Dogo Argentino: Wesen, Größe und was rechtlich gilt

Dogo Argentino: Wesen, Größe und was rechtlich gilt

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 22.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Rüden messen 62 bis 68 cm, Hündinnen 60 bis 65 cm.
  • Reinweißes Fell, kleine dunkle Ohrflecken sind erlaubt.
  • 🔴 Der VDH nennt ihn ausdrücklich keinen Anfängerhund.
  • Im Bundes-Einfuhrgesetz steht er nicht namentlich.

Der Dogo Argentino ist ein weißer Jagdhund aus Argentinien und in Deutschland vor allem ein Rechtsthema. Wer sich für ihn interessiert, findet online viel Meinung und wenig Text aus verlässlichen Quellen. Ich nehme den Rassestandard und das Bundesgesetz und trenne beides sauber.

Die kurze Antwort

Ein 60 bis 68 Zentimeter großer weißer Molosser, gezüchtet für die Jagd. Er verlangt Erfahrung. Seine Rechtslage hängt am Bundesland.

🔴 Vor dem Kauf klären

Frag deine Ordnungsbehörde, wie dein Bundesland die Rasse einstuft. Davon hängen Erlaubnis, Sachkunde und Einfuhr ab.

Herkunft und Rassedaten

Nach dem VDH-Rasselexikon entstand die Rasse in Córdoba, Argentinien. Begründet hat sie Dr. Antonio Nores Martínez. Er brachte dafür eine ganze Reihe europäischer Rassen zusammen.

Wacher weißer Dogo Argentino steht aufmerksam auf einer Wiese
Reinweißes Fell ist das auffälligste Merkmal der Rasse.

Der VDH nennt sie beim Namen: English Bull Dogs, Deutsche Doggen, Pyrenäen Berghunde, Bull Terrier, Boxer, Pointer, Bordeauxdoggen und Irish Wolfhounds nahmen Einfluss. 1973 folgte die Anerkennung durch die FCI.

Merkmal Angabe
MerkmalWiderristhöhe Rüde Angabe62–68 cm
MerkmalWiderristhöhe Hündin Angabe60–65 cm
MerkmalFarbe Angabereinweiß, kleine dunkle Ohrflecken erlaubt
MerkmalUrsprung AngabeCórdoba, Argentinien
MerkmalFCI AngabeGruppe 2, Sektion 2.1, Nr. 292

Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.

Ein Gewicht führt der Standard nicht auf. Beim Fell bleibt er eindeutig: reinweiß, ohne Wenn und Aber. Kleine dunkle Flecken an den Ohren kommen vor, laut Standard sind sie kein Mangel. Diese Ausnahme ist wichtig, weil solche Flecken sonst gern als Zuchtfehler verkauft werden.

Wesen und ursprüngliche Aufgabe

Gezüchtet wurde der Dogo für die Jagd. Der VDH beschreibt ihn als lautlosen Jäger mit hervorragender Nasenleistung und großem Mut. Diese Kombination erklärt sein Verhalten besser als jede Charakterliste. Ein Hund, der lautlos jagt, meldet auch sonst wenig an, bevor er handelt.

Frau führt draußen einen wachen Dogo Argentino an der Leine
Ruhe und Konsequenz nennt der VDH als Anforderung an den Halter.

Zum Umgang mit Menschen wird der Verband deutlich. Ein angemessen gezüchteter Dogo Argentino ist Menschen gegenüber freundlich eingestellt und schließt sich seinem Halter mit unerschütterlichem Vertrauen an. Das Wort angemessen trägt dabei viel Gewicht.

Aus meiner Erfahrung entscheidet bei solchen Rassen die Herkunft des Welpen über fast alles. Ein Hund mit 60 Kilogramm Kraft braucht Eltern mit ruhigem Wesen und einen Züchter, der beides zeigt. Wo du beim Training ansetzt, steht in Hundeschule.

Der VDH schreibt außerdem klar, dass dieser mächtige Vierbeiner kein Anfängerhund ist. Ruhe, Konsequenz und klare Anweisungen nennt er als Anforderungen. Ich lese das als Bedingung, nicht als Empfehlung. Für die Wachstumsphase hilft Welpen richtig füttern.

🔴 Die Rechtslage: nicht namentlich, trotzdem betroffen

Das Gesetz zur Beschränkung des Verbringens oder der Einfuhr gefährlicher Hunde nennt in Paragraf 2 vier Rassen beim Namen: Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier und Bullterrier, dazu deren Kreuzungen. Der Dogo Argentino steht dort nicht.

Damit ist die Frage aber nicht beantwortet. Das Gesetz verbietet zusätzlich die Einfuhr von Rassen, bei denen die Gefährlichkeit nach Landesrecht vermutet wird. Führt dein Bundesland den Dogo auf seiner Liste, greift dieses Verbot auch für ihn.

