Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 12 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Der FCI-Standard Nr. 250 nennt drei braune Töne: havannabraun, tabakfarben und rötlichbraun.
- Tabakfarben gilt im Standard als die am häufigsten vorkommende Farbe der Rasse.
- Eine braune Nase ist erlaubt. Eine unpigmentierte schließt von der Zucht aus.
- Trimmen und Scheren verbietet der Standard. Gebürstet wird trotzdem täglich.
Der braune Havaneser gilt im Netz als eigener Farbschlag. Im Rassestandard steht er so nicht. Dort stehen drei braune Töne nebeneinander, dazu falbfarbene Hunde in vielen Abstufungen. Ich gehe die Farbzeile Wort für Wort durch. Danach kommt die Pflege, denn die ist bei dieser Rasse streng geregelt.
Die kurze Antwort
Braun ist beim Havaneser keine einzelne Farbe. Der Standard führt havannabraun, tabakfarben und rötlichbraun nebeneinander auf.
Der Punkt, den viele übersehen
Über die Zucht entscheidet nicht der Farbton, sondern das Pigment an Nase und Augenrand.
Braun ist beim Havaneser nicht eine Farbe, sondern drei
Alle erlaubten Farben stehen im FCI-Standard Nr. 250 in einer einzigen Zeile. Drei davon tragen Braun im Namen: havannabraun, tabakfarben und rötlichbraun. Wer einen braunen Havaneser sucht, sucht also nach drei Farben.

Reinweiß ist selten. Erlaubt sind außerdem falbfarbene Hunde in verschiedenen Tönungen, dabei darf eine leichte schwarze Wolkung im Fell liegen. Dazu kommt Schwarz. Flecken in den erwähnten Farben sind zulässig. Brand-Markierungen erlaubt der Standard in allen Schattierungen.
Vollständige Farbliste nach dem FCI-Standard Nr. 250 (Bichon Havanais), deutsche Fassung, veröffentlicht am 31. Oktober 2016.
Eine Rangfolge steht dort nicht. Der Standard bevorzugt keine Farbe und schließt keine aus. Aus meiner Erfahrung fragen Käufer trotzdem zuerst nach dem Farbton. Ich drehe die Reihenfolge um und schaue zuerst auf das Pigment.
Im Alltag verschwimmen die Grenzen ohnehin. Ein falbfarbener Hund in dunkler Tönung wirkt hellbraun. Zwei Züchter benennen denselben Welpen manchmal verschieden. Wie breit das Feld bei braunen Hunden ist, zeigt braune Hunde.
Warum die Rasse nach einer Farbe heißt
Aus Havanna stammt der Havaneser nicht. Seine Wurzeln liegen in der westlichen Mittelmeergegend. Entwickelt hat sich die Rasse entlang der spanischen und italienischen Meeresküste. Italienische Überseekapitäne brachten die Hunde früh nach Kuba.
Den Namen erklärt der Standard selbst — über die Farbe. Irrtümlicherweise habe die am häufigsten vorkommende Havanna-Farbe dazu verleitet, Havanna als Ursprungsort anzunehmen. In Klammern steht dahinter, welche Farbe gemeint ist: tabakfarben.
Die alten kubanischen Blutlinien existieren nicht mehr. Einzelne Hunde kamen noch außer Landes. Ihre Nachkommen überleben in den USA.

So sieht der Havaneser aus
Klein, kräftig, niederläufig — so beginnt die Beschreibung im Standard. Das Haar ist lang, üppig, weich und vorzugsweise gewellt.
Beim Deckhaar nennt der Standard eine Zahl: 12 bis 18 Zentimeter beim erwachsenen Hund. Es ist weich, glatt oder gewellt und darf lockige Strähnen bilden. Wolliges Unterhaar ist schwach entwickelt, oft fehlt es ganz.
Die Rute trägt er hoch, vorzugsweise über dem Rücken gerollt. Ihre Befederung ist lang und seidig.
