Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 22.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Der Standard nennt ein Gewicht bis 3,2 kg.
- Yorkies haaren nicht, brauchen aber tägliche Fellpflege.
- „Teacup" ist keine Größe aus dem Rassestandard.
- Ursprünglicher Job: Rattenfänger in England ab 1850.
Der Yorkshire Terrier wird oft wie ein Accessoire behandelt. Kleines Format, langes Haar, Handtaschenformat. Das wird ihm nicht gerecht. Ich gehe die Rassedaten des VDH durch und zeige, warum der Terrier im Namen ernst gemeint ist.
Die kurze Antwort
Ein bis zu 3,2 Kilogramm leichter englischer Terrier mit langem, glattem Haar. Selbstbewusst im Kopf, anspruchsvoll in der Pflege.
Finger weg von
Angeboten mit Begriffen wie Teacup oder Mini. Der Rassestandard kennt keine solche Größe.
Herkunft und Rassedaten
Die ersten konkreten Beschreibungen des Yorkshire Terriers gehen laut VDH auf das Jahr 1850 zurück. Der Name stammt von der englischen Grafschaft Yorkshire. Gehalten wurde er ursprünglich als Rattenfänger.

Beim Gewicht bleibt der Standard knapp: bis 3,2 Kilogramm. Die FCI führt ihn in Gruppe 3, den Terriern, Sektion 4 Zwerg-Terrier, ohne Arbeitsprüfung. Die Standardnummer lautet 86.
Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.
Wesen: klein im Format, groß im Auftreten
Der VDH formuliert es direkt: In dem kleinen Körper steckt ein selbstbewusster Hund. Er gilt als lebhaft, klug und temperamentvoll, zeigt daneben aber eine angenehme Ausgeglichenheit. Der Verband spricht von einer großen Persönlichkeit.

Das passt zur Geschichte der Rasse. Ein Hund, der Ratten stellte, brauchte Mut und schnelle Entscheidungen. Diese Anlage steckt bis heute in ihm. Sie zeigt sich, wenn er einen fremden Hund anpöbelt, der zehnmal so schwer ist.
Aus meiner Erfahrung entsteht der häufigste Fehler genau hier. Ein Hund mit drei Kilogramm bekommt Dinge durch, die niemand einem Schäferhund erlauben würde. Anspringen, Bellen an der Tür, Ziehen an der Leine. Der VDH nennt konsequente Erziehung deshalb ausdrücklich. Wo du anfängst, steht in Hundeschule.
Zur Haltung schreibt der Verband, dass ein Yorkie in jede Wohnung passt. Abwechslung und Bewegung braucht er trotzdem. Der Rattenfänger von früher sucht auch heute Aufgaben. Zehn Minuten Suchspiel im Wohnzimmer wirken oft besser als eine weitere Runde um den Block. Passendes Futter für die ersten Monate findest du unter Welpen richtig füttern.
Fellpflege: der eigentliche Aufwand
Das Haarkleid ist lang und ganz glatt. Es fällt, durch einen Scheitel getrennt, zu beiden Seiten des Körpers herab. Die ursprüngliche Färbung ist Schwarz und Loh. Junge Hunde kommen dunkler zur Welt und hellen mit den Monaten auf.

Yorkies haaren nicht, das macht sie für viele Haushalte attraktiv. Der Preis dafür ist tägliche Arbeit. Der VDH nennt tägliches Kämmen und Bürsten sowie regelmäßiges Baden. Wer sich den Schnitt nicht zutraut, findet Hilfe unter Hundefriseur.
Pflege im Alltag
- Täglich kämmen, nicht nur bürsten.
- Knoten vorsichtig auflösen, nie durchreißen.
- Regelmäßig baden, danach vollständig trocknen.
- Haar über den Augen kürzen oder hochbinden.
- Krallen und Pfotenballen im Blick behalten.
Zur Mundhygiene: Zähne putzen beim Hund.
Warum „Teacup“ ein Warnsignal ist
Im Netz kursieren Angebote mit Zusätzen wie Teacup, Mini oder Micro. Der Rassestandard kennt keine solche Größe. Was dort verkauft wird, sind Hunde unter dem ohnehin niedrigen Standardgewicht.
Rechtlich ist das nicht harmlos. Paragraf 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchten, bei denen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen, untauglich oder umgestaltet sind. Voraussetzung ist, dass daraus Schmerzen, Leiden oder Schäden entstehen.
Meine langjährige Erfahrung mit sehr kleinen Hunden führt zum selben Ergebnis wie der Gesetzestext. Je extremer die Verkleinerung, desto enger werden Kiefer, Luftwege und Gelenke. Wer einen Yorkie sucht, orientiert sich am Standard und nicht an einem Werbebegriff. Seriöse Züchter werben ohnehin nie mit solchen Zusätzen. Sie nennen Gewicht, Elterntiere und Gesundheitsdaten.
Die Zähne verdienen bei dieser Größe besondere Aufmerksamkeit. Im engen Kiefer stehen die Zähne dicht, Beläge halten sich hartnäckig. Was du dagegen tun kannst, steht in Zahnstein beim Hund entfernen.
