Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Für den Havaneser bietet ein deutsches Labor fünf Gentests in einem Rassepaket an.
- Wie oft die Rasse erkrankt, sagt keine geprüfte Quelle. Häufigkeiten fehlen hier deshalb.
- Der FCI-Standard Nr. 250 schließt Entropium und Ektropium von der Zucht aus.
- Grauer Star kommt bei Hunden laut MSD oft erblich vor, behandelt wird er operativ.
Havaneser Krankheiten stehen im Netz fast immer als lange Liste da. Augen, Haut, Zähne, Gelenke, Herz, Ohren. Zwölf Zeilen, keine Quelle. Ich habe für diesen Beitrag den umgekehrten Weg genommen. Genannt wird nur, was ein Labor prüft oder der Rassestandard ausschließt.
Die kurze Antwort
Belegt sind beim Havaneser fünf Erbanlagen, für die es Gentests gibt. Dazu kommen die Fehler, die der FCI-Standard Nr. 250 von der Zucht ausschließt. Häufigkeiten nennt keine geprüfte Quelle.
Der Punkt, den viele übersehen
Ein Gentest zeigt eine Anlage. Er sagt nicht, dass dein Hund erkrankt.
Warum die üblichen Krankheitslisten nichts taugen
Ratgeber zählen gern zwölf Krankheiten auf. Daneben stehen Spalten für Symptome, Ursachen und Behandlung. Ein Absender fehlt überall. Aus meiner Erfahrung entstehen solche Tabellen am Schreibtisch.
Eine Zahl braucht einen Absender. Wie oft eine Rasse erkrankt, weiß man erst, wenn jemand viele Hunde ausgewertet hat. Für den Havaneser habe ich keine solche Auswertung gefunden.
Zwei Dinge sind trotzdem hart belegt. Ein Labor bietet Gentests an, die es nur gibt, wenn die Erbanlage in dieser Rasse beschrieben wurde. Und der Rassestandard listet auf, was einen Hund von der Zucht ausschließt.

Beides ist nachprüfbar. Beides steht unten mit Link. Wenn du das Gesamtbild der Rasse suchst, findest du es im Rasseporträt Havaneser.
Diese fünf Gentests gibt es für den Havaneser
Das Genetikpaket Havaneser eines deutschen Labors bündelt fünf Untersuchungen. Bearbeitet wird eine Probe in ein bis zwei Wochen. Gebraucht wird dafür Blut, ein Schleimhautabstrich oder Haar mit Wurzel.
Inhalt des Genetikpakets Havaneser bei LABOKLIN Bad Kissingen, Leistungs-ID 8929, abgerufen am 27. August 2026.
Zwei Zeilen sind erklärungsbedürftig. Makrothrombozytopenie klingt bedrohlich, meint aber zunächst nur zu große Blutplättchen. Wer das nicht weiß, deutet ein Blutbild falsch.
Furnishing gehört gar nicht zur Gesundheit. Die Anlage entscheidet über Bart und Augenbrauen. Sie steht im Paket, weil Züchter sie für die Fellform brauchen.
Meine langjährige Erfahrung mit Zuchtunterlagen sagt: Ein Testergebnis ohne Datum und Laborname ist wertlos. Lass dir den Befund zeigen, nicht nur zusammenfassen.
Augen: was der Rassestandard ausschließt
Der FCI-Standard Nr. 250 beschreibt die Augen genau. Sie sollen ziemlich groß sein, mandelförmig und so dunkelbraun wie möglich. Die Umrandung soll dunkelbraun bis schwarz sein.
Vier Punkte der Ausschlussliste betreffen den Kopf. Entropium und Ektropium stehen darauf. Gemeint sind ein nach innen gerolltes Lid sowie ein nach außen hängendes. Beide reiben oder trocknen das Auge.
Dazu kommt fehlendes Pigment. Eine depigmentierte Augenumrandung schließt aus, ein depigmentierter Nasenschwamm ebenfalls. Depigmentiert heißt: Die Haut hat dort ihre Farbe verloren und wirkt rosa.
Ein Katarakt — das ist der graue Star, eine Trübung der Linse — kommt bei Hunden häufig erblich vor. So steht es im MSD Veterinary Manual. Als weitere Auslöser nennt dieselbe Quelle Diabetes, schlechtes Futter, Strahlen, entzündete Augen sowie Verletzungen.
Behandelt wird ein Katarakt operativ. Die getrübte Linse kommt heraus. Eine Zahl für den Havaneser nennt die Quelle nicht, also nenne ich auch keine.
Tränende oder rote Augen sind etwas anderes. Sie gehören am selben Tag angesehen. Woran du den Unterschied erkennst, steht in Augenentzündung beim Hund.
Rücken und Knie: was hinter CDDY steckt
CDDY steht für Chondrodystrophie. In der Testliste des Labors steht direkt dahinter der Hinweis auf das Bandscheibenrisiko. Genau das macht die Zeile zur wichtigsten im ganzen Paket.

