eine Fährte im Wald, eine Futtersuche im hohen Gras, ein Gegenstand zum Wiederfinden. Wie du anfängst, steht in Nasenarbeit mit dem Hund.
Eine Stundenzahl schreibt niemand vor. § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung verlangt Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers. Dazu kommt mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson sowie regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.
Manche Hunde kommen nach der Arbeit schlecht herunter. Bei ohnehin unruhigen Hunden gebe ich die Lucky Pets Relax Tabletten ins Futter. Sie enthalten L-Tryptophan, Baldrianwurzel, Hopfenblüten, Taigawurzel, Hanfsaat sowie Magnesium. Ein Ergänzungsfuttermittel ersetzt kein Training.

Gesundheit: was der Standard ausschließt
Eine Lebenserwartung nennt der Standard nicht. Häufigkeiten von Krankheiten ebenso wenig. Aussagekräftig ist stattdessen die Liste der Fehler, die von der Zucht ausschließen.
Disqualifizierende Fehler laut Standard Nr. 155
- Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde.
- Deutliche körperliche Abweichungen oder Verhaltensstörungen.
- Nase, Lidrand und Lippe ohne Pigment.
- Anzeichen von Degeneration an Gebiss und Kiefer, etwa fehlende Zähne.
- Sehr helle Augen oder ein Birkauge, also ein Auge mit zwei Farben.
- O- oder X-beiniger Stand.
Zu langes, wolliges, gewelltes oder gelocktes Haar steht ebenfalls auf dieser Liste.

Zwei Punkte davon prüfst du selbst. Sieh dir Lidränder und Nase an, dort soll das Pigment dunkel sein. Und lass dir das Gebiss zeigen, mit allen Zähnen.
Der Stand fällt beim Zusehen auf. Lass den Welpen ein paar Meter auf dich zulaufen. Läufe, die nach innen oder außen abknicken, siehst du sofort.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Diese Rasse ist außerhalb des Balkans selten. Umso wichtiger sind Papiere. Eine Ahnentafel muss die Rasse mit dem FCI-Namen und der Nummer 155 nennen.
Frag nach den Prüfungen der Elterntiere. Bei einer Rasse mit Arbeitsprüfung gehören sie zum Alltag der Zucht. Ein Züchter, der keine nennen kann, züchtet an der Rasse vorbei.
Beim Abgabealter zieht die Verordnung die Grenze. Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden.
Was beim Züchterbesuch vorliegen sollte
- Ahnentafel mit FCI-Rassename und Standardnummer 155.
- Prüfungsnachweise der Elterntiere.
- EU-Heimtierausweis mit Chipnummer.
- Impfnachweis und Entwurmungsprotokoll.
- Muttertier beim Wurf, Abgabe erst nach der achten Lebenswoche.
Preise nenne ich hier bewusst nicht. Über die Qualität einer Zucht sagen sie nichts aus.
Passt der Barak zu dir?
Er passt, wenn du jagdlich führst oder täglich Nasenarbeit anbietest. Er passt auch, wenn du ein freistehendes Haus hast und Nachbarn, die Hundelaut aushalten. Ein anderer Laufhund mit ähnlichem Profil ist der Transylvanische Laufhund.
Er passt nicht, wenn du eine Wohnung im Mehrfamilienhaus hast. Er passt ebenso wenig, wenn der Hund viel allein bleiben muss.
Und er passt nicht zu jemandem, der ohne Leine durch den Wald möchte. Ein Hund, der Spuren über Kilometer verfolgt, bleibt nicht in Sichtweite.
Fazit: Der Bosnische Laufhund heißt bei der FCI Bosanski oštrodlaki gonič-barak und trägt die Standardnummer 155, registriert am 19. Juni 1965 als Illyrischer Laufhund. Rüden messen 46 bis 56 Zentimeter bei einem Idealmaß von 52, das Gewicht liegt bei 16 bis 24 Kilogramm. Er steht in Gruppe 6, Sektion 1.2. Alle 36 Rassen dieser Sektion tragen den Vermerk zur Arbeitsprüfung. Als Verwendung nennt sein Standard einen ausdauernden Laufhund mit voll tönender, teils tiefer Stimme. Genau diese Stimme und der selbstständige Spurlaut entscheiden darüber, ob die Rasse in dein Leben passt.
Häufige Fragen zum Bosnischen Laufhund
Wie heißt der Bosnische Laufhund richtig?
Bei der FCI steht er als Bosanski oštrodlaki gonič-barak. Der deutsche Name lautet Stichelhaariger Bosnischer Laufhund, genannt Barak.
Welche Standardnummer hat die Rasse?
Nummer 155. Registriert wurde sie am 19. Juni 1965, damals noch als Illyrischer Laufhund.
Wie groß wird ein Bosnischer Laufhund?
Rüden messen 46 bis 56 Zentimeter, ideal sind 52. Hündinnen bleiben laut Standard ein wenig kleiner.
Bosnischer Laufhund: Wie schwer wird er?
Der Standard nennt 16 bis 24 Kilogramm, das Idealgewicht liegt bei 20.
Ist der Bosnische Laufhund laut?
Er ist es von Beruf wegen. Sein Standard beschreibt ihn als Laufhund mit voll tönender, teils tiefer Stimme.
Braucht die Rasse eine Arbeitsprüfung?
Ja. In der Nomenklatur trägt Sektion 1.2 diesen Vermerk, bei allen 36 mittelgroßen Laufhunden.
Bosnischer Laufhund: Wie ist sein Wesen laut Standard?
Zwei Angaben stehen dort: lebhaftes Temperament sowie mutiger und ausdauernder Hund.
Ist das Fell pflegeleicht?
Nein. Der Standard beschreibt es als lang, hart, struppig und zerzaust, mit reicher Unterwolle.
Bosnischer Laufhund: Welche Farben lässt der Standard zu?
Weizengelb, gelbrot, erdgrau oder schwärzlich, dazu weiße Abzeichen. Zwei- und dreifarbige Kombinationen sind erlaubt.
Was passiert, wenn mein Hund Wild hetzt?
Der Jagdschutz nach § 23 Bundesjagdgesetz umfasst ausdrücklich den Schutz des Wildes vor wildernden Hunden. Das Nähere regeln die Länder.
Bosnischer Laufhund: Wie viel Auslauf schreibt das Gesetz vor?
Eine Stundenzahl nennt die Tierschutz-Hundeverordnung nicht. Sie verlangt Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers.
Wie alt wird ein Bosnischer Laufhund?
Eine Lebenserwartung steht im Standard nicht. Ich schreibe deshalb keine hin.
Quellen
- FCI-Standard Nr. 155 – Bosanski oštrodlaki gonič-barak, deutsche Fassung (PDF)
- FCI – Rassennomenklatur, Gruppe 6: Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen
- § 23 Bundesjagdgesetz – Inhalt des Jagdschutzes
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Über Gebiss, Gelenke und jeden Befund entscheidet die behandelnde Tierarztpraxis.
