Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 22.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Rüden 66–74 cm, Hündinnen 64–70 cm.
- Gewicht: VDH 40–50 kg, FCI-Standard 45–60 kg bei Rüden.
- Nachts wachsamer als bei Tage.
- Ängstlichkeit gilt im Standard als Fehler.
Der Rafeiro do Alentejo ist in Deutschland kaum bekannt und in Portugal ein Stück Landwirtschaftsgeschichte. Bei den Zahlen widersprechen sich die Quellen sogar. Ich gehe beide durch.
Die kurze Antwort
Ein portugiesischer Herdenschutz- und Hofhund bis 74 Zentimeter: ruhig, selbstbewusst und nachts besonders wachsam.
Der entscheidende Punkt
Er nimmt das Bewachen sehr ernst — das ist Zuchtziel, nicht Erziehungsergebnis.
Zwei Quellen, zwei Gewichtsangaben
Bei der Widerristhöhe sind sich VDH und FCI-Standard Nr. 96 einig: Rüden messen 66 bis 74 Zentimeter, Hündinnen 64 bis 70.

Beim Gewicht gehen die Angaben auseinander. Der VDH nennt für Rüden 40 bis 50 Kilogramm und für Hündinnen 35 bis 45. Der FCI-Standard nennt dagegen 45 bis 60 Kilogramm bei Rüden und 35 bis 50 bei Hündinnen. Sein gültiger Originalstandard datiert auf den 4. November 2008, die deutsche Fassung auf den 27. Mai 2014. Maßgeblich ist die FCI-Fassung. Ich nenne trotzdem beide Werte, damit du eine Anzeige einordnen kannst, die sich auf den VDH beruft.
Beide Quellen am 22.08.2026 geprüft.
Das Haar beschreibt der VDH als kurz oder vorzugsweise mittellang, dick und glatt, bis zu den Zwischenzehenfalten regelmäßig verteilt. Der Kopf ist laut Standard voluminös und tendenziell massig, dabei ausgewogen zur Größe des Hundes.
Wesen: nachts wachsamer als am Tag
Der VDH führt zu dieser Rasse keinen Persönlichkeitsabschnitt. Die Beschreibung stammt deshalb vollständig aus dem FCI-Standard — und die fällt eindeutig aus.
Ein vorzüglicher Wachhund für Haus und Hof, dazu ein sehr hilfreicher Beschützer der Herden, nachts wachsamer als bei Tage. Seine Aufgabe, ihm anvertrautes Territorium oder Besitztum zu bewachen, nimmt er sehr ernst.
Aus meiner Erfahrung ist der nächste Satz für Käufer der wichtigste. Der Hund soll einen ruhigen und selbstbewussten Ausdruck haben, weder aggressiv noch ängstlich — und Ängstlichkeit führt der Standard ausdrücklich als Fehler. Wer einen unsicheren Welpen sieht, sieht keinen typischen Vertreter. Wo du die Grundlagen legst, steht in Hundeschule.
Die stärkere Wachsamkeit nachts ist bei einem Herdenschutzhund kein Zufall, sondern Arbeitsteilung mit dem Hirten. Im Wohngebiet wird daraus schnell ein Thema mit den Nachbarn. Wie sich Anspannung an der Leine zeigt, beschreibt Hund zieht an der Leine.
Herkunft: Fernweidewirtschaft und Beinahe-Aussterben
Man nimmt an, dass die Rasse von den molossoiden Hunden aus dem mittleren Osten abstammt. Wegen ihrer Größe und ihres Mutes wurde sie von Volksstämmen gehalten, deren Lebensunterhalt von der Tierhaltung abhing.
Mit dem Beginn der Fernweidewirtschaft trieb man die großen Herden im jahreszeitlichen Wechsel — im Sommer in die Berge, im Winter zurück ins Flachland. Begleitet wurden sie dabei immer von großen Hunden. Der VDH ergänzt: Der Rafeiro hütet nicht nur gut, er schützt die Herden auch vor Beutegreifern und Viehdieben.

Anfang des 20. Jahrhunderts gab es kaum noch Hunde dieses Typs. Trotzdem — oder gerade deswegen — erfolgte 1940 die erste Festlegung eines Standards.
Alltag mit einem Hund dieser Größe
Die Tierschutz-Hundeverordnung setzt in § 2 den Mindestrahmen. Verlangt werden ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.
Was ein Rafeiro im Alltag braucht
- Erfahrung mit Herdenschutzhunden, nicht nur mit großen Rassen.
- Ein sicher eingezäuntes Grundstück und klare Zuständigkeiten.
- Frühe, ruhige Begegnungen mit Besuch und fremden Hunden.
- Dosierte Bewegung im ersten Lebensjahr.
- Nachbarn, die nächtliche Wachsamkeit vertragen.
Zum Magenrisiko schwerer Rassen: Magendrehung beim Hund.