Praktisch heißt das zweierlei. Ein Hund mit dieser Anlage sollte nicht über Treppen rasen. Und er sollte schlank bleiben, weil jedes Kilo auf der Wirbelsäule landet.
Springen aus dem Auto lässt sich leicht abstellen. Ich hebe kleine Hunde herunter, immer. Eine Rampe kostet wenig und spart viele Sprünge.
Bei kleinen Rassen fragen Halter oft nach der Kniescheibe. Dazu sagt der Standard nichts. Woran du eine springende Kniescheibe erkennst, steht in Patellaluxation beim Hund.
Zähne: die Baustelle, die du täglich siehst
Beim Gebiss verlangt der Standard einen Scherenschluss. Das Fehlen der PM1 und der M3 wird geduldet. Vorbiss sowie Rückbiss schließen dagegen von der Zucht aus.
Ein enges Gebiss im kleinen Kiefer sammelt Belag. Der wird hart, dann sitzt Zahnstein am Zahnfleischrand. Danach wird es teuer.
Ich schaue deshalb einmal in der Woche in den Fang. Zieh die Lefze hoch und sieh dir die Reißzähne an. Was gegen Belag hilft, steht in Zahnstein beim Hund entfernen.
Zusätzlich mische ich täglich ein Pulver ins Futter. Unser Lucky Pets Zahnpflegepulver enthält Petersilie, Süßholzwurzel, Pfefferminze, Thymian sowie Chlorella, dazu gereinigte Kieselgur. Dosiert werden 0,3 Gramm je Kilogramm Körpergewicht. Ein Ergänzungsfuttermittel ersetzt keine Zahnreinigung.

Haut und Fell: was der Standard verbietet
Das Deckhaar misst beim erwachsenen Hund 12 bis 18 Zentimeter. Wolliges Unterhaar ist schwach entwickelt, oft fehlt es ganz. Diese Kombination filzt schnell.
Beim Zurechtmachen zieht der Standard eine harte Grenze. Jedes Ausgleichen der Haarlänge mit der Schere ist verboten, jede Art von Trimmen ebenso. Erlaubt bleiben das Säubern der Pfotenhaare sowie leichtes Kürzen an Stirn und Fang.
Filz ist keine Schönheitsfrage. Unter einer verfilzten Platte staut sich Feuchtigkeit, die Haut darunter wird wund. Ich kämme deshalb täglich fünf Minuten.
Achte besonders auf Achseln, Ohrgrund sowie die Innenseite der Hinterläufe. Dort beginnt der Filz. Welche Farben der Standard zulässt, steht in Havaneser in Braun.
Größe und Gewicht
Ein einziges Maß gilt für Rüden wie für Hündinnen. Die Widerristhöhe liegt bei 23 bis 27 Zentimetern. Toleriert werden 21 bis 29 Zentimeter.
Über- und Untergröße stehen auf der Ausschlussliste. Ein Gewicht führt der Standard dagegen nicht auf. Wer eine belastbare Zahl braucht, holt sie beim Zuchtverband oder beim Züchter ein.
Angaben nach dem FCI-Standard Nr. 250 (Bichon Havanais), deutsche Fassung, veröffentlicht am 31. Oktober 2016.
Vorsorge, die tatsächlich etwas bringt
Vorsorge heißt bei dieser Rasse vor allem hinsehen. Vier Stellen prüfe ich regelmäßig, weil dort die belegten Themen liegen.

Die vier Kontrollen, die ich fest einplane
- Augen: täglich kurz ansehen, auf Rötung, Kneifen oder Tränenspur achten.
- Fang: einmal wöchentlich die Lefze hochziehen und die Reißzähne prüfen.
- Fell: täglich fünf Minuten kämmen, Achseln und Ohrgrund zuerst.
- Gewicht: die Rippen sollen unter leichtem Druck spürbar sein.
Alles darüber hinaus gehört in eine Tierarztpraxis, nicht auf eine Ratgeberliste.
Über Bade- und Krallenintervalle liest man oft feste Wochenzahlen. Eine Quelle dafür gibt es nicht. Ich richte mich nach dem Hund, nicht nach dem Kalender.
Kürze die Krallen, wenn sie auf Fliesen klackern. Bade nur, wenn der Hund wirklich schmutzig ist. Häufiges Baden trocknet die Haut aus.
Welpenkauf: die Fragen zur Gesundheit
Beim Züchterbesuch geht es nicht um die Farbe. Es geht um Papiere und Befunde. Beide Elterntiere sollten getestet sein.
Frag konkret nach den fünf Anlagen aus dem Rassepaket. Lass dir den Laborbefund zeigen, mit Datum und Namen des Labors. Ein mündliches "alles frei" ist kein Befund.
