Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Gestromt ist keine Farbe, sondern ein Muster über einer Grundfarbe.
- Der Dackel-Standard führt es wörtlich unter der Überschrift Farbmuster.
- Beim Hollandse Herdershond ist gestromt die einzige zugelassene Farbe.
- Beim Siberian Husky führt dasselbe Muster zur Disqualifikation.
Gestromt klingt nach einer Farbe. In den Rassestandards ist es keine. Ich habe die deutschen Standardtexte durchsucht und den Begriff in 45 davon gefunden.
Was dabei auffällt, ist die Bandbreite. Bei einer Rasse ist die Stromung Pflicht, bei mehreren anderen ein Ausschlussgrund.

Die kurze Antwort
Gestromt bezeichnet dunkle Streifen auf einer helleren Grundfarbe. Welche Grundfarbe erlaubt ist, legt jeder Standard einzeln fest.
Der entscheidende Punkt
Ob die Stromung erwünscht ist, hängt allein an der Rasse. Dieselbe Zeichnung kann Zuchtziel oder Ausschlussgrund sein.
Was gestromt in den Standards bedeutet
Am genauesten wird der Deutsche Boxer. Sein Standard kennt zwei Farben: Gelb oder gestromt. Die gestromte Varietät trägt auf gelbem Grund dunkle oder schwarze Streifen, die in Richtung der Rippen verlaufen.
Ein Satz darin ist der Prüfstein. Grundfarbe und Streifen müssen sich deutlich voneinander abheben. Verwaschene Streifen sind kein gutes Zeichen.
Die Französische Bulldogge wird ähnlich beschrieben. Ihr Standard Nr. 101 nennt eine mäßige, dunkle Querstromung auf falbem Grund, die das Fell getigert erscheinen lässt. Kräftige Stromung darf den falben Grund nicht abdecken.
Der Dackel-Standard Nr. 148 ordnet die Sache ein. Dort steht die Stromung unter der Überschrift Farbmuster, nicht unter Farbe. Die Farbe des gestromten Teckels ist rot mit dunkler Stromung.
Wie das Muster entsteht
Die technischste Beschreibung liefert ausgerechnet ein Standard, der die Stromung verbietet. Beim Siberian Husky heißt es, gestromt sei dunkles und helles einfarbiges Schutzhaar, das vertikal getigert ist.
Damit ist der Vorgang beschrieben. Nicht der ganze Hund ist gestreift, sondern das Deckhaar über einer durchgehenden Grundfarbe.
Beim japanischen Kai kommt ein zweiter Punkt dazu. Sein Standard Nr. 317 hält fest, dass die Welpen einfarbig zur Welt kommen. Gestromt werden sie erst im Lauf ihrer Entwicklung.
Wie die Stromung vererbt wird, steht in keinem dieser Texte. Rassestandards beschreiben das Ergebnis, nicht den Erbgang. Wer dazu eine Aussage braucht, fragt beim Zuchtverband nach.
Ein dritter Punkt betrifft die Haarart. Beim rauhaarigen Hollandse Herdershond kann die Stromung wegen des zerzausten Haares weniger auffallen. Dasselbe Muster sieht auf verschiedenen Fellarten verschieden aus.
Diese Standards nennen gestromt ausdrücklich
Die folgende Übersicht zeigt, wie unterschiedlich die Texte formulieren. Manche nennen die Stromung als eine von zwei Farben, andere als eine unter vielen.
Wörtlich aus den deutschen FCI-Standards, geprüft am 27.08.2026.
Zwei Einträge stechen heraus. Beim Bull Terrier wird der gestromte Hund bei sonst gleichen Voraussetzungen sogar bevorzugt. Wie andere Standards mit einfarbigen Hunden umgehen, zeigt Schwarze Hunderassen.
Der zweite Sonderfall ist der Pudel. Seine Fassung von 2024 führt unter den sonstigen Farben ausdrücklich Gestromt sowie Gestromt und Weiß auf.
