Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 24.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- 🔴 Keine Doodle-Kreuzung ist FCI-anerkannt.
- Die Elternrassen haben eigene Standards.
- Ohne Standard fehlt jede Vorgabe.
- Der Pudel kommt in vier Größen vor.
Goldendoodle, Labradoodle, Bernedoodle — die Namen klingen nach eigenen Rassen. In der offiziellen Rasseliste steht keiner davon.
Die kurze Antwort
Doodles sind Kreuzungen aus einem Pudel und einer anderen Rasse. Die FCI führt keine davon.
🔴 Der entscheidende Punkt
Ohne Rassestandard gibt es keine verbindliche Vorgabe zu Größe, Fell oder Wesen.
Was die Suche in der Nomenklatur ergibt
Ich habe alle zehn Gruppen der deutschen FCI-Rassennomenklatur durchsucht. Gesucht habe ich nach Doodle, Goldendoodle, Labradoodle, Bernedoodle, Cockapoo und Maltipoo.

Ergebnis: kein einziger Treffer. Das heißt nicht, dass diese Hunde schlecht sind. Es heißt, dass es für sie keinen geprüften Maßstab gibt.
FCI-Nomenklatur, deutsche Fassung, Stand 24.08.2026.
Aus meiner Erfahrung ist genau das der Punkt, den Käufer unterschätzen. Ein Name klingt vertraut, die Vorgaben dahinter fehlen. Einen ähnlichen Fall beschreibt Toy Fox Terrier.
🔴 Der Pudel als gemeinsamer Nenner
In jeder Doodle-Kombination steckt ein Pudel. Der FCI-Standard Nr. 172 in der Fassung von Dezember 2024 beschreibt ihn genau.
Beim Haarkleid unterscheidet er zwei Typen. Der Wollpudel hat üppiges, fein gekräuseltes Haar. Der Schnürenpudel bildet charakteristische Schnüre, die mindestens 20 cm lang sein sollen.
Bei den Farben ist der Standard streng. Einfarbig zugelassen sind Schwarz, Weiß und Braun. Beige und seine helleren Abstufungen sind ausdrücklich nicht zugelassen.

Die Größen reichen vom Großpudel über 45 bis 60 cm bis zum Zwergpudel über 28 bis 35 cm. Genau diese Spanne macht die Vorhersage bei Kreuzungen schwierig. Mehr zu den Pudelfarben steht in Hund braun schwarz.
Die zweite Hälfte
Beim Labradoodle kommt der Labrador Retriever dazu. Standard Nr. 122 nennt einfarbig schwarz, gelb oder leber- beziehungsweise schokoladenbraun. Die ideale Widerristhöhe liegt bei 56 bis 57 cm für Rüden und 54 bis 56 cm für Hündinnen.
Beim Bernedoodle ist es der Berner Sennenhund. Der FCI-Standard Nr. 45 beschreibt einen Bauernhund alter Herkunft aus den Voralpengebieten um Bern, gehalten als Wach-, Zug- und Treibhund.
Seine Farbe ist festgelegt: tiefschwarze Grundfarbe mit sattem, braunrotem Brand an Backen, über den Augen, an allen vier Läufen und auf der Brust. Dazu kommt eine saubere weiße symmetrische Kopfzeichnung.
Beim Wesen wird der Standard konkret. Sicher, aufmerksam, wachsam und furchtlos in Alltagssituationen. Gutmütig und anhänglich zu vertrauten Personen, selbstsicher und friedlich gegenüber Fremden. Mittleres Temperament, gute Führigkeit.

