Gordon Setter: Größe, Wesen und Haltung

Gordon Setter: Größe, Wesen und Haltung

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 22.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Rüden 66 cm und 29,5 kg, Hündinnen 62 cm und 25,5 kg.
  • Geführt mit Arbeitsprüfung — ein Jagdgebrauchshund.
  • Rabenschwarz mit kastanienroten Abzeichen.
  • Befederung an Behang, Läufen und Bauch braucht Kontrolle.

Der Gordon Setter wird für sein Aussehen gekauft und für seinen Bedarf unterschätzt. Der VDH führt ihn mit Arbeitsprüfung. Ich gehe die Angaben durch und zeige, was das im Alltag bedeutet.

Die kurze Antwort

Der größte der vier Setter: Rüden 66 Zentimeter, intelligent, leistungsfähig und von vornehmer Gelassenheit.

Der entscheidende Punkt

Er ist ein Vorstehhund mit Arbeitsprüfung. Ohne jagdliche Führung oder gleichwertigen Ersatz fehlt ihm die Aufgabe.

Herkunft: vom Netzfang zum Herzogsnamen

Der VDH zählt den Pointer und die vier langhaarigen Setter zu den britannischen Vorstehhunden. Bevor es Feuerwaffen gab, fing man Flugwild mit Netzen. Langhaarige Hunde fanden das Wild mit feiner Nase und kauerten sich in Abstand davor nieder.

Kopf eines wachen Gordon Setter im Freien
Rabenschwarzes Haar mit kastanienroten Abzeichen prägt die Rasse.

Genau daher stammt der Name: setting dogs, kurz Setter. Erstmals erwähnt wurden sie um 1776. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts waren in Schottland langhaarige schwarz-weiße Setter verbreitet, manche mit rotbraunem Brand.

Merkmal Rüde Hündin
MerkmalWiderristhöhe Rüde66 cm Hündin62 cm
MerkmalGewicht Rüde29,5 kg Hündin25,5 kg
MerkmalFarbe Rüderabenschwarz mit kastanienroten Abzeichen Hündinrabenschwarz mit kastanienroten Abzeichen
MerkmalHaar Rüdemäßig lang, glatt, ohne Locken Hündinmäßig lang, glatt, ohne Locken
MerkmalFCI RüdeGruppe 7, Nr. 6, mit Arbeitsprüfung HündinGruppe 7, Nr. 6, mit Arbeitsprüfung

Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.

Die Anfänge der Zucht waren von Experimenten geprägt. In der Literatur finden sich Paarungen mit Irish Settern, dem Bloodhound, einem schwarzen Labrador und einer Colliehündin. Das heutige Bild stabilisierte sich vor etwa 140 Jahren. Den Namen Gordon Setter vergab der englische Kennel Club erst 1924. Er geht auf Herzog Alexander von Gordon zurück, der sich von 1820 bis zu seinem Tod 1837 mit der Zucht befasste. Davor hieß die Rasse nach ihrem Verbreitungsgebiet Schottischer Setter.

Wesen: vornehme Gelassenheit, kein Sofaplatz

Die Wesensbeschreibung des VDH fällt knapp aus. Intelligent, leistungsfähig, von vornehmer Gelassenheit. Mutig, offen, freundlich und ausgeglichen. Sieben Eigenschaften, mehr steht dort nicht.

Frau geht draußen mit einem wachen Gordon Setter
Ein Vorstehhund mit Arbeitsprüfung braucht Nasenarbeit, nicht nur Strecke.

Der Körperbau erklärt den Rest. Der VDH vergleicht ihn mit dem eines leistungsfähigen Jagdpferdes und spricht von den Konturen des Vollblüters. Ein solcher Bau entsteht nicht für Spaziergänge. Ich sehe darin die ehrlichste Aussage des ganzen Rasseporträts.

Aus meiner Erfahrung ist die Gelassenheit dieser Rasse an Bedingungen geknüpft. Ein ausgelasteter Gordon Setter liegt ruhig im Haus, ein unausgelasteter sucht sich Arbeit. Wo du eine Basis aufbaust, steht in Hundeschule.

Der Zusatz mit Arbeitsprüfung ist dabei der wichtigste Hinweis auf der ganzen Seite. Er bedeutet, dass die Rasse über jagdliche Leistung geführt wird. Wie sich fehlende Auslastung an der Leine zeigt, beschreibt Hund zieht an der Leine.

