Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Rüden messen 48 bis 56 cm, Hündinnen 46 bis 51 cm.
- Die blaue Zunge ist laut VDH ein Rassemerkmal, kein Warnzeichen.
- Der VDH beschreibt ihn als eigensinnig und freiheitsliebend.
- Fellpflege: wöchentlich gründlich kämmen, täglich bürsten.
Der Chow Chow sieht aus wie ein Plüschtier und verhält sich wie ein Wachhund. Genau dieser Gegensatz führt zu Fehlkäufen. Ich gehe die Rassedaten des VDH durch und zeige, was diese Rasse an Pflege und Geduld tatsächlich verlangt.
Die kurze Antwort
Ein mittelgroßer chinesischer Wachhund mit üppigem Fell und blauer Zunge. Er ist ruhig, eigensinnig und pflegeintensiv.
Kein Anfängerhund
Wer einen anhänglichen Hund sucht, der jedem Kommando folgt, liegt bei dieser Rasse falsch.
Herkunft und Rassedaten
Der VDH berichtet, dass man den Chow Chow in China lange als Wach- und Jagdhund nutzte. Dort ist er seit über 2.000 Jahren bekannt. Verwandtschaft besteht zu nordischen Spitztypen und zu Mastiffs. Beides sieht man ihm an: die Rute über dem Rücken vom Spitz, der schwere Kopf vom Molosser.

Nach Europa kam die Rasse um 1800. Im Jahr 1925 wurden Exemplare auf der Crufts in England vorgestellt. Die FCI führt sie heute in Gruppe 5, den Spitzen und Hunden vom Urtyp, Sektion 5, unter der Standardnummer 205.
Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.
Ein Gewicht nennt der Standard nicht. Angaben aus Kleinanzeigen sollte man deshalb mit Vorsicht lesen. Verlässlich sind die Höhenmaße und das, was der Züchter an Elterntieren zeigen kann.
Die blaue Zunge
Der VDH führt sie schlicht als weiteres Rassemerkmal. Damit ist die häufigste Sorge beantwortet: Eine blaue Zunge ist bei dieser Rasse normal und kein Hinweis auf Sauerstoffmangel.

Aus meiner Erfahrung sorgt dieses Merkmal trotzdem regelmäßig für Aufregung, besonders bei Ersthaltern und in fremden Tierarztpraxen. Wer den Hund neu übernimmt, notiert es am besten in den Unterlagen. Bei anderen Rassen ist eine blaue Färbung dagegen ein Notfall. Wer unsicher ist, findet Anhaltspunkte in Erste Hilfe beim Hund.
Wesen: eigensinnig, wachsam, zurückhaltend
Der VDH nennt Selbstbewusstsein, Eigensinn und Freiheitsliebe als prägende Züge. Er beschreibt in sich ruhende Hunde mit ausgeprägter Wachsamkeit. Sie gelten als treu, aber zurückhaltend.
Für den Alltag heißt das: Dieser Hund arbeitet nicht für Applaus. Er entscheidet mit. Wer Kooperation will, baut sie über Vertrauen auf, nicht über Wiederholungszahlen. Ein Rückruf sitzt bei dieser Rasse selten nach zwei Wochen, sondern nach Monaten.
Der Verband formuliert die Erziehung deshalb klar. Er empfiehlt eine von Liebe geprägte, konsequente Erziehung ohne Drill und ohne Druck. Wie ein solcher Aufbau in der Praxis aussieht, steht in Hundeschule.
Was diese Rasse braucht
- Geduld statt Wiederholungsdrill.
- Frühe, ruhige Begegnungen mit Menschen und Hunden.
- Klare Regeln, die immer gelten.
- Kein Zwang, der Verband rät ausdrücklich davon ab.
- Feste Rückzugsorte, dieser Hund braucht Ruhe.
Zur Fütterung junger Hunde: Welpen richtig füttern.
Fellpflege und Hitze
Das üppige Haarkleid ist der größte Aufwand im Alltag. Der VDH nennt mindestens einmal pro Woche gründliches Kämmen und dazu tägliches Bürsten. Wer das schleifen lässt, bekommt Filz bis auf die Haut. Beim Schnitt hilft Hundefriseur.

Meine langjährige Erfahrung mit dichtfelligen Rassen zeigt zusätzlich, dass Wärme zum Thema wird. Ein Hund mit dieser Fellmenge kühlt langsamer ab. Runden gehören im Sommer in die frühen Morgenstunden. Asphalt speichert Wärme bis in den Abend, deshalb lohnt der Handtest auf dem Boden. Woran du eine Überhitzung erkennst, steht in Hitzschlag beim Hund.
Bewegung, Zeit und Kosten
Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt allgemein, Hunde viermal täglich auszuführen. Er hält fest, dass Hunde Lauftiere sind und je nach Alter und Rassezugehörigkeit viel Bewegung brauchen. Beim Chow Chow zählt dabei Regelmäßigkeit mehr als Tempo. Vier ruhige Runden passen besser als eine lange Tour am Wochenende.
