Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 23.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- 🔴 Zugelassen, wenn eine Hündin scheinträchtig ist oder keine Milch mehr bilden soll.
- Wirkung meist ab dem zweiten bis dritten Behandlungstag.
- Nicht bei trächtigen Hündinnen — Abortgefahr.
- Erbrechen tritt meist nur nach der ersten Gabe auf.
Nach der Läufigkeit baut die Hündin ein Nest, bewacht Spielzeug und setzt Milch an. Das ist keine Krankheit, sondern ein normaler Vorgang — behandelt wird trotzdem, wenn er zu stark wird.
Die kurze Antwort
Ein Prolaktin-Hemmer für Hündinnen. Er hilft, wenn eine Hündin scheinträchtig ist oder wenn sie keine Milch mehr bilden soll. Gegeben wird an vier bis sechs Tagen.
🔴 Der entscheidende Punkt
Bei trächtigen Hündinnen ist das Mittel verboten, weil es einen Abort auslösen kann.
Wofür das Mittel zugelassen ist
Die Fachinformation beschreibt einen oralen Prolaktin-Hemmer für Hündinnen. Er wird eingesetzt, wenn eine Hündin scheinträchtig ist — und wenn die Milchbildung gestoppt werden soll.

Vier Situationen nennt die Fachinformation dafür. Erstens das Absetzen der Welpen direkt nach der Geburt. Zweitens ein frühes Absetzen, etwa bei Eklampsie. Drittens der Tod der Föten oder ein Abort am Ende der Trächtigkeit. Und viertens, wenn eine Hündin nach der Kastration Milch bildet.
Warum das überhaupt vorkommt, erklärt die TVT in ihrer Stellungnahme von 2024: Nach jeder Läufigkeit tritt physiologischerweise die Scheinträchtigkeit ein. Sie kann mit körperlichen Veränderungen wie einem Anschwellen des Gesäuges einhergehen, dazu mit Nestbauverhalten oder gesteigerter Aggressivität.
🔴 Wie und wie schnell es wirkt
Cabergolin stimuliert Dopaminrezeptoren an bestimmten Zellen der Hirnanhangdrüse und verhindert so die Ausschüttung von Prolaktin. Die Milchdrüse bildet sich zurück, Milch- und Serumsekretion gehen zurück.
Eine Wirkung tritt normalerweise am zweiten bis dritten Behandlungstag ein — zuerst als Veränderung des Verhaltens. Bis zur vollständigen Unterdrückung der Milchbildung kann es acht Tage dauern.

Nach der Fachinformation, geprüft am 23.08.2026.
Aus meiner Erfahrung ist der Zeitpunkt der Wirkung das, was Halter am meisten beruhigt. Wer weiß, dass sich am dritten Tag etwas tut, hält die ersten beiden besser aus. Wie du Anspannung dabei einordnest, steht in Stress beim Hund erkennen.
Was an Nebenwirkungen dokumentiert ist
In seltenen Fällen wurde über niedrigen Blutdruck, Fressunlust und Erbrechen berichtet. Zum Erbrechen steht dort ein praktischer Hinweis. Es tritt meist nur nach der ersten Gabe auf. Abbrechen soll man deswegen nicht.
Wie der Zyklus der Hündin überhaupt abläuft und wann die Scheinträchtigkeit typischerweise auftritt, steht in Läufigkeit bei der Hündin.
Sehr selten sind allergische Reaktionen wie Ödeme, Nesselsucht, Hautentzündung und Juckreiz. Ebenfalls sehr selten wurden neurologische Symptome berichtet: Schläfrigkeit, Muskelzittern, Ataxie, Hyperaktivität und Krampfanfälle.

Erbrechen, weniger Appetit und Müdigkeit legen sich im Allgemeinen wieder, während der Hund das Mittel bekommt. Zur Sicherheitsmarge hält die Fachinformation fest, dass selbst beim 16-Fachen der therapeutischen Dosis keine Vergiftungen festgestellt wurden.
🔴 Wann das Mittel nicht gegeben wird
- Nicht bei trächtigen Tieren — es kann einen Abort verursachen.
- Nicht bei schweren Leber- und Nierenerkrankungen.
- Nicht bei Magen-Darm-Störungen.
- Nicht bei bekannter Überempfindlichkeit.
- Nicht direkt nach einer Operation, solange der Hund unter Narkoseeinfluss steht.
Was nach einer Kastration sonst zu beachten ist: Kastration beim Hund.
Was für dich als Anwender gilt
Die Fachinformation enthält einen Abschnitt, der leicht überlesen wird. Kontakt mit Haut und Augen ist zu vermeiden, Spritzer sind sofort abzuwaschen.
Ich weise Halterinnen im Gespräch immer eigens darauf hin.
Deutlicher wird es beim nächsten Punkt: Frauen im gebärfähigen Alter oder stillende Mütter sollten das Mittel nicht handhaben — oder bei der Verabreichung Schutzhandschuhe tragen.
Meine langjährige Erfahrung sagt: Diesen Hinweis kennen die wenigsten Halter, weil er in der Packungsbeilage weit hinten steht. Er ist aber der Grund, warum die Praxis manchmal nachfragt, wer das Mittel zuhause gibt. Zur Einordnung von Medikamentengaben allgemein: Antibiotika für Hunde.
Und zur Frage nach Alternativen. Die TVT hält fest, dass eine Kastration bei Verhaltensproblemen professionelles Training nie ersetzt. Vor Eintritt der Geschlechtsreife lehnt sie eine Kastration ohne medizinischen Grund grundsätzlich ab. Mehr dazu in Pubertät beim Hund.
Schlägt ein Mittel auf den Magen, nutze ich einen Schleimbildner wie die Ulmenrinde im Lucky Pets Magenpulver — mit zwei Stunden Abstand zur Gabe.