Alltag: was das Gesetz verlangt

Die Tierschutz-Hundeverordnung setzt in § 2 den Mindestrahmen. Verlangt werden ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.

Auslauf und Sozialkontakte sind der Rasse, dem Alter und dem Gesundheitszustand anzupassen. Bei einem Vorstehhund mit Arbeitsprüfung liegt die Latte hoch. Welpen bis zwanzig Wochen brauchen mindestens vier Stunden Umgang je Tag.

Tierärztin untersucht einen wachen Gordon Setter in der Praxis
Ohren und Befederung gehören nach jedem Feldgang kontrolliert.

Was ein Gordon Setter im Alltag braucht

  • Jagdliche Führung oder einen ernsthaften Ersatz.
  • Nasenarbeit statt reiner Laufstrecke.
  • Kontrolle der Befederung nach jedem Feldgang.
  • Ruhephasen im Haus, die er von selbst annimmt.
  • Bewegung im ersten Jahr dosiert, nicht maximal.

Zur Bewegung im Winter: Winterspaziergänge mit dem Hund.

Ich rate dazu, die Frage der Aufgabe vor dem Welpen zu klären. Ohne Jagdschein bleibt Hundesport. Auch der muss zum eigenen Alltag passen. Was in der Wachstumsphase auf den Teller gehört, steht in Welpen richtig füttern.

Fell und Pflege

Am Kopf, an den Vorderseiten der Läufe und an den Spitzen des Behangs ist das Haar kurz und fein. An allen anderen Körperteilen bleibt es mäßig lang, glatt und ohne Locken oder Wellung.

Meine langjährige Erfahrung mit befederten Setterrassen zeigt, wo die Arbeit anfällt. Die Befederung am oberen Behang ist lang und seidig. An den Rückseiten der Läufe ist sie lang, fein und gerade, die Fransen am Bauch reichen bis zu Brust und Hals. Genau dort hängt nach dem Feld alles fest: Grannen, Kletten und Schlamm. Hilfe findest du unter Hundefriseur.

Der Behang verdient zusätzliche Aufmerksamkeit. Lange, dicht behaarte Ohren trocknen langsam und werden leicht gereizt. Was gereizte Haut auslöst, beschreibt Juckreiz beim Hund.

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Der Zusammenhang wird in Irish Setter ausgeführt.

So sieht der Gordon Setter aus

Bei der Farbe wird der FCI-Standard Nr. 6 ungewöhnlich genau. Verlangt ist tiefglänzendes Kohlschwarz ohne Rostschimmer, dazu leuchtender kastanienroter Brand. Am Ende des Abschnitts steht ein einziger Satz: Keine andere Farbe ist erlaubt.

Wo der Brand sitzt, ist bis auf den Zentimeter geregelt. Über den Augen stehen zwei deutlich erkennbare Punkte. Sie dürfen nicht größer als zwei Zentimeter im Durchmesser sein.

An den Seiten des Fangs reicht der Brand nicht über den Nasenansatz hinaus. Er läuft wie ein Streifen von einer Seite zur anderen um das klar abgegrenzte Fangende.

An Kehle und Brust sitzen zwei große, deutlich abgegrenzte Flecken. An den Hinterläufen zieht sich der Brand über die Innenseiten und die Oberschenkel, vorn am Kniegelenk hinab. Von den Sprunggelenken zu den Zehen verbreitert er sich nach außen.

An den Vorderläufen läuft er hinten bis zum Ellenbogen und vorn bis zum Vorderfußwurzelgelenk. Rund um den After steht er ebenfalls.

Zwei Zugaben lässt der Standard zu. Erlaubt sind schwarze Strichelung auf den Zehen, im Englischen pencil markings genannt, sowie ein schwarzer Strich unter dem Unterkiefer. Ein sehr kleiner weißer Brustfleck ist gestattet.

Ich halte diesen Abschnitt für die beste Kaufhilfe im ganzen Standard. Wer einen Welpen mit ausgedehntem Weiß angeboten bekommt, hat eine belegbare Frage an den Züchter.

Größe und Gewicht

Beim Stockmaß fällt eine Besonderheit auf. Der Standard nennt keine Spanne, sondern je eine Zahl. Rüden 66 Zentimeter, Hündinnen 62 Zentimeter.