Ich rate dazu, die Gewichtsklasse praktisch durchzuspielen. Passt der Hund ins Auto, trägt der Behandlungstisch ihn, gibt es eine Waage dafür? Was in der Wachstumsphase auf den Teller gehört, steht in Welpen richtig füttern.
Meine langjährige Erfahrung mit schweren Rassen zeigt, dass der Bewegungsapparat über die späteren Jahre entscheidet. Der Standard wertet Fettleibigkeit sogar ausdrücklich als Fehler. Was dahintersteckt, erklärt Hüftdysplasie beim Hund.
Für Haut und Fell zählen bei jeder Rasse dieselben Bausteine. Die B-Vitamine gibt es gebündelt im Lucky Pets Vitamin B-Komplex.

So sieht der Rafeiro do Alentejo aus
Bei der Farbe ist der Standard erstaunlich weit. Erlaubt sind Schwarz, Wolfsgrau, Falbfarben und Gelb. Jede dieser Farben darf gestromt oder einfarbig auftreten.
Eine Bedingung gilt allerdings immer. Alle Farben müssen weiße Flecken tragen. Andernfalls ist der Hund weiß mit Flecken in einer dieser Farben. Ein rein einfarbiger Rafeiro ohne Weiß entspricht dem Standard also nicht.
Das Haar ist kurz oder vorzugsweise mittellang. Es soll dick, gerade und dicht sein und sich bis zu den Zwischenzehenfalten regelmäßig verteilen. Langes, harsches oder welliges Haar zählt zu den Fehlern.
Der Kopf ist voluminös und tendenziell massig, dabei ausgewogen zur Größe des Hundes. Die Augen sind klein, oval und braun, vorzugsweise dunkel. Der Ausdruck soll ruhig wirken.

Die Ohren sitzen mittelhoch und bewegen sich wenig. Sie sind klein, gefaltet und hängend, mit schmalem Ansatz. Die Rute reicht in Ruhe mindestens bis zum Sprunggelenk, vorzugsweise noch tiefer. In Bewegung darf der Hund sie höher tragen.
Der Körperbau und was er über die Aufgabe verrät
Neben den Zentimetern legt der Standard mehrere Verhältnisse fest. Sie erklären, warum dieser Hund trotz seiner Masse nicht wie ein Mastiff wirkt.
Nach dem FCI-Rassestandard Nr. 96, deutsche Fassung, geprüft am 22.08.2026.
Ein längerer als hoher Hund mit mäßig tiefer Brust läuft ökonomisch. Genau das brauchte ein Hund, der Herden über hunderte Kilometer begleitete. Der Standard beschreibt ihn als genügsam und ruhig, nicht als Kraftpaket.
Für den Alltag heißt das etwas Unerwartetes. Dieser Hund braucht keine sportliche Auslastung. Er braucht eine Aufgabe, ein überschaubares Revier und viel Ruhe zwischendurch.
Ich setze bei solchen Hunden auf ruhige, lange Wege statt auf Tempo. Suchspiele im eigenen Garten wirken bei einem Wächter oft besser als jede Sportgruppe.
Gesundheit und was der Standard ausschließt
Eine Lebenserwartung nennt weder das Rasselexikon noch der Standard. Was das Zuchtdokument hergibt, sind die Fehler. Bei dieser Rasse sind sie ungewöhnlich alltagsnah.
Beim Wesen steht dort ein einziges Wort: Ängstlichkeit. Beim Erscheinungsbild stehen dort drei Punkte: schlecht konditioniert, zu mager, zu dick. Ein Rassestandard, der Übergewicht als Fehler führt, ist selten.
Zu den schweren Fehlern zählt ein zu leicht gebauter Hund. Ebenso ein Kopf ohne Volumen oder ohne ausgewogenes Verhältnis zur Körpergröße. Teilweise kupierte Ohren stehen ebenfalls auf dieser Liste, in Deutschland ist das Kupieren ohnehin verboten. In Deutschland verbietet § 6 TierSchG das Kupieren, von eng begrenzten Ausnahmen abgesehen.
Aus meiner Sicht ist die Fettleibigkeit der praktisch wichtigste Punkt. Ein Hund mit 60 Kilogramm trägt jedes zusätzliche Kilo auf Hüften und Knien mit. Das Wachstum im ersten Lebensjahr entscheidet hier über viele spätere Jahre.
In Deutschland kommt § 11b des Tierschutzgesetzes dazu, das sogenannte Qualzuchtverbot. Es verbietet die Zucht, wenn bei den Nachkommen erblich bedingt Schäden oder Verhaltensstörungen zu erwarten sind.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Diese Rasse ist in Deutschland eine Rarität. Der Weg führt fast immer nach Portugal. Genau deshalb steht die Frage nach dem Zuchtverband und nach der Ahnentafel ganz vorne.
Lass dir Befunde beider Elterntiere zeigen. Hüfte und Ellenbogen gehören dazu, bei einem Hund dieser Masse zwingend. Fotos ersetzen keinen Befund.