Am Kopf zählt vor allem das Pigment. Die Augen sind ziemlich groß, mandelförmig und so dunkelbraun wie möglich. Der Ausdruck ist freundlich. Die Umrandung des Auges soll dunkelbraun bis schwarz sein. Beim Nasenschwamm lässt der Standard schwarz oder braun zu.
Größe und Gewicht
Ein einziges Maß gilt für Rüden wie für Hündinnen. Die Widerristhöhe liegt bei 23 bis 27 Zentimetern. Toleriert werden 21 bis 29 Zentimeter.

Ein Gewicht führt der Standard nicht auf. Die Spanne von 3,5 bis 6 Kilogramm stammt aus dem VDH-Rasselexikon. Mir ist diese Trennung wichtig, weil beide Zahlen unterschiedlich verbindlich sind.
Maße nach dem FCI-Standard Nr. 250, deutsche Fassung vom 31. Oktober 2016. Das Gewicht stammt aus dem VDH-Rasselexikon, abgerufen am 27. August 2026.
Fellpflege: was der Standard verbietet
Beim Haarkleid zieht der Standard eine harte Grenze. Jedwede Zurechtmachung ist verboten. Dasselbe gilt für jedes Ausgleichen der Haarlänge mit der Schere sowie für jede Art von Trimmen.
Drei Ausnahmen lässt er zu. Die Haare an den Pfoten darfst du säubern. Die Haare auf der Stirn dürfen leicht gekürzt werden, damit sie die Augen nicht bedecken. Am Fang ist ein leichtes Kürzen ebenfalls erlaubt, vorzugsweise bleibt das Haar dort in seiner natürlichen Länge.
Im Ausstellungsring gilt das eins zu eins. Für den Alltag entscheidest du selbst, ob dein Hund geschoren wird. Nur nimmt dir der Schnitt keine Arbeit ab. Das Haar wächst nach, die Bürste bleibt. Wer sich unsicher fühlt, findet Hilfe unter Hundefriseur.
Der VDH beschreibt das Fell als pflegeintensiv, obwohl es keinem merklichen Haarwechsel unterliegt. Gebürstet und gekämmt wird am besten täglich. Ab ungefähr dem fünften Lebensmonat gehört das Kopfhaar hochgebunden, damit die Augen frei bleiben.
Meine langjährige Erfahrung mit langhaarigen Zwergrassen zeigt: Fünf Minuten am Tag ersparen dir die Schere. Wer eine Woche aussetzt, kämmt danach Knoten statt Fell. Die Farbe ändert an dieser Rechnung nichts.
Fellpflege nach dem Standard — was erlaubt ist
- Verboten: Trimmen sowie das Ausgleichen der Haarlänge mit der Schere.
- Erlaubt: die Haare an den Pfoten säubern.
- Erlaubt: das Stirnhaar leicht kürzen, damit es die Augen nicht bedeckt.
- Erlaubt: das Fanghaar leicht kürzen, besser bleibt es natürlich lang.
- Täglich bürsten. Ab dem fünften Lebensmonat das Kopfhaar hochbinden.
Die Grundlagen dazu stehen in Fellpflege beim Hund.
Fell entsteht innen. Ich schaue deshalb zuerst auf das Futter und erst danach auf die Bürste. B-Vitamine zählen zu den Bausteinen für Haut und Haarkleid. Wir bieten dafür den Lucky Pets Vitamin B-Komplex mit Bierhefe an.

Wesen im Alltag
Das Wesen fasst der Standard so: speziell aufgeweckt und leicht zum alarmgebenden Hund zu erziehen, liebevoll und fröhlich, anziehend, bezaubernd, spielerisch, sogar etwas närrisch. Ein zweiter Satz folgt. Er liebt Kinder und spielt unentwegt mit ihnen.
Praktisch heißt das zweierlei. Er meldet zuverlässig, denn genau darauf lässt er sich leicht erziehen. Und er sucht Nähe. Ein Havaneser, der acht Stunden allein liegt, ist am falschen Platz.
