Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 12 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Für Rekordgewichte wie 155 kg gibt es in Fachquellen keinen Beleg.
- Mastino Napoletano: 60–70 kg bei Rüden laut FCI-Standard.
- Bernhardiner: mindestens 70 cm bei Rüden, Standard nennt kein Gewicht.
- Ab 65 cm Widerristhöhe: mindestens 10 qm Zwingerfläche.
Rekordlisten nennen Zahlen, die kein Rassestandard hergibt. Interessanter als die Frage nach dem schwersten Hund ist deshalb, was so ein Tier tatsächlich braucht.
Die kurze Antwort
Belegbar sind die Rassestandards: beim Mastino Napoletano 60 bis 70 Kilogramm für Rüden. Rekordgewichte darüber stammen aus Anekdoten, nicht aus der Zucht.
Der entscheidende Punkt
Ab 65 Zentimetern Widerristhöhe verlangt die Verordnung 10 Quadratmeter Zwingerfläche. Das ist die Zahl, die im Alltag zählt.
Was die Rassestandards sagen
Der FCI-Standard Nr. 197 für den Mastino Napoletano nennt beides, Maß und Gewicht. Rüden messen 65 bis 75 Zentimeter und wiegen 60 bis 70 Kilogramm. Hündinnen messen 60 bis 68 Zentimeter bei 50 bis 60 Kilogramm.

Der FCI-Standard Nr. 61 für den St. Bernhardshund verzichtet dagegen auf eine Gewichtsangabe. Er nennt nur Maße: mindestens 70 Zentimeter bei Rüden und 65 Zentimeter bei Hündinnen, höchstens 90 beziehungsweise 80 Zentimeter.
Nach den deutschsprachigen FCI-Rassestandards Nr. 197 und Nr. 61, geprüft am 23.08.2026.
Ich finde die Zahlen deshalb interessant, weil sie zwei verschiedene Philosophien zeigen.
Der Bernhardiner-Standard enthält eine bemerkenswerte Ergänzung. Hunde, die das Höchstmaß überschreiten, werden in ihrer Beurteilung nicht abgewertet — sofern sie in ihrer Gesamterscheinung harmonisch wirken und ein korrektes Gangwerk aufweisen. Größe allein ist also kein Qualitätsmerkmal.
Beim Mastino steht es sogar umgekehrt im Standard: Eine Größe außerhalb der angegebenen Toleranzen gilt dort als schwerer Fehler. Wie du die Widerristhöhe selbst misst, steht in Widerristhöhe beim Hund.

Was mit den Rekordzahlen ist
Zahlen wie 155 Kilogramm kursieren in Rekordlisten und Zeitungsartikeln. In den geprüften Rassestandards und Fachquellen findet sich dafür kein Beleg — und die Standards nennen ganz andere Größenordnungen.
Aus meiner Erfahrung lenken solche Zahlen vom Wesentlichen ab. Ein Hund, der deutlich über dem Standardgewicht liegt, ist kein besonders guter Vertreter seiner Rasse, sondern trägt mehr Last auf denselben Gelenken. Was Übergewicht ausmacht, steht in Übergewicht beim Hund.
Ich sehe das nüchtern: Wer eine solche Rasse hält, braucht keine Rekordzahl, sondern einen Plan für Platz, Wege und das Alter. Wie viel Bewegung dazugehört, ordnet Hund atmet schnell ein.
Deshalb dreht dieser Text die Frage um: Statt nach dem Rekord zu fragen, lohnt der Blick darauf, was ein sehr großer Hund im Alltag braucht.
Was die Verordnung verlangt

§ 6 der Tierschutz-Hundeverordnung koppelt die Mindestfläche eines Zwingers direkt an die Widerristhöhe. Bis 50 Zentimeter sind es 6 Quadratmeter, über 50 bis 65 Zentimeter 8 Quadratmeter und über 65 Zentimeter 10 Quadratmeter.
