Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 22.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Rüden 44–50 cm und 18–22 kg, Hündinnen 40–46 cm und 14–18 kg.
- 🔴 Das Fell wird geschoren, nicht frisiert.
- Treu, arbeitswillig und außergewöhnlich lernfähig.
- Herkunft: Hüte- und Wasserarbeit in Andalusien.
Der Spanische Wasserhund gilt als pflegeleicht. Ausnahmsweise stimmt das sogar. Der Grund ist allerdings ein anderer, als die meisten denken. Ich gehe die VDH-Angaben durch und zeige, worauf es bei dieser Rasse ankommt.
Die kurze Antwort
Ein mittelgroßer spanischer Arbeitshund von 40 bis 50 Zentimetern: treu, arbeitswillig und sehr ausgeglichen.
🔴 Der entscheidende Punkt
Das gelockte, wollige Haar wird geschoren, nicht gebürstet. Eine ästhetische Aufmachung verbietet der Standard.
Herkunft: Sumpf, Herde und Fischerboot
Der VDH datiert das Vorkommen dieses Hundes auf der Iberischen Halbinsel bis in früheste Zeiten. Er teilt die Abstammung mit dem alten Barbet. Die dichteste Population findet sich bis heute in Andalusien.

Dort arbeitet er als Hütehund und ist seit Jahrhunderten unter dem Namen Türkenhund bekannt. Seine Eigenschaften, vor allem die Fellqualität, sind an den Wechsel von Nässe und Trockenheit der Sumpfregionen angepasst. Das machte ihn zum Gehilfen von Jägern auf Wasserwild und von Fischern.
Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.
Der Standard beschreibt einen rustikalen, gut proportionierten Hund von athletischer Natur. Die gut entwickelte Muskulatur verdankt er regelmäßiger Arbeit — ein Satz, der mehr über den Bedarf sagt als jede Auslastungsempfehlung. Sehvermögen, Gehör und Geruchssinn sind gut entwickelt.
🔴 Wesen: arbeitswillig und außergewöhnlich lernfähig
Treu, gehorsam, freudig, arbeitswillig, wachsam und sehr ausgeglichen — so beschreibt der VDH das Wesen. Diese Kombination erklärt, warum die Rasse heute im Hundesport und im Rettungsdienst auftaucht.

Seine Lernfähigkeit nennt der Standard dank einer außergewöhnlich guten Auffassungsgabe stark ausgeprägt. Unter allen Bedingungen passt er sich jeder Situation an. Ich kenne kaum ein Rasseporträt, das so deutlich formuliert.
Aus meiner Erfahrung hat diese Lernfähigkeit eine Kehrseite. Ein Hund, der schnell begreift, lernt auch die unerwünschten Abläufe schnell. Wer ihn nicht beschäftigt, bekommt einen Spezialisten für Türklinken und Vorratsschränke. Wo du das kanalisierst, steht in Hundeschule.
Wachsamkeit gehört ebenfalls zur Beschreibung. Sie ist bei dieser Rasse kein Schutztrieb, sondern die Aufmerksamkeit eines Hütehundes. Wie sich Anspannung an der Leine zeigt, beschreibt Hund zieht an der Leine.
Alltag: Arbeit statt Runde
Die Tierschutz-Hundeverordnung setzt in § 2 den Mindestrahmen. Verlangt werden ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.
Angepasst wird das an Rasse, Alter und Gesundheitszustand. Bei einem Hund, dessen Muskulatur laut Standard auf regelmäßiger Arbeit beruht, heißt das mehr als zwei Runden ums Karree. Welpen bis zwanzig Wochen brauchen mindestens vier Stunden Umgang je Tag.