Humor, Klugheit und Ausgelassenheit zählt das VDH-Rasselexikon zu seinen herausragenden Merkmalen. Havaneser binden sich eng an ihre Menschen und gelten als unerschütterlich treu. Bei richtiger Erziehung und ausreichend Beschäftigung wird kein Kläffer aus ihnen.
Über all das sagt die Farbe nichts. Ein tabakfarbener Rüde ist nicht ruhiger als ein weißer. Wer auf das Wesen achten will, schaut auf die Elterntiere.
Haltung, Auslastung und Erziehung
Als Verwendung führt der Standard Gesellschafts- und Begleithund. Eingeordnet ist die Rasse in Gruppe 9, Sektion 1 Bichons und verwandte Rassen, ohne Arbeitsprüfung. Das klingt nach Sofa. Der Alltag sieht anders aus.
§ 2 der Tierschutz-Hundeverordnung verlangt Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers. Dazu kommt mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson sowie regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen. Bei einem Zwerghund geht der letzte Punkt oft unter.
Längere Spaziergänge schätzen Havaneser durchaus, Marathonstrecken sind kein Muss. Auf dem Agilityplatz laufen sie in der Miniklasse mit. Viele lieben außerdem Wasser — laut VDH vermutlich ein Erbe ihrer Karriere als Zirkushunde.
Ich setze bei kleinen, klugen Hunden auf Kopfarbeit. Zehn Minuten Suchspiel bringen mehr als eine zusätzliche Runde. Wer die Rasse in der Kreuzung sucht, findet die Unterschiede im Havaneser-Malteser-Mix.
Gesundheit und was der Standard ausschließt
Eine Lebenserwartung nennt der Standard nicht. Ich schreibe deshalb keine hin. Aussagekräftig ist die Liste der Fehler, die einen Hund von der Zucht ausschließen.
Zwei davon betreffen das Pigment. Ein depigmentierter Nasenschwamm schließt aus. Eine depigmentierte Umrandung eines oder beider Augen ebenfalls. Depigmentiert heißt: Die Haut hat dort ihre Farbe verloren und wirkt rosa.
Genau hier verwechseln Käufer zwei Dinge. Eine braune Nase ist ausdrücklich erlaubt, gerade bei einem braunen Hund. Eine rosa Nase dagegen ist ein disqualifizierender Fehler. Vorhandenes braunes Pigment und fehlendes Pigment sind zweierlei.
Weiter stehen auf der Liste aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde sowie deutliche körperliche Abnormalitäten. Verhaltensstörungen zählen ebenfalls dazu. Auch Vorbiss und Rückbiss schließen aus, ebenso Über- oder Untergröße. Mehr dazu steht in Havaneser Krankheiten.
Zwei Augenfehler stehen ebenfalls darin. Entropium und Ektropium meinen ein nach innen und ein nach außen gerolltes Lid. Bei dieser Rasse schaue ich mir die Augen deshalb besonders genau an.
Über dem Standard steht das Gesetz. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchten, bei denen den Nachkommen erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen. Dasselbe gilt, wenn erblich bedingte Verhaltensstörungen mit Leiden verbunden sind. Eine Modefarbe ist damit kein Zuchtziel.
Welpenkauf: worauf du bei einem braunen Havaneser achten solltest
Ich fange bei der Anzeige an. Wer eine Farbe als Besonderheit bewirbt, verkauft eine Farbe. Ein Züchter verkauft einen Wurf.
Frag nach Zuchtverband und Ahnentafel. Ein Wurf mit Papieren eines VDH-Vereins steht unter Zuchtaufsicht. Ein Wurf ohne Papiere steht unter keiner.
Dann fahr hin. Das Muttertier gehört zu den Welpen. Wie sie auf Besuch reagiert, sagt mehr als jedes Foto. Schau dir Nase und Augenränder beider Elterntiere in Ruhe an.
Beim Abgabealter zieht das Gesetz die Grenze. Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. Bis zur zwanzigsten Lebenswoche sind mindestens vier Stunden Umgang je Tag vorgeschrieben.
Was beim Züchterbesuch vorliegen sollte
- Ahnentafel und Zuchtverband des Wurfs.