Fazit: Der Wirkstoff Cabergolin ist als oraler Prolaktin-Hemmer für Hündinnen zugelassen. Er hilft, wenn eine Hündin scheinträchtig ist. Und er stoppt die Milchbildung — etwa beim Absetzen der Welpen, bei Eklampsie, nach fetalem Tod oder Abort sowie nach einer Kastration. Dosiert wird mit 0,1 ml pro Kilogramm einmal täglich über vier bis sechs Tage. Eine Wirkung zeigt sich meist am zweiten bis dritten Tag, die vollständige Unterdrückung der Milchbildung kann acht Tage dauern. Selten treten niedriger Blutdruck, Fressunlust und Erbrechen auf, wobei Erbrechen meist nur nach der ersten Gabe vorkommt. Bei trächtigen Tieren ist das Mittel verboten, weil es einen Abort verursachen kann.
Häufige Fragen zum Prolaktin-Hemmer
🔴 Wofür ist Galastop zugelassen?
Als oraler Prolaktin-Hemmer für Hündinnen. Er wird gegeben, wenn eine Hündin scheinträchtig ist oder wenn die Milchbildung gestoppt werden soll.
In welchen Situationen wird die Laktation unterdrückt?
Beim Absetzen der Welpen direkt nach der Geburt, beim frühen Absetzen etwa bei Eklampsie, nach fetalem Tod oder Abort und nach einer Kastration.
Wie wirkt der Wirkstoff?
Cabergolin stimuliert Dopaminrezeptoren in der Hirnanhangdrüse und verhindert so die Ausschüttung von Prolaktin.
🔴 Wann zeigt sich eine Wirkung?
Normalerweise am zweiten bis dritten Behandlungstag, zuerst als Veränderung des Verhaltens.
Wie lange dauert es vollständig?
Bis zur vollständigen Unterdrückung der Milchbildung kann es acht Tage dauern.
Wie wird dosiert?
0,1 ml pro Kilogramm Körpergewicht einmal täglich an vier bis sechs aufeinanderfolgenden Tagen, je nach Schweregrad.
Welche Nebenwirkungen sind bekannt?
Selten niedriger Blutdruck, Fressunlust und Erbrechen. Sehr selten allergische Reaktionen oder neurologische Symptome.
🔴 Mein Hund hat nach der ersten Gabe erbrochen — abbrechen?
Laut Fachinformation soll die Behandlung nicht unterbrochen werden. Erbrechen tritt in der Regel nur nach der ersten Gabe auf.
Wann darf es nicht gegeben werden?
Nicht bei trächtigen Tieren, weil es einen Abort verursachen kann. Ebenso nicht bei schweren Leber- und Nierenerkrankungen oder Magen-Darm-Störungen.
Was ist bei Überdosierung bekannt?
Selbst bei bis zum 16-Fachen der therapeutischen Dosis wurden keine Vergiftungen festgestellt.
🔴 Worauf muss ich als Anwender achten?
Kontakt mit Haut und Augen vermeiden. Frauen im gebärfähigen Alter und stillende Mütter sollten das Mittel nicht handhaben oder Handschuhe tragen.
Warum wird eine Hündin überhaupt scheinträchtig?
Nach jeder Läufigkeit tritt die Scheinträchtigkeit physiologischerweise ein — mit körperlichen und verhaltensbedingten Veränderungen.
Quellen
- Tierarzneimittelkompendium, Universität Zürich – Fachinformation Galastop (Cabergolin) für Hündinnen (PDF)
- TVT – Stellungnahme „Kastration von Hündinnen und Rüden“ (September 2024)
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Verordnung. Das Präparat ist verschreibungspflichtig — Dosis und Dauer legt ausschließlich die Tierarztpraxis fest.
