Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 23.08.2026 · Lesezeit: 12 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Black and Tan heißt: schwarzer Grundton plus Brand an festen Stellen.
- Gesteuert vom A-Lokus, Haplotyp black back.
- Sichtbar nur bei ky/ky am K-Lokus.
- Seit Mai 2023 von Saddle Tan unterscheidbar.
Dobermann, Rottweiler, Gordon Setter — dieselbe Zeichnung, drei sehr verschiedene Rassen. Ich erkläre, was genetisch dahintersteckt und wie streng die Standards das regeln.
Die kurze Antwort
Ein schwarzer Grundton mit klar abgegrenzten rotbraunen Abzeichen. Genetisch entsteht er am A-Lokus, dem Haplotyp black back.
Der entscheidende Punkt
Die Anlage allein reicht nicht. Ohne den passenden Genotyp am K-Lokus wird die Zeichnung nicht sichtbar.
Die Genetik dahinter
Zuständig ist der A-Lokus, auch Agouti-Lokus genannt. LABOKLIN führt seit dem 1. Mai 2023 eine erweiterte Analyse und nennt die allelische Reihe DY vor SY vor AG vor BS und BB vor a.

Nach der A-Lokus-Analyse von LABOKLIN, Stand 23.08.2026.
Black and Tan entspricht also dem Haplotyp black back. Der eng verwandte Saddle Tan trägt die Bezeichnung black saddle. Erst die neue Analyse trennt beide sauber — davor warfen manche Befunde Fragen auf. Ich verweise Züchter deshalb ausdrücklich auf die aktuelle Testvariante.
Zwei weitere Genorte reden mit. Ein Hund muss am K-Lokus den Genotyp ky/ky haben, damit sich der A-Lokus vollständig ausprägen kann — sonst bleibt die Anlage verdeckt, obwohl sie vorhanden ist. Der E-Lokus wiederum kann die Ausdehnung von Eumelanin beeinflussen.
Am K-Lokus ist das dominante KB-Allel für einfarbiges Fell in den pigmentierten Bereichen verantwortlich. Ein Tier mit mindestens einem KB-Allel zeigt dort einfarbiges oder gestromtes Fell. Erst der rezessive Genotyp ky/ky erlaubt die Ausprägung des A-Lokus.
Aus meiner Erfahrung ist das der Punkt, an dem Züchter und Käufer aneinander vorbeireden. Zwei Hunde können dieselbe A-Lokus-Anlage tragen und trotzdem völlig verschieden aussehen. Wie unterschiedlich Farbvorgaben ausfallen, zeigt auch Hunderassen von A bis Z.
Wie streng die Standards das regeln

Der FCI-Standard Nr. 143 beschreibt den Dobermann in zwei Farbvarietäten: Schwarz oder Braun mit rostrotem, scharf abgegrenztem und sauberem Brand. Der Text zählt die Stellen einzeln auf — Fang, Backen, oberhalb der Augenbrauenbögen, Kehle, zwei Flecken auf der Brust, Mittelfüße und Pfoten, Innenseiten der Hinterschenkel, After und Sitzbeinhöcker.
Der FCI-Standard Nr. 147 verlangt beim Rottweiler Schwarz mit gut abgegrenzten Abzeichen von satter, rotbrauner Färbung. Sie sitzen an Backen, Fang, Halsunterseite, Brust und Läufen sowie über den Augen und unter der Rutenwurzel.
Am strengsten formuliert es der FCI-Standard Nr. 6 für den Gordon Setter: tiefglänzendes Kohlschwarz, ohne Rostschimmer, mit kastanienrotem, also leuchtendem Brand. Die beiden Punkte über den Augen dürfen nicht größer als zwei Zentimeter im Durchmesser sein.
Nach den FCI-Rassestandards Nr. 143, 147 und 6, geprüft am 23.08.2026.
Warum dieselbe Farbe so verschieden wirkt
Die drei Rassen liegen in Größe und Aufgabe weit auseinander. Der Dobermann steht laut Standard bei Rüden bei 68 bis 72 Zentimetern und rund 40 bis 45 Kilogramm. Der Rottweiler misst 61 bis 68 Zentimeter bei etwa 50 Kilogramm.

