Mittelschnauzer: Größe, Wesen und die zwei Farben

Mittelschnauzer: Größe, Wesen und die zwei Farben

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 28.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Der FCI-Standard Nr. 182 nennt 45 bis 50 cm und 14 bis 20 kg — für beide Geschlechter.
  • Zugelassen sind genau zwei Farben: rein schwarz sowie Pfeffersalz.
  • Bei der FCI heißt die Rasse nur Schnauzer, „Mittel“ ist ein deutscher Zusatz.
  • Die Rute bleibt naturbelassen, Kupieren verbietet § 6 des Tierschutzgesetzes.

Mittelschnauzer klingt nach einer eigenen Rasse zwischen zwei Nachbarn. Bei der FCI heißt der Hund einfach Schnauzer. Der Zusatz stammt aus dem deutschen Sprachgebrauch. Ich habe für diesen Beitrag den Standard Nr. 182 gelesen und alles herausgeschrieben, was Halter wirklich suchen: Größe, Gewicht, Farbe, Wesen.

Die kurze Antwort

Der Mittelschnauzer misst laut FCI-Standard Nr. 182 zwischen 45 und 50 Zentimetern und wiegt 14 bis 20 Kilogramm. Zugelassen sind zwei Farbschläge: rein schwarz und Pfeffersalz. Geführt wird er als Wach- und Begleithund.

Der Punkt, den viele übersehen

„Mittel“ beschreibt die Größe, nicht den Fang. Die oft zitierte Übersetzung „mittlere Schnauze“ ist frei erfunden.

Warum die Rasse bei der FCI anders heißt

Wer im Register der FCI nach Mittelschnauzer sucht, findet nichts. Die Rasse steht dort als Schnauzer unter der Nummer 182. So weist es der FCI-Standard Nr. 182 aus, Ursprungsland Deutschland.

Das Wort Mittelschnauzer entstand erst durch die Nachbarn. Es gibt den Zwergschnauzer, es gibt den Riesenschnauzer. Dazwischen braucht der deutsche Sprachgebrauch ein drittes Wort.

In Ratgebern liest man dazu gern eine Herleitung: „Mittelschnauzer“ heiße auf Deutsch „mittlere Schnauze“. Das ist falsch. Gemeint ist die Größe.

Der Name Schnauzer selbst kommt vom Bart am Fang. Alle drei Größen tragen ihn. Die Übersicht dazu steht in Schnauzer-Rassen im Überblick.

Wacher brauner Hund steht aufmerksam im Gras
Kräftig, eher gedrungen als schlank — so beschreibt der Standard das Erscheinungsbild. Foto: sally9258 / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Größe und Gewicht

Beim Maß macht der Standard es kurz. Er nennt eine einzige Spanne für Rüden wie für Hündinnen.

Widerristhöhe: 45 bis 50 Zentimeter. Gewicht: 14 bis 20 Kilogramm. Mehr steht dort nicht.

Interessant wird die Fehlerliste. Eine Über- oder Untergröße bis zu einem Zentimeter zählt als einfacher Fehler. Zwischen einem und drei Zentimetern wird daraus ein schwerer Fehler.

Angabe Zwergschnauzer Nr. 183 Schnauzer Nr. 182 Riesenschnauzer Nr. 181
AngabeWiderristhöhe Zwergschnauzer Nr. 18330 bis 35 cm Schnauzer Nr. 18245 bis 50 cm Riesenschnauzer Nr. 18160 bis 70 cm
AngabeGewicht Zwergschnauzer Nr. 183ca. 4 bis 8 kg Schnauzer Nr. 18214 bis 20 kg Riesenschnauzer Nr. 18135 bis 47 kg
AngabeZugelassene Farben Zwergschnauzer Nr. 183vier Schnauzer Nr. 182zwei Riesenschnauzer Nr. 181drei
AngabeVerwendung laut Standard Zwergschnauzer Nr. 183Haus- und Begleithund Schnauzer Nr. 182Wach- und Begleithund Riesenschnauzer Nr. 181Gebrauchs- und Begleithund
AngabeArbeitsprüfung Zwergschnauzer Nr. 183ohne Schnauzer Nr. 182ohne Riesenschnauzer Nr. 181mit
AngabeLebenserwartung Zwergschnauzer Nr. 183nicht angegeben Schnauzer Nr. 182nicht angegeben Riesenschnauzer Nr. 181nicht angegeben

Alle Werte wörtlich aus den drei FCI-Standards, deutsche Fassungen, abgerufen am 28. August 2026.

