Foxterrier Drahthaar: Eine eigene Rasse, kein Fellvariant

Foxterrier Drahthaar: Eine eigene Rasse, kein Fellvariant

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 23.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei eigene FCI-Standards: Nr. 169 und Nr. 12.
  • Beide: Rüden nicht über 39 cm Widerristhöhe.
  • Drahthaar 8,25 kg ideal, Glatthaar 7,5 bis 8 kg.
  • Beide in Gruppe 3, Sektion 1 Hochläufige Terrier.

Viele halten Drahthaar und Glatthaar für zwei Frisuren desselben Hundes. Die FCI sieht das anders — und führt zwei getrennte Standards. Ich lege sie nebeneinander.

Die kurze Antwort

Der Drahthaar-Foxterrier steht im FCI-Standard Nr. 169, der Glatthaar im Standard Nr. 12. Es sind zwei eigenständige Rassen, keine Varietäten.

Der entscheidende Punkt

Größe und Wesen liegen dicht beieinander. Der klare Unterschied steht beim Haarkleid und beim Gewicht.

Zwei Standards, nicht einer

Der FCI-Rassestandard Nr. 169 führt den Fox Terrier (Wire), also den Drahthaar-Foxterrier. Der FCI-Rassestandard Nr. 12 führt den Fox Terrier (Smooth), den Glatthaar. Beide stammen aus Großbritannien und stehen in Gruppe 3 Terrier, Sektion 1 Hochläufige Terrier. Bei beiden ist die Arbeitsprüfung fakultativ.

Kleiner wacher weißer Hund mit drahtigem Fell steht aufmerksam auf einer Wiese
Dichtes Haar von sehr drahtiger Textur, zwei bis vier Zentimeter lang.
Merkmal Drahthaar (FCI 169) Glatthaar (FCI 12)
MerkmalUrsprung Drahthaar (FCI 169)Großbritannien Glatthaar (FCI 12)Großbritannien
MerkmalFCI-Gruppe Drahthaar (FCI 169)3, Sektion 1 Hochläufige Terrier Glatthaar (FCI 12)3, Sektion 1 Hochläufige Terrier
MerkmalWiderristhöhe Rüde Drahthaar (FCI 169)nicht mehr als 39 cm Glatthaar (FCI 12)nicht über 39 cm
MerkmalWiderristhöhe Hündin Drahthaar (FCI 169)etwas kleiner Glatthaar (FCI 12)etwas weniger
MerkmalGewicht Rüde Drahthaar (FCI 169)ideal 8,25 kg in Ausstellungskondition Glatthaar (FCI 12)7,5 bis 8 kg
MerkmalGewicht Hündin Drahthaar (FCI 169)etwas weniger Glatthaar (FCI 12)7 bis 7,5 kg
MerkmalHaar Drahthaar (FCI 169)dicht, sehr drahtige Textur, mit weicher Unterwolle Glatthaar (FCI 12)gerade, flach anliegend, glatt, hart, dicht

Nach den FCI-Rassestandards Nr. 169 und Nr. 12, geprüft am 23.08.2026.

Aus meiner Erfahrung sorgt vor allem das Gewicht für Verwirrung. Der Drahthaar-Standard nennt einen einzelnen Idealwert für die Ausstellungskondition, der Glatthaar-Standard dagegen eine Spanne. Wie du das Gewicht deines Hundes einordnest, steht in Übergewicht beim Hund.

Der Unterschied steckt im Haar

Beim Drahthaar wird der Standard sehr genau. Das Haar soll dicht sein und eine sehr drahtige Textur haben. Die Länge liegt bei etwa zwei Zentimetern an den Schultern und etwa vier Zentimetern am Widerrist, am Rücken, an den Rippen sowie an Vor- und Hinterhand.

Dazu kommt eine Unterwolle aus kurzem, weichem Haar. Und eine Feinheit, die man beim Streicheln merkt: Das Haar auf dem Rücken und an Vor- und Hinterhand ist härter als das Haar an den Seiten.

Beim Glatthaar liest sich derselbe Abschnitt völlig anders: gerade, flach anliegend, glatt, hart, dicht und füllig. Der Standard schiebt eine Anforderung nach — weder Bauch noch Innenseite der Schenkel dürfen kahl sein.