- EU-Heimtierausweis mit Chipnummer.
- Impfnachweis und Entwurmungsprotokoll.
- Abgabe erst im Alter von über acht Wochen.
- Muttertier beim Wurf, Welpen im Haus.
Preise nenne ich hier bewusst nicht. Für einen Aufschlag auf eine Fellfarbe gibt der Standard nichts her.
Passt der Havaneser zu dir?
Die Farbe ist die einfachste Frage vor dem Kauf. Die schwierigste heißt Zeit. Täglich kämmen bedeutet täglich, nicht am Wochenende.
Er passt zu dir, wenn bei euch Betrieb herrscht. Der Standard schreibt ausdrücklich, dass er Kinder liebt. Besuch meldet er, bleibt dabei aber freundlich.
Er passt nicht zu dir, wenn ein Hund bei euch lange allein bleiben müsste. Und er passt nicht zu dir, wenn du eine Farbe suchst statt eines Hundes. Braun steht dreifach im Standard, über einen einzigen Charakterzug sagt es trotzdem nichts.
Fazit: Braun ist beim Havaneser keine einzelne Farbe. Der FCI-Standard Nr. 250 führt havannabraun, tabakfarben und rötlichbraun nebeneinander auf, dazu falbfarbene Hunde in verschiedenen Tönungen. Tabakfarben nennt derselbe Standard die am häufigsten vorkommende Farbe der Rasse. Genau sie hat der Rasse ihren Namen eingebracht, irrtümlich, wie der Standard selbst schreibt. Entscheidend für die Zucht ist das Pigment an Nase und Augenrand, nicht der Farbton. Und beim Fell zieht der Standard eine klare Linie: Trimmen und Scheren sind verboten, gebürstet wird täglich.
Häufige Fragen zum Havaneser in Braun
Welche braunen Farben lässt der Standard beim Havaneser zu?
Havannabraun, tabakfarben und rötlichbraun. Dazu kommen falbfarbene Hunde in vielen Tönungen.
Ist Braun beim Havaneser ein eigener Farbschlag?
Nein. Der FCI-Standard Nr. 250 führt drei braune Töne nebeneinander auf.
Welche Farbe kommt laut Standard am häufigsten vor?
Tabakfarben. Genau diese Havanna-Farbe hat dazu verleitet, Havanna als Ursprungsort anzunehmen.
Darf ein brauner Havaneser eine braune Nase haben?
Ja, beim Nasenschwamm lässt der Standard schwarz oder braun zu.
Was gilt bei einer rosa Nase?
Ein depigmentierter Nasenschwamm steht bei den disqualifizierenden Fehlern.
Sind Flecken und Abzeichen erlaubt?
Flecken in den genannten Farben sind zulässig. Brand-Markierungen erlaubt der Standard in allen Schattierungen.
Darf ich meinen Havaneser scheren lassen?
Im Alltag entscheidest du das selbst. Im Ring verbietet der Standard jedes Trimmen.
Wie lang wird das Deckhaar?
12 bis 18 Zentimeter beim erwachsenen Hund.
Havaneser in Braun: Wie oft muss ich bürsten?
Am besten täglich. Das Haarkleid haart laut VDH kaum, verfilzt ohne Pflege aber trotzdem.
Ab wann wird das Kopfhaar hochgebunden?
Ungefähr ab dem fünften Lebensmonat, damit die Augen frei bleiben.
Wie groß und wie schwer wird ein Havaneser?
Die Widerristhöhe liegt bei 23 bis 27 Zentimetern, toleriert werden 21 bis 29. Das Gewicht von 3,5 bis 6 Kilogramm stammt vom VDH.
Sagt die Fellfarbe etwas über das Wesen?
Nein. Farbe und Wesen stehen im Standard in getrennten Abschnitten.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 250 – Bichon Havanais, deutsche Fassung (PDF)
- VDH Rasselexikon – Havaneser
- § 11b Tierschutzgesetz – Verbot von Qualzucht
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Über Augen, Haut und Fell entscheidet die behandelnde Tierarztpraxis.
