Shar Pei: Wesen, Größe und die Sache mit den Falten

Shar Pei: Wesen, Größe und die Sache mit den Falten

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • 44 bis 51 cm Widerristhöhe, bei Rüden wie Hündinnen.
  • Zwei Fellarten: Pferdehaar kurz, Bürstenhaar länger.
  • Der VDH nennt moderate Faltenbildung als Maßstab guter Zucht.
  • Blinder Gehorsam ist dieser Rasse laut Standard fremd.

Der Shar Pei wird über seine Falten definiert. Genau daran entzündet sich die Kritik an der Rasse. Der VDH selbst formuliert dazu einen klaren Maßstab. Ich gehe die Rassedaten durch, zeige diesen Maßstab und stelle den Gesetzestext daneben.

Die kurze Antwort

Ein 44 bis 51 Zentimeter großer chinesischer Wach- und Jagdhund mit hartem, abstehendem Fell. Eigenständig im Kopf, kein Hund für Ungeduldige.

Beim Züchter prüfen

Moderate Falten, freie Augen, ruhige Atmung. Der VDH nennt genau das als Kennzeichen seriöser Zucht.

Herkunft: fast ausgestorben, dann gerettet

Die Heimat des Shar Pei sind laut VDH die südlichen Provinzen Chinas. Am südchinesischen Meer kennt man ihn seit vielen Jahrhunderten. Bauern setzten ihn als Jagd-, Wach- und Hütehund ein. Ein Hund für Vorführungen war er nie, sondern einer für Arbeit auf dem Hof.

Wacher Shar Pei steht aufmerksam draußen an einem Ufer
Moderate Falten, freie Augen: der Maßstab, den der VDH für seriöse Zucht nennt.

Die Rasse stand kurz vor dem Verschwinden. 1973 retteten amerikanische Züchter sie, 1979 kam das erste Paar nach Deutschland. Diese schmale Basis erklärt, warum die Zuchtauswahl bei dieser Rasse besonders sorgfältig sein muss. Wenige Gründertiere bedeuten wenig genetische Vielfalt. Das wirkt bis heute nach.

Merkmal Angabe
MerkmalWiderristhöhe Angabe44–51 cm
MerkmalFellarten AngabePferdehaar (kurz), Bürstenhaar (länger)
MerkmalStruktur Angabehart, abstehend wie Bürstenborsten
MerkmalHerkunft AngabeSüdprovinzen Chinas
MerkmalFCI AngabeGruppe 2, Sektion 2.1, Nr. 309

Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.

Falten: der Maßstab steht im Rasseporträt

Der entscheidende Satz kommt vom Verband selbst. Seriöse Züchter achten auf eine moderate Faltenbildung, die für den Hund keine gesundheitlichen Einschränkungen bedeutet. Damit ist die Messlatte gesetzt. Sie stammt nicht von Kritikern, sondern vom Dachverband selbst.

Frau geht draußen mit einem wachen Shar Pei über einen Weg
Ruhige Führung wirkt bei dieser Rasse besser als Wiederholungsdrill.

Daneben steht das Gesetz. Paragraf 11b des Tierschutzgesetzes verbietet bestimmte Zuchten. Erfasst sind Fälle, in denen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen, untauglich oder umgestaltet sind. Voraussetzung ist, dass daraus Schmerzen, Leiden oder Schäden entstehen.

Eine zweite Regel derselben Vorschrift zielt auf den Alltag. Verboten ist die Zucht auch dann, wenn die Haltung nur unter Schmerzen oder vermeidbaren Leiden möglich ist oder zu Schäden führt.

Aus meiner Erfahrung entscheidet beim Welpenkauf ein einfacher Blick. Sind die Augen frei sichtbar, ohne dass Haut sie verdeckt? Liegen die Falten locker statt gespannt? Ich rate außerdem, die Elterntiere in Bewegung zu sehen. Zu Hautproblemen, die aus enger Faltenbildung entstehen können, passt Hot Spot beim Hund.

Wesen: eigenständig statt gehorsam

Der VDH beschreibt einen selbstbewussten und unabhängigen Hund. Und er formuliert einen Satz, den man selten so deutlich liest: Blinder Gehorsam ist selbst dem besterzogensten Shar Pei fremd.