Kleiner wacher weißer Hund mit kurzem glattem Fell steht auf einem Feldweg
Gerade, flach anliegend, glatt und hart — so beschreibt es der andere Standard.

Bei den Farben nennt der Glatthaar-Standard vorherrschend Weiß: einfarbig weiß, weiß mit lohfarbenen, schwarz mit lohfarbenen oder schwarzen Abzeichen. Zur Fellpflege beider Varianten siehe Fellpflege beim Hund.

Zwei Wesensbeschreibungen, fast identisch

Der Drahthaar-Standard beschreibt einen lebhaften Hund, der sich schnell bewegt und durchdringend schaut. Schon die kleinste Herausforderung lässt ihn gespannt warten. Dazu: freundlich, aufgeschlossen und furchtlos.

Der Glatthaar-Standard nennt fast dieselben Worte: lebhaft, schnell in der Bewegung, wachsam im Ausdruck, gespannt vor Erwartung. Und ebenfalls freundlich, aufgeschlossen und furchtlos.

Was das im Alltag bedeutet

  • Ein Terrier reagiert schnell — Training braucht klare Signale.
  • Wie sicherst du ihn bei Wildkontakt?
  • Wie oft wird das Drahthaar gepflegt oder getrimmt?
  • Wie reagiert er auf andere Hunde und auf Besuch?
  • Wer betreut ihn, wenn du länger weg bist?

Wie strukturiertes Training aussieht, zeigt Hundeschule.

§ 2 der Tierschutz-Hundeverordnung verlangt bei beiden dasselbe: ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.

Frau übt draußen ruhig mit ihrem kleinen wachen Hund
Gespannte Erwartung — im Standard beschrieben, im Alltag täglich sichtbar.

Meine langjährige Erfahrung mit Terriern sagt: Die gespannte Erwartung aus dem Standard ist im Alltag jeden Tag zu sehen. Ich arbeite deshalb viel mit Impulskontrolle. Für Welpen nennt das zuständige Bundesministerium vier Stunden täglichen Umgang bis zur zwanzigsten Lebenswoche.

Und wenn du wissen willst, welche Terrier es sonst gibt: Hunderassen von A bis Z ordnet die Gruppe 3 ein. Ich schaue mir bei ähnlichen Rassen immer beide Standards nebeneinander an — so wie bei Labrador vs Golden Retriever.

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Passend dazu ist Norfolk Terrier.

So sieht der Foxterrier aus

Bei den Farben liegen beide Regelwerke eng beieinander. Standard Nr. 169 verlangt vorherrschend Weiß mit schwarzen, schwarz-lohfarbenen oder lohfarbenen Abzeichen. Gestromte, rote, leberbraune oder schieferblaue Abzeichen sind unerwünscht.

Standard Nr. 12 nennt dieselbe Grundfarbe. Erlaubt sind einfarbig weiß, weiß mit lohfarbenen, schwarz mit lohfarbenen oder schwarze Abzeichen. Ein leberbrauner Foxterrier ist damit keine seltene Farbe, sondern ein Fehler.

Der Kopf ist bei beiden lang und flach, mit nur leichtem Stopp. Beim Drahthaar sollen die Augen dunkel sein, mäßig klein und so rund wie möglich — ein helles Auge nennt der Standard höchst unerwünscht.

Die Ohren sind klein und V-förmig. Sie fallen in einer sauberen Falte nach vorn dicht an die Wangen. Steh-, Tulpen- oder Rosenohren stehen ausdrücklich in der Ablehnung. Bei der Rute beschreibt Standard Nr. 169 das Kupieren als frühere Übung und führt die unkupierte Rute gleichberechtigt auf: hoch angesetzt, aufrecht getragen, nicht über den Rücken gezogen. In Deutschland verbietet § 6 TierSchG das Kupieren, von eng begrenzten Ausnahmen abgesehen.

Das Bild vom Ganzen liefert Nr. 169 in einem Satz. Im Stand soll der Hund wie ein Jagdpferd mit kurzem Rücken wirken und dabei viel Boden decken. Beim Drahthaar kommt das krause Haar an den Kiefern dazu — es gibt dem Vorgesicht den Ausdruck von Kraft.

Größe und Gewicht

Bei der Höhe nennen beide Standards dieselbe Grenze. Rüden sollen nicht mehr als 39 Zentimeter Widerristhöhe erreichen, Hündinnen etwas weniger. Das ist eine Obergrenze, kein Zielwert.

