Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 25.08.2026 · Lesezeit: 10 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Kalium steuert die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln.
- Rund 98 Prozent liegen innerhalb der Zellen.
- Ein erhöhter Wert ist typisch für Morbus Addison.
- Diese Erkrankung ist meist gut behandelbar.
Ein erhöhter Kaliumwert steht selten allein. Beim Hund führt er meist zu einer ganz bestimmten Frage.
Die kurze Antwort
Ein erhöhtes Kalium ist beim Hund charakteristisch für Morbus Addison, eine Unterfunktion der Nebennierenrinde.
Der entscheidende Punkt
Der Wert im Blut zeigt nur einen kleinen Teil des Gesamtkaliums. Deshalb zählt der Zusammenhang, nicht die Zahl allein.
Was Kalium im Körper macht
LABOKLIN fasst die Aufgabe knapp zusammen. Kalium ist das wichtigste Kation innerhalb der Zellen.

Es spielt eine zentrale Rolle für die elektrische Erregbarkeit von Nerven- und Muskelzellen. Damit hängt jede Bewegung und jeder Herzschlag daran.
Zusätzlich ist es wichtig für den Säure-Basen-Haushalt und für die Verteilung von Wasser im Körper.
Eine Zahl macht das Bild vollständig. Rund 98 Prozent des Gesamtkaliums befinden sich innerhalb der Zellen. Aus meiner Erfahrung erklärt genau das, warum Laborwerte hier so vorsichtig gelesen werden. Mehr dazu in Blutbild beim Hund.
Gemessen wird aus Serum oder Heparin-Plasma mit einer ionenselektiven Elektrode. Der Befund kommt am Tag des Probeneingangs.
Die typische Ursache beim Hund
LABOKLIN nennt sie direkt. Beim Hund ist eine Hyperkaliämie charakteristisch für einen Hypoadrenokortizismus, also Morbus Addison.

Was dabei passiert, beschreibt LABOKLIN in einem eigenen Beitrag. Die Nebennierenrinde produziert zu wenig Glucocorticoide beziehungsweise Mineralocorticoide.
Eine Zerstörung der Nebennierenrinde heißt primärer Hypoadrenokortizismus. Sind mehr als 90 Prozent des Gewebes zerstört, fallen beide Hormongruppen aus.
Als Ursache wird eine immunvermittelte Zerstörung durch Autoantikörper vermutet. Fachlich heißt das idiopathische adrenocorticale Atrophie.
Angaben nach den LABOKLIN-Fachinformationen zu Kalium und Morbus Addison.
Welche Hunde häufiger betroffen sind
LABOKLIN nennt eine deutliche Prädisposition. Betroffen sind vor allem junge bis mittelalte unkastrierte Hündinnen.
Das Altersfenster reicht von zwei Monaten bis zu vier oder sechs Jahren. Damit trifft es oft Hunde, bei denen niemand mit einer Hormonerkrankung rechnet.