Der Verband nennt außerdem die nüchternen Punkte vor der Anschaffung. Ein Hund ist eine langfristige Entscheidung, die Tiere werden bis zu circa 14 Jahre alt. Dazu kommen laufende Kosten für Futter, Hundesteuer und Tierarzt.
Ich rate dazu, die Pflegekosten von Anfang an einzuplanen. Bei diesem Fell kommt der Salonbesuch regelmäßig dazu. Was die Kommune verlangt, steht in Hundesteuer.
Für Haut und Fell zählen bei jeder Rasse dieselben Bausteine. Die B-Vitamine gibt es gebündelt im Lucky Pets Vitamin B-Komplex.

So sieht der Chow Chow aus
FCI-Standard Nr. 205 beschreibt einen lebhaften, kompakten Hund von löwenhafter Erscheinung. Die Haltung soll stolz und würdevoll wirken, das Gebäude festgefügt. Die Rute liegt gut über dem Rücken.
Ein Satz aus dem Standard geht dabei über das Aussehen hinaus. Der Hund soll immer frei laufen können. Er soll nicht so viel Haar tragen, dass es ihn behindert oder bei heißem Wetter leiden lässt. Damit setzt der Standard der Fellmenge selbst eine Grenze.
Beim Haar führt der Text zwei Varianten. Die langhaarige trägt üppiges, dichtes Deckhaar, das gerade absteht. Um den Hals bildet es eine Mähne, an den Hinterschenkeln eine Behosung. Die kurzhaarige Variante hat kurzes, dichtes Haar von plüschartiger Textur. Beide brauchen eine weiche, dichte Unterwolle.
Zu den Farben wird der Standard hier deutlicher als das Rasselexikon. Erlaubt sind einfarbig Schwarz, Rot, Blau, Rehfarben, Creme sowie Weiß. Schattierungen kommen häufig vor. Gefleckt oder gescheckt darf das Haarkleid nicht sein. Die Ohren sind klein und dick, an den Spitzen leicht gerundet. Sie stehen steif aufrecht, weit auseinander und leicht zueinander geneigt. Ideal ist eine durchgehend schwarze Schnauze samt Gaumen und Lefzen, dazu die bläulich-schwarze Zunge.
Der Schädel ist flach und breit, der Stopp kaum ausgeprägt. Der Fang bleibt von den Augen bis zum Ende breit und läuft nicht spitz zu wie bei einem Fuchs. Der Rücken ist kurz, gerade und kräftig. Die Brust ist breit und tief, die Rippen gut gewölbt, aber nicht tonnenförmig. Die Pfoten sind klein und rund, fast wie Katzenpfoten. Beim Gehen fällt der kurze Schritt auf: Im Profil wirkt die Bewegung wie ein Pendel.
Größe und Gewicht
Beim Maßband bleibt der Standard bei zwei Zeilen. Rüden messen 48 bis 56 Zentimeter Widerristhöhe, Hündinnen 46 bis 51 Zentimeter. Ein Gewicht steht dort nicht. Wer eine belastbare Zahl braucht, holt sie beim Zuchtverband oder beim Züchter ein. Als Proportion nennt der Text nur eine Regel: Der Abstand vom Widerrist zum Ellenbogen entspricht dem Abstand vom Ellenbogen zum Boden.
FCI-Standard Nr. 205, gültige Fassung vom 13. Oktober 2010.
Ich halte diese Lücke für den ehrlicheren Weg. Ein Hund mit dieser Fellmenge lässt sich ohnehin schlecht nach Augenmaß beurteilen. Der Griff an die Rippen sagt mehr als jede Zahl aus einer Kleinanzeige.
Gesundheit und was der Standard ausschließt
Eine Lebenserwartung führt der Standard nicht auf. Aussagekräftig sind stattdessen die Fehler, die ein Tier von der Zucht ausschließen. Genannt werden aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde sowie Hunde mit deutlich physischen Abnormalitäten. Verhaltensstörungen zählen ausdrücklich dazu.
Zwei weitere Stellen lohnen den Blick. Beim Auge verlangt der Text ein ebenmäßiges Auge ohne Entropium — so heißt ein nach innen gerolltes Lid, dessen Wimpern auf der Hornhaut scheuern. Beim Gangwerk steht, dass die Hunde immer frei laufen können sollen, gesund und ohne Anzeichen von Stress. Beides sind Sätze gegen Übertreibung.
Über dem Rassestandard steht das Gesetz. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchten, bei denen den Nachkommen erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen und dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten. Ob ein einzelner Wurf darunter fällt, entscheidet die zuständige Behörde.
