Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Offizieller Name: Kaukasischer Schäferhund.
- Rüden mindestens 50 kg, ohne Obergrenze.
- Bevorzugte Größe Rüden 72 bis 75 cm.
- Verwendung laut Standard: Wach- und Schutzhund.
Bärenhund klingt nach Legende. Genau so wird die Rasse oft vermarktet. Der Rassestandard nennt sie schlicht anders — und beschreibt sehr genau, worauf es ankommt.
Die kurze Antwort
Die FCI führt die Rasse als Kaukasischer Schäferhund mit der Standardnummer 328. Bärenhund ist kein offizieller Name.
Der entscheidende Punkt
Beim Gewicht nennt der Standard nur ein Minimum: 50 Kilogramm bei Rüden. Nach oben ist offen.
Was der Standard vorschreibt

Der FCI-Rassestandard Nr. 328 nennt als Ursprung die UdSSR, das Patronat liegt heute bei Russland. Der gültige offizielle Standard datiert auf den 13. Oktober 2010.
Geführt wird die Rasse in Gruppe 2, Sektion 2.2 bei den Molossern und Berghunden, ohne Arbeitsprüfung. Als Verwendung steht dort knapp: Wach- und Schutzhund.
FCI-Rassestandard Nr. 328, deutsche Fassung, gültiger Standard vom 13.10.2010.
Bemerkenswert ist der Zusatz zur Größe: Eine größere Statur ist akzeptabel, sofern der Körperbau harmonisch bleibt. Zusammen mit dem fehlenden Höchstgewicht erklärt das, warum einzelne Hunde deutlich über den genannten Zahlen liegen. Wie du selbst nachmisst, zeigt Widerristhöhe beim Hund.
Das Wesen im Wortlaut
Hier lohnt das genaue Zitat. Das Wesen ist ausgeglichen, aktiv, selbstbewusst, furchtlos und unabhängig. Der Kaukasische Schäferhund ist anhänglich und seinem Herrn untergeben. Dazu kommt: ein vorzüglicher Wachhund.

Zwei Wörter darin verdienen Aufmerksamkeit: selbstbewusst und unabhängig. Aus meiner Erfahrung heißt das im Alltag, dass so ein Hund Situationen selbst bewertet, statt auf ein Kommando zu warten. Genau dafür wurde er gezüchtet.
Fragen vor der Anschaffung
- Hast du Erfahrung mit selbstständig arbeitenden Schutzhunden?
- Ist dein Grundstück sicher eingezäunt?
- Wie regelst du Besuch, Handwerker und Postboten?
- Wer versorgt einen 50-Kilo-Hund, wenn du ausfällst?
- Wie viel Fellpflege kannst du bei 5 Zentimetern Unterwolle leisten?
Zur Einordnung ins Rassesystem hilft Hunderassen von A bis Z.
Fell und Farbe
Das Haar beschreibt der Standard als gerade, grob und abstehend, mit gut entwickelter Unterwolle. Sowohl Grannenhaar als auch Unterwolle sollen mindestens fünf Zentimeter lang sein.
Ich lese solche Fellbeschreibungen immer mit Blick auf die Pflege. Fünf Zentimeter Unterwolle heißen zweimal im Jahr Fellwechsel im großen Stil. Ohne festen Bürstplan verfilzt das Haar hinter den Ohren und an den Hosen zuerst.
Am Kopf und an den Vorderläufen bleibt das Haar kürzer und dichter. Das längere Deckhaar bildet an den Ohren Bürsten, am Hals eine Mähne und an der Hinterseite Hosen. Die Rute ist überall dicht behaart und wirkt dick und pelzig.

Bei der Farbe ist fast alles erlaubt: jede einheitliche Farbe, gescheckt oder getüpfelt. Ausgeschlossen sind einfarbig Schwarz, verwässertes Schwarz und Schwarz in jeder Kombination, dazu genetisch Blau und Leberbraun. Damit fällt diese Rasse aus der Liste in Schwarze Hunderassen heraus.