Nach oben grenzt der Riesenschnauzer ab. Er misst 60 bis 70 Zentimeter bei 35 bis 47 Kilogramm. Sein Porträt steht in Der Riesenschnauzer.

Nach unten grenzt der Zwergschnauzer ab, mit 30 bis 35 Zentimetern bei etwa 4 bis 8 Kilogramm. Wie er im Alltag tickt, steht in Zwergschnauzer.

Eine Lebenserwartung führt keiner der drei Standards. Solche Zahlen stammen immer aus anderen Quellen. Ich schreibe deshalb keine hin.

So sieht der Mittelschnauzer aus

Beim Farbschlag wird es überraschend eng. Zwei Farben lässt der Standard zu: rein schwarz mit schwarzer Unterwolle sowie Pfeffersalz.

Pfeffersalz meint kein einfaches Grau. Zuchtziel ist eine mittlere Tönung mit gleichmäßig verteilter, gut pigmentierter Pfefferung sowie grauer Unterwolle. Erlaubt sind Nuancen vom dunklen Eisengrau bis zum Silbergrau.

Jedes Farbenspiel braucht eine dunkle Maske, die den Ausdruck unterstreicht. Deutlich helle Abzeichen am Kopf, auf der Brust sowie an den Läufen sind unerwünscht.

Schwarzsilber und Weiß fehlen hier. Diese beiden Schläge gibt es nur beim kleinen Bruder, nachzulesen in Zwergschnauzer Farben.

Das Haar soll drahtig hart und dicht sein. Unter dem harten Deckhaar sitzt eine dichte Unterwolle. Weder struppig noch gewellt, so verlangt es der Standard.

Am Fang bildet das Haar den nicht zu weichen Bart, über den Augen die buschigen Brauen. Die Nasenkuppe bleibt stets schwarz. Im Gebiss sitzen 42 Zähne im vollständigen Scherenschluss.

Gebaut ist der Hund quadratisch. Die Widerristhöhe entspricht etwa der Rumpflänge. Der Standard fasst das Erscheinungsbild in fünf Worte: mittelgroß, kräftig, eher gedrungen als schlank.

Wesen im Alltag

„Lebhaftes Temperament, das mit bedächtiger Ruhe gepaart ist“ — mit diesem Satz beginnt das Kapitel zum Wesen. Dazu kommen ein gutartiger Charakter, Spiellust sowie eine sprichwörtliche Anhänglichkeit an seinen Menschen.

Ein Halbsatz beschreibt den Alltag besser als jede Rassewerbung. Er sei sehr lieb zu Kindern, unbestechlich, wachsam und dennoch kein Kläffer.

Kopf eines wachen langhaarigen Hundes im Freien
Bart am Fang und buschige Brauen nennt der Standard als typisches Kennzeichen. Foto: Jakub Hałun / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wachsam und kein Kläffer klingt nach einem Widerspruch. Gemeint ist ein Hund, der meldet und danach wieder aufhört. Genau das lässt sich trainieren.

Weiter nennt der Standard hoch entwickelte Sinnesorgane, Klugheit, Ausbildungsfähigkeit, Unerschrockenheit sowie Ausdauer. Daraus leitet er die Eignung zum Familien-, Wach- und Begleithund ab.

Aus meiner Erfahrung heraus liegt hier der Knackpunkt für Ersthalter. Ein kluger Hund mit Ausdauer langweilt sich schnell. Zehn Minuten Kopfarbeit am Tag verändern mehr als eine zusätzliche Runde.

Der Standard beschreibt das Zuchtziel, nicht deinen Hund. Wie ein einzelner Schnauzer auf Besuch reagiert, hängt an Aufzucht und Training.

Wofür er gezüchtet wurde

Die Geschichte im Standard ist erfreulich konkret. Im süddeutschen Raum diente der Schnauzer als Stallhund, weil er sich in der Gesellschaft von Pferden wohlfühlte.

Dazu kam eine zweite Aufgabe. Er lauerte Nagetieren auf und tötete sie im Handumdrehen. Im Volksmund hieß er deshalb früh Rattler.

Bei der Gründung des Pinscher-Schnauzer-Klubs im Jahr 1895 lief er noch als rauhhaariger Pinscher. Erst später wurde daraus eine eigene Rasse.

