Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 26.08.2026 · Lesezeit: 12 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Laika ist ein Sammelname, keine Hybridhunderasse.
- Die FCI führt vier Laika-Rassen mit je eigenem Standard.
- Alle drei stammen aus Russland. Alle drei sind Jagdhunde.
- Die Widerristhöhen reichen von 48 bis 64 cm.
In der Anzeige steht „Laika-Mix, vielseitige Hybridhunderasse". Beides führt in die Irre. Ein Laika ist keine Kreuzung.
Die kurze Antwort
Laika ist ein Sammelname für russische Hunde. Die FCI führt vier davon als eigene Rassen.
Der entscheidende Punkt
Jede der drei hat einen eigenen Standard mit eigenen Maßen. Der Name allein sagt dir nichts über die Größe.
Warum „Hybridhunderasse“ falsch ist
Ein Hybridhund ist eine geplante Kreuzung aus zwei Rassen. Labradoodle und Maltipoo sind solche Kreuzungen.

Beim Laika trifft das nicht zu. Hinter dem Namen stehen alte russische Jagdhunde mit eigener Zuchtgeschichte.
Der Begriff kommt vom russischen Wort für bellen. Er beschreibt eine Arbeitsweise, keine Abstammung.
Genau deshalb ist er so unscharf. Aus meiner Erfahrung entstehen hier die meisten Missverständnisse bei der Vermittlung.
Die drei Rassen der FCI im Vergleich
Der kleinste ist der Russisch-Europäische Laika. Sein Standard trägt die Nummer 304 und nennt als Ursprung Russland.
Rüden messen dort 52 bis 58 cm Widerristhöhe. Für Hündinnen stehen 48 bis 54 cm im Standard.
Der größte ist der Ostsibirische Laika mit der Standardnummer 305. Auch bei ihm steht Russland als Ursprung.
Rüden erreichen 57 bis 64 cm. Hündinnen kommen auf 53 bis 60 cm.
Dazwischen liegt der Westsibirische Laika, Standard Nummer 306. Er ist heute die häufigste Jagdhundrasse Russlands.
Widerristhöhen nach den deutschen Fassungen der FCI-Standards.
Zwischen der kleinsten Hündin und dem größten Rüden liegen 16 Zentimeter. Das siehst du sofort, wenn beide nebeneinander stehen.
Der Jakutische Laika kam 2019 dazu

Neben diesen drei Jagdhunden führt die FCI eine vierte Rasse dieses Namens. Sie heißt Jakutischer Laika und trägt die Standardnummer 365.
Die gültige deutsche Fassung ist auf den 4. September 2019 datiert. Damit ist sie deutlich jünger als die drei Jagd-Standards von 2010.
Sie steht auch in einer anderen Schublade. Gruppe 5 gilt hier ebenfalls, die Sektion aber lautet 1: Nordische Schlittenhunde. Unter Verwendung steht „Schlitten- und Jagdhund".
Bei der Größe liegt diese Rasse im Mittelfeld. Standard 365 nennt für Rüden 55 bis 59 cm Widerristhöhe, für Hündinnen 53 bis 57 cm.
Am auffälligsten sind die Augen. Erlaubt sind dunkelbraun, blau, verschiedenfarbig und blaue Segmente auf brauner Iris. Beim Russisch-Europäischen Laika schließt ein andersfarbiges Auge den Hund dagegen von der Zucht aus.
Die Geschichte im Standard ist ungewöhnlich gut belegt. Zitiert werden die „Statistischen Tabellen des Russischen Reiches" von 1856 mit 15.157 Hunden in der Region Jakutsk, gehalten für die Arbeit am Schlitten.
Was alle drei verbindet
Drei Angaben stehen in jedem der drei Standards gleich. Der Ursprung lautet jeweils Russland.
Die Einordnung lautet jeweils FCI-Gruppe 5. Das ist die Gruppe der Spitze und Hunde vom Urtyp, Sektion 2, mit Arbeitsprüfung.
Wie diese Gruppe insgesamt aufgebaut ist, zeigt Spitz Rassen im Detail.
Und unter Verwendung steht bei allen dreien ein Jagdhund. Die Wortwahl unterscheidet sich nur leicht.
