Shar Pei: Wesen, Größe und die Sache mit den Falten

Shar Pei: Wesen, Größe und die Sache mit den Falten

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 22.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • 44 bis 51 cm Widerristhöhe, bei Rüden wie Hündinnen.
  • Zwei Fellarten: Pferdehaar kurz, Bürstenhaar länger.
  • 🔴 Der VDH nennt moderate Faltenbildung als Maßstab guter Zucht.
  • Blinder Gehorsam ist dieser Rasse laut Standard fremd.

Der Shar Pei wird über seine Falten definiert. Genau daran entzündet sich die Kritik an der Rasse. Der VDH selbst formuliert dazu einen klaren Maßstab. Ich gehe die Rassedaten durch, zeige diesen Maßstab und stelle den Gesetzestext daneben.

Die kurze Antwort

Ein 44 bis 51 Zentimeter großer chinesischer Wach- und Jagdhund mit hartem, abstehendem Fell. Eigenständig im Kopf, kein Hund für Ungeduldige.

🔴 Beim Züchter prüfen

Moderate Falten, freie Augen, ruhige Atmung. Der VDH nennt genau das als Kennzeichen seriöser Zucht.

Herkunft: fast ausgestorben, dann gerettet

Die Heimat des Shar Pei sind laut VDH die südlichen Provinzen Chinas. Am südchinesischen Meer kennt man ihn seit vielen Jahrhunderten. Bauern setzten ihn als Jagd-, Wach- und Hütehund ein. Ein Hund für Vorführungen war er nie, sondern einer für Arbeit auf dem Hof.

Wacher Shar Pei steht aufmerksam draußen an einem Ufer
Moderate Falten, freie Augen: der Maßstab, den der VDH für seriöse Zucht nennt.

Die Rasse stand kurz vor dem Verschwinden. 1973 retteten amerikanische Züchter sie, 1979 kam das erste Paar nach Deutschland. Diese schmale Basis erklärt, warum die Zuchtauswahl bei dieser Rasse besonders sorgfältig sein muss. Wenige Gründertiere bedeuten wenig genetische Vielfalt. Das wirkt bis heute nach.

Merkmal Angabe
MerkmalWiderristhöhe Angabe44–51 cm
MerkmalFellarten AngabePferdehaar (kurz), Bürstenhaar (länger)
MerkmalStruktur Angabehart, abstehend wie Bürstenborsten
MerkmalHerkunft AngabeSüdprovinzen Chinas
MerkmalFCI AngabeGruppe 2, Sektion 2.1, Nr. 309

Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.

🔴 Falten: der Maßstab steht im Rasseporträt

Der entscheidende Satz kommt vom Verband selbst. Seriöse Züchter achten auf eine moderate Faltenbildung, die für den Hund keine gesundheitlichen Einschränkungen bedeutet. Damit ist die Messlatte gesetzt. Sie stammt nicht von Kritikern, sondern vom Dachverband selbst.

Frau geht draußen mit einem wachen Shar Pei über einen Weg
Ruhige Führung wirkt bei dieser Rasse besser als Wiederholungsdrill.

Daneben steht das Gesetz. Paragraf 11b des Tierschutzgesetzes verbietet bestimmte Zuchten. Erfasst sind Fälle, in denen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen, untauglich oder umgestaltet sind. Voraussetzung ist, dass daraus Schmerzen, Leiden oder Schäden entstehen.

Eine zweite Regel derselben Vorschrift zielt auf den Alltag. Verboten ist die Zucht auch dann, wenn die Haltung nur unter Schmerzen oder vermeidbaren Leiden möglich ist oder zu Schäden führt.

Aus meiner Erfahrung entscheidet beim Welpenkauf ein einfacher Blick. Sind die Augen frei sichtbar, ohne dass Haut sie verdeckt? Liegen die Falten locker statt gespannt? Ich rate außerdem, die Elterntiere in Bewegung zu sehen. Zu Hautproblemen, die aus enger Faltenbildung entstehen können, passt Hot Spot beim Hund.

Wesen: eigenständig statt gehorsam

Der VDH beschreibt einen selbstbewussten und unabhängigen Hund. Und er formuliert einen Satz, den man selten so deutlich liest: Blinder Gehorsam ist selbst dem besterzogensten Shar Pei fremd.

Für die Erziehung heißt das etwas Konkretes. Wiederholungsdrill führt ins Leere, Lautstärke ebenso. Der Verband nennt konsequente, ruhige Erziehung und frühe Sozialisierung als Weg. Wer diesem Hund einen Grund gibt mitzumachen, bekommt einen verlässlichen Partner.

Tierärztin untersucht die Hautfalten eines wachen Shar Pei in der Praxis
Haut und Augen gehören bei dieser Rasse regelmäßig kontrolliert.