Was in Deutschland gilt
Zu den Ohren schreibt der Standard, dass natürlich belassene Ohren von gleichem Wert sind. In Deutschland ist das ohnehin die einzige Möglichkeit: § 6 des Tierschutzgesetzes verbietet das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen.
Ich rate bei dieser Rasse außerdem, den Zaun ernst zu nehmen. Ein Hund, der sein Revier selbstständig bewertet, braucht eine klare Grenze — und der Postbote ebenfalls. Ein Meter Maschendraht reicht dafür nicht.
§ 2 der Tierschutz-Hundeverordnung verlangt ausreichenden Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen — angepasst an Rasse, Alter und Gesundheitszustand.
Für die Prägephase nennt das zuständige Bundesministerium vier Stunden täglichen Umgang bis zur zwanzigsten Lebenswoche. Meine langjährige Erfahrung sagt: Bei einer Rasse dieser Größe entscheidet diese Zeit darüber, ob der erwachsene Hund führbar bleibt.
Was ein Hund dieser Größe für den Transport bedeutet, unterschätze ich selbst immer wieder. Ein 50-Kilo-Hund passt in kein normales Auto-Setup — hier lohnt der Blick auf die Vorgaben in Mit dem Hund Auto fahren.
Und noch ein praktischer Hinweis: Einzelne Bundesländer führen Rasselisten oder verlangen Sachkundenachweise. Prüfe das Landesrecht, bevor du dich festlegst — ähnlich wie beim Argentinische Dogge.
Für Haut und Fell zählen bei jeder Rasse dieselben Bausteine. Die B-Vitamine gibt es gebündelt im Lucky Pets Vitamin B-Komplex.

Einen genaueren Blick darauf wirft Großer Schweizer Sennenhund.
Größe und Gewicht im Verhältnis
Die Tabelle oben nennt den Rahmen. Der Standard legt darüber hinaus fest, wie die Maße zueinander stehen. Die Körperlänge liegt 3 bis 8 Prozent über der Widerristhöhe. Gebaut ist diese Rasse also leicht rechteckig, nie quadratisch.
Die Vorderläufe machen ungefähr 50 bis 52 Prozent der Widerristhöhe aus. Der Kopf verhält sich zum Fang wie 3 zu 2. Der Widerrist liegt etwas höher als die Kruppe. Steht die Hinterhand höher, führt der Standard das unter den schweren Fehlern.
Wichtige Proportionen wörtlich aus dem FCI-Standard Nr. 328, deutsche Fassung, gültiger Standard vom 13. Oktober 2010.
Das Gewicht bleibt der ungewöhnlichste Punkt dieses Standards. Genannt sind nur Mindestwerte: 50 Kilogramm bei Rüden, 45 bei Hündinnen. Nach oben steht dort nichts. Wer im Netz eine Zahl wie „bis 100 Kilogramm" liest, liest keine Standardangabe.
Haltung, Auslastung und Erziehung
Der geschichtliche Abriss im Standard erklärt den Alltag besser als jede Ratgeberliste. Ursprünglich bewachte diese Rasse Kuh- und Schafherden sowie Wohnsitze. Geschützt wurde vor Raubtieren und vor Angreifern.
Um 1920 begann in der UdSSR die gezielte Auswahlarbeit. Der Standard zählt auf, worauf gezüchtet wurde: körperliche Kraft, Selbstvertrauen, Furchtlosigkeit, scharf entwickeltes Gehör, gutes Sehvermögen sowie dichtes wasserabweisendes Haar. Ausdauer kam dazu.
Ein Hund mit diesem Paket sucht keine Beschäftigung. Er sucht ein Revier. Ballspiele und Hundesport laufen bei ihm oft ins Leere. Was er braucht, sind lange ruhige Gänge und eine klare Aufgabe im eigenen Umfeld. Wie andere Schutzrassen damit umgehen, zeigt Herdenschutzhunde im Überblick.
Als typische Gangart nennt der Standard den Trab. Den Gang beschreibt er als frei, elastisch und ruhig. Das passt zum Bild dieser Hunde. Sie arbeiten in Zeitlupe, bis es ernst wird.
