Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 24.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Wirkstoff Lokivetmab, ein Antikörper gegen den Juckreiz-Botenstoff IL-31.
- Wirkbeginn acht Stunden nach der Gabe.
- In einer Untersuchung sprachen 116 von 132 Hunden an.
- Wird gespritzt, nicht zu Hause gegeben.
Die kurze Antwort
Cytopoint fängt den Botenstoff ab, der Juckreiz auslöst. Damit bricht der Kratz-Kreislauf, nicht die Allergie.
🔴 Der entscheidende Punkt
Es ist kein Kortison. Der Antikörper trifft eine einzige Zielstruktur und lässt den Rest des Immunsystems unberührt.
Ein Hund, der sich blutig kratzt, kommt aus dem Kreislauf nicht heraus. Kratzen reizt die Haut, die gereizte Haut juckt stärker, er kratzt mehr.
Atopische Dermatitis heißt die häufigste Ursache dahinter — eine Allergie gegen Stoffe aus der Umgebung, die sich an der Haut zeigt statt an der Nase.

Cytopoint setzt genau an diesem Kreislauf an. Und zwar an einer Stelle, die man erst seit wenigen Jahren so genau kennt.
Aus meiner Erfahrung ist das der Punkt, den Halter am meisten unterschätzen: Es geht um einen einzigen Botenstoff, nicht um das Immunsystem als Ganzes.
Was der Wirkstoff macht
Lokivetmab ist ein Antikörper, der eigens an den Hund angepasst wurde. Sein Ziel ist ein Botenstoff namens Interleukin-31 — die Wirkstoffbeschreibung der Universität Zürich nennt ihn den Schlüsselstoff beim Juckreiz.
Dieser Botenstoff dockt normalerweise an einem Empfänger auf der Zelle an und löst dort das Juckreizsignal aus. Der Antikörper fängt ihn vorher ab.
Damit kommt das Signal nicht mehr in der Zelle an. Der Kreislauf aus Jucken und Kratzen wird unterbrochen.
Paul-Ehrlich-Institut, Stand 24. August 2026.
Wie schnell und wie gut es wirkt
Der Effekt setzt schnell ein. Acht Stunden nach der Gabe beginnt die Wirkung gegen den Juckreiz — so steht es in der Übersicht zur Anwendung beim Hund.
Geprüft wurde an 132 Hunden mit atopischer Dermatitis, Futtermittelallergie oder einer allergischen Hautentzündung ohne bekannte Ursache.

116 dieser Hunde zeigten eine Linderung. Das sind 87,8 Prozent.
Bleiben rund zwölf Prozent, bei denen es nicht half. Das ist keine kleine Zahl, wenn der eigene Hund dazugehört.
Ich halte diese Ehrlichkeit für wichtig. Wer mit hundertprozentigem Erfolg rechnet, ist nach der ersten Spritze enttäuscht und setzt zu früh ab.
Bei starkem Juckreiz und bei großen Hunden zeigte die Untersuchung übrigens die deutlichsten Effekte. Wer wenig Beschwerden hat, merkt entsprechend wenig Veränderung.
Mein Rat an dieser Stelle: Vereinbare vor der ersten Gabe, woran ihr den Erfolg messen wollt. Schlaf, Kratzhäufigkeit, Hautbild — irgendetwas Konkretes.
Was es von anderen Mitteln unterscheidet
Kortison dämpft die Entzündung breit. Es wirkt an vielen Stellen gleichzeitig, deshalb sind die Begleiterscheinungen bekannt.
Der Antikörper trifft dagegen eine einzige Zielstruktur. Wie ein anderer moderner Ansatz arbeitet, zeigt Apoquel für Hunde.
Beide Wege haben gemeinsam, dass sie den Juckreiz nehmen. Keiner von beiden beseitigt die Allergie.

