Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Rumänische Mischlingshunde sind keine Rasse, es gibt keinen Standard.
- ESCCAP nennt sechs Krankheitsgruppen, die Auslandshunde mitbringen können.
- Vor 15 Wochen darf kein Welpe eingeführt werden.
- Wer gegen Entgelt vermittelt, braucht eine behördliche Erlaubnis.
Rumänische Mischlingshunde suchen jedes Jahr tausendfach ein Zuhause in Deutschland. Eine Rasse sind sie nicht. Es gibt keinen Standard, keine Maßtabelle und keine Wesensbeschreibung, auf die du dich berufen könntest.
Die kurze Antwort
Vor der Zusage zählen drei Dinge: die Papiere des Hundes, die Erlaubnis der Vermittlungsstelle und ein Plan für die Tests auf Reisekrankheiten nach der Ankunft.
Der Punkt, der oft fehlt
Ein Test direkt nach der Einreise sagt wenig. Viele der Erkrankungen zeigen sich laut ESCCAP erst nach Monaten oder Jahren.
Woher die Hunde kommen
Die meisten stammen aus öffentlichen Sammelstellen, aus privaten Auffangstationen oder direkt von der Straße. Manche wurden als Welpen abgegeben, andere lebten jahrelang draußen.
Was aus diesen Wegen folgt, ist sehr unterschiedlich. Ein Hund aus einer Pflegefamilie kennt Wohnungen. Ein Hund aus einem Zwinger kennt sie nicht.
Aus meiner Erfahrung heraus ist genau das die entscheidende Frage vor der Zusage. Nicht die Rasse, nicht das Alter, sondern der Menschenkontakt in den ersten Monaten.

Wie sich das später im Verhalten zeigt, habe ich in Straßenhunde verstehen aufgeschrieben.
Was in den Papieren stehen muss
Bei der Einfuhr aus einem EU-Land gelten feste Vorgaben. ESCCAP Deutschland fasst sie knapp zusammen: Mikrochip, gültige Tollwutimpfung, EU-Heimtierausweis und ein Gesundheitszertifikat aus dem Herkunftsland.
Aus diesen Vorgaben ergibt sich ein Mindestalter. Gegen Tollwut impfen lässt sich ein Welpe frühestens mit zwölf Wochen.
Die Schutzwirkung tritt frühestens 21 Tage später ein. Damit darf kein Hund vor der fünfzehnten Lebenswoche einreisen.
Wer dir einen zehn Wochen alten Welpen aus Rumänien anbietet, bietet dir einen illegalen Transport an. Das ist keine Auslegungsfrage.
Für den Transport selbst gilt eine weitere Grenze. Hunde müssen transportfähig und älter als acht Wochen sein, sonst dürfen sie nur mit dem Muttertier reisen.
Die Erlaubnis, nach der du fragen solltest
Vermittlung gegen Geld ist erlaubnispflichtig. Der Paragraf 11 des Tierschutzgesetzes verlangt eine Erlaubnis der zuständigen Behörde für alle, die Wirbeltiere gegen Entgelt ins Inland verbringen oder ihre Abgabe vermitteln.
Diese Regel gilt seit August 2014. Zuständig ist das Veterinäramt am Sitz der Organisation.
Eine seriöse Stelle zeigt dir dieses Papier ohne Zögern. Ich frage inzwischen in der ersten Mail danach.
Warnzeichen bei der Vermittlung
- Der Hund soll dir an einem Rastplatz oder Parkplatz übergeben werden.
- Die Erlaubnis nach Paragraf 11 wird nicht gezeigt.
- Der Welpe ist bei der Einreise jünger als fünfzehn Wochen.
- Es gibt keinen EU-Heimtierausweis, nur ein Impfbuch ohne Chipnummer.
Reisekrankheiten: die sechs Gruppen
ESCCAP Deutschland führt sechs Gruppen als häufigste Erkrankungen bei Hunden aus dem Ausland: Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose, Anaplasmose, Haut- und Herzwürmer sowie Hepatozoonose.
Übertragen werden sie fast alle von Zecken, Mücken oder Flöhen. Fachleute sprechen von durch Vektoren übertragenen Erkrankungen, also von Krankheiten mit einem tierischen Überträger.
Angaben nach ESCCAP Deutschland, abgerufen am 27.08.2026.
Gegen Zecken hilft dieselbe Vorsorge wie bei jedem anderen Hund. Was dabei zählt, steht in Zeckenschutz beim Hund.
Leishmaniose im Einzelnen
Diese Erkrankung ist der Grund, warum bei Hunden aus dem Süden und Südosten Europas so genau hingesehen wird. Auslöser ist ein winziger Einzeller namens Leishmania infantum.
Übertragen wird er von Sandmücken. Streunende Hunde sind deren Stichen häufiger ausgesetzt als Hunde, die nachts im Haus schlafen.