„Ohne Arbeitsprüfung" heißt in Gruppe 2 nicht „ohne Ansprüche". Es heißt nur, dass die FCI für diese Rasse keinen Leistungsnachweis verlangt. Führen musst du einen selbstständigen Schutzhund trotzdem können.
Gesundheit und was der Standard ausschließt
Eine Lebenserwartung nennt Nummer 328 nicht. Rassetypische Krankheiten stehen dort ebenfalls nicht. Geliefert wird stattdessen eine lange Liste schwerer Fehler. Sie liest sich wie eine Checkliste für den Züchterbesuch.
Beim Bewegungsapparat wird das Papier deutlich. Aufgeführt sind schwache Knochen, schwache Muskulatur und schwache Gelenkbänder. Dazu kommen fehlende korrekte Winkelung, gebogene Unterarme sowie ein unharmonisches Gangwerk. Auch fehlender Schub aus der Hinterhand zählt dazu.
Am Auge steht eine Reihe, die viele Halter falsch einordnen. Große, hervorstehende, sehr helle Augen gelten als schwerer Fehler. Ebenso Augen, die die Nickhaut zeigen, sowie offene Augenlider. Lose Lider sind bei einem Molosser kein Schönheitsthema. Sie reizen das Auge dauerhaft.
Ein Satz zur Haut wird gern überlesen. Sie soll dick und ausreichend elastisch sein, ohne Falten und ohne Runzeln. Ein faltiger Riese entspricht dem Papier also nicht. Für die Haut selbst ist das die bessere Nachricht.
Beim Gebiss verlangt der Standard 42 Zähne in einem vollständigen Scheren- oder Zangengebiss. Straffrei bleibt allein das Fehlen der ersten Vorbackenzähne. Ganz oben in der Fehlerliste steht außerdem ein Wesenspunkt: das Fehlen von Selbstbewusstsein. Ein ängstlicher Kaukase ist kein sanfter Kaukase, sondern ein Zuchtfehler.
Eine zweite Grenze zieht der Gesetzgeber. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Verpaarungen, wenn Nachkommen erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen und dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten. Erblich bedingte Verhaltensstörungen zählen ausdrücklich dazu.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Bei dieser Rasse entscheidet die Herkunft mehr als bei fast jeder anderen. Frag zuerst nach Papieren eines Vereins, der einem FCI-Mitgliedsverband angehört. In Deutschland ist das der VDH.
Danach fährst du zum Wurf. Das Muttertier gehört dazu und muss sich zeigen lassen. Achte darauf, wie es auf dich als Fremden reagiert. Bei einem Schutzhund sagt dieser Moment mehr als jede Beschreibung im Inserat.
Frag nach der Widerristhöhe beider Elterntiere. Ein Rüde unter 68 Zentimetern liegt unterhalb des Standards, eine Hündin unter 64. Frag außerdem nach der Farbe. Einfarbig Schwarz ist ausgeschlossen, genetisch Blau und Leberbraun ebenfalls.
Das Abgabealter regelt die Tierschutz-Hundeverordnung. Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. Wer früher abgibt, braucht dafür ein tierärztliches Urteil. Alles andere ist ein Rechtsverstoß.
Mein Tipp: Lass dir bei der Übergabe die Unterlagen zeigen. Entwurmung, Erstimpfung und Mikrochip gehören dazu. Über Preise schreibe ich hier bewusst nichts. Ob ein Wurf seriös ist, zeigt der Züchter, nicht der Betrag.
Passt der Kaukasische Schäferhund zu dir?
Ich stelle Interessenten bei dieser Rasse drei Fragen. Die erste betrifft das Grundstück. Ein Schutzhund ohne klare Grenze bewacht irgendwann die halbe Straße mit.
Die zweite Frage betrifft Besuch. Wer spontan und oft Gäste hat, plant feste Abläufe ein: Tür, Zwischentür, ein Platz für den Hund. Wer sich das nicht vorstellen mag, sucht besser eine andere Rasse.