Eine Rasse, bei der gestromt Pflicht ist
Der Hollandse Herdershond ist der klarste Fall in dieser Runde. Sein Standard nennt unter Farbe genau ein Wort: Gestromt.
Die Grundfarbe ist Gold oder Silber. Golden reicht dabei von heller Sandfarbe bis kastanienrot.

Die Stromung soll sich klar über den ganzen Körper erstrecken, auch an Kragen, Hosen und Rute. Zu viel Schwarz ist unerwünscht, eine schwarze Maske dagegen bevorzugt.
Rüden messen dort 57 bis 62 Zentimeter, Hündinnen 55 bis 60. Ein Gewicht führt dieser Standard nicht auf.
Wo dasselbe Muster ausgeschlossen ist
Bei mehreren Rassen steht die Stromung in der Liste der zuchtausschließenden Fehler. Der Husky-Standard formuliert das am kürzesten.
Merle-Muster oder gestromte Muster sind dort nicht erlaubt und zu disqualifizieren. Erlaubt sind ihm Schwarz, Grau, Wildfarbe, Sandfarben, Rot und Weiß.
Beim Dogue de Bordeaux ist jede andere Haarfarbe als Fauve ein Ausschlussgrund. Der Text nennt die Stromung dabei ausdrücklich beim Namen.
Der Shar Pei verlangt eine einheitliche Farbe. Albino, gestromt, Flecken und Tupfen stehen dort gemeinsam in der Ausschlussliste.
Wörtlich aus den deutschen FCI-Standards, geprüft am 27.08.2026.
Wenn du gezielt einen gestromten Hund suchst
- Lies den Farbabsatz des Standards, nicht nur den Rassenamen.
- Prüfe, welche Grundfarbe unter der Stromung erlaubt ist.
- Kläre, ob sich das Muster im ersten Lebensjahr noch verändert.
- Frag nach, ob die Stromung bei dieser Rasse ein Ausschlussgrund ist.
Wie Standards andere Zeichnungen regeln, zeigt Black and Tan.
Größe und Gewicht der bekanntesten gestromten Rassen
Die Stromung sagt nichts über das Format. Sie kommt bei Hunden von 25 Zentimetern ebenso vor wie bei Hunden von 90.
Wörtlich aus den deutschen FCI-Standards, geprüft am 27.08.2026.
Der letzte Eintrag ist der ungewöhnlichste. Beim Bull Terrier steht wörtlich, dass es keine Größen- oder Gewichtsgrenze gibt. Wie das beim Boxer aussieht, steht in Boxer: Größe, Wesen und Haltung.
Was die Stromung über den Hund sagt
Kein Standard leitet aus der Zeichnung ein Verhalten ab. Wesen, Aufgabe und Bewegung stehen jeweils in eigenen Abschnitten.
Aus meiner Erfahrung liest man das trotzdem in Anzeigen. Gestromte Hunde gelten dort mal als besonders wachsam, mal als besonders sanft.
Beide Zuschreibungen stehen in keinem Text. Der Deutsche-Dogge-Standard beschreibt seine gestromte Varietät ausschließlich über Grundfarbe, Streifen und Maske. Mehr zur Rasse steht in Die Deutsche Dogge.
Ein praktischer Hinweis bleibt trotzdem. Bei dunkler Stromung fallen Hautstellen und Parasiten schlechter auf. Ich gehe deshalb regelmäßig mit den Fingern durch das Fell.
Haut und Fell brauchen unabhängig von der Zeichnung B-Vitamine. Gebündelt stecken sie im Lucky Pets Vitamin B-Komplex auf Basis inaktivierter Bierhefe.

Welpenkauf: worauf du bei der Zeichnung achtest
Frag zuerst, um welche Rasse es überhaupt geht. Erst danach lässt sich beurteilen, ob die Stromung dort vorgesehen ist.