Für die Erziehung heißt das etwas Konkretes. Wiederholungsdrill führt ins Leere, Lautstärke ebenso. Der Verband nennt konsequente, ruhige Erziehung und frühe Sozialisierung als Weg. Wer diesem Hund einen Grund gibt mitzumachen, bekommt einen verlässlichen Partner.

Tierärztin untersucht die Hautfalten eines wachen Shar Pei in der Praxis
Haut und Augen gehören bei dieser Rasse regelmäßig kontrolliert.

Ich sehe darin auch die klarste Kaufberatung, die ein Rasseporträt geben kann. Der VDH hält den Shar Pei für unerfahrene oder ungeduldige Menschen ausdrücklich für ungeeignet. Wo du mit einem eigenständigen Hund sauber startest, steht in Hundeschule.

Pflege, Haut und Alltag

Das Haarkleid selbst gilt als pflegeleicht. Es ist hart und steht ab wie Bürstenborsten, in der kurzen Variante Pferdehaar und in der längeren Bürstenhaar. Bürsten genügt, im Fellwechsel etwas häufiger. Für alles Weitere hilft Hundefriseur. Ein Bad braucht dieser Hund selten. Danach gehört er gründlich abgetrocknet, besonders zwischen den Falten.

Meine langjährige Erfahrung mit faltigen Rassen zeigt, dass die Haut mehr Aufmerksamkeit braucht als das Fell. In Falten sammelt sich Feuchtigkeit. Gereizte Haut riecht meist, bevor man sie sieht. Trocken halten reicht meistens. Bei roten Ohren lohnt der Blick in Ohrenentzündung beim Hund.

Worauf du im Alltag achtest

  • Falten und Hautzwischenräume trocken halten.
  • Augen im Blick behalten, sie müssen frei liegen.
  • Ohren wöchentlich ansehen, sie sind klein und eng.
  • Bei Hitze früh raus, ein Molosser kühlt langsam ab.
  • Ruhig erziehen, Druck erzeugt bei dieser Rasse Widerstand.

Zur Hitzegefahr: Hitzschlag beim Hund.

Zu den laufenden Kosten kommt die kommunale Abgabe, die je nach Wohnort schwankt. Eine Übersicht gibt Hundesteuer.

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So sieht der Shar Pei aus

FCI-Standard Nr. 309 beschreibt einen mittelgroßen, lebhaften Hund mit quadratischem Gebäude und kurzer Lendenpartie. Drei Merkmale machen sein Aussehen laut Text einzigartig: Hautfalten am Schädel und am Widerrist, kleine Ohren und ein Fang, der dem eines Nilpferdes gleicht. Rüden sind größer als Hündinnen.

Die Ohren sind sehr klein und eher dick, geformt wie ein gleichseitiges Dreieck. Sie sitzen hoch am Schädel, die Spitzen weisen zu den Augen. Der Fang bleibt vom Ansatz bis zur Spitze gleich breit und läuft nirgends spitz zu. Die Rute setzt sehr hoch an, dick an der Wurzel und dünn an der Spitze. Sie kann gebogen, eng gerollt oder zur Seite gekrümmt getragen werden.

Beim Haar wird der Standard genau. Es ist kurz, rauh und borstig, es steht vom Körper ab und hat keine Unterwolle. Die Länge darf zwischen einem und 2,5 Zentimetern liegen. Getrimmt wird nie. Bei der Farbe gilt eine einzige Regel: Außer Weiß sind alle einheitlichen Farben zulässig. Rute und Hinterseiten der Schenkel fallen oft heller aus. Eine dunklere Schattierung am Rücken und an den Ohren stört nicht.

Größe und Gewicht

Beim Maßband macht der Standard keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Er nennt eine einzige Spanne: 44 bis 51 Zentimeter Widerristhöhe. Ein Gewicht steht dort nicht. Wer eine belastbare Zahl braucht, holt sie beim Zuchtverband oder beim Züchter ein. Als Proportion verlangt der Text ein quadratisches Bild: Die Höhe bis zum Widerrist entspricht ungefähr der Körperlänge vom Buggelenk bis zum Sitzbeinhöcker.