Beim Gewicht gehen sie auseinander. Nr. 169 nennt für Rüden ein Idealgewicht von 8,25 Kilogramm in Ausstellungskondition. Nr. 12 nennt für Rüden 7,5 bis 8 Kilogramm, für Hündinnen 7 bis 7,5.

Dazu kommt eine Proportion, die den ganzen Eindruck bestimmt. Schulterhöhe und Körperlänge vom Schultergelenk bis zu den Sitzbeinhöckern sollen annähernd gleich groß erscheinen. Deshalb wirkt ein Foxterrier quadratisch statt gestreckt.

Haltung, Auslastung und Erziehung

Beide Standards führen die Rasse als Terrier, die Arbeitsprüfung steht zur Wahl. Gebaut wurde dieser Hund für die Arbeit am Fuchs.

Für den Alltag ergibt sich daraus eine Rangfolge. Nasenarbeit vor Wegstrecke, Suchspiele vor Ballwurf. Eine sauber aufgebaute Verlorensuche leert den Kopf besser als eine lange Runde am Weg.

Bei der Erziehung zählt Timing mehr als Härte. Der Standard beschreibt einen Hund, der bei der geringsten Herausforderung voll gespannter Erwartung ist. Wer zu spät reagiert, kommt an ihn nicht mehr heran.

Im Haus bleibt er unkompliziert, sofern er draußen etwas zu tun hatte. Fehlt die Aufgabe, sucht er sich selbst eine. Bei Terriern ist das selten die, die du dir wünschst.

Gesundheit und was die Standards ausschließen

Eine Lebenserwartung führt keiner der beiden Standards auf. Wer im Netz auf eine Jahreszahl stößt, liest die Schätzung eines Anbieters. In den Papieren stehen dafür die Fehler.

Zuchtausschließend ist bei beiden dasselbe kurze Paar. Aggressive Hunde fallen heraus, übermäßig ängstliche ebenso. Dazu Tiere mit deutlichen körperlichen Auffälligkeiten oder mit Störungen im Verhalten. Beide Standards enden mit demselben Satz: Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.

Einen Unterschied gibt es doch. Nur Standard Nr. 12 misst einen Fehler auch daran, wie sehr er die rassetypische Arbeit behindert. Der Drahthaar-Standard lässt diesen Zusatz weg.

Dieselbe Linie zieht § 11b des Tierschutzgesetzes. Verboten ist die Zucht, wenn den Nachkommen erblich bedingt Schmerzen, Leiden oder Schäden drohen. Aus meiner Erfahrung lohnt beim Foxterrier zusätzlich ein Blick auf Zähne und Ohren.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Die erste Frage klärt die Rasse. Ein Wurf gehört entweder zu Nr. 169 oder zu Nr. 12 — Mischwürfe aus beiden gibt es in der Zucht nicht. Wer dir „einen Foxterrier" ohne Angabe der Haarart anbietet, hat entweder keine Papiere oder keine Ahnung.

Die deutsche Fassung des Drahthaar-Standards stammt vom Deutschen Foxterrier-Verband. Über einen Zuchtverein läuft deshalb auch der geordnete Weg zum Welpen. Dort gehören Ahnentafel, Wurfabnahme und die Zuchtzulassung beider Elterntiere zum Verfahren.

Vor Ort schaue ich zuerst auf das Muttertier. Sie soll beim Wurf liegen und sich anfassen lassen. Am Abgabetag liegen Impfpass, Wurmnachweis und Chipnummer vor.

Zwei rassetypische Fragen kommen dazu. Frag nach der Ohrenhaltung der Elterntiere, weil Steh- und Rosenohren als Fehler gelten. Frag zweitens nach der Rute. Preise nenne ich bewusst nicht — entscheidend ist der Eindruck vor Ort, eine Checkliste dafür steht in Alles über den Hundekauf.

Passt der Foxterrier zu dir?

Er passt zu Menschen, die Tempo mögen. Ein Foxterrier hält jeder Anforderung an Bewegung stand. Er wartet nicht darauf, dass jemand ihn beschäftigt, sondern sucht sich sonst selbst etwas.

In einer Wohnung geht das gut, solange draußen genug passiert. Mit Kindern klappt der Alltag, sobald die Regeln früh stehen. Freundlich, aufgeschlossen und furchtlos steht in beiden Standards — furchtlos heißt auch, dass er großen Hunden nicht ausweicht.