Für die Haltung gilt dasselbe Prinzip. Sie richtet sich nach Landesrecht, nicht nach dem Bundesgesetz. Je nach Land bedeutet das Erlaubnispflicht, Sachkundenachweis, Wesenstest, Leinen- oder Maulkorbpflicht. Manche Länder verlangen alles zusammen, andere nichts davon.

Tierärztin untersucht einen wachen Dogo Argentino in der Praxis
Bei weißem Kurzhaar lohnt der regelmäßige Blick auf die Haut.

Was du vorher prüfst

  • Einstufung deines Bundeslandes bei der Ordnungsbehörde erfragen.
  • Auflagen schriftlich geben lassen, nicht am Telefon abhaken.
  • 🔴 Keinen Hund aus dem Ausland holen, ohne die Einfuhrfrage zu klären.
  • Haftpflicht abschließen, sie ist vielerorts Pflicht.
  • Umzug mitdenken: Ein anderes Land bedeutet andere Regeln.

Zur Versicherung: Hundehaftpflicht.

Alltag, Haut und Gesundheit

Im Alltag zeigt sich schnell, wofür dieser Hund gebaut wurde. Er läuft weit, er sucht, er arbeitet mit der Nase. Wer ihm das gibt, bekommt einen ruhigen Hund im Haus. Wer es ihm vorenthält, bekommt einen, der sich selbst beschäftigt.

Meine langjährige Erfahrung mit weißen Hunden zeigt ein Thema, das oft übersehen wird: die Haut. Weißes, kurzes Fell bietet wenig Schutz vor Sonne, gerade an Nase und Ohren. Schatten und kurze Mittagspausen gehören deshalb in den Sommeralltag. Woran du eine Überhitzung erkennst, steht in Hitzschlag beim Hund.

Das zweite Thema ist der Magen. Große, tiefbrüstige Hunde tragen ein höheres Risiko für eine Magendrehung. Ruhe nach dem Fressen und kleinere Portionen sind einfache Mittel. Details stehen in Magendrehung beim Hund.

Und die Kosten steigen mit der Einstufung. Für Hunde mit Listenstatus verlangen viele Kommunen deutlich höhere Sätze. Eine Übersicht gibt Hundesteuer.

Fazit: Der Dogo Argentino ist ein weißer Molosser aus Córdoba, 62 bis 68 Zentimeter bei Rüden, 1973 von der FCI anerkannt. Gezüchtet wurde er als lautloser Jäger mit feiner Nase und großem Mut. Der VDH beschreibt ihn bei angemessener Zucht als menschenfreundlich, nennt ihn aber ausdrücklich keinen Anfängerhund. Rechtlich steht er nicht namentlich im Bundes-Einfuhrgesetz, fällt aber über das Landesrecht in dessen zweite Gruppe. Wer ihn halten will, klärt die Regeln seines Bundeslandes zuerst.

Häufige Fragen zum Dogo Argentino

Wie groß wird ein Dogo Argentino?

Rüden erreichen 62 bis 68 cm Widerristhöhe, Hündinnen 60 bis 65 cm. Ein Gewicht nennt der VDH nicht.

Woher stammt die Rasse?

Aus Córdoba in Argentinien, begründet von Dr. Antonio Nores Martínez, der dafür gezielt europäische Rassen zusammenbrachte.

Welche Rassen stecken in ihr?

Der VDH nennt English Bull Dogs, Deutsche Doggen, Pyrenäen Berghunde, Bull Terrier, Boxer, Pointer, Bordeauxdoggen und Irish Wolfhounds.

Seit wann ist sie anerkannt?

Seit 1973 durch die FCI.

Welche Farbe hat er?

Reinweiß. Kleine dunkle Flecken an den Ohren sind laut Standard kein Mangel.

Wofür wurde er gezüchtet?

Für die Jagd. Der VDH beschreibt ihn als lautlosen Jäger mit hervorragender Nasenleistung und großem Mut.

Wie ist sein Wesen?

Ein angemessen gezüchteter Dogo ist Menschen gegenüber freundlich und schließt sich seinem Halter mit unerschütterlichem Vertrauen an.

🔴 Ist er ein Anfängerhund?

Nein. Der VDH schreibt ausdrücklich, dass dieser mächtige Vierbeiner kein Anfängerhund ist. Ruhe, Konsequenz und klare Anweisungen zählen.

Steht er im Einfuhrgesetz?

Nicht namentlich. Das Bundesgesetz nennt Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier und Bullterrier.

Darf ich ihn dann aus dem Ausland holen?

Nicht ohne Weiteres. Das Gesetz verbietet auch die Einfuhr von Rassen, deren Gefährlichkeit nach Landesrecht vermutet wird.

Was gilt bei der Haltung?

Das Recht deines Bundeslandes. Auflagen wie Erlaubnis, Sachkunde oder Wesenstest hängen davon ab, wie dein Land die Rasse einstuft.

In welche FCI-Gruppe gehört er?

In Gruppe 2, Sektion 2.1 der Molosser. Die Standardnummer lautet 292.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche und keine rechtliche Beratung. Verbindlich sind Landesrecht und die Auskunft deiner Ordnungsbehörde.