Häufig liest man, der Mittelschnauzer sei als Hütehund oder Polizeihund gezüchtet worden. Der Standard nennt als Verwendung Wach- und Begleithund, geführt ohne Arbeitsprüfung.

Mit Arbeitsprüfung läuft nur der Riesenschnauzer. Er wird seit 1913 im Zuchtbuch geführt und war 1925 als Diensthund anerkannt.

Haltung, Auslastung und Erziehung

Aus der Verwendung folgt der Alltag. Ein Wachhund braucht klare Regeln an der Tür, ein Begleithund braucht Anschluss.

Die Sinnesorgane sind laut Standard hoch entwickelt. Nasenspiele, Suchaufgaben sowie kleine Tricks passen deshalb besser als stures Rennen.

Ausdauer steht ebenfalls im Standard. Ein Schnauzer läuft gern lange, er kommt aber auch mit einem ruhigen Tag zurecht.

Wachsamkeit gehört ins Training, sobald der Welpe einzieht. Melden erlauben, danach abbrechen. Wer das früh übt, spart sich später Streit mit den Nachbarn.

Beim Fell entscheidet die Technik. Weiches, gewelltes oder seidiges Haar zählt als Fehler, deshalb wird getrimmt statt geschoren. Das Grundsätzliche dazu steht in Fellpflege beim Hund.

Für den Alltag reicht dem gesunden Hund ein passendes Futter. Wer Haut und Haarkleid unterstützen will, findet mit Bierhefe und B-Vitaminen den Lucky Pets Vitamin B-Komplex, eine Tablette am Tag je 10 Kilogramm Körpergewicht.

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Ohren und Rute: naturbelassen

Zur Rute steht im Standard ein einziges Wort vorweg: naturbelassen. Zuchtziel ist die Säbelrute oder die Sichelrute.

Die Ohren beschreibt er als Klappohren, hoch angesetzt sowie V-förmig. Die Innenkanten liegen an den Wangen an, die Spitzen zeigen nach vorn zur Schläfe.

Beides war früher anders. Bis in die 1980er Jahre wurden Schnauzern Ohren gestellt und Ruten gekürzt. Ältere Fotos zeigen deshalb einen anderen Hund.

Wacher Hund mit Geschirr sitzt im Freien
Wachsam und dennoch kein Kläffer: Melden gehört zum Paket. Foto: Kreuzschnabel / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

§ 6 des Tierschutzgesetzes verbietet in Deutschland das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen. Ausnahmen greifen nur, wenn ein Eingriff tierärztlich geboten ist. Für jagdlich geführte Hunde gilt eine enge Sonderregel.

Ein kupierter Hund aus dem Ausland fällt damit auf. Wie die Debatte bei einer anderen Rasse läuft, steht in Dobermann mit spitzen Ohren.

Gesundheit und was der Standard ausschließt

Eine Krankheitsliste gehört nicht in einen Rassestandard. Aussagekräftig sind trotzdem die Fehler, die er aufzählt.

Fehler, die der Standard Nr. 182 ausdrücklich nennt

  • Zangengebiss statt vollständigem Scherenschluss.
  • Zu kurzes, zu langes, weiches, gewelltes, zottiges oder seidiges Haar.
  • Weißes oder fleckiges Haar sowie sonstige Farbbeimischungen.
  • Braune Unterwolle.
  • Bei Pfeffersalzfarbigen ein Aalstrich oder ein schwarzer Sattel.
  • Über- oder Untergröße von mehr als einem Zentimeter.

Aggressive sowie übermäßig ängstliche Hunde schließt der Standard von der Bewertung aus.

Für Käufer ist diese Liste bares Geld wert. Sie beschreibt, was ein Züchter im Blick haben sollte.

Beim Haar lohnt der genaue Blick. Weiches Haar sieht beim Welpen niedlich aus. Es filzt später schneller und lässt Pfeffersalz stumpf wirken.

Am Ende steht derselbe Satz wie in vielen Standards. Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Frag zuerst nach dem Zuchtverband sowie nach der Ahnentafel. Dort steht der Farbschlag so eingetragen, wie der Standard ihn benennt.

Sieh dir das Muttertier beim Wurf an. Wer dir nur Fotos schickt, hat dafür einen Grund.

Fass das Deckhaar der Elterntiere an. Es soll sich rau anfühlen, nicht weich. Genau daran erkennst du, ob im Zwinger auf Haarqualität geachtet wird.