Der Gordon Setter dagegen ist ein Vorstehhund aus Gruppe 7 mit 66 Zentimetern bei Rüden und 29,5 Kilogramm. Dieselbe Zeichnung sitzt also auf einem völlig anderen Körper — und auf langem statt kurzem Haar. Mir zeigt das, wie wenig die Farbe über den Hund verrät.
Wie unterschiedlich Fellarten gepflegt werden wollen, steht in Fellpflege beim Hund.
Wenn du die Farbe testen lassen willst
- Der Test bestimmt die Anlage, nicht das sichtbare Fell.
- Ohne ky/ky am K-Lokus bleibt die Zeichnung verdeckt.
- Frag ausdrücklich nach der neuen ASIP-Analyse seit Mai 2023.
- Nur sie trennt Black and Tan von Saddle Tan.
- Bespreche das Ergebnis mit deiner Tierarztpraxis oder dem Zuchtverein.
Wie Rassestandards sonst aufgebaut sind, zeigt Jagdhunde-Rassen.
Meine langjährige Erfahrung sagt: Die Farbe sagt nichts über das Wesen. Ich achte bei der Auswahl deshalb zuerst auf die Elterntiere und die Aufzucht, nicht auf die Zeichnung. Warum die frühen Wochen so viel entscheiden, steht in Hunde spielen. Und wie du die Größe eines Hundes korrekt bestimmst, steht in Widerristhöhe beim Hund.
Unabhängig von der Rasse gilt: Haut und Fell brauchen B-Vitamine. Gebündelt stecken sie im Lucky Pets Vitamin B-Komplex auf Basis inaktivierter Bierhefe.

Weitere Rassen, in deren Standard der Brand steht
Dobermann, Rottweiler und Gordon Setter sind nicht die einzigen. Drei weitere Standards beschreiben dieselbe Zeichnung. Ich zitiere sie mit ihrer Nummer, damit du jede Angabe zuordnen kannst.
Am deutlichsten wird der FCI-Standard Nr. 300. Er gehört dem Black and Tan Coonhound, einer Rasse aus den USA, die das Muster im Namen trägt. Zur Farbe heißt es dort: Kohlschwarz mit intensiven lohfarbenen Abzeichen. Sie sitzen über den Augen, seitlich am Fang, an der Brust, an den Läufen sowie am hinteren Rand der Keulen. Dazu kommen schwarze Strichelungen auf den Zehen. Eingeordnet ist die Rasse in Gruppe 6, Sektion 1.1, ohne Arbeitsprüfung.
Der FCI-Standard Nr. 71 für den Manchester Terrier wird noch kleinteiliger. Gefordert sind Tiefschwarz und eine satte, mahagoniähnliche Lohfarbe. Unterkiefer und Kehle bedeckt ein deutlich abgegrenztes lohfarbenes V. Über den Pfoten sitzt ein klar begrenzter schwarzer Fleck, den der Text Daumenabdruck nennt.
Beim English Toy Terrier nach FCI-Standard Nr. 13 lautet die Vorgabe: Schwarz und lohfarben, das Schwarz ebenholzfarben, das Loh ähnlich dem satten Rot einer frischen Kastanie. Die Farben verlaufen nicht ineinander, sondern sind klar voneinander abgegrenzt.
Der Brand ist damit keine Modefarbe. Er taucht bei Laufhunden, Terriern, Vorstehhunden und Gebrauchshunden auf.
Größe und Gewicht der Rassen mit Brand
Wer nach der Zeichnung sucht, findet Hunde von zweieinhalb bis über fünfzig Kilogramm. In der Tabelle steht jede Zahl bei ihrer eigenen Rasse, mitsamt Standardnummer.
Angaben wörtlich aus den jeweiligen deutschen FCI-Standards, geprüft am 27.08.2026.
Beim Black and Tan Coonhound und beim Manchester Terrier führt der Standard überhaupt kein Gewicht auf. Wer dazu eine belastbare Zahl braucht, holt sie beim Zuchtverband oder beim Züchter ein. Ich schreibe hier keine hin, die nirgends steht.
Dieselbe Zeichnung sitzt hier einmal auf 2,7 Kilogramm, einmal auf 50. Deutlicher lässt sich kaum zeigen, wie wenig die Farbe über den Hund verrät.
Wesen: warum der Brand nichts über den Hund sagt
Die Standards regeln neben der Farbe auch das Zuchtziel im Wesen. Ich stelle vier dieser Beschreibungen nebeneinander. Alle gehören Hunden mit derselben Zeichnung.