Ich sehe darin auch die klarste Kaufberatung, die ein Rasseporträt geben kann. Der VDH hält den Shar Pei für unerfahrene oder ungeduldige Menschen ausdrücklich für ungeeignet. Wo du mit einem eigenständigen Hund sauber startest, steht in Hundeschule.

Pflege, Haut und Alltag

Das Haarkleid selbst gilt als pflegeleicht. Es ist hart und steht ab wie Bürstenborsten, in der kurzen Variante Pferdehaar und in der längeren Bürstenhaar. Bürsten genügt, im Fellwechsel etwas häufiger. Für alles Weitere hilft Hundefriseur. Ein Bad braucht dieser Hund selten. Danach gehört er gründlich abgetrocknet, besonders zwischen den Falten.

Meine langjährige Erfahrung mit faltigen Rassen zeigt, dass die Haut mehr Aufmerksamkeit braucht als das Fell. In Falten sammelt sich Feuchtigkeit. Gereizte Haut riecht meist, bevor man sie sieht. Trocken halten reicht meistens. Bei roten Ohren lohnt der Blick in Ohrenentzündung beim Hund.

Worauf du im Alltag achtest

  • Falten und Hautzwischenräume trocken halten.
  • Augen im Blick behalten, sie müssen frei liegen.
  • Ohren wöchentlich ansehen, sie sind klein und eng.
  • 🔴 Bei Hitze früh raus, ein Molosser kühlt langsam ab.
  • Ruhig erziehen, Druck erzeugt bei dieser Rasse Widerstand.

Zur Hitzegefahr: Hitzschlag beim Hund.

Zu den laufenden Kosten kommt die kommunale Abgabe, die je nach Wohnort schwankt. Eine Übersicht gibt Hundesteuer.

Fazit: Der Shar Pei misst 44 bis 51 Zentimeter, bei Rüden wie Hündinnen. Sein hartes Fell steht ab wie Bürstenborsten und kommt in zwei Varianten, Pferdehaar und Bürstenhaar. Seine Heimat sind die Südprovinzen Chinas, gerettet wurde die fast ausgestorbene Rasse 1973 durch amerikanische Züchter. Beim Wesen ist der VDH eindeutig. Er nennt ihn selbstbewusst und unabhängig, blinder Gehorsam bleibt ihm fremd. Und beim Streitthema Falten liefert der Verband selbst den Maßstab — moderat und ohne gesundheitliche Einschränkung, genau die Linie, die auch Paragraf 11b des Tierschutzgesetzes zieht.

Häufige Fragen zum Shar Pei

Wie groß wird ein Shar Pei?

Die Widerristhöhe liegt bei 44 bis 51 cm, für Rüden und Hündinnen gleichermaßen. Ein Gewicht führt der VDH nicht auf.

Woher stammt die Rasse?

Aus den südlichen Provinzen Chinas. Am südchinesischen Meer kennt man sie seit vielen Jahrhunderten.

Wofür wurde er gehalten?

Bauern setzten ihn als Jagd-, Wach- und Hütehund ein. Ein Hund für Vorführungen war er nie, sondern einer für Arbeit auf dem Hof.

Wie kam er nach Europa?

Über einen Umweg. Die Rasse war fast ausgestorben und wurde 1973 durch amerikanische Züchter gerettet, 1979 kam das erste Paar nach Deutschland.

🔴 Wie ist sein Wesen?

Selbstbewusst und unabhängig. Der VDH schreibt: Blinder Gehorsam ist selbst dem besterzogensten Shar Pei fremd.

Ist er ein Anfängerhund?

Nein. Der VDH hält ihn für unerfahrene oder ungeduldige Menschen ausdrücklich für ungeeignet.

Wie erziehe ich ihn?

Konsequent und ruhig, mit früher Sozialisierung. Lautstärke bringt bei dieser Rasse nichts.

Welche Fellarten gibt es?

Zwei. Das kurze heißt Pferdehaar, das längere Bürstenhaar.

Wie fühlt sich das Fell an?

Hart. Es steht ab wie die Borsten einer Bürste, daher der Name.

🔴 Wie viele Falten sind normal?

Der VDH nennt den Maßstab: Seriöse Züchter achten auf eine moderate Faltenbildung ohne gesundheitliche Einschränkungen für den Hund.

Was sagt das Gesetz dazu?

Paragraf 11b verbietet Zuchten, bei denen umgestaltete Körperteile zu Schmerzen, Leiden oder Schäden führen.

In welche FCI-Gruppe gehört er?

In Gruppe 2, Sektion 2.1 der Molosser und doggenartigen Hunde. Die Standardnummer lautet 309.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Ob Falten, Augen oder Ohren eines einzelnen Hundes Probleme machen, beurteilt nur die Tierarztpraxis.