Beim Russisch-Europäischen heißt es „Polyvalenter Jagdhund" — polyvalent meint vielseitig einsetzbar. Beim Ostsibirischen steht „Jagdhund für alle Zwecke".
Der Westsibirische ist laut Standard ein „Jagdhund für vielseitige Zwecke". Drei Formulierungen, eine Aussage.

Der Rückruf bleibt ein Dauerthema
Diese Hunde arbeiten im Wald allein. Über Generationen hat die Zucht ausgewählt, wer selbständig entscheidet.
Ein solcher Hund wartet nicht auf Anweisungen. Er entfernt sich, sucht auf eigene Faust und meldet, was er findet.
Im Alltag heißt das: Der Rückruf bleibt bei einem Laika ein Thema über Jahre. Wie du ihn aufbaust, steht in Rückruf trainieren.
Schleppleine und eingezäunte Flächen gehören deshalb dazu. Das ist kein Zeichen von Scheitern, sondern schlicht realistisch.
Meine langjährige Erfahrung mit Jagdhunden zeigt, wie lange dieser Aufbau dauert. Was dabei hilft, steht in Jagdtrieb kontrollieren.
Wer einen dauernd am Menschen orientierten Hund sucht, sucht keinen Laika. Ich halte diesen Satz für den ehrlichsten Rat zu dieser Gruppe.
Woran du vor der Anschaffung denken solltest
- Sicheres Gelände statt Freilauf im offenen Revier.
- Schleppleine als Normalfall, nicht als Notlösung.
- Aufgaben für die Nase statt reiner Laufkilometer.
- Ein Zaun, den der Hund weder über- noch untergräbt.
Woher der Name so bekannt ist
Fast jeder kennt den Namen aus der Raumfahrt. Am 3. November 1957 flog eine Hündin namens Laika mit Sputnik 2 ins All.
Sie war ein Straßenhund aus Moskau. Eine Rassevertreterin war sie nicht, sondern ein Mischling.
Mit den drei russischen Jagdhundrassen teilt sie nur den Namen. Ich erwähne das, weil die Verwechslung bis heute häufig vorkommt.
Wenn dir ein Laika-Mix angeboten wird
Frag zuerst, welcher der drei Typen der Elternteil war. Zwischen 48 und 64 cm liegt eine erhebliche Spanne.
Bei einem Mischling kommt eine zweite Unbekannte dazu. Auch der andere Elternteil bestimmt mit, wie groß der Hund am Ende wird.
Ich frage bei Vermittlungen deshalb immer nach der Schulterhöhe beider Elterntiere. Bei Welpen ist das die ehrlichste Frage überhaupt.
Kann niemand sie beantworten, ist die Herkunft unklar. Dann bleibt nur der Hund vor dir als Maßstab.
Zum häufigsten der drei gibt es einen eigenen Beitrag: Westsibirischer Laika.
Fell und Bewegung im Alltag
Beim Haarkleid sind sich die drei Standards einig. Das Deckhaar ist hart und gerade, die Unterwolle weich, üppig und wollig.
Ein solches Fell trägt sich selbst durch den Winter. Bürsten musst du es trotzdem, im Fellwechsel deutlich öfter.
Wie oft die Bürste nötig ist, hängt vom Hund ab. Die Grundlagen stehen in Fellpflege beim Hund.
Bei der Bewegung zählt weniger die Strecke als die Aufgabe. Ein Hund mit dieser Nase wird ohne Arbeit nicht ruhiger.
Mein Eindruck nach vielen Gesprächen: Zwei Stunden stumpfes Laufen bringen weniger als dreißig Minuten Suchen. Ein müder Kopf wirkt länger als müde Beine.
Größe, Haarart und Standardnummer im Überblick
Vier Rassen, vier Standards. Hier stehen sie nebeneinander.
Widerristhöhe und Haarart nach den deutschen Fassungen der FCI-Standards Nr. 304, 305 und 306 (gültiger Standard publiziert am 13.10.2010) sowie Nr. 365 (publiziert am 04.09.2019).
Ein Gewicht suchst du in allen vier Standards vergeblich. Wer eine belastbare Angabe braucht, holt sie beim Zuchtverband oder beim Züchter ein.