Angabe Wert im Standard Nr. 309
AngabeWiderristhöhe (Rüde wie Hündin) Wert im Standard Nr. 30944 bis 51 cm
AngabeGewicht Wert im Standard Nr. 309im Standard nicht angegeben
AngabeHaarlänge Wert im Standard Nr. 3091 bis 2,5 cm, ohne Unterwolle
AngabeFarbe Wert im Standard Nr. 309alle einheitlichen Farben außer Weiß
AngabeFCI-Gruppe Wert im Standard Nr. 309Gruppe 2, Sektion 2.1 (Molosser), ohne Arbeitsprüfung
AngabeUrsprung / Patronat Wert im Standard Nr. 309China / FCI

FCI-Standard Nr. 309, gültige Fassung vom 14. April 1999.

Ich lese die fehlende Gewichtsangabe nicht als Lücke. Ein Hund mit dieser Statur lässt sich über eine einzelne Zahl ohnehin schlecht beschreiben. Der Griff an die Rippen sagt mehr als die Waage.

Was Standard Nr. 309 über die Falten sagt

Der Standard verteilt die Falten sehr genau über den Körper. Am Schädel gehören sie dazu, ebenso am Widerrist. Auf Stirn und Wangen setzen sie sich in der Wamme fort. Am Rutenansatz ist eine mäßige Faltenbildung vorgesehen.

Überall sonst dreht der Text die Richtung um. Bei erwachsenen Hunden sind Hautfalten am Körper höchst unerwünscht — außer am Widerrist und am Rutenansatz. Die Haut der Vorderläufe zeigt gar keine Falten. Am Oberschenkel, am Unterschenkel und am Hintermittelfuß sind sie unerwünscht, ebenso eine verdickte Haut am Sprunggelenk. Auch die lose Haut unten am Hals soll nicht übertrieben entwickelt sein.

Beim Auge wird der Standard am deutlichsten. Die gesunde Funktion der Augäpfel oder der Augenlider darf keinesfalls durch die umgebende Haut, die Falten oder die Haare beeinträchtigt sein. Jedes Anzeichen von Reizung am Augapfel, an der Bindehaut oder an den Lidern gilt als höchst unerwünscht. „Frei von Entropium" lautet die Vorgabe — gemeint ist ein nach innen gerolltes Lid, dessen Wimpern auf der Hornhaut scheuern.

Damit steht die Grenze im Rassestandard selbst, nicht erst in einer Bewertung von außen. Ich nehme sie zur Besichtigung mit. Der erste Blick geht zu den Augen, der zweite an die Vorderläufe.

Gesundheit und was der Standard ausschließt

Eine Lebenserwartung führt der Standard nicht auf. Was er auflistet, sind die Fehler, die ein Tier von der Zucht ausschließen. Diese Liste fällt bei Nummer 309 ungewöhnlich lang aus.

Disqualifizierend sind unter anderem runde, vorstehende Augen sowie Entropium und Ektropium — das nach außen hängende Lid. Dazu kommen Hautfalten oder Haare, die die normale Funktion der Augen beeinträchtigen. Ausgeschlossen sind außerdem tiefe Hautfalten am Körper und an den Gliedmaßen, mit der bekannten Ausnahme von Widerrist und Rutenansatz. Auch ein plattes Vorgesicht mit stark ausgeprägtem Rückbiss gehört dazu.

Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde sind ebenfalls ausgeschlossen. Am Ende folgt ein Satz, der über den Ausstellungsring hinausreicht: Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde dienen. Dieselbe Linie zieht Paragraf 11b des Tierschutzgesetzes. Ob ein einzelner Wurf darunter fällt, entscheidet die zuständige Behörde.

Ich sehe mir vor Ort deshalb zwei Dinge an. Wie liegen die Augen der erwachsenen Hunde? Wie bewegen sie sich im Trab? Der Standard nennt den Trab als bevorzugte Gangart und eine stelzige Bewegung als unerwünscht.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Fang beim Zuchtverband an. Die Rasse ist anerkannt und trägt die Standardnummer 309 — nach dieser Nummer darfst du fragen. Aus der Ahnentafel liest du ab, welche Hunde hinter dem Wurf stehen. Dazu gehören Heimtierausweis mit Chipnummer, Impfnachweis und Entwurmungsprotokoll.