ESCCAP verweist auf Untersuchungen, bei denen der Erreger in mehr als jedem fünften Tierheimhund gefunden wurde, etwa in Italien oder Rumänien. Das ist jeder fünfte Hund, nicht jeder fünfzigste.
Behandeln lässt sich die Erkrankung. Vollständig ausheilen meist nicht, deshalb laufen die Medikamente oft über Monate oder Jahre.
Ausführlich habe ich das in Leishmaniose beim Hund beschrieben, samt Anzeichen und Vorsorge.
Warum ein Test direkt nach der Ankunft wenig sagt
Viele Vermittler legen ein Testergebnis aus Rumänien bei. Das ist gut gemeint und trotzdem nur die halbe Auskunft.
Viele dieser Erkrankungen verlaufen anfangs schleichend, ohne auffällige Anzeichen. Bemerkbar machen sie sich laut ESCCAP teils erst nach Monaten oder Jahren.
Deshalb rät der Verband ausdrücklich dazu, importierte Tiere auf diese Erreger testen zu lassen. Je nach Erkrankung ist das frühestens mehrere Wochen oder Monate nach der Einreise sinnvoll.

Mein Tipp: Ich trage mir den Nachtest in den Kalender ein, sobald der Hund einzieht. Sonst geht er im Alltag unter.
Dazu empfiehlt die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin Impfungen gegen Staupe, Parvovirose und Leptospirose — drei Infektionen, die vor allem junge Hunde schnell umbringen können.
Wie so ein Hund tickt
Eine Wesensbeschreibung gibt es nicht, weil es keine Rasse gibt. Was es gibt, ist ein Muster aus der Aufzucht.
Hunde ohne festen Menschenkontakt in den ersten Lebensmonaten reagieren später vorsichtiger auf alles Neue. Türklingel, Fahrstuhl, Männer mit Hut.
Das heißt nicht, dass sie ängstlich bleiben. Es heißt, dass sie länger brauchen als ein Welpe aus deutscher Aufzucht.
Meine langjährige Erfahrung mit solchen Hunden sagt: Die ersten vier Wochen entscheiden über den Ton der nächsten vier Jahre.
Woher der Name Senfhund für rumänische Mischlinge kommt, steht in Rumänischer Senfhund.
Die ersten Wochen zu Hause
Weniger ist hier mehr. Kein Besuch, keine Hundewiese, keine Stadt.
Ich richte zuerst einen festen Rückzugsort ein, den niemand betritt. Von dort aus darf der Hund selbst entscheiden, wann er herauskommt.
Feste Zeiten helfen mehr als gute Worte. Futter, Runde, Ruhe, immer in derselben Reihenfolge.
Beim Futter bleibe ich anfangs bei dem, was der Hund kennt. Umstellen kann man später, in kleinen Schritten über eine Woche.
Bei einem gereizten Magen setze ich auf einen Schleimbildner: Ulmenrinde, etwa im Lucky Pets Magenpulver, legt sich als Film über die Schleimhaut.

Sicherheit: der Punkt, an dem die meisten sparen
Ein verunsicherter Hund schlüpft aus jedem normalen Geschirr. Er geht rückwärts, senkt den Kopf. Schon ist er frei.
Ich nutze deshalb von Tag eins ein Sicherheitsgeschirr mit drei Gurten. Dazu ein Halsband und eine Leine mit zwei Karabinern.
Im Auto sitzt der Hund gesichert, nicht frei auf der Rückbank. Beim ersten Öffnen der Tür wird sonst genau der Moment daraus, den niemand will.
Der Chip ist Pflicht, die Registrierung in einem Haustierregister nicht. Sie kostet nichts und entscheidet im Ernstfall alles.
Bleibt der Hund schlecht allein, gehört das früh angegangen. Der Weg dahin steht in Trennungsangst beim Hund.
Was das Gesetz zur Haltung verlangt
Für jeden Hund in Deutschland gilt dieselbe Vorgabe. Die Tierschutz-Hundeverordnung verlangt mehrmals täglich Auslauf im Freien und Umgang mit der Betreuungsperson.
Wie viel das konkret ist, richtet sich nach Rasse, Alter und Gesundheitszustand. Ein junger Hund braucht anderes als ein alter.
Bei einem Hund, der draußen groß geworden ist, sieht dieser Auslauf am Anfang anders aus. Zwanzig Minuten Schnüffeln an einer ruhigen Stelle sind mehr wert als fünf Kilometer.

Welche Rassen stecken drin?
Die ehrliche Antwort lautet: Das weiß niemand. Ein Mischling ohne Papiere hat keinen belegten Stammbaum.
Ein Gentest nennt dir Anteile, die ein Labor aus Vergleichsdaten schätzt. Für Größe oder Wesen sagt das Ergebnis wenig aus.
Nützlicher ist der Blick auf den Hund selbst. Wie groß ist er heute, wie schwer, wie belastbar, wie schnell erholt er sich.
Wer kleinere Mischlinge sucht, findet eine Einordnung in Kleine Mischlingshunde.