Sieh dir außerdem die Augen beider Elterntiere an. Lidränder sollen dunkel sein, das Lid soll glatt anliegen. Ein kneifendes Auge ist ein Grund nachzufragen.
Über dem Standard steht das Gesetz. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchten, bei denen den Nachkommen erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen. Dasselbe gilt bei erblich bedingten Verhaltensstörungen, die mit Leiden verbunden sind.
Was beim Züchterbesuch vorliegen sollte
- Laborbefunde beider Elterntiere mit Datum und Labornamen.
- Ahnentafel und Zuchtverband des Wurfs.
- EU-Heimtierausweis mit Chipnummer.
- Impfnachweis und Entwurmungsprotokoll.
- Muttertier beim Wurf, Welpen im Haus.
Wann du sofort in die Praxis fährst
Ein paar Zeichen dulden keinen Aufschub. Sie haben nichts mit der Rasse zu tun, sondern mit dem Zeitfenster.
Diese Zeichen gehören noch am selben Tag angesehen
- Ein Auge wird zugekniffen, tränt stark oder trübt sich sichtbar ein.
- Der Hund schleift eine Hinterpfote oder will nicht mehr aufstehen.
- Eine kleine Wunde blutet ungewöhnlich lange nach.
- Der Hund frisst zwei Mahlzeiten hintereinander nicht.
Bei einem Hund mit CDDY-Anlage nehme ich Rückenzeichen besonders ernst. Ein Buckel, ein steifer Gang, ein Aufjaulen beim Hochheben. Das gehört sofort angesehen.
Fazit: Über Havaneser Krankheiten lässt sich weniger sagen, als die Listen im Netz behaupten. Belegt sind fünf Erbanlagen, für die es einen Gentest gibt — darunter CDDY mit erhöhtem Bandscheibenrisiko. Belegt sind außerdem die Fehler, die der FCI-Standard Nr. 250 von der Zucht ausschließt, allen voran Entropium, Ektropium und fehlendes Pigment an Lidrand oder Nase. Grauer Star kommt bei Hunden oft erblich vor und wird operiert. Alles Weitere wäre geraten. Geraten hilft dir bei deinem Hund nicht.
Häufige Fragen zu Krankheiten beim Havaneser
Welche Erbkrankheiten kann man beim Havaneser testen lassen?
Fünf Anlagen stecken im Rassepaket: CDPA und CDDY, Degenerative Myelopathie, Hämophilie A, Makrothrombozytopenie sowie Furnishing.
Sind Havaneser häufig krank?
Dazu gibt es keine geprüfte Auswertung. Wer eine Häufigkeit nennt, nennt eine Zahl ohne Absender.
Was bedeutet CDDY beim Havaneser?
Die Anlage für Chondrodystrophie. Das Labor führt sie mit einem erhöhten Risiko für Bandscheibenvorfälle.
Havaneser Krankheiten: Was sagt ein Gentest wirklich aus?
Er zeigt, ob eine Erbanlage vorliegt. Ob dein Hund erkrankt, sagt er nicht.
Welche Augenfehler schließen von der Zucht aus?
Entropium und Ektropium, dazu eine depigmentierte Umrandung eines oder beider Augen.
Was ist ein Entropium?
Ein nach innen gerolltes Lid. Beim Ektropium hängt das Lid nach außen ab.
Bekommen Havaneser grauen Star?
Der graue Star kommt bei Hunden laut MSD oft erblich vor. Eine Zahl für die Rasse nennt niemand.
Wie viele Zähne darf ein Havaneser fehlen?
Der Standard duldet das Fehlen der PM1 und der M3. Vorbiss und Rückbiss schließen von der Zucht aus.
Wie oft sollte ich einen Havaneser bürsten?
Sein Deckhaar wird beim erwachsenen Hund 12 bis 18 Zentimeter lang, das wollene Unterhaar fehlt oft ganz. Ich kämme täglich.
Havaneser Krankheiten: Wie groß wird ein Havaneser?
Die Widerristhöhe liegt bei 23 bis 27 Zentimetern, toleriert werden 21 bis 29.
Wie alt wird ein Havaneser?
Eine Lebenserwartung steht in keiner der geprüften Quellen. Ich schreibe deshalb keine hin.
Havaneser Krankheiten: Was frage ich einen Züchter zur Gesundheit?
Nach den Testergebnissen beider Elterntiere und nach dem Augenbefund. Beides sollte schriftlich vorliegen.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 250 – Bichon Havanais, deutsche Fassung (PDF)
- LABOKLIN Bad Kissingen – Genetikpaket Havaneser
- MSD Veterinary Manual – Disorders of the Lens in Dogs
- § 11b Tierschutzgesetz – Verbot von Qualzucht
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Über Augen, Rücken, Zähne und jeden Befund entscheidet die behandelnde Tierarztpraxis.