Ich fahre grundsätzlich hin, bevor ich zusage. Das Muttertier muss beim Wurf dabei sein. Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. Wer früher abgibt, verstößt gegen geltendes Recht.

Nimm den Standard als Checkliste mit. Er beschreibt Welpen nicht gesondert. Seine Vorgaben zu Augen und Körperfalten gelten für erwachsene Hunde — und genau die stehen bei der Besichtigung vor dir.

Passt der Shar Pei zu dir?

Er passt zu Menschen, die ruhig bleiben, wenn ein Hund erst überlegt. Eine Wohnung genügt ihm. Draußen muss er dafür regelmäßig unterwegs sein. Zeit brauchst du täglich für den Blick auf Haut, Augen und Ohren.

Mit Kindern klappt es, sobald die Kinder seine Ruhezonen achten. Fremden gegenüber bleibt er wachsam. Beim Wesen bleibt der Standard knapp: ruhig, unabhängig, treu und liebevoll zu den Mitgliedern seiner Familie.

Für wen passt er nicht? Für Ungeduldige — das schreibt der VDH selbst. Für Haushalte, in denen niemand täglich die Hautfalten ansieht. Und für alle, die einen Hund suchen, der auf jedes Kommando hört.

Fazit: Der Shar Pei misst 44 bis 51 Zentimeter, bei Rüden wie Hündinnen. Sein hartes Fell steht ab wie Bürstenborsten und kommt in zwei Varianten, Pferdehaar und Bürstenhaar. Seine Heimat sind die Südprovinzen Chinas, gerettet wurde die fast ausgestorbene Rasse 1973 durch amerikanische Züchter. Beim Wesen ist der VDH eindeutig. Er nennt ihn selbstbewusst und unabhängig, blinder Gehorsam bleibt ihm fremd. Und beim Streitthema Falten liefert der Verband selbst den Maßstab — moderat und ohne gesundheitliche Einschränkung, genau die Linie, die auch Paragraf 11b des Tierschutzgesetzes zieht.

Häufige Fragen zum Shar Pei

Wie groß wird ein Shar Pei?

Die Widerristhöhe liegt bei 44 bis 51 cm, für Rüden und Hündinnen gleichermaßen. Ein Gewicht führt der VDH nicht auf.

Shar: Woher stammt die Rasse?

Aus den südlichen Provinzen Chinas. Am südchinesischen Meer kennt man sie seit vielen Jahrhunderten.

Wofür wurde er gehalten?

Bauern setzten ihn als Jagd-, Wach- und Hütehund ein. Ein Hund für Vorführungen war er nie, sondern einer für Arbeit auf dem Hof.

Wie kam er nach Europa?

Über einen Umweg. Die Rasse war fast ausgestorben und wurde 1973 durch amerikanische Züchter gerettet, 1979 kam das erste Paar nach Deutschland.

Shar: Wie ist sein Wesen?

Selbstbewusst und unabhängig. Der VDH schreibt: Blinder Gehorsam ist selbst dem besterzogensten Shar Pei fremd.

Shar: Ist er ein Anfängerhund?

Nein. Der VDH hält ihn für unerfahrene oder ungeduldige Menschen ausdrücklich für ungeeignet.

Shar: Wie erziehe ich ihn?

Konsequent und ruhig, mit früher Sozialisierung. Lautstärke bringt bei dieser Rasse nichts.

Welche Fellarten gibt es?

Zwei. Das kurze heißt Pferdehaar, das längere Bürstenhaar.

Shar: Wie fühlt sich das Fell an?

Hart. Es steht ab wie die Borsten einer Bürste, daher der Name.

Shar: Wie viele Falten sind normal?

Der VDH nennt den Maßstab: Seriöse Züchter achten auf eine moderate Faltenbildung ohne gesundheitliche Einschränkungen für den Hund.

Shar: Was sagt das Gesetz dazu?

Paragraf 11b verbietet Zuchten, bei denen umgestaltete Körperteile zu Schmerzen, Leiden oder Schäden führen.

Shar: In welche FCI-Gruppe gehört er?

In Gruppe 2, Sektion 2.1 der Molosser und doggenartigen Hunde. Die Standardnummer lautet 309.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Ob Falten, Augen oder Ohren eines einzelnen Hundes Probleme machen, beurteilt nur die Tierarztpraxis.