Was parallel geklärt gehört
- Wurde eine Futtermittelallergie ausgeschlossen?
- Sind Parasiten als Auslöser geprüft worden?
- Gibt es eine bakterielle Hautentzündung, die mitbehandelt werden muss?
- Wie sieht die Haut zwischen den Behandlungen aus?
Meine langjährige Erfahrung sagt: Wer nur den Juckreiz behandelt, behandelt jahrelang — ohne je die Ursache zu finden.
Warum die Ursachensuche weitergeht
Eine Futterallergie beim Hund lässt sich durch Weglassen behandeln. Eine Umweltallergie nicht.
Deshalb gehört die Diagnostik parallel. Woran man die Auslöser erkennt, steht in Juckreiz beim Hund.
Häufig übersehen werden Parasiten. Milben beim Hund erzeugen denselben Juckreiz und sind behandelbar.
§ 2 des Tierschutzgesetzes verlangt vom Halter die erforderlichen Kenntnisse. Bei einem juckenden Hund heißt das: nicht bei der Linderung stehenbleiben.
Was ich Haltern rate
Notiere den Juckreiz auf einer Skala von null bis zehn, einmal am Tag. Das klingt kleinlich und ist doch die einzige Grundlage, auf der sich später etwas vergleichen lässt.
In meiner Erfahrung merken Halter am Verlauf dieser Zahl früher als am Gefühl, wenn die Wirkung nachlässt.
Und sieh dir die Haut zwischen den Behandlungen an. Eine bakterielle Entzündung wie bei Pyodermie bei Hunden braucht eine eigene Behandlung.
Aus meiner Erfahrung lohnt außerdem ein Foto der betroffenen Stelle, immer aus demselben Abstand. Veränderungen über Wochen sieht man auf zwei Bildern nebeneinander sofort — im Gedächtnis dagegen kaum.
Die Ohren gehören dabei mit angesehen. Bei Allergikern kippen sie oft zuerst, siehe Ohrenentzündung beim Hund.
Meine langjährige Erfahrung sagt: Ein Hund, dessen Juckreiz gut eingestellt ist, wirkt auch im Wesen anders. Er schläft durch, spielt wieder, ist ansprechbar. Das ist der eigentliche Maßstab, nicht die Zahl auf der Skala.
Fazit: Cytopoint enthält den Wirkstoff Lokivetmab, einen caninisierten monoklonalen Antikörper, der gezielt den Botenstoff Interleukin-31 abfängt. Dieser Stoff hat bei der Auslösung von Juckreiz eine Schlüsselfunktion. Wird er blockiert, kann er nicht mehr an seinen Rezeptor binden. Die Signalübertragung in der Zelle bleibt damit aus, der Juckreiz-Kratz-Kreislauf wird unterbrochen. Eingesetzt wird das Präparat bei den sichtbaren Beschwerden der atopischen Dermatitis und bei Juckreiz infolge allergischer Hautentzündung. Die Wirkung beginnt acht Stunden nach der Gabe. In einer Untersuchung an 132 Hunden zeigten 116 eine Linderung des Juckreizes, also 87,8 Prozent. Zugelassen ist Cytopoint seit dem 25. April 2017 unter der Nummer EU/2/17/205, Zulassungsinhaber ist Zoetis Belgium S.A., Zieltierart ist der Hund. Die Allergie selbst behandelt das Mittel nicht.
Häufige Fragen zu Cytopoint
Was ist Cytopoint?
Ein Antikörper gegen Juckreiz beim Hund. Der Wirkstoff heißt Lokivetmab.
Wie wirkt er?
Er fängt einen Botenstoff namens Interleukin-31 ab. Dieser Stoff löst den Juckreiz aus — wird er blockiert, kommt das Signal nicht mehr an.
Wie schnell wirkt es?
Der Effekt gegen Juckreiz beginnt bereits acht Stunden nach der Gabe.
Wie gut wirkt es?
In einer Untersuchung an 132 Hunden zeigten 116 eine Linderung des Juckreizes, also 87,8 Prozent.
Ist das ein Kortison?
Nein. Es ist ein Antikörper und greift an einer einzigen, sehr eng umrissenen Stelle an.
Kann ich es selbst geben?
Nein. Es wird in der Tierarztpraxis gespritzt.
Wogegen wird es eingesetzt?
Gegen die sichtbaren Beschwerden der atopischen Dermatitis und gegen Juckreiz bei allergischer Hautentzündung.
Seit wann ist es zugelassen?
Seit dem 25. April 2017.
Wer ist Zulassungsinhaber?
Zoetis Belgium S.A., Zulassungsnummer EU/2/17/205.
Heilt es die Allergie?
Nein. Es unterbricht den Juckreiz-Kratz-Kreislauf. Die Allergie bleibt.
Quellen
- Paul-Ehrlich-Institut – Arzneimitteldatenbank, Cytopoint (EU/2/17/205)
- CliniPharm, Universität Zürich – Lokivetmab, Pharmakologie
- CliniPharm, Universität Zürich – Lokivetmab beim Hund
- Tierschutzgesetz § 2 – Pflichten des Tierhalters
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Cytopoint wird in der Tierarztpraxis gespritzt, die Menge dort berechnet.