Beim Gewicht ist es genauso. Für Rüden stehen dort 29,5 Kilogramm, für Hündinnen 25,5 Kilogramm. Beide Werte stammen aus der britischen Vorlage und tragen die alten Maße in Klammern.

Angabe Was der Standard Nr. 6 dazu sagt
AngabeWiderristhöhe Rüden Was der Standard Nr. 6 dazu sagt66 cm (26 Zoll)
AngabeWiderristhöhe Hündinnen Was der Standard Nr. 6 dazu sagt62 cm (24 ½ Zoll)
AngabeGewicht Rüden Was der Standard Nr. 6 dazu sagt29,5 kg (65 Pfund)
AngabeGewicht Hündinnen Was der Standard Nr. 6 dazu sagt25,5 kg (56 Pfund)
AngabeBrandpunkte über den Augen Was der Standard Nr. 6 dazu sagthöchstens 2 cm Durchmesser
AngabeEinordnung Was der Standard Nr. 6 dazu sagtGruppe 7, Sektion 2.2 Britische und irische Vorstehhunde Setter, mit Arbeitsprüfung

FCI-Standard Nr. 6, deutsche Fassung, publiziert am 04.04.2016.

Eine Punktangabe ohne Spanne liest sich strenger, als sie gemeint ist. Abweichungen bewertet der Standard nach ihrem Grad. Eine feste Grenze in Zentimetern zieht er nicht.

Für den Alltag heißt das: Ein Gordon Setter ist ein großer Hund. Rund 66 Zentimeter Schulterhöhe bei knapp dreißig Kilogramm brauchen Platz im Auto und ein Geschirr, das die Brust nicht einengt.

Gesundheit und was der Standard ausschließt

Eine Lebenserwartung steht im FCI-Standard nicht. Das gilt für jeden FCI-Standard. Wer irgendwo eine Jahreszahl liest, sollte nach der Quelle fragen.

Die Liste der disqualifizierenden Fehler ist bei dieser Rasse auffallend kurz. Sie nennt aggressive Hunde und übermäßig ängstliche. Dazu Hunde, die deutliche körperliche Abnormitäten oder Verhaltensstörungen zeigen.

Diese Kürze ist kein Versehen. Der Standard von 2016 folgt der neueren FCI-Fassung, die auf lange Fehlerkataloge verzichtet.

Dafür steht im allgemeinen Teil ein Maßstab, den ältere Standards so nicht kennen. Jede Abweichung wird auch danach bewertet, wie sie die Fähigkeit des Hundes beeinflusst, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen. Bei einem Setter ist das die Feldsuche.

Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde Hunde verwendet werden. Der Satz steht wörtlich am Ende des Standards.

Die rechtliche Grenze zieht § 11b des Tierschutzgesetzes. Verboten ist das Züchten, sobald züchterische Erkenntnisse erwarten lassen, dass die Nachkommen erblich bedingt leiden.

Aus meiner Sicht verschiebt der kurze Fehlerkatalog die Verantwortung nach vorn. Wer einen Welpen sucht, fragt nach den Untersuchungen der Elterntiere. Der Standard nimmt diese Arbeit niemandem ab.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Der Zusatz mit Arbeitsprüfung ist beim Welpenkauf die wichtigste Zeile. Frag nach den Prüfungen beider Elterntiere. Wer jagdlich führt, nennt sie von sich aus.

Ein Wurf mit Ahnentafel läuft über einen Zuchtverein im VDH. Lass dir die Papiere zeigen, bevor ihr über einen einzelnen Welpen sprecht.

Sieh dir das Muttertier bei den Welpen an, im selben Raum. Eine Hündin, die man dir nicht zeigt, ist ein Abbruchgrund.

Nimm dir den Brand einzeln vor. Zwei Punkte über den Augen, der Streifen um das Fangende, die Flecken an Kehle und Brust, die Zeichnung an den Läufen. Ausgedehntes Weiß gehört nicht dazu.

Beim Haar gilt: kurz und fein am Kopf, an den Vorderseiten der Läufe sowie an den Spitzen des Behangs. Sonst mäßig lang und glatt. Locken sind unerwünscht.

Das Abgabealter regelt § 2 Absatz 4 der Tierschutz-Hundeverordnung. Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden.

Impfpass und Wurmkur-Protokoll gehören schriftlich dazu. Frag nach, wann zuletzt entwurmt wurde.