Impfnachweis, Entwurmung sowie Abgabealter gehören auf Papier. Eine kupierte Rute bei einem Welpen aus dem Ausland ist ein Ausschlusskriterium.

Mein Tipp: Meine langjährige Erfahrung mit Rasseartikeln sagt mir: Wer im Inserat eine seltene Farbe bewirbt, verkauft ein Argument. Beim Schnauzer gibt es genau zwei Farben, alles andere steht nicht im Standard.

Passt ein Mittelschnauzer zu dir?

Er passt zu dir, wenn du gern trainierst. Klugheit plus Ausdauer will beschäftigt werden.

Er passt zu dir, wenn du mit einem wachsamen Hund leben kannst. Er meldet, das gehört zum Paket.

Er passt weniger zu dir, wenn Fellpflege dir lästig ist. Hartes Haar bleibt nur hart, wenn regelmäßig getrimmt wird.

Und er passt nicht zu dir, wenn du acht Stunden am Tag außer Haus bist. Ein Hund mit sprichwörtlicher Anhänglichkeit bleibt ungern so lange allein.

Fazit: Der Mittelschnauzer ist bei der FCI schlicht der Schnauzer, Standard Nr. 182, Ursprungsland Deutschland. Er misst 45 bis 50 Zentimeter bei 14 bis 20 Kilogramm, Rüden wie Hündinnen. Zugelassen sind zwei Farben: rein schwarz sowie Pfeffersalz, jeweils mit dunkler Maske. Geführt wird er als Wach- und Begleithund ohne Arbeitsprüfung, historisch war er Stallhund und Rattenfänger. Die Rute bleibt naturbelassen, Kupieren verbietet § 6 des Tierschutzgesetzes. Eine Lebenserwartung nennt der Standard nicht. Die Übersetzung „mittlere Schnauze“ stimmt ebenfalls nicht.

Häufige Fragen zum Mittelschnauzer

Wie groß wird ein Mittelschnauzer?

Der FCI-Standard Nr. 182 nennt 45 bis 50 Zentimeter Widerristhöhe, für Rüden wie für Hündinnen dieselbe Spanne.

Wie schwer wird ein Mittelschnauzer?

Der Standard nennt 14 bis 20 Kilogramm, ebenfalls für beide Geschlechter gleich.

Welche Farben hat ein Mittelschnauzer?

Nur zwei: rein schwarz mit schwarzer Unterwolle sowie Pfeffersalz. Schwarzsilber und Weiß gibt es nur beim Zwergschnauzer.

Heißt die Rasse bei der FCI wirklich Mittelschnauzer?

Nein. Dort steht sie schlicht als Schnauzer unter der Nummer 182. „Mittel“ trennt sie im Alltag von Zwerg- und Riesenschnauzer.

Bedeutet Mittelschnauzer „mittlere Schnauze“?

Nein. Das Wort beschreibt die Größe des Hundes, nicht die Länge des Fangs.

Ist der Mittelschnauzer ein Gebrauchshund?

Der Standard führt ihn als Wach- und Begleithund, ohne Arbeitsprüfung. Gebrauchshundeeigenschaften spricht er ihm trotzdem zu.

Bellt ein Mittelschnauzer viel?

Der Standard beschreibt ihn als wachsam und dennoch kein Kläffer. Melden gehört dazu, Dauerbellen nicht.

Ist der Mittelschnauzer gut zu Kindern?

Im Standard steht wörtlich, er sei sehr lieb zu Kindern. Das beschreibt das Zuchtziel, nicht den einzelnen Hund.

Wird ein Mittelschnauzer getrimmt oder geschoren?

Sein Haar soll drahtig hart bleiben. Weiches oder gewelltes Haar führt der Standard als Fehler, deshalb wird getrimmt.

Darf man einem Schnauzer Ohren oder Rute kupieren?

In Deutschland nicht. § 6 des Tierschutzgesetzes verbietet das Amputieren, der Standard verlangt ohnehin eine naturbelassene Rute.

Wie alt wird ein Mittelschnauzer?

Eine Lebenserwartung steht in keinem FCI-Standard. Ich schreibe deshalb keine hin.

Was unterscheidet die drei Schnauzergrößen?

Der Zwergschnauzer misst 30 bis 35 cm, der Schnauzer 45 bis 50, der Riesenschnauzer 60 bis 70. Nur der Riese läuft mit Arbeitsprüfung.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

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Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Über Haut, Ohren und jeden Befund entscheidet die behandelnde Tierarztpraxis.