Was bei einer Kreuzung offen bleibt
Zwei Standards ergeben nicht automatisch einen dritten. Ein Berner Sennenhund misst bis 70 cm, ein Zwergpudel unter 35 cm. Was dazwischen herauskommt, steht nirgends geschrieben.
Dasselbe gilt für den Charakter. Ein Vorstehhund bringt anderes mit als ein Begleithund. Beides kann sich mischen. Wie klar Standards das sonst festlegen, zeigt Böhmisch Rauhbart.
Für den Alltag heißt das: Plane den Hund, den du bekommst, nicht den, den du erwartest. Fell, Größe und Bewegungsbedarf können in jede Richtung ausschlagen.
Fragen vor dem Kauf eines Doodles
- 🔴 Welche Größe hatten beide Elterntiere?
- Welche Fellart hatten sie genau?
- Welcher Verband hat die Papiere ausgestellt?
- Welche Gesundheitsuntersuchungen liegen vor?
- Warum liegt der Preis über dem einer Rassehündin?
Meine langjährige Erfahrung sagt: Bei Kreuzungen zählt das, was du siehst — nicht das, was der Name verspricht.
Mein Eindruck nach vielen Gesprächen: Wer den Charakter eines Pudels sucht, sollte über einen Pudel nachdenken. Wer die Ruhe eines Berner Sennenhunds will, ebenso. Einen Überblick gibt Hunderassen von A bis Z.
Was das Recht dazu sagt
§ 11b des Tierschutzgesetzes gilt unabhängig davon, ob eine Rasse anerkannt ist. Verboten ist das Züchten, wenn erblich bedingt Körperteile oder Organe fehlen, untauglich oder umgestaltet sind und dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten.
Ebenso verboten ist die Zucht, wenn bei den Nachkommen mit Leiden verbundene erblich bedingte Verhaltensstörungen auftreten. Die Behörde kann das Unfruchtbarmachen anordnen.
Das zuständige Bundesministerium nennt zusätzlich ein Ausstellungsverbot für Hunde mit Qualzuchtmerkmalen. Ich lese beides als klare Botschaft: Der fehlende Standard entbindet niemanden von der Verantwortung.
Fazit: Keine Doodle-Kreuzung ist von der FCI anerkannt — weder Goldendoodle noch Labradoodle, Bernedoodle, Cockapoo oder Maltipoo. Die Elternrassen dagegen haben eigene Standards. Der Pudel nach Standard Nr. 172 kommt als Wollpudel mit gelocktem Haar oder als Schnürenpudel mit mindestens 20 cm langen Schnüren vor. Einfarbig zugelassen sind Schwarz, Weiß und Braun. Die Größen reichen vom Großpudel über 45 bis 60 cm bis zum Zwergpudel über 28 bis 35 cm. Der Labrador Retriever nach Standard Nr. 122 misst ideal 56 bis 57 cm bei Rüden. Der Berner Sennenhund nach Standard Nr. 45 erreicht 64 bis 70 cm bei Rüden und trägt eine tiefschwarze Grundfarbe mit braunrotem Brand und weißer Kopfzeichnung. Weil für die Kreuzungen kein Standard existiert, lassen sich Größe, Fell und Wesen nicht verbindlich vorhersagen.
Häufige Fragen zu Doodle-Rassen
🔴 Ist ein Goldendoodle eine Rasse?
Nein. Keine Doodle-Kreuzung steht in einer der zehn FCI-Gruppen.
Was ist ein Doodle dann?
Eine Kreuzung aus einem Pudel und einer anderen Rasse.
Sind die Elternrassen anerkannt?
Ja. Pudel, Labrador und Berner Sennenhund haben jeweils einen eigenen FCI-Standard.
🔴 Warum ist das wichtig?
Ohne Standard gibt es keine überprüfbaren Vorgaben zu Größe, Fell oder Wesen.
Welche Pudelgrößen gibt es?
Großpudel über 45 bis 60 cm, Kleinpudel über 35 bis 45 cm, Zwergpudel über 28 bis 35 cm.
Wie sieht das Pudelhaar aus?
Entweder gelockt beim Wollpudel oder in Schnüren von mindestens 20 cm beim Schnürenpudel.
Wie groß wird ein Labrador?
Ideal 56 bis 57 cm bei Rüden und 54 bis 56 cm bei Hündinnen.
Wie groß wird ein Berner Sennenhund?
Rüden 64 bis 70 cm, Hündinnen 58 bis 66 cm.
Wie ist das Wesen des Berner Sennenhunds?
Sicher, aufmerksam, wachsam und furchtlos, mit mittlerem Temperament und guter Führigkeit.
🔴 Was gilt bei der Zucht?
Das Tierschutzgesetz verbietet Zuchten, bei denen erblich bedingt Leiden entstehen.
Worauf achte ich beim Kauf?
Auf Papiere eines anerkannten Verbands, sichtbare Elterntiere und Gesundheitsnachweise.
Kann ich Größe und Fell vorhersagen?
Nicht zuverlässig. Ohne Standard gibt es keine verbindliche Vorgabe.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 172 – Pudel, deutsche Fassung (PDF)
- FCI-Rassestandard Nr. 45 – Berner Sennenhund, deutsche Fassung (PDF)
- Tierschutzgesetz § 11b – Verbot des Züchtens von Wirbeltieren
- Bundesministerium (BMLEH) – Mehr Tierschutz bei Hunden
Weiterlesen
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Fragen zu Gesundheit und Herkunft hilft deine Tierarztpraxis weiter.