Beim Dobermann heißt es in Standard 143: freundlich friedlich als Grundstimmung, in der Familie sehr anhänglich. Gefordert werden mittleres Temperament, mittlere Schärfe und eine mittlere Reizschwelle. Der Hund soll leistungsfähig arbeiten, mutig und hart bleiben sowie sicher und unerschrocken auftreten.
Standard 147 zeichnet den Rottweiler als freundlich und friedlich, sehr anhänglich, gehorsam, führig und arbeitsfreudig. Sein Verhalten sei selbstsicher, nervenfest und unerschrocken. Er reagiere mit hoher Aufmerksamkeit und zugleich gelassen.
Ganz anders klingt Standard 6 beim Gordon Setter: intelligent, leistungsfähig, von vornehmer Gelassenheit, dazu mutig, offen, freundlich und ausgeglichen. Und Standard 300 verlangt beim Coonhound ein ausgeglichenes Temperament sowie die Fähigkeit, in engem Kontakt mit Artgenossen zu arbeiten.
Vier Rassen, vier Aufgaben, vier Wesensbilder. Ein Schutz- und Gebrauchshund, ein Dienst- und Gebrauchshund, ein Vorstehhund, ein Meutehund. Die Farbe ist das Einzige, was sie verbindet.
Aus meiner Erfahrung ist genau das der Denkfehler beim Kauf. Wer nach einer Zeichnung sucht, landet bei Hunden mit völlig verschiedenen Ansprüchen. Die Frage lautet nicht, wie der Hund aussieht, sondern wofür er gezüchtet wurde.
Gesundheit: was der Gentest sagt und was nicht
Der A-Lokus-Test bestimmt eine Anlage. Er sagt, welche Haplotypen ein Hund trägt. Er sagt nichts darüber, ob dieser Hund gesund ist.
Ob eine Fellfarbe gesünder oder anfälliger ist als eine andere, geht aus keiner der hier geprüften Quellen hervor. Deshalb steht dazu in diesem Artikel nichts. Wo mir ein Beleg fehlt, schreibe ich lieber gar nichts als etwas Plausibles.
Die Rassestandards behandeln Farbabweichungen als Bewertungsfehler, nicht als Gesundheitsfrage. Standard 143 führt beim Dobermann ein zu helles, nicht scharf abgegrenztes Haarkleid unter den Fehlern. Standard 6 begrenzt die beiden Punkte über den Augen des Gordon Setters auf zwei Zentimeter Durchmesser. Das sind Zuchtkriterien, keine Diagnosen.
Rechtlich gilt in Deutschland § 11b Tierschutzgesetz. Verboten ist jede Zucht, deren Nachkommen erblich bedingt Schmerzen, Leiden oder Schäden davontragen. Diese Grenze hängt nicht an der Farbe, sondern am Ergebnis der Verpaarung.
Meine langjährige Erfahrung sagt: Ein Farbtest ersetzt keine Gesundheitsuntersuchung. Frag nach den Befunden zu Herz, Augen, Hüften und Ellenbogen. Danach reden wir über die Zeichnung.
Welpenkauf: wenn dir die Zeichnung wichtig ist
Kläre zuerst, welche Rasse du eigentlich willst. Die Tabelle oben zeigt, wie weit die Ansprüche auseinanderliegen. Ein Coonhound aus Gruppe 6 lebt anders als ein English Toy Terrier aus Gruppe 3.
Steht die Rasse fest, gilt der übliche Weg. Ahnentafel eines Zuchtverbands, Besichtigung vor Ort, Muttertier beim Wurf. § 2 Absatz 4 der Tierschutz-Hundeverordnung erlaubt die Trennung vom Muttertier erst im Alter von über acht Wochen.
Impfung, Entwurmung und Chipnummer gehören vor der Übergabe auf Papier. Frag zusätzlich, ob ein A-Lokus-Befund der Elterntiere vorliegt.
Ein Punkt betrifft speziell die Zeichnung. Beim Welpen sieht der Brand oft anders aus als beim erwachsenen Hund. Wer einen Wurf nach Fotos aussucht, kauft einen Zwischenstand.
Passt ein Hund mit Black-and-Tan-Zeichnung zu dir?
Über die Farbe lässt sich das nicht beantworten, nur über die Rasse. Da gehen die Antworten weit auseinander.