Passt der Gordon Setter zu dir?

Die erste Frage betrifft dein Gelände. Hast du Flächen, auf denen ein Hund mit dem Bau eines Jagdpferdes wirklich laufen darf?

Wer jagdlich führt, hat es leicht. Alle anderen brauchen einen gleichwertigen Ersatz aus Schleppe, Verlorensuche und Apportierarbeit. Eine Runde an der Leine leistet das nicht.

Die Wohnungsgröße ist zweitrangig. Ein fester Schlafplatz und ein geregelter Tagesablauf zählen mehr als Quadratmeter. Die vornehme Gelassenheit zeigt sich erst im ausgelasteten Hund.

Mit Kindern kommt er meist gut zurecht. Der Standard nennt ihn mutig, offen, freundlich und ausgeglichen. Ein Hund dieser Größe schiebt beim Toben trotzdem leicht ein Kind um.

Die Befederung ist ein täglicher Posten. Behang, Läufe und Bauchfransen sammeln alles ein, was auf dem Feld liegt. Wer dafür keine zehn Minuten am Tag hat, wählt besser eine kurzhaarige Rasse.

Bei langen Abwesenheiten passt die Rasse nicht. Für Welpen bis zwanzig Wochen verlangt die Tierschutz-Hundeverordnung mindestens vier Stunden Umgang je Tag.

Für Ersthundehalter halte ich ihn mit guter Begleitung für machbar. Die Rasse ist offen und lernwillig. Unterschätzt wird nicht ihr Kopf, sondern ihr Bewegungsbedarf.

Fazit: Der Gordon Setter ist der größte der vier Setter — Rüden 66 Zentimeter bei 29,5 Kilogramm, Hündinnen 62 Zentimeter bei 25,5 Kilogramm. Sein Wesen nennt der VDH intelligent, leistungsfähig und von vornehmer Gelassenheit, dazu mutig, offen, freundlich und ausgeglichen. Der Körperbau ist mit dem eines Jagdpferdes vergleichbar, geführt wird die Rasse mit Arbeitsprüfung. Das rabenschwarze Haarkleid mit den kastanienroten Abzeichen stabilisierte sich vor rund 140 Jahren, den Namen trägt sie seit 1924.

Häufige Fragen zum Gordon Setter

Wie groß wird ein Gordon Setter?

Rüden messen 66 cm, Hündinnen 62 cm. Damit ist der Gordon Setter der größte der vier langhaarigen Setter.

Gordon Setter: Wie schwer wird er?

Rüden wiegen 29,5 kg, Hündinnen 25,5 kg. Der VDH nennt diese Werte als Standardangabe.

Gordon Setter: Wie ist sein Wesen?

Intelligent, leistungsfähig und von vornehmer Gelassenheit. Dazu mutig, offen, freundlich und ausgeglichen.

Gordon Setter: Ist er ein Familienhund?

Er ist ein Jagdgebrauchshund. Die FCI führt ihn mit Arbeitsprüfung, das bestimmt seinen Bedarf.

Woher kommt der Name Setter?

Von den setting dogs. Sie zeigten Flugwild an, indem sie sich davor niederkauerten oder setzten.

Seit wann gibt es den Begriff?

Erstmals um 1776 in alten Schriften erwähnt. Damals fing man Flugwild noch mit Netzen.

Woher stammt der heutige Name?

Von Herzog Alexander von Gordon. Der englische Kennel Club vergab ihn erst 1924.

Wie hieß die Rasse vorher?

Schottischer Setter, benannt nach ihrem Verbreitungsgebiet im jagdlichen Einsatz.

Gordon Setter: Welche Farbe hat er?

Rabenschwarzes Haarkleid mit leuchtend kastanienroten Abzeichen an Kopf, Brust und Läufen.

Seit wann sieht er so aus?

Dieses Erscheinungsbild stabilisierte sich vor etwa 140 Jahren.

Gordon Setter: Wie sieht das Fell aus?

Am Kopf und an den Vorderseiten der Läufe kurz und fein, sonst mäßig lang, glatt und ohne Locken.

Gordon Setter: In welche FCI-Gruppe gehört er?

In Gruppe 7, Sektion 2.2 der britischen und irischen Setter. Die Standardnummer lautet 6.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

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Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Belastung, Ohren und Haut berät die Tierarztpraxis individuell.