Beide oben genannten Rassen liegen deutlich über der 65-Zentimeter-Marke. Für sie gilt also in jedem Fall die höchste Stufe.
Weitere Vorgaben für große Hunde
- Jede Seite muss mindestens der doppelten Körperlänge entsprechen.
- Keine Seite darf kürzer als zwei Meter sein.
- Die Einfriedung muss so hoch sein, dass der aufgerichtete Hund die obere Kante nicht erreicht.
- Für jeden weiteren Hund vergrößert sich die Mindestfläche um die Hälfte.
- Für Räume, die nicht dem Aufenthalt von Menschen dienen, gelten dieselben Maße.
Diese Punkte fasst auch Hunde spielen mit Blick auf Auslauf zusammen.
Die Fachpublikation von Binder und Kollegen bestätigt diese Werte. Sie ergänzt einen Punkt zur Mehrhundehaltung: Für jeden weiteren Hund im Zwinger kommt die Hälfte der Fläche dazu.
Was im Alltag wirklich zählt
Meine langjährige Erfahrung mit sehr großen Hunden lässt sich in drei Punkte fassen. Erstens der Platz — im Zwinger, in der Wohnung, im Auto und beim Tierarzt. Zweitens die Wege: Treppen, Sprünge und rutschige Böden belasten schwere Hunde anders als leichte.
Drittens die Alltagsorganisation. Ein 70-Kilo-Hund, der nicht mehr allein aufstehen kann, ist eine andere Aufgabe als ein 12-Kilo-Hund. Wer eine Riesenrasse plant, plant deshalb auch das Alter mit. Wie du den Liegeplatz passend wählst, zeigt Hundebett.
Mein letzter Punkt betrifft die Erwartung. Wer sich für eine Riesenrasse entscheidet, entscheidet sich für ein kurzes, intensives Hundeleben mit hohem Betreuungsaufwand im Alter.
Und die Rekordfrage? Sie bleibt eine Anekdote. Was zählt, sind die Zahlen aus dem Rassestandard und die Quadratmeter aus der Verordnung.
Unabhängig von der Rasse gilt: Haut und Fell brauchen B-Vitamine. Gebündelt stecken sie im Lucky Pets Vitamin B-Komplex auf Basis inaktivierter Bierhefe.

Mehr dazu steht in English Mastiff.
Aussehen und Fell der schweren Rassen
Riesig heißt nicht überall dasselbe. Beim Mastino Napoletano verlangt Standard Nr. 197 kurzes, hartes Haar von höchstens 1,5 cm Länge, überall gleich lang. Der Neufundländer trägt nach Standard Nr. 50 wasserundurchlässiges Stockhaar mit weicher, dichter Unterwolle. Der Leonberger hat nach Standard Nr. 145 langes, anliegendes Haar, das bei Rüden an Hals und Brust eine Mähne bildet.
Bei den Farben werden die Standards sehr genau. Der Neufundländer kommt in Schwarz, Weiß-Schwarz und Braun vor. Beim Mastino sind Grau, Bleigrau und Schwarz bevorzugt, dazu Braun und Falbfarben. Die Deutsche Dogge wird nach Standard Nr. 235 in drei eigenständigen Varietäten gezüchtet. Für die Fellpflege heißt das: Ein Leonberger macht deutlich mehr Arbeit als ein Mastino.
Größe und Gewicht: welcher Standard eine Zahl nennt
Damit zur eigentlichen Frage. Ich habe zehn Standards schwerer Rassen nebeneinandergelegt. Übernommen habe ich nur, was dort wörtlich steht.
Wörtlich aus den deutschen FCI-Rassestandards, abgerufen am 27.08.2026. „Keine Angabe" heißt: Der Standard nennt die Zahl nicht.
