Kaukasischer Bärenhund: Wie die Rasse wirklich heißt

Kaukasischer Bärenhund: Wie die Rasse wirklich heißt

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 23.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • 🔴 Offizieller Name: Kaukasischer Schäferhund.
  • Rüden mindestens 50 kg, ohne Obergrenze.
  • Bevorzugte Größe Rüden 72 bis 75 cm.
  • Verwendung laut Standard: Wach- und Schutzhund.

Bärenhund klingt nach Legende. Genau so wird die Rasse oft vermarktet. Der Rassestandard nennt sie schlicht anders — und beschreibt sehr genau, worauf es ankommt.

Die kurze Antwort

Die FCI führt die Rasse als Kaukasischer Schäferhund mit der Standardnummer 328. Bärenhund ist kein offizieller Name.

🔴 Der entscheidende Punkt

Beim Gewicht nennt der Standard nur ein Minimum: 50 Kilogramm bei Rüden. Nach oben ist offen.

Was der Standard vorschreibt

Sehr großer wacher Hund mit dichtem langem hellem Fell steht auf einer Wiese
Der Standard nennt für Rüden