Ich frage Züchter deshalb nach den Augen der Elterntiere. Die zweite Frage betrifft den Sommer: Wie kommen die erwachsenen Hunde durch heiße Wochen? Der Standard nennt genau diese beiden Punkte selbst.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Fang beim Zuchtverband an. Die Rasse ist anerkannt und trägt die Standardnummer 205 — nach dieser Nummer darfst du fragen. Aus der Ahnentafel liest du ab, welche Hunde hinter dem Wurf stehen. Dazu gehören Heimtierausweis mit Chipnummer, Impfnachweis und Entwurmungsprotokoll.
Ich fahre grundsätzlich hin, bevor ich zusage. Das Muttertier muss beim Wurf dabei sein. Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. Wer früher abgibt, verstößt gegen geltendes Recht.
Beim Chow Chow kommt ein Punkt dazu. Lass dir zeigen, wie die Elterntiere auf fremde Menschen reagieren. Zurückhaltung gehört zur Rasse, Angst dagegen nicht. Ein Welpe, der sich nicht anfassen lässt, bringt diese Skepsis mit ins neue Zuhause.
Passt der Chow Chow zu dir?
Er passt zu ruhigen Haushalten mit festen Abläufen. Eine Wohnung genügt ihm, solange er draußen regelmäßig unterwegs ist. Zeit brauchst du vor allem für das Fell. Wöchentliches Kämmen und tägliches Bürsten sind kein Hobby, sondern Pflicht.
Mit Kindern klappt es, sobald die Kinder seine Ruhezonen achten. Fremden Hunden begegnet er lieber gelassen als stürmisch. Erfahrung mit eigenständigen Rassen hilft dir sehr.
Für wen passt er nicht? Für alle, die einen anhänglichen Schmusehund suchen. Für Menschen ohne Zeit für Fellpflege. Und für Wohnungen unterm Dach, die sich im Sommer aufheizen.
Fazit: Der Chow Chow ist ein chinesischer Wach- und Jagdhund mit über 2.000 Jahren Geschichte, 48 bis 56 Zentimetern bei Rüden und einem üppigen Fell, das wöchentliches Kämmen und tägliches Bürsten verlangt. Die blaue Zunge gehört laut VDH zur Rasse und ist kein Warnsignal. Sein Wesen beschreibt der Verband als selbstbewusst, eigensinnig und freiheitsliebend, seine Erziehung als konsequent, aber ohne Druck. Wer das akzeptiert, bekommt einen ruhigen, treuen Hund.
Häufige Fragen zum Chow Chow
Wie groß wird ein Chow Chow?
Der VDH nennt 48 bis 56 cm für Rüden und 46 bis 51 cm für Hündinnen. Ein Gewicht führt der Standard nicht auf.
Warum ist die Zunge blau?
Die blaue Zunge gilt laut VDH als Rassemerkmal. Sie ist also kein Anzeichen für eine Erkrankung, sondern typisch für diese Rasse.
Chow: Wie alt ist die Rasse?
In China ist sie seit über 2.000 Jahren bekannt. Genutzt wurde der Chow Chow dort lange als Wach- und Jagdhund.
Wann kam sie nach Europa?
Um 1800. Im Jahr 1925 wurden Exemplare auf der Crufts in England vorgestellt.
Mit welchen Rassen ist er verwandt?
Der VDH nennt eine Verwandtschaft zu nordischen Spitztypen und zu Mastiffs.
Chow: Wie ist sein Wesen?
Selbstbewusstsein, Eigensinn und Freiheitsliebe prägen ihn. Er gilt als in sich ruhender Hund mit ausgeprägter Wachsamkeit.
Ist er ein Kuschelhund?
Eher nicht. Der VDH beschreibt ihn als treu, aber zurückhaltend. Nähe sucht er zu seinen Menschen, nicht zu jedem Besuch.
Chow: Wie erziehe ich ihn?
Mit einer von Liebe geprägten, konsequenten Erziehung. Drill und Druck lehnt der VDH bei dieser Rasse ausdrücklich ab.
Chow: Wie aufwendig ist die Fellpflege?
Hoch. Das üppige Haarkleid braucht mindestens einmal pro Woche gründliches Kämmen und dazu tägliches Bürsten.
Chow: Wie viel Auslauf braucht er?
Der Tierschutzbund empfiehlt allgemein, Hunde viermal täglich auszuführen und den Bedarf an Alter und Rasse anzupassen.
Chow: In welche FCI-Gruppe gehört er?
In Gruppe 5, die Spitze und Hunde vom Urtyp, Sektion 5. Die Standardnummer lautet 205.
Chow: Eignet er sich für Anfänger?
Nur bedingt. Eigensinn und Freiheitsliebe verlangen Geduld. Wer Gehorsam auf Kommando erwartet, wird enttäuscht.
Quellen
- VDH Rasselexikon – Chow Chow
- FCI-Standard Nr. 205 – Chow Chow (deutsche Fassung, 13.10.2010)
- Tierschutzgesetz § 11b – Verbot bestimmter Zuchtformen
- Deutscher Tierschutzbund – Hundehaltung
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei plötzlicher Verfärbung der Schleimhäute gehört jeder Hund sofort in die Praxis.