Fünf dieser zehn Standards nennen überhaupt ein Gewicht. Die anderen fünf nennen keines. Am deutlichsten wird das beim Mastiff, den viele Listen als schwerste Rasse führen. Standard Nr. 264 nennt weder eine Widerristhöhe noch ein Gewicht.
Ein zweiter Fall ist fast schon komisch. Beim Pyrenäenberghund trägt der Abschnitt die Überschrift „Größe und Gewicht". Darunter steht dann nur die Widerristhöhe. Wer eine Kilogrammzahl für diese Rasse liest, hat sie nicht aus dem Standard.
Wesen im Alltag
Die Standards beschreiben Riesen erstaunlich sanft. Der Mastino gilt nach Standard Nr. 197 als beständig und treu, ausdrücklich nicht aggressiv. Der Neufundländer ist nach Standard Nr. 50 für stete Liebenswürdigkeit und Gelassenheit bekannt.
Beim Leonberger wird Standard Nr. 145 sehr konkret. Er verlangt Selbstsicherheit, souveräne Gelassenheit, mittleres Temperament und Unterordnungsbereitschaft. Die Deutsche Dogge soll nach Standard Nr. 235 eine hohe Reizschwelle haben. Sozialverträgliches Verhalten nennt der Standard dort von größter Bedeutung.
Das ist keine Nettigkeit, sondern eine Sicherheitsfrage. Ein Hund von 70 kg, der an der Leine durchzieht, ist kaum zu halten. Ich habe es oft erlebt: Bei Riesenrassen entscheidet die Leinenführigkeit über den ganzen Alltag.
Gesundheit: was die Standards vorgeben und was nicht
Zur Lebenserwartung schwerer Rassen nenne ich hier keine Zahl. Sie steht in keinem der geprüften Standards. Was dort steht, sind Sätze über Bewegung und Konstitution.
Der Neufundländer-Standard ist dabei der klarste. Eine große Widerristhöhe sei erwünscht, heißt es. Gegenüber Symmetrie, Gesundheitszustand, kräftiger Konstitution und einwandfreiem Bewegungsablauf sei Größe aber nicht zu bevorzugen. Deutlicher kann ein Standard kaum sagen, dass mehr Masse kein Zuchtziel ist.
Praktisch heißt das für dich: Achte auf das Gangwerk, nicht auf das Kampfgewicht. Ein schwerer Hund, der nach kurzer Strecke nachlässt, gehört in der Tierarztpraxis vorgestellt. Und wieg regelmäßig. Bei einem Mastino-Rüden von 70 kg sind fünf Kilo zu viel schnell übersehen.
Welpenkauf bei einer Riesenrasse
Beim Welpenkauf zahlt sich der Blick in den Standard aus. Nimm die Zahlen aus der Tabelle mit und frag nach den Maßen beider Elterntiere. Liegen sie außerhalb, will ich wissen warum.
Beim Mastino gilt eine Größe außerhalb der Toleranzen als schwerer Fehler. Bei der Deutschen Dogge sollen 90 cm bei Rüden nicht überschritten werden. Solche Sätze sind kein Formalismus. Sie sind der Maßstab, an dem Zuchtrichter messen.
Frag außerdem nach Papieren eines anerkannten Verbands, nach dem Abgabealter und nach schriftlichen Untersuchungsergebnissen. Und lass dir beide Elterntiere in Bewegung zeigen.
Passt eine Riesenrasse zu dir?
Die ehrliche Antwort hängt an drei Dingen: Platz, Kraft und Geld. Die Quadratmeter aus der Verordnung sind nur die Untergrenze. Dazu kommt ein Auto, in das der Hund wirklich passt. Eine Wohnung ohne enge Treppen hilft ebenfalls.
Kraft ist der zweite Punkt. Du musst den Hund halten können, wenn er einmal nicht hören will. Und du musst ihn heben können, wenn er im Alter nicht mehr allein aufsteht.