Alltag, Kosten und Gesundheit
Ein kleiner Hund frisst wenig, das senkt die laufenden Kosten. Andere Posten bleiben trotzdem: Impfungen, Wurmkuren, Versicherung und die Steuer. Was die Kommune verlangt, steht in Hundesteuer.
Ich rate bei dieser Rasse zu einem festen Pflegetermin in der Woche. Krallen, Ohren, Augen und Zähne werden dabei kurz durchgesehen. Das dauert fünf Minuten und fällt sonst hinten runter.
Beim Sprung vom Sofa sehe ich das größte Alltagsrisiko. Drei Kilogramm landen hart, wenn die Höhe stimmt. Eine kleine Rampe oder ein Hocker davor löst das Problem ohne Diskussion.
Im Alltag lässt sich ergänzend ein Pulver ins Futter geben, etwa das Lucky Pets Zahnpflegepulver mit Petersilie und gereinigter Kieselgur.

Einen genaueren Blick darauf wirft Lefzen beim Hund.
Mehr dazu steht in >Tschechoslowakischer Wolfshund.
So sieht der Yorkshire Terrier aus
Das Gesamtbild fasst der Rassestandard in wenigen Worten. Er nennt den Yorkie sehr kompakt und adrett, dazu aufrecht in der Haltung. Ausstrahlen soll er ein Fluidum von „Wichtigkeit". Der Schädel ist ziemlich klein und flach, der Fang nicht zu lang. Die Augen sind mittelgroß und dunkel, sie blicken geradeaus und stehen nicht hervor.
Der FCI-Standard Nr. 86 nennt das Körperhaar mittellang, völlig gerade und glänzend. Die Textur soll fein und seidig sein, keinesfalls wollig. Behindern darf das Haar den Hund nie. Ein Scheitel reicht von der Nase bis zur Rutenspitze.
Bei der Farbe wird der Text sehr genau. Über dem Rücken verlangt er dunkles Stahlblau, ausdrücklich kein Silberblau. Diese Farbe reicht vom Hinterhauptbein bis zum Rutenansatz. Beigemischtes falbfarbenes oder bronzefarbenes Haar ist unerwünscht. Die Brust trägt ein volles, helles Tan.
Das lange Haar an Kopf und Fang heißt im Standard „fall". Es zeigt eine satte, goldene Tan-Farbe. Seitlich am Kopf, am Ohrenansatz und am Fang wird diese Farbe noch kräftiger. In den Nacken darf sie sich nicht ausbreiten. Rußig oder mit dunklem Haar vermischt darf sie ebenfalls nicht sein.
Alle tanfarbenen Haare sind an der Wurzel dunkler als in der Mitte. Zur Spitze hin hellen sie weiter auf. An den Vorderläufen endet das Tan spätestens an den Ellenbogen, an den Hinterläufen an den Kniegelenken. Die Ohren beschreibt der Text als klein, V-förmig und aufrecht getragen. Nasenschwamm und Krallen sind schwarz.
Größe und Gewicht
Hier hat der Standard eine Lücke, die kaum jemand benennt. Er führt ein Höchstgewicht auf, aber keine einzige Zentimeterangabe. Eine Widerristhöhe steht in Nr. 86 nirgends — weder für Rüden noch für Hündinnen.
FCI-Standard Nr. 86, deutsche Fassung vom 22.02.2012, gültiger Standard vom 10.11.2011.
Das ist kein Versehen. Beim Yorkshire Terrier zählt das Gewicht. Rüde und Hündin teilen sich dieselbe Obergrenze, eine Trennung nach Geschlecht kennt der Text nicht.
Wer im Netz eine Zentimeterzahl für den Yorkie liest, liest keine Zahl aus dem Standard. Solche Angaben stammen von Portalen, die untereinander abschreiben. Aus meiner Erfahrung hilft die ehrliche Auskunft beim Kauf mehr. Frag den Züchter nach dem Gewicht der Elterntiere.
Eine Untergrenze fehlt übrigens ebenso. Gegen Teacup-Angebote hilft deshalb kein Mindestmaß aus dem Standard. Es hilft der Blick auf das, was extreme Verkleinerung mit Kiefer, Luftwegen und Gelenken anstellt.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Ein Yorkie mit Papieren kommt aus einem Verein unter dem Dach des VDH. Die Ahnentafel weist Elterntiere und Zuchtbuchnummer aus. Fehlen die Papiere, fehlt dir jeder Weg, die Herkunft zu prüfen.
Ich sehe mir den Wurf immer beim Züchter zu Hause an. Die Mutter gehört dazu, nicht nur ein Foto von ihr. Wer Welpen auf einem Parkplatz übergibt, hat etwas zu verbergen.
Vor der achten Lebenswoche darf ein Welpe die Mutter nicht verlassen. Frag nach Entwurmung, Impfpass und Chipnummer. Gute Züchter legen diese Unterlagen von selbst auf den Tisch. Sie fragen umgekehrt auch dich aus.
Der Standard schließt am Ende mit einem Satz zur Zucht ab. Verwendet werden sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde. Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde führt er als disqualifizierenden Fehler. Dasselbe gilt für deutliche körperliche Abweichungen.