Bei der Höhe sind die Standards dagegen streng. Die Nummern 305 und 306 werten eine Abweichung von mehr als zwei Zentimetern als schweren Fehler.
Farben: hier trennen sich die vier Rassen
Beim Haar ähneln sich die Standards, bei der Farbe nicht. Wer die vier auseinanderhalten will, schaut zuerst darauf.
Für den Russisch-Europäischen nennt Standard 304 als typischste Farben schwarz mit weiß oder weiß mit schwarz. Ganz schwarze und ganz weiße Hunde kommen ebenfalls vor.
Standard 305 lässt beim Ostsibirischen mehr zu: schwarz und braun, schwarz, schwarz und weiß, weiß sowie gescheckt. Leichte Flecken an den Gliedmaßen in der Schattierung der Hauptfarbe sind zugelassen.
Beim Westsibirischen dreht sich das Bild. Standard 306 nennt grau, rot, falb und rötliches Braun in allen Schattierungen, dazu einfarbig weiß. Schwarz oder schwarz-weiß gilt hier als schwerer Fehler.
Der Jakutische Laika fällt heraus. Standard 365 erlaubt Weiß und alle Scheckungen, zweifarbig oder dreifarbig. Jede einheitliche Farbe außer Weiß schließt von der Zucht aus.
Wesen im Alltag
Zwei Wörter stehen bei drei der vier Rassen ganz vorn: ruhig und ausgeglichen. Das klingt gemütlich, meint aber etwas anderes.
Standard 304 beschreibt den Russisch-Europäischen als „ruhig, ausgeglichen, mit einem gut entwickelten Sinn für Geruch und Aufstöbern von Wild".
Beim Ostsibirischen kommt ein Zusatz dazu. Standard 305 nennt ihn „sehr unabhängig bei der Jagd" und „Menschen gegenüber freundlich, sanft und vertrauensvoll".
Beim Westsibirischen klingt es anders. Standard 306 nennt ihn „selbstsicher und Fremden gegenüber wachsam". Wer viel Besuch bekommt, merkt diesen Unterschied.
Der Jakutische Laika steht daneben. Standard 365 beschreibt ihn als „furchtlos, lebhaft, folgsam, dem Menschen zugewandten, umgänglich und energisch".
Diese Sätze beschreiben das Zuchtziel, nicht deinen künftigen Hund. Ruhig im Haus heißt hier: kein Dauerkläffer. Draußen an der Fährte wirkt derselbe Hund wie ausgewechselt.
Gesundheit und was die Standards ausschließen
Eine Lebenserwartung steht in keinem der vier Standards. Ich schreibe deshalb auch keine hin. Was dort steht, sind die Fehler.
Drei Punkte tauchen in allen vier Listen auf. Aggressive Hunde sind von der Zucht ausgeschlossen, übermäßig ängstliche ebenso. Dazu kommen deutliche körperliche Abnormitäten oder Verhaltensstörungen.
Beim Fell wird es konkret. Fehlende Unterwolle zählt bei 304 und 306 zu den Fehlern, ebenso ein fehlender Kragen samt Seitenbart. Standard 365 schließt kurzes, glattes Haar ganz von der Zucht aus.
Ein Laika ohne Unterwolle verliert genau die Schicht, die ihn im russischen Winter warm hält.
Über den Standards steht das Gesetz. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchten, bei denen den Nachkommen erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen. Dasselbe gilt für erblich bedingte Verhaltensstörungen mit Leiden.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Fang beim Zuchtverband an, nicht im Kleinanzeigenportal. Alle vier Rassen sind anerkannt und haben eine eigene Standardnummer. Nach dieser Nummer darfst du fragen.
Papiere sind hier keine Formsache. Aus der Ahnentafel liest du ab, welche Hunde hinter dem Wurf stehen. Dazu gehören der EU-Heimtierausweis mit Chipnummer, der Impfnachweis und das Entwurmungsprotokoll.
Ich fahre grundsätzlich hin, bevor ich zusage. Das Muttertier muss beim Wurf dabei sein. Ein Züchter, der mich nicht selbst gründlich ausfragt, macht mich misstrauisch.