Gegen ihn spricht ein ruhiger Haushalt. Wer Feierabend auf dem Sofa plant, bekommt einen unterforderten Terrier. Auch Nager im Haus sind ein Thema, denn der alte Auftrag steckt noch drin.

Beim Drahthaar kommt der Pflegeaufwand dazu. Das harte Haar wird getrimmt, nicht geschoren. Ohne diesen Termin verliert es die Textur, die den Standard ausmacht.

Fazit: Drahthaar- und Glatthaar-Foxterrier sind bei der FCI zwei eigenständige Rassen mit eigenen Standards. Der FCI-Standard Nr. 169 führt den Fox Terrier (Wire), der Standard Nr. 12 den Fox Terrier (Smooth). Beide stammen aus Großbritannien und stehen in Gruppe 3 Terrier, Sektion 1 Hochläufige Terrier, mit fakultativer Arbeitsprüfung. Die Widerristhöhe liegt bei beiden bei nicht mehr als 39 Zentimetern für Rüden. Beim Gewicht unterscheiden sie sich: Der Drahthaar-Standard nennt ein Idealgewicht von 8,25 Kilogramm in Ausstellungskondition, der Glatthaar-Standard 7,5 bis 8 Kilogramm bei Rüden und 7 bis 7,5 bei Hündinnen. Das Drahthaar ist dicht mit sehr drahtiger Textur, etwa zwei bis vier Zentimeter lang, mit weicher Unterwolle. Das Glatthaar ist gerade, flach anliegend, glatt, hart und dicht. Beide Standards beschreiben das Wesen als lebhaft, schnell in der Bewegung, freundlich, aufgeschlossen und furchtlos.

Häufige Fragen zum Foxterrier

Sind Draht- und Glatthaar dieselbe Rasse?

Nein. Die FCI führt zwei eigene Standards: Nr. 169 für den Drahthaar-Foxterrier und Nr. 12 für den Glatthaar-Foxterrier.

Wie groß wird ein Drahthaar-Foxterrier?

Rüden nicht mehr als 39 Zentimeter Widerristhöhe, Hündinnen etwas kleiner.

Foxterrier Drahthaar: Wie schwer?

Der Standard nennt für Rüden ein Idealgewicht von 8,25 Kilogramm in Ausstellungskondition, für Hündinnen etwas weniger.

Foxterrier Drahthaar: Und beim Glatthaar?

Ebenfalls nicht über 39 Zentimeter, aber mit anderem Gewicht: Rüden 7,5 bis 8 Kilogramm, Hündinnen 7 bis 7,5.

Foxterrier Drahthaar: Wie unterscheidet sich das Fell?

Der Drahthaar hat dichtes Haar von sehr drahtiger Textur mit weicher Unterwolle. Der Glatthaar hat gerades, flach anliegendes, glattes und hartes Haar.

Wie lang ist das Drahthaar genau?

Etwa zwei Zentimeter an den Schultern bis etwa vier Zentimeter am Widerrist, Rücken, an Rippen sowie Vor- und Hinterhand.

Foxterrier Drahthaar: Was sagt der Standard zum Wesen?

Beim Drahthaar: lebhaft, schnell in der Bewegung, mit durchdringendem Ausdruck, freundlich, aufgeschlossen und furchtlos.

Foxterrier Drahthaar: Und beim Glatthaar?

Fast identisch: lebhaft, schnell in der Bewegung, wachsam im Ausdruck, gespannt vor Erwartung — freundlich, aufgeschlossen und furchtlos.

In welcher FCI-Gruppe stehen sie?

Beide in Gruppe 3 Terrier, Sektion 1 Hochläufige Terrier. Die Arbeitsprüfung ist fakultativ.

Welche Farben nennt der Glatthaar-Standard?

Vorherrschend weiß — einfarbig weiß, weiß mit lohfarbenen, schwarz mit lohfarbenen oder schwarzen Abzeichen.

Foxterrier Drahthaar: Was gilt für die Haltung?

Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.

Foxterrier Drahthaar: Wie viel Umgang braucht ein Welpe?

Mindestens vier Stunden täglich bis zur zwanzigsten Lebenswoche.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Gesundheit und Belastbarkeit des einzelnen Hundes berät die Tierarztpraxis.