Zusätzlich gibt es Rassedispositionen. Genannt werden unter anderem Doggen, Portugiesische Wasserhunde, Rottweiler, Pudel, West Highland Terrier und Soft Coated Wheaten Terrier.
Für Bearded Collie, Leonberger und Pudel wird sogar eine erbliche Komponente vermutet. Meine langjährige Erfahrung sagt: Bei diesen Rassen lohnt der Gedanke an Addison früher als sonst. Wie du Schwäche einordnest, steht in Schwäche der Hinterbeine.
Warum zu viel Kalium gefährlich wird
Die Klinik für Kleintiere der TiHo Hannover beschreibt die Folge in einem Satz. Elektrolytstörungen, vor allem ein Kaliumüberschuss, können die Reizweiterleitung blockieren.
Praktisch heißt das: Nerven und Muskeln arbeiten nicht mehr zuverlässig. Betroffen ist auch der Herzmuskel.
Genau deshalb ist ein deutlich erhöhter Wert kein Laborbefund zum Abwarten. Er gehört sofort eingeordnet.
Die gute Nachricht steht bei derselben Klinik. Morbus Addison gilt als gut diagnostizierbar und meist exzellent behandelbar.
Zeichen, die zusammen auffallen
- Wiederkehrende Schwäche oder Zusammenbrüche.
- Erbrechen und Durchfall in Schüben.
- Deutlich mehr trinken und mehr Urin absetzen.
- Gewichtsverlust ohne erkennbaren Grund.
- Ein Hund, dem es zwischendurch wieder gut geht.
Gerade der letzte Punkt führt oft dazu, dass die Abklärung verschoben wird.
Warum hier kein Grenzwert steht
Viele Ratgeber nennen eine Zahl in Millimol pro Liter. Ich verzichte darauf.
Der Grund ist derselbe wie bei anderen Laborwerten. Die Zahlen im Netz stammen meist aus der Humanmedizin.
Beim Hund hängt der Referenzbereich zudem vom Labor und vom Verfahren ab. Verbindlich ist der Bereich, der auf deinem Befund neben dem Wert steht.
Ich rate außerdem dazu, den Natriumwert mitzulesen. Bei Addison ist das Verhältnis der beiden Werte aussagekräftiger als jeder Einzelwert. Wie das im Zusammenhang steht, steht in Nierenerkrankung beim Hund.
Was sonst dahinterstecken kann
Neben Addison kommen weitere Gründe infrage. Sie gehören alle in die Praxis.
Dazu zählen Nierenerkrankungen, bei denen die Ausscheidung nicht mehr ausreicht. Ebenso bestimmte Medikamente.
Ein häufiger und harmloser Grund ist die Probe selbst. Wird beim Blutabnehmen zu stark gesaugt, gelangt Kalium aus zerstörten Zellen in die Probe. Wie Blutentnahmen ablaufen, steht in Tierarztkosten beim Hund.
Mir ist dieser Punkt wichtig, weil er unnötige Sorgen erspart. Ein einzelner auffälliger Wert wird deshalb oft einfach kontrolliert.
Wie eine Diagnose abgesichert wird
Ein einzelner Wert reicht nie. Drei Schritte gehören dazu.
Der erste ist die Wiederholung. Ein zweiter Wert schließt einen Messfehler aus und zeigt die Richtung.
Der zweite ist die Zusammenschau mit dem Befinden. Ein Hund mit wiederkehrender Schwäche ist etwas anderes als ein munterer Hund mit Zufallsbefund.
Der dritte ist eine gezielte Untersuchung der Nebennierenfunktion. Mir ist wichtig, dass Halter diese Reihenfolge kennen, weil sie unnötige Sorgen abkürzt. Wie du Vorsorge planst, steht in Gesundheitsvorsorge beim Hund.
Ich sehe dabei immer wieder denselben Ablauf. Erst der Verlauf über mehrere Messungen macht aus einer Zahl einen Befund.
Fazit: Kalium ist das wichtigste Kation innerhalb der Zellen und steuert die elektrische Erregbarkeit von Nerven- und Muskelzellen. Rund 98 Prozent liegen intrazellulär, weshalb der Blutwert nur einen Ausschnitt zeigt. Beim Hund ist eine Hyperkaliämie laut LABOKLIN charakteristisch für Morbus Addison. Dabei bildet die Nebennierenrinde zu wenig Hormone. Fallen über 90 Prozent des Gewebes aus, betrifft das beide Hormongruppen. Betroffen sind vor allem junge bis mittelalte unkastrierte Hündinnen. Die Erkrankung gilt als gut behandelbar.
Häufige Fragen zum erhöhten Kaliumwert
Wofür braucht der Körper Kalium?
Für die elektrische Erregbarkeit von Nerven- und Muskelzellen.
Was macht es noch?
Es ist wichtig für den Säure-Basen-Haushalt und die Wasserverteilung.
Wo steckt das meiste Kalium?
Rund 98 Prozent befinden sich innerhalb der Zellen.
Erhöhter Kaliumwert: Warum ist das wichtig?
Weil der Blutwert nur einen kleinen Teil des Gesamtkaliums abbildet.
Welche Erkrankung ist typisch?
Beim Hund ist ein erhöhtes Kalium charakteristisch für Morbus Addison.
Erhöhter Kaliumwert: Was passiert dabei?
Die Nebennierenrinde produziert zu wenig Glucocorticoide und Mineralocorticoide.
Ab wann fällt beides aus?
Wenn mehr als 90 Prozent des Gewebes zerstört sind.
Erhöhter Kaliumwert: Welche Hunde sind besonders betroffen?
Junge bis mittelalte unkastrierte Hündinnen zwischen zwei Monaten und vier bis sechs Jahren.
Gibt es Rassedispositionen?
Ja, unter anderem Doggen, Rottweiler, Pudel und West Highland Terrier.
Was macht zu viel Kalium gefährlich?
Es kann die Reizweiterleitung blockieren.
Ist das behandelbar?
Ja. Die TiHo nennt Morbus Addison gut diagnostizierbar und meist exzellent behandelbar.
Warum steht hier kein Grenzwert?
Weil Referenzbereiche beim Hund vom Labor abhängen und auf dem Befund stehen.
Quellen
- LABOKLIN – Kalium
- LABOKLIN – Morbus Addison beim Hund: was sagt uns das Labor
- Klinik für Kleintiere, TiHo Hannover – Neurologische Erkrankungen
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Laborwerte deutet ausschließlich die behandelnde Tierarztpraxis im Zusammenhang mit der Untersuchung.