Beim Abgabealter ist die Rechtslage eindeutig. Die Tierschutz-Hundeverordnung erlaubt die Trennung vom Muttertier erst nach acht Wochen. Viele Züchter geben später ab. Ich halte das für ein gutes Zeichen.
Bei einem Laika frage ich zusätzlich nach der Arbeit der Elterntiere. Alle vier Standards tragen den Zusatz „mit Arbeitsprüfung". Preise nenne ich hier bewusst nicht.
Passt ein Laika zu dir?
Diese Hunde passen zu Menschen, die viel draußen sind. Ein gesichertes Gelände gehört dazu. Ebenso Zeit für Nasenarbeit an den meisten Tagen der Woche.
Erfahrung hilft enorm. Ein Hund, der selbständig entscheidet, verzeiht wenig Unsicherheit an der Leine. Meine langjährige Erfahrung sagt mir: Als erster Hund im Leben ist ein Laika die falsche Wahl.
In der Stadtwohnung wird es eng. Das liegt weniger an den Quadratmetern als an den Reizen ringsum.
Mit Kindern klappt es, sobald die Grundregeln stehen. Standard 305 nennt den Ostsibirischen Menschen gegenüber freundlich und sanft. Beim Westsibirischen steht dagegen Wachsamkeit gegenüber Fremden im Text.
Für wen passt so ein Hund nicht? Für alle, die einen zuverlässigen Freiläufer suchen. Und für alle, die abends nichts mehr vorhaben.
Fazit: Laika ist kein Steckbrief, sondern eine Herkunft. Die FCI führt drei Rassen dieses Namens, alle aus Russland, alle in Gruppe 5, alle als Jagdhunde. Erst wenn du weißt, welche der drei gemeint ist, kennst du die Maße. Und erst dann weißt du, worauf du dich einlässt.
Häufige Fragen zum Laika
Ist der Laika eine Hybridhunderasse?
Nein. Der Name steht für mehrere eigenständige russische Rassen mit je eigenem FCI-Standard.
Wie viele Laika-Rassen führt die FCI?
Vier. Den Russisch-Europäischen, den Ostsibirischen, den Westsibirischen und den Jakutischen Laika.
Wie groß wird der Russisch-Europäische Laika?
Rüden 52 bis 58 cm Widerristhöhe, Hündinnen 48 bis 54 cm.
Wie groß wird der Ostsibirische Laika?
Rüden 57 bis 64 cm, Hündinnen 53 bis 60 cm. Er ist damit der größte der drei.
Wie groß wird der Westsibirische Laika?
Rüden 55 bis 62 cm, Hündinnen 51 bis 58 cm.
Woher stammen die drei Rassen?
Alle drei Standards nennen als Ursprung Russland.
In welche FCI-Gruppe gehören sie?
In Gruppe 5, die Spitze und Hunde vom Urtyp. Sektion 2, mit Arbeitsprüfung.
Laika: Wofür wurden diese Hunde gezüchtet?
Für die Jagd. Der Standard des Ostsibirischen nennt ihn einen Jagdhund für alle Zwecke.
Sind Laikas Schlittenhunde?
Die drei Jagd-Standards nennen jeweils einen Jagdhund. Standard Nr. 365 nennt einen Schlitten- und Jagdhund.
War die Weltraumhündin Laika eine Rassevertreterin?
Nein. Sie war ein Straßenhund aus Moskau und flog 1957 mit Sputnik 2 ins All.
Was frage ich bei einem angebotenen Laika-Mix?
Welcher der drei Typen der Elternteil war. Zwischen 48 und 64 cm liegt eine große Spanne.
Laika: Wie aufwendig ist die Fellpflege?
Alle drei Standards beschreiben eine üppige, wollige Unterwolle. Bürsten gehört zum Alltag.
Quellen
- FCI-Standard Nr. 304 – Russisch-Europäischer Laïka
- FCI-Standard Nr. 305 – Ostsibirischer Laïka
- FCI-Standard Nr. 306 – Westsibirischer Laïka
- FCI-Standard Nr. 365 – Jakutischer Laika
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Fell, Kondition und Belastung berät die Tierarztpraxis individuell.