Was ein Spanischer Wasserhund im Alltag braucht
- Regelmäßige Arbeit, nicht nur Bewegung.
- Zugang zu Wasser, wann immer es geht.
- 🔴 Einen Schertermin statt einer Bürstenroutine.
- Kopfarbeit — er lernt schneller, als viele erwarten.
- Kontrolle der Ohren nach dem Baden.
Zur Beschäftigung im Alltag: Hundespielzeug.
Ich rate dazu, die Aufgabe vor dem Einzug festzulegen. Ein Hütehund aus dem Sumpf wird im Stadtpark nicht unglücklich, wenn er dort etwas zu tun bekommt — ohne Aufgabe dagegen schon. Was in der Wachstumsphase auf den Teller gehört, steht in Welpen richtig füttern.
Das Fell: scheren statt frisieren
Das Haar ist immer gelockt und wollig in der Textur. Bei kurzem Haar bleibt es gelockt, bei langem kann es Zotten bilden. Die Welpen kommen bereits mit gelocktem Haar zur Welt.
Geschorene Tiere sind ausdrücklich zugelassen. Der Standard stellt aber eine Bedingung: Die Schur muss stets gleichmäßig und vollständig sein und darf nie zu einer ästhetischen Aufmachung werden. Für Ausstellungen empfiehlt er maximal zwölf Zentimeter Haarlänge, bei gestrecktem Haar fünfzehn, mindestens jedoch drei Zentimeter. Wer sich unsicher fühlt, findet Hilfe unter Hundefriseur.
Meine langjährige Erfahrung mit Wasserhunden zeigt, wo Probleme entstehen. Nasses, wolliges Haar trocknet langsam, besonders an Ohren und Achseln. Wer dort nicht kontrolliert, findet Reizungen statt Locken. Was gereizte Haut auslöst, beschreibt Juckreiz beim Hund.
Fazit: Der Spanische Wasserhund heißt offiziell Perro de Agua Español und stammt von der Iberischen Halbinsel. Rüden messen 44 bis 50 Zentimeter bei 18 bis 22 Kilogramm, Hündinnen 40 bis 46 Zentimeter bei 14 bis 18 Kilogramm. Sein Wesen ist treu, arbeitswillig, wachsam und sehr ausgeglichen, seine Lernfähigkeit außergewöhnlich. Das gelockte, wollige Haar wird geschoren, nicht frisiert — gleichmäßig und ohne ästhetische Absicht. Wer ihm Arbeit gibt, bekommt einen der anpassungsfähigsten Hunde überhaupt.
Häufige Fragen zum Spanischen Wasserhund
Wie groß wird ein Spanischer Wasserhund?
Rüden messen 44 bis 50 cm, Hündinnen 40 bis 46 cm. Der Standard erlaubt jeweils zwei Zentimeter Toleranz.
Wie schwer wird er?
Rüden wiegen 18 bis 22 kg, Hündinnen 14 bis 18 kg. Damit bleibt er im mittleren Bereich.
Wie heißt die Rasse offiziell?
Perro de Agua Español. Im deutschen Sprachraum ist Spanischer Wasserhund gebräuchlich.
Wie ist sein Wesen?
Treu, gehorsam, freudig, arbeitswillig, wachsam und sehr ausgeglichen. So fasst der VDH es zusammen.
Ist er leicht zu erziehen?
Seine Lernfähigkeit ist dank außergewöhnlich guter Auffassungsgabe stark ausgeprägt. Er passt sich jeder Situation an.
🔴 Muss man das Fell bürsten?
Nein. Das Haar ist immer gelockt und wollig, geschorene Tiere sind ausdrücklich zugelassen.
Wie lang darf das Haar sein?
Für Ausstellungen empfiehlt der Standard maximal 12 cm, bei gestrecktem Haar 15 cm. Das Minimum liegt bei 3 cm.
Welche Farben sind erlaubt?
Einfarbig weiß, schwarz oder braun sowie zweifarbig weiß mit schwarz oder braun. Dreifarbige Hunde sind nicht zulässig.
Woher stammt die Rasse?
Von der Iberischen Halbinsel. Sie teilt die Abstammung mit dem alten Barbet.
Wo ist sie heute am häufigsten?
In Andalusien. Dort arbeitet sie als Hütehund und heißt seit Jahrhunderten Türkenhund.
Wofür wurde er eingesetzt?
Als Hütehund und als Gehilfe von Jägern auf Wasserwild sowie von Fischern in Sumpfregionen.
In welche FCI-Gruppe gehört er?
In Gruppe 8, Sektion 3 der Wasserhunde. Die Standardnummer lautet 336.
Quellen
- VDH Rasselexikon – Perro de Agua Español (Spanischer Wasserhund)
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Haut, Ohren und Belastung berät die Tierarztpraxis individuell.
