Yorkshire Terrier: Wesen, Größe und Fellpflege

Yorkshire Terrier: Wesen, Größe und Fellpflege

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 22.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Standard nennt ein Gewicht bis 3,2 kg.
  • Yorkies haaren nicht, brauchen aber tägliche Fellpflege.
  • 🔴 „Teacup" ist keine Größe aus dem Rassestandard.
  • Ursprünglicher Job: Rattenfänger in England ab 1850.

Der Yorkshire Terrier wird oft wie ein Accessoire behandelt. Kleines Format, langes Haar, Handtaschenformat. Das wird ihm nicht gerecht. Ich gehe die Rassedaten des VDH durch und zeige, warum der Terrier im Namen ernst gemeint ist.

Die kurze Antwort

Ein bis zu 3,2 Kilogramm leichter englischer Terrier mit langem, glattem Haar. Selbstbewusst im Kopf, anspruchsvoll in der Pflege.

🔴 Finger weg von

Angeboten mit Begriffen wie Teacup oder Mini. Der Rassestandard kennt keine solche Größe.

Herkunft und Rassedaten

Die ersten konkreten Beschreibungen des Yorkshire Terriers gehen laut VDH auf das Jahr 1850 zurück. Der Name stammt von der englischen Grafschaft Yorkshire. Gehalten wurde er ursprünglich als Rattenfänger.

Wacher Yorkshire Terrier steht aufmerksam auf einer Wiese
Der Terrier im Namen ist ernst gemeint: Der Yorkie sucht Aufgaben.

Beim Gewicht bleibt der Standard knapp: bis 3,2 Kilogramm. Die FCI führt ihn in Gruppe 3, den Terriern, Sektion 4 Zwerg-Terrier, ohne Arbeitsprüfung. Die Standardnummer lautet 86.

Merkmal Angabe
MerkmalGewicht Angabebis 3,2 kg
MerkmalFell Angabelang, ganz glatt, mit Scheitel
MerkmalFarbe Angabeursprünglich Schwarz und Loh
MerkmalFCI AngabeGruppe 3, Sektion 4, Nr. 86
MerkmalUrsprung AngabeYorkshire, England, ab 1850

Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.

Wesen: klein im Format, groß im Auftreten

Der VDH formuliert es direkt: In dem kleinen Körper steckt ein selbstbewusster Hund. Er gilt als lebhaft, klug und temperamentvoll, zeigt daneben aber eine angenehme Ausgeglichenheit. Der Verband spricht von einer großen Persönlichkeit.

Frau kämmt zu Hause das lange Fell eines wachen Yorkshire Terriers
Tägliches Kämmen gehört bei dieser Rasse zum Pflichtprogramm.

Das passt zur Geschichte der Rasse. Ein Hund, der Ratten stellte, brauchte Mut und schnelle Entscheidungen. Diese Anlage steckt bis heute in ihm. Sie zeigt sich, wenn er einen fremden Hund anpöbelt, der zehnmal so schwer ist.

Aus meiner Erfahrung entsteht der häufigste Fehler genau hier. Ein Hund mit drei Kilogramm bekommt Dinge durch, die niemand einem Schäferhund erlauben würde. Anspringen, Bellen an der Tür, Ziehen an der Leine. Der VDH nennt konsequente Erziehung deshalb ausdrücklich. Wo du anfängst, steht in Hundeschule.

Zur Haltung schreibt der Verband, dass ein Yorkie in jede Wohnung passt. Abwechslung und Bewegung braucht er trotzdem. Der Rattenfänger von früher sucht auch heute Aufgaben. Zehn Minuten Suchspiel im Wohnzimmer wirken oft besser als eine weitere Runde um den Block. Passendes Futter für die ersten Monate findest du unter Welpen richtig füttern.

Fellpflege: der eigentliche Aufwand

Das Haarkleid ist lang und ganz glatt. Es fällt, durch einen Scheitel getrennt, zu beiden Seiten des Körpers herab. Die ursprüngliche Färbung ist Schwarz und Loh. Junge Hunde kommen dunkler zur Welt und hellen mit den Monaten auf.

Tierärztin untersucht das Gebiss eines wachen Yorkshire Terriers in der Praxis
Bei kleinen Rassen stehen die Zähne besonders im Fokus.

Yorkies haaren nicht, das macht sie für viele Haushalte attraktiv. Der Preis dafür ist tägliche Arbeit. Der VDH nennt tägliches Kämmen und Bürsten sowie regelmäßiges Baden. Wer sich den Schnitt nicht zutraut, findet Hilfe unter Hundefriseur.

Pflege im Alltag

  • Täglich kämmen, nicht nur bürsten.
  • Knoten vorsichtig auflösen, nie durchreißen.
  • Regelmäßig baden, danach vollständig trocknen.
  • 🔴 Haar über den Augen kürzen oder hochbinden.
  • Krallen und Pfotenballen im Blick behalten.

Zur Mundhygiene: Zähne putzen beim Hund.