Meine langjährige Erfahrung mit Welpenkäufern zeigt eine wiederkehrende Lücke. Viele verlieben sich in ein Muster und lesen den Standard erst danach.
Sieh dir außerdem beide Elterntiere an. Bei Rassen mit später Ausfärbung sagt das Welpenfell wenig über das erwachsene Fell.
Passt ein gestromter Hund zu dir?

Die Frage entscheidet sich nicht an der Zeichnung. Sie entscheidet sich an der Rasse dahinter.
Zwischen einem Scottish Terrier mit zehn Kilogramm und einer Deutschen Dogge mit 90 Zentimetern Widerristhöhe liegen Welten. Beide dürfen gestromt sein.
Wer sich an der Optik orientiert, landet schnell bei einem Hund, dessen Aufgabe nicht zum eigenen Alltag passt.
Fazit: Gestromt ist ein Muster über einer Grundfarbe. Die Standards regeln es sehr unterschiedlich. Bei einer Rasse ist es die einzige erlaubte Farbe, bei mehreren anderen ein Grund für den Ausschluss aus der Zucht.
Häufige Fragen zu gestromten Hunden
Was heißt gestromt beim Hund?
Dunkle Streifen auf einer helleren Grundfarbe. Der Dackel-Standard führt es wörtlich als Farbmuster.
Ist gestromt eine eigene Farbe?
Nein. In den Standards liegt das Muster immer über einer Grundfarbe wie Gelb, Falb, Gold oder Rot.
Wie beschreibt ein Standard die Streifen genau?
Beim Deutschen Boxer verlaufen sie in Richtung der Rippen. Grundfarbe und Streifen müssen sich deutlich abheben.
Welche Rassen dürfen laut Standard gestromt sein?
Unter anderem Deutscher Boxer, Deutsche Dogge, Französische Bulldogge, Dackel, Bull Terrier, Greyhound und Akita.
Bei welcher Rasse ist gestromt Pflicht?
Beim Hollandse Herdershond. Sein Standard nennt als Farbe nur Gestromt, auf goldener oder silberner Grundfarbe.
Wo ist gestromt verboten?
Beim Siberian Husky, beim Dogue de Bordeaux, beim Shar Pei und beim Xoloitzcuintle. Dort führt es zur Disqualifikation.
Wie entsteht das Muster?
Es entsteht als Streifung des Deckhaars über der Grundfarbe. Zur Vererbung sagt kein Rassestandard etwas.
Sind Welpen von Anfang an gestromt?
Nicht überall. Beim japanischen Kai sind die Welpen einfarbig und werden erst im Lauf der Entwicklung gestromt.
Sagt die Stromung etwas über das Wesen?
Nein. Farbe und Wesen stehen in den Standards in getrennten Abschnitten.
Kann ein gestromter Hund ausgestellt werden?
Das hängt allein an seiner Rasse. Beim Boxer ist es eine anerkannte Varietät, beim Husky ein Ausschlussgrund.
Wie groß werden gestromte Rassen?
Sehr unterschiedlich. Die Spanne reicht vom Scottish Terrier mit 25 Zentimetern bis zur Deutschen Dogge mit 90.
gestromt: Worauf achte ich beim Welpenkauf?
Auf den Standard der jeweiligen Rasse. Er sagt dir, ob die Stromung erwünscht, geduldet oder ausgeschlossen ist.
Quellen
- FCI-Standard Nr. 144 – Deutscher Boxer, deutsche Fassung (PDF)
- FCI-Standard Nr. 235 – Deutsche Dogge, deutsche Fassung (PDF)
- FCI-Standard Nr. 223 – Hollandse Herdershond, deutsche Fassung (PDF)
- FCI-Standard Nr. 270 – Siberian Husky, deutsche Fassung (PDF)
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Auffälligkeiten an Haut und Fell gehören in der Praxis abgeklärt.