Ein Dobermann oder Rottweiler verlangt Erfahrung, Zeit und in Teilen Deutschlands zusätzlich einen Blick ins Landesrecht. Ein Gordon Setter braucht Strecke und Nasenarbeit. Ein Coonhound will Fährte und Meute. Ein English Toy Terrier passt in eine Wohnung, fordert aber Kopfarbeit.
Die Gegenprobe ist kurz. Wer nach der Zeichnung aussucht, entscheidet an der falschen Stelle. Das Muster ist hübsch. Über die nächsten zwölf Jahre sagt es nichts.
Mein Rat: Die Farbe kommt zuletzt. Erst die Aufgabe, dann die Größe, dann das Zeitbudget.
Fazit: Black and Tan bezeichnet einen schwarzen Grundton mit klar abgegrenzten rotbraunen Abzeichen, im Deutschen Brand genannt. Genetisch entsteht das Muster am A-Lokus. Nach der seit Mai 2023 erweiterten Analyse lautet die allelische Reihe DY vor SY vor AG vor BS und BB vor a. BB steht dabei für black back und damit für Black and Tan. Sichtbar wird die Zeichnung nur bei Genotyp ky/ky am K-Lokus. Der E-Lokus beeinflusst zusätzlich die Ausdehnung von Eumelanin. Auch die Rassestandards legen die Zeichnung genau fest. Der Dobermann trägt Schwarz oder Braun mit rostrotem, scharf abgegrenztem Brand. Beim Rottweiler ist es Schwarz mit satter, rotbrauner Färbung. Der Gordon Setter zeigt Kohlschwarz ohne Rostschimmer mit kastanienrotem Brand und höchstens zwei Zentimeter großen Punkten über den Augen.
Häufige Fragen zu Black and Tan
Was bedeutet Black and Tan?
Ein schwarzer Grundton mit klar abgegrenzten hellen Abzeichen an festgelegten Stellen — im Deutschen Brand genannt.
Wo sitzt der Brand?
Je nach Rasse an Fang, Backen, über den Augen, an Kehle, Brust, Läufen und Pfoten sowie an den Innenseiten der Hinterschenkel.
Welches Gen steuert das?
Der A-Lokus, auch Agouti-Lokus genannt. Black and Tan entspricht dort dem Haplotyp black back.
Wie ist die Dominanzreihenfolge?
Die allelische Reihe lautet DY vor SY vor AG vor BS und BB vor a.
Was ist der Unterschied zu Saddle Tan?
Beim Saddle Tan bleibt nur ein sattelförmiger schwarzer Bereich. Beide Muster sind erst seit 2023 im Test unterscheidbar.
Warum zeigt nicht jeder Hund die Zeichnung?
Weil der A-Lokus nur wirkt, wenn der Hund am K-Lokus den Genotyp ky/ky hat.
Was macht der E-Lokus?
Er kann die Ausdehnung von Eumelanin mehr oder weniger stark beeinflussen — und damit das Erscheinungsbild verändern.
Welche Rassen zeigen Black and Tan?
Unter anderem Dobermann, Rottweiler und Gordon Setter — dort ist die Zeichnung sogar im Rassestandard festgelegt.
Wie beschreibt der Dobermann-Standard die Farbe?
Schwarz oder Braun mit rostrotem, scharf abgegrenztem und sauberem Brand.
Und der Rottweiler-Standard?
Schwarz mit gut abgegrenzten Abzeichen von satter, rotbrauner Färbung.
Wie streng ist der Gordon-Setter-Standard?
Sehr streng: Die beiden Punkte über den Augen dürfen nicht größer als zwei Zentimeter im Durchmesser sein.
Kann man die Farbe testen lassen?
Ja. Labore bieten eine ASIP-Analyse des A-Lokus an, die die Haplotypen bestimmt.
Quellen
- LABOKLIN – A-Lokus (Agouti), ASIP-Analyse beim Hund
- LABOKLIN – K-Lokus (KB-Allel) beim Hund
- FCI-Rassestandard Nr. 143 – Dobermann, deutsche Fassung (PDF)
- FCI-Rassestandard Nr. 147 – Rottweiler, deutsche Fassung (PDF)
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Gentests und ihrer Auswertung berät die Tierarztpraxis oder das untersuchende Labor.
