Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 24.08.2026 · Lesezeit: 7 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- 🔴 Zwei Gaben im Abstand von sieben Tagen.
- Volle Wirkung erst 14 bis 21 Tage nach der zweiten Gabe.
- Anwendung nur durch die Tierarztpraxis.
- Niemals bei perforiertem Trommelfell.
Die kurze Antwort
Ein Ohrengel mit drei Wirkstoffen, das nur zweimal gegeben wird. Die volle Wirkung stellt sich erst zwei bis drei Wochen nach der zweiten Gabe ein.
🔴 Der Punkt, den kaum jemand nennt
Das Gel darf ausschließlich in der Praxis verabreicht werden. Der Grund sind gemeldete Augenverletzungen bei Menschen, wenn der Hund den Kopf schüttelt.
Zwei Termine, dann ist die Sache erledigt — so klingt es beim ersten Hinsehen. Kein tägliches Tropfen, kein Kampf mit dem Hund.

Aus meiner Erfahrung ist genau das der Grund für Verunsicherung. Denn nach einer Woche sieht man oft noch nicht viel.
Was in der Tube steckt
Eine Tube mit 1,2 Gramm enthält drei Wirkstoffe, nennt die Fachinformation.
Was in einer Tube steckt
Angewendet wird das Gel bei einer akuten Ohrenentzündung oder bei der Verschlimmerung einer wiederkehrenden.
Wichtig ist die Einschränkung im Kleingedruckten. Die Keime müssen für diese beiden Wirkstoffe empfindlich sein.
Gegen drei häufige Problemkeime chronischer Ohren ist die Wirksamkeit meist geringer. Genannt werden Streptokokken, Coli-Keime und Pseudomonas.
🔴 Zwei Gaben — und dann Geduld
Pro betroffenem Ohr wird eine Tube gegeben. Nach sieben Tagen folgt die zweite.
Danach passiert erst einmal wenig Sichtbares. Die volle Wirkung stellt sich laut Fachinformation erst 14 bis 21 Tage nach der zweiten Gabe ein.
Zeitlicher Ablauf
Vor der ersten Gabe wird der äußere Gehörgang gereinigt und getrocknet. Und es wird geprüft, ob das Trommelfell unversehrt ist.
Warum diese Prüfung nicht verhandelbar ist, steht in Ohrenentzündung beim Hund.
🔴 Warum nur die Praxis das Gel gibt
Die Fachinformation ist eindeutig. Das Präparat darf nur durch die Tierarztpraxis oder geschultes Personal verabreicht werden.
Den Grund nennt die Sicherheitsinformation des Bundesamtes.

Zwei Fälle von Hornhautgeschwüren bei Menschen wurden gemeldet. Weitere Meldungen betrafen Augenreizungen, Bindehautentzündung, Brennen und stechende Schmerzen.
Der Weg dorthin ist banal. Der Hund schüttelt während oder kurz nach der Gabe den Kopf. Das Gel spritzt.
Was in der Praxis dagegen getan wird
- Der Kopf des Hundes wird festgehalten.
- Eine Schutzbrille wird empfohlen.
- Der Gehörgang wird nach der Gabe massiert, damit sich das Gel verteilt.
- Der Hund wird anschließend kurz fixiert.
- Bei Augenkontakt wird 10 bis 15 Minuten gründlich mit Wasser gespült.
Meine langjährige Erfahrung: Der Hinweis wirkt übertrieben — bis man einmal gesehen hat, wie weit ein Hund beim Kopfschütteln spritzt.
Auch beim Hund selbst zählen die Augen. Halter sollen in den Stunden und Tagen danach auf Blinzeln, Rötung und Tränenfluss achten.
Wann das Gel nicht infrage kommt
Die Liste ist kurz und klar.
Wann nicht angewendet wird
Bei Katzen zeigte die Überwachung nach der Zulassung neurologische Störungen. Genannt werden ein Vorfall des dritten Augenlids, ungleiche Pupillen, unsicherer Gang und Kopfschiefhaltung.
Bei Hunden mit einer Hormonstörung wird abgewogen. Zuckerkrankheit, Schilddrüsenstörungen und Cushing sind ausdrücklich genannt.
Was hinter einer Schilddrüsenunterfunktion steckt, steht in Schilddrüsenunterfunktion beim Hund.
Was das Kortison im Ohr bewirkt
Ein Satz betrifft den ganzen Körper, obwohl das Gel nur ins Ohr kommt.
Kortison im Ohr kann die Nebennierenrinde unterdrücken und eine künstliche Überfunktion auslösen.
Bei Blutuntersuchungen muss das mitgedacht werden. Sonst wird ein Laborwert falsch gedeutet.
Wie stark äußerlich aufgetragenes Kortison wirken kann, steht in Ototop beim Hund.
Als Nebenwirkungen nennt die Fachinformation sehr selten Taubheit oder eingeschränktes Hören, vor allem bei älteren Hunden. In der Regel ist das vorübergehend.
Ebenfalls sehr selten sind Reaktionen an der Auftragstelle, Überempfindlichkeit bis zum Schock sowie Störungen des Innenohrs. Die vollständige Aufstellung steht in der Produktinformation der Europäischen Arzneimittel-Agentur.
Was ich Haltern rate
Ich rechne mit vier Wochen, nicht mit einer. Der Zeitplan steht in der Zulassung.
Mir fällt auf, dass nach zehn Tagen oft nachgefragt wird, ob es nicht wirkt. Zu diesem Zeitpunkt ist die volle Wirkung noch gar nicht erreicht — anders als bei Ohrmilben bei Hunden.
Aus meiner Sicht gehört bei wiederkehrenden Ohren die Ursache geklärt. Allergien und enge Gehörgänge stehen sogar in der Fachinformation.
Ich lasse den Hund nach dem Termin nicht sofort ins Auto springen. Ruhe hilft, damit das Gel bleibt, wo es hingehört.
Und ich achte auf die Haut rundherum. Reagiert sie mit, lohnt der Blick in Pyodermie bei Hunden.