Fünf Fragen vor der Zusage
Die erste geht an die Pflegestelle, nicht an die Vermittlung. Wer den Hund täglich versorgt, erzählt in fünf Minuten mehr als jedes Profil.
Die zweite betrifft die Herkunft. Kam der Hund von der Straße, aus einer Sammelstelle oder aus einem privaten Haushalt?
Die dritte betrifft den Menschenkontakt. Lässt er sich anfassen, anleinen und hochheben? Oder weicht er dabei aus?
Die vierte betrifft die Tests. Welche Erreger hat das Labor bereits untersucht? Und liegt ein Befund auf Papier vor?
Die fünfte betrifft die Rücknahme. Eine seriöse Stelle nimmt den Hund zurück, falls es nicht passt. Und schreibt das in den Vertrag.
Passt ein Hund aus Rumänien zu dir?
Er passt zu Menschen mit Zeit am Anfang. Zwei oder drei Wochen Urlaub zum Einzug sind kein Luxus.
Er passt zu Haushalten, in denen es ruhig zugehen kann. Ein Hund, der jeden Tag zehn neue Reize bekommt, kommt nicht zur Ruhe.
Er passt weniger zu jemandem, der einen fertigen Familienhund erwartet. Das kann daraus werden, sofort ist es das selten.
Und er passt nicht zu einem spontanen Entschluss. Zwischen dem Foto im Netz und dem Hund im Flur liegen Papiere, Tests und ein Plan.
Fazit: Rumänische Mischlingshunde sind keine Rasse, sondern Einzelfälle. Wer Papiere, Erlaubnis und Nachtests im Griff hat, hat den schwierigen Teil hinter sich.
Häufige Fragen zu rumänischen Mischlingshunden
Sind rumänische Mischlingshunde eine Rasse?
Nein. Es gibt keinen Rassestandard und damit keine verbindlichen Angaben zu Größe, Gewicht oder Wesen. Jeder Hund ist ein Einzelfall.
Welche Krankheiten bringen Hunde aus Rumänien mit?
ESCCAP Deutschland nennt Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose, Anaplasmose, Haut- und Herzwürmer sowie Hepatozoonose als häufigste Erkrankungen bei Auslandshunden.
Wie gefährlich ist Leishmaniose?
Bei schwerem Verlauf ohne geeignete Therapie versterben laut ESCCAP bis zu 90 Prozent der erkrankten Hunde innerhalb eines Jahres.
Wie oft kommt Leishmaniose in Rumänien vor?
ESCCAP verweist auf Untersuchungen, bei denen der Erreger in mehr als jedem fünften Tierheimhund nachgewiesen wurde, etwa in Italien oder Rumänien.
Wie alt muss ein Hund bei der Einfuhr sein?
Mindestens 15 Wochen. Geimpft werden kann frühestens mit 12 Wochen, die Schutzwirkung tritt frühestens nach weiteren 21 Tagen ein.
Welche Papiere braucht ein Hund aus Rumänien?
Einen Mikrochip, eine gültige Tollwutimpfung, den EU-Heimtierausweis und ein Gesundheitszertifikat aus dem Herkunftsland.
Braucht die Vermittlungsorganisation eine Erlaubnis?
Ja. Wer Hunde gegen Entgelt einführt oder vermittelt, braucht nach Paragraf 11 des Tierschutzgesetzes die Erlaubnis der zuständigen Behörde.
Kann ich den Hund sofort testen lassen?
Nicht auf alles. Je nach Erkrankung ist ein aussagekräftiger Test laut ESCCAP frühestens mehrere Wochen oder Monate nach der Einreise möglich.
Sind diese Hunde für Familien geeignet?
Manche sehr, andere gar nicht. Entscheidend ist, wie viel Menschenkontakt der Hund in den ersten Lebensmonaten hatte.
Rumänische Mischlingshunde: Wie lange dauert die Eingewöhnung?
Das schwankt stark. Ich rechne mit Wochen für die Grundruhe und mit Monaten, bis der Hund in fremder Umgebung wirklich ansprechbar ist.
Rumänische Mischlingshunde: Wie viel Auslauf schreibt das Gesetz vor?
Die Tierschutz-Hundeverordnung verlangt mehrmals täglich Auslauf im Freien und Umgang mit der Betreuungsperson, angepasst an Alter und Gesundheit.
Was tun, wenn der Hund ausbricht?
Vorbeugen. Ein gut sitzendes Sicherheitsgeschirr mit drei Gurten plus Halsband und zwei Karabinern verhindert die meisten Fälle.
Quellen
- ESCCAP Deutschland – Welche Krankheiten können Hunde aus dem Ausland mitbringen?
- ESCCAP Deutschland – Illegaler Handel mit Hunden
- § 11 Tierschutzgesetz – Erlaubnispflicht für Einfuhr und Vermittlung
- § 2 Tierschutz-Hundeverordnung – Anforderungen an das Halten
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Für Tests auf Reisekrankheiten und den Impfplan ist die Praxis vor Ort zuständig.