Beim Abgabealter setzt § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung die Untergrenze. Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. Was sonst zum Kauf gehört, steht in Hundekauf.
Sieh dir den Wurf dort an, wo er aufwächst. Achte dabei auf unsichere Welpen. Der Standard führt Ängstlichkeit ausdrücklich als Fehler. Ein scheuer Wachhund wird im Alltag zum Problem.
Klär außerdem zwei Dinge vor der Reservierung. Erstens, ob deine Haftpflicht einen Hund dieser Größe einschließt. Zweitens, welche Praxis in deiner Nähe 60 Kilogramm überhaupt auf den Tisch bekommt.
Passt der Rafeiro do Alentejo zu dir?
Ehrlich wird es an dieser Stelle. Der Rafeiro passt zu sehr wenigen Haushalten, zu diesen dafür über viele Jahre.
Du brauchst ein Grundstück mit festem Zaun, keine Wohnung. Du brauchst Nachbarn, die einen nachts wachsamen Hund aushalten. Und du brauchst Erfahrung mit Hunden, die eigenständig entscheiden.
Für Hundesport ist er die falsche Wahl. Ein Wachhund läuft keine Runden, weil sein Mensch das schön findet.
Kinder im Haus schließen ihn nicht aus. Ständig wechselnder Besuch dagegen fordert dich bei einem territorialen Hund jedes Mal neu.
Wer ehrlich prüft und dabei zu einem Nein kommt, hat alles richtig gemacht. Beim Abwägen hilft Welche Hunderasse passt zu mir.
Fazit: Der Rafeiro do Alentejo ist ein portugiesischer Herdenschutz- und Hofhund. Rüden messen 66 bis 74 Zentimeter, Hündinnen 64 bis 70. Beim Gewicht weichen die Quellen ab: Der FCI-Standard nennt 45 bis 60 Kilogramm bei Rüden, der VDH 40 bis 50. Sein Ausdruck soll ruhig und selbstbewusst sein, weder aggressiv noch ängstlich — Ängstlichkeit gilt als Fehler. Nachts ist er wachsamer als am Tag. Seine Wachaufgabe nimmt er sehr ernst.
Häufige Fragen zum Rafeiro do Alentejo
Wie groß wird ein Rafeiro do Alentejo?
Rüden messen 66 bis 74 cm, Hündinnen 64 bis 70 cm. Beide Quellen stimmen hier überein.
Rafeiro do Alentejo: Wie schwer wird er?
Der VDH nennt 40 bis 50 kg für Rüden, der FCI-Standard 45 bis 60 kg. Bei Hündinnen lauten die Werte 35 bis 45 beziehungsweise 35 bis 50 kg.
Warum weichen die Gewichte ab?
Maßgeblich ist der FCI-Standard, dessen gültiger Originalstandard vom 4. November 2008 datiert. Die VDH-Zusammenfassung nennt engere Werte.
Rafeiro do Alentejo: Wofür wurde die Rasse gezüchtet?
Als Wachhund für Haus und Hof sowie als Beschützer der Herden.
Rafeiro do Alentejo: Wie ist sein Wesen?
Ruhig und selbstbewusst im Ausdruck, weder aggressiv noch ängstlich. Seine Wachaufgabe nimmt er sehr ernst.
Wann ist er am wachsamsten?
Nachts. Der Standard hält ausdrücklich fest, dass er nachts wachsamer ist als bei Tage.
Rafeiro do Alentejo: Was gilt beim Wesen als Fehler?
Ängstlichkeit. Beim Erscheinungsbild zählt es als Fehler, wenn ein Hund schlecht konditioniert, zu mager oder zu dick ist.
Rafeiro do Alentejo: Woher stammt die Rasse?
Aus Portugal. Man nimmt an, dass sie von molossoiden Hunden aus dem mittleren Osten abstammt.
Welche Rolle spielte die Fernweidewirtschaft?
Die Herden wurden im jahreszeitlichen Wechsel getrieben und dabei immer von großen Hunden begleitet.
War die Rasse einmal fast verschwunden?
Ja. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es kaum noch Hunde dieses Typs. 1940 wurde erstmals ein Standard festgelegt.
Rafeiro do Alentejo: Wie sieht das Fell aus?
Kurz oder vorzugsweise mittellang, dick und glatt, bis zu den Zwischenzehenfalten regelmäßig verteilt.
Rafeiro do Alentejo: In welche FCI-Gruppe gehört er?
In Gruppe 2, Sektion 2.2 der Molossoide und Berghunde. Die Standardnummer lautet 96.
Quellen
- VDH Rasselexikon – Rafeiro do Alentejo
- FCI-Rassestandard Nr. 96 – Rafeiro do Alentejo (deutsch)
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Gewicht, Gelenken und Verhalten berät die Tierarztpraxis individuell.