Die dritte Frage ist die unangenehme. Wer führt den Hund, wenn du für Wochen ausfällst? Ein Tier mit 50 Kilogramm und eigenem Urteil lässt sich nicht mal eben abgeben.
Für wen passt er also? Für Menschen mit Fläche, mit Ruhe und mit Erfahrung in der Führung selbstständiger Hunde. Für wen nicht? Für Ersthundehalter, für enge Etagenwohnungen und für alle, die einen unkomplizierten Familienhund suchen.
Fazit: Eine FCI-Rasse namens Kaukasischer Bärenhund existiert nicht. Der deutsche FCI-Rassestandard Nr. 328 führt sie als Kaukasischer Schäferhund, mit Ursprung UdSSR und Patronat Russland. Sie steht in Gruppe 2, Sektion 2.2 bei den Molossern und Berghunden und wird ohne Arbeitsprüfung geführt. Als Verwendung nennt der Standard Wach- und Schutzhund. Rüden erreichen bevorzugt 72 bis 75 Zentimeter bei mindestens 50 Kilogramm, Hündinnen 67 bis 70 Zentimeter bei mindestens 45 Kilogramm. Eine Gewichtsobergrenze gibt es nicht. Das Wesen wird als ausgeglichen, aktiv, selbstbewusst, furchtlos und unabhängig beschrieben. Grannenhaar und Unterwolle sollen jeweils mindestens fünf Zentimeter messen. Ausgeschlossen sind einfarbig Schwarz, Schwarz in jeder Kombination sowie genetisch Blau und Leberbraun.
Häufige Fragen zum Kaukasischen Schäferhund
Wie heißt der Kaukasische Bärenhund offiziell?
Kaukasischer Schäferhund. So steht es im deutschen FCI-Rassestandard Nr. 328.
Kaukasischer Bärenhund: Wie groß wird er?
Rüden bevorzugt 72 bis 75 Zentimeter, Hündinnen 67 bis 70.
Kaukasischer Bärenhund: Wie schwer wird er?
Rüden mindestens 50 Kilogramm, Hündinnen mindestens 45. Eine Obergrenze nennt der Standard nicht.
Kaukasischer Bärenhund: Wofür wurde er gezüchtet?
Der Standard nennt als Verwendung Wach- und Schutzhund.
Kaukasischer Bärenhund: Wie beschreibt der Standard sein Wesen?
Ausgeglichen, aktiv, selbstbewusst, furchtlos und unabhängig.
Kaukasischer Bärenhund: In welcher FCI-Gruppe steht er?
In Gruppe 2, Sektion 2.2 Molosser und Berghunde, ohne Arbeitsprüfung.
Kaukasischer Bärenhund: Wie lang ist sein Fell?
Grannenhaar und Unterwolle sollen jeweils mindestens fünf Zentimeter messen.
Kaukasischer Bärenhund: Welche Farben sind verboten?
Einfarbig Schwarz, verwässertes Schwarz, Schwarz in jeder Kombination, genetisch Blau und Leberbraun.
Kaukasischer Bärenhund: Dürfen die Ohren kupiert werden?
In Deutschland nicht. § 6 des Tierschutzgesetzes verbietet das Amputieren von Körperteilen.
Wertet die FCI unkupierte Ohren ab?
Nein. Der Standard sagt ausdrücklich, dass natürlich belassene Ohren gleichwertig sind.
Kaukasischer Bärenhund: Woher stammt die Rasse?
Der Standard nennt als Ursprung die UdSSR, das Patronat liegt bei Russland.
Ist das ein Anfängerhund?
Ein selbstbewusster, unabhängiger Schutzhund mit über 50 Kilogramm stellt hohe Ansprüche an die Führung.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 328 – Kaukasischer Schäferhund, deutsche Fassung (PDF)
- Tierschutzgesetz § 6 – Verbot des Amputierens (gesetze-im-internet.de)
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
- Bundesministerium (BMLEH) – Mehr Tierschutz bei Hunden
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Gesundheit und Belastbarkeit des einzelnen Hundes berät die Tierarztpraxis.