Preise nenne ich hier bewusst nicht. Sie sagen wenig über die Zucht dahinter aus.
Passt der Yorkshire Terrier zu dir?
Das Wesen fasst der Standard in zwei Zeilen. Er nennt den Yorkie einen regen und intelligenten Zwerg-Terrier, lebhaft bei ausgeglichenen Wesensanlagen. Beschrieben ist damit ein Zuchtziel, nicht dein künftiger Hund. Welcher Charakter tatsächlich bei dir einzieht, entscheiden Wurf, Aufzucht und die ersten Monate.
Er passt in jede Wohnung, so steht es beim VDH. Damit ist die eigentliche Frage aber nicht beantwortet. Sie lautet: Wie viel Zeit gibst du täglich dem Fell?
Zehn Minuten Kämmen am Tag reichen aus. Wer die nicht erübrigt, lässt das Haar kurz scheren und plant Termine beim Hundefriseur ein. Beide Wege sind in Ordnung. Der dritte Weg, gar nichts zu tun, endet in verfilztem Haar.
Mit sehr kleinen Kindern sehe ich diese Rasse kritisch. Drei Kilogramm vertragen kein unbedachtes Hochheben. Ältere Kinder, die Regeln einhalten, passen dagegen gut zu einem Yorkie.
Für Ersthundehalter ist die Rasse machbar. Klein heißt hier trotzdem nicht pflegeleicht. Wer einen Hund sucht, der nebenher mitläuft, sollte weitersuchen. Wer Freude an Fellarbeit und klaren Regeln hat, bekommt einen wachen, sehr anhänglichen Begleiter.
Fazit: Der Yorkshire Terrier ist ein englischer Zwerg-Terrier mit bis zu 3,2 Kilogramm, langem glattem Haar und der ursprünglichen Färbung Schwarz und Loh. Sein Wesen beschreibt der VDH als selbstbewusst, lebhaft und klug bei angenehmer Ausgeglichenheit. Er passt in jede Wohnung, verlangt aber tägliche Fellpflege und klare Erziehung. Und er kommt in genau einer Größe: der aus dem Standard.
Häufige Fragen zum Yorkshire Terrier
Yorkshire Terrier: Wie schwer wird ein Yorkshire Terrier?
Der Rassestandard nennt ein Gewicht bis 3,2 kg. Alles darunter ist keine eigene Größe, sondern schlicht ein leichterer Hund.
Woher kommt der Yorkie?
Aus England. Die ersten konkreten Beschreibungen gehen auf 1850 zurück, der Name stammt von der Grafschaft Yorkshire.
Yorkshire Terrier: Wofür wurde er gezüchtet?
Als Rattenfänger. Der Terrier im Namen ist keine Zierde, sondern beschreibt seine ursprüngliche Arbeit.
Yorkshire Terrier: Wie sieht das Fell aus?
Lang und ganz glatt. Es fällt, durch einen Scheitel getrennt, zu beiden Seiten des Körpers herab. Die ursprüngliche Färbung ist Schwarz und Loh.
Haart ein Yorkie?
Nein, der VDH nennt sie ausdrücklich nicht haarend. Dafür braucht das lange Haar tägliche Pflege.
Wie oft muss gebürstet werden?
Täglich kämmen und bürsten, dazu regelmäßiges Baden. Wer das schleifen lässt, kämpft schnell mit Knoten im langen Haar.
Yorkshire Terrier: Wie ist sein Wesen?
Selbstbewusst, lebhaft, klug und temperamentvoll. Der VDH nennt zugleich eine angenehme Ausgeglichenheit.
Yorkshire Terrier: Passt er in eine Wohnung?
Ja. Der VDH schreibt, dass ein Yorkie in jede Wohnung passt. Abwechslung und Bewegung braucht er trotzdem.
Braucht so ein kleiner Hund Erziehung?
Unbedingt. Der VDH nennt konsequente Erziehung ausdrücklich. Kleine Hunde bekommen sonst Freiheiten, die große nie hätten.
Was ist von Teacup-Yorkies zu halten?
Nichts. Diese Größe steht in keinem Standard. Extreme Verkleinerung berührt das Zuchtverbot in Paragraf 11b des Tierschutzgesetzes.
Welche Gesundheitsthemen sind typisch?
Bei kleinen Rassen stehen die Zähne im Vordergrund. Enge Kiefer begünstigen Beläge, deshalb gehört Zahnpflege in den Alltag.
Yorkshire Terrier: In welche FCI-Gruppe gehört er?
In Gruppe 3, die Terrier, Sektion 4 Zwerg-Terrier, ohne Arbeitsprüfung. Die Standardnummer lautet 86.
Quellen
- VDH Rasselexikon – Yorkshire Terrier
- § 11b Tierschutzgesetz – Verbot der Qualzüchtung
- FCI-Rassestandard Nr. 86 – Yorkshire Terrier, deutsche Fassung (PDF)
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Zahn- oder Gelenkproblemen entscheidet die Tierarztpraxis über das Vorgehen.