Nicht passen wird eine Riesenrasse zu dir, wenn du wenig Platz hast oder viel unterwegs bist. Sie passt auch dann nicht, wenn dich die Rekordfrage überhaupt erst hergeführt hat. Wer einen möglichst schweren Hund sucht, sucht das Falsche.
Fazit: Für Rekordgewichte wie 155 Kilogramm gibt es in Rassestandards und Fachquellen keinen Beleg. Der FCI-Standard für den Mastino Napoletano nennt 65 bis 75 Zentimeter und 60 bis 70 Kilogramm bei Rüden. Für Hündinnen sind es 60 bis 68 Zentimeter und 50 bis 60 Kilogramm. Eine Größe außerhalb dieser Toleranzen gilt als schwerer Fehler. Der Standard für den St. Bernhardshund nennt kein Gewicht, sondern Mindestmaße von 70 beziehungsweise 65 Zentimetern und Höchstmaße von 90 beziehungsweise 80 Zentimetern. Praktisch entscheidend ist § 6 der Tierschutz-Hundeverordnung: Ab 65 Zentimetern Widerristhöhe sind mindestens 10 Quadratmeter Zwingerfläche vorgeschrieben.
Häufige Fragen zu Riesenrassen
Wiegt der schwerste Hund wirklich 155 Kilogramm?
In den geprüften Rassestandards und Fachquellen findet sich dafür kein Beleg. Solche Zahlen stammen aus Rekordlisten, nicht aus der Zucht.
Was nennen die Rassestandards stattdessen?
Beim Mastino Napoletano 60 bis 70 Kilogramm für Rüden und 50 bis 60 Kilogramm für Hündinnen.
Und beim Bernhardiner?
Der Standard nennt kein Gewicht, nur Maße: mindestens 70 cm bei Rüden, mindestens 65 cm bei Hündinnen.
Gibt es eine Obergrenze?
Ja. 90 cm bei Rüden und 80 cm bei Hündinnen — wer darüber liegt, wird aber nicht abgewertet, solange die Gesamterscheinung harmonisch ist.
Was heißt das für die Haltung?
Ab 65 cm Widerristhöhe schreibt die Tierschutz-Hundeverordnung mindestens 10 Quadratmeter Zwingerfläche vor.
Und bei zwei Hunden?
Für jeden weiteren Hund vergrößert sich die Mindestfläche um die Hälfte.
Schwerster Hund der Welt: Gibt es Vorgaben zur Form?
Jede Seite muss mindestens die doppelte Körperlänge haben, keine Seite darf kürzer als zwei Meter sein.
Schwerster Hund der Welt: Wie hoch muss die Umzäunung sein?
So hoch, dass der aufgerichtete Hund die obere Begrenzung mit den Vorderpfoten nicht erreicht.
Gelten die Maße auch für Räume?
Für Räume, die nicht dem Aufenthalt von Menschen dienen, gelten dieselben Mindestabmessungen.
Warum nennt ein Standard kein Gewicht?
Weil Rassestandards die Erscheinung beschreiben. Manche nennen Maße und Gewicht, andere nur Maße.
Ist ein schwererer Hund ein besserer Vertreter der Rasse?
Nein. Beim Mastino gilt eine Größe außerhalb der Toleranzen ausdrücklich als schwerer Fehler.
Worauf kommt es bei Riesenrassen an?
Auf Platz, Bewegung und tragfähige Alltagsstrukturen — nicht auf Rekordzahlen.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 197 – Mastino Napoletano, deutsche Fassung (PDF)
- FCI-Rassestandard Nr. 61 – St. Bernhardshund (Bernhardiner), deutsche Fassung (PDF)
- Tierschutz-Hundeverordnung § 6 – Zwingerhaltung
- Binder et al., Wiener Tierärztliche Monatsschrift – Unterbringung von Hunden in Boxen (PDF)
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Gewicht, Belastung und Gelenkgesundheit eines sehr großen Hundes berät die Tierarztpraxis individuell.