Fazit: Eine Tube mit 1,2 Gramm enthält 10 Milligramm eines Mittels gegen Pilze, 10 Milligramm eines Antibiotikums und 1 Milligramm Kortison. Behandelt wird damit eine akute Ohrenentzündung oder ein akuter Schub einer wiederkehrenden. Pro betroffenem Ohr wird eine Tube gegeben, die zweite nach sieben Tagen. Die volle klinische Wirkung tritt erst 14 bis 21 Tage nach der zweiten Gabe ein. Die Anwendung ist der Tierarztpraxis vorbehalten, weil bei versehentlichem Augenkontakt beim Menschen zwei Fälle von Hornhautgeschwüren gemeldet wurden. Vor der ersten Gabe wird der Gehörgang gereinigt und das Trommelfell geprüft. Wer ein perforiertes Trommelfell, eine bestimmte Milbenerkrankung oder eine Unverträglichkeit gegen Kortison hat, bekommt das Gel nicht. Für Hunde unter vier Monaten oder unter 1,4 Kilogramm fehlen Sicherheitsdaten, bei Katzen soll die Anwendung vermieden werden. Kortison im Ohr kann die Nebennierenrinde unterdrücken.
Häufige Fragen zu Osurnia für Hunde
🔴 Wie oft wird das Gel gegeben?
Zweimal. Eine Tube je betroffenem Ohr, die zweite nach sieben Tagen.
🔴 Wann wirkt es voll?
Erst 14 bis 21 Tage nach der zweiten Gabe.
Darf ich es selbst geben?
Nein. Die Anwendung ist der Tierarztpraxis vorbehalten.
Warum?
Schüttelt der Hund den Kopf, kann das Gel in Augen spritzen. Bei Menschen wurden dabei Hornhautgeschwüre gemeldet.
Was ist drin?
Ein Mittel gegen Pilze, eines gegen Bakterien und ein Kortison — je 10, 10 und 1 Milligramm pro Tube.
Wann darf es nicht angewendet werden?
Bei perforiertem Trommelfell, bei einer bestimmten Milbenerkrankung und bei Unverträglichkeit gegen Kortison.
Ab welchem Alter und Gewicht?
Für Hunde unter vier Monaten oder unter 1,4 Kilogramm fehlen die Sicherheitsdaten.
🔴 Kann das Kortison im Ohr den Körper beeinflussen?
Ja. Kortison im Ohr kann die Nebennierenrinde unterdrücken.
Gilt das Mittel auch für Katzen?
Nein. Bei Katzen sind neurologische Störungen gemeldet, die Anwendung soll vermieden werden.
Worauf achte ich nach der Behandlung?
Auf Blinzeln, Rötung und Tränenfluss am Auge des Hundes.
Quellen
- Fachinformation Osurnia Ohren-Gel für Hunde (Archiv Universität Zürich, Stand 08.2025)
- Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen – Sicherheitsinformation zu Osurnia
- Europäische Arzneimittel-Agentur – Produktinformation Osurnia
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Dieses Präparat wird ausschließlich in der Tierarztpraxis angewendet.