🔴 Warum „Teacup“ ein Warnsignal ist

Im Netz kursieren Angebote mit Zusätzen wie Teacup, Mini oder Micro. Der Rassestandard kennt keine solche Größe. Was dort verkauft wird, sind Hunde unter dem ohnehin niedrigen Standardgewicht.

Rechtlich ist das nicht harmlos. Paragraf 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchten, bei denen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen, untauglich oder umgestaltet sind. Voraussetzung ist, dass daraus Schmerzen, Leiden oder Schäden entstehen.

Meine langjährige Erfahrung mit sehr kleinen Hunden führt zum selben Ergebnis wie der Gesetzestext. Je extremer die Verkleinerung, desto enger werden Kiefer, Luftwege und Gelenke. Wer einen Yorkie sucht, orientiert sich am Standard und nicht an einem Werbebegriff. Seriöse Züchter werben ohnehin nie mit solchen Zusätzen. Sie nennen Gewicht, Elterntiere und Gesundheitsdaten.

Die Zähne verdienen bei dieser Größe besondere Aufmerksamkeit. Im engen Kiefer stehen die Zähne dicht, Beläge halten sich hartnäckig. Was du dagegen tun kannst, steht in Zahnstein beim Hund entfernen.

Alltag, Kosten und Gesundheit

Ein kleiner Hund frisst wenig, das senkt die laufenden Kosten. Andere Posten bleiben trotzdem: Impfungen, Wurmkuren, Versicherung und die Steuer. Was die Kommune verlangt, steht in Hundesteuer.

Ich rate bei dieser Rasse zu einem festen Pflegetermin in der Woche. Krallen, Ohren, Augen und Zähne werden dabei kurz durchgesehen. Das dauert fünf Minuten und fällt sonst hinten runter.

Beim Sprung vom Sofa sehe ich das größte Alltagsrisiko. Drei Kilogramm landen hart, wenn die Höhe stimmt. Eine kleine Rampe oder ein Hocker davor löst das Problem ohne Diskussion.

Fazit: Der Yorkshire Terrier ist ein englischer Zwerg-Terrier mit bis zu 3,2 Kilogramm, langem glattem Haar und der ursprünglichen Färbung Schwarz und Loh. Sein Wesen beschreibt der VDH als selbstbewusst, lebhaft und klug bei angenehmer Ausgeglichenheit. Er passt in jede Wohnung, verlangt aber tägliche Fellpflege und klare Erziehung. Und er kommt in genau einer Größe: der aus dem Standard.

Häufige Fragen zum Yorkshire Terrier

Wie schwer wird ein Yorkshire Terrier?

Der Rassestandard nennt ein Gewicht bis 3,2 kg. Alles darunter ist keine eigene Größe, sondern schlicht ein leichterer Hund.

Woher kommt der Yorkie?

Aus England. Die ersten konkreten Beschreibungen gehen auf 1850 zurück, der Name stammt von der Grafschaft Yorkshire.

Wofür wurde er gezüchtet?

Als Rattenfänger. Der Terrier im Namen ist keine Zierde, sondern beschreibt seine ursprüngliche Arbeit.

Wie sieht das Fell aus?

Lang und ganz glatt. Es fällt, durch einen Scheitel getrennt, zu beiden Seiten des Körpers herab. Die ursprüngliche Färbung ist Schwarz und Loh.

Haart ein Yorkie?

Nein, der VDH nennt sie ausdrücklich nicht haarend. Dafür braucht das lange Haar tägliche Pflege.

Wie oft muss gebürstet werden?

Täglich kämmen und bürsten, dazu regelmäßiges Baden. Wer das schleifen lässt, kämpft schnell mit Knoten im langen Haar.

Wie ist sein Wesen?

Selbstbewusst, lebhaft, klug und temperamentvoll. Der VDH nennt zugleich eine angenehme Ausgeglichenheit.

Passt er in eine Wohnung?

Ja. Der VDH schreibt, dass ein Yorkie in jede Wohnung passt. Abwechslung und Bewegung braucht er trotzdem.

Braucht so ein kleiner Hund Erziehung?

Unbedingt. Der VDH nennt konsequente Erziehung ausdrücklich. Kleine Hunde bekommen sonst Freiheiten, die große nie hätten.

🔴 Was ist von Teacup-Yorkies zu halten?

Nichts. Diese Größe steht in keinem Standard. Extreme Verkleinerung berührt das Zuchtverbot in Paragraf 11b des Tierschutzgesetzes.

Welche Gesundheitsthemen sind typisch?

Bei kleinen Rassen stehen die Zähne im Vordergrund. Enge Kiefer begünstigen Beläge, deshalb gehört Zahnpflege in den Alltag.

In welche FCI-Gruppe gehört er?

In Gruppe 3, die Terrier, Sektion 4 Zwerg-Terrier, ohne Arbeitsprüfung. Die Standardnummer lautet 86.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Zahn- oder Gelenkproblemen entscheidet die Tierarztpraxis über das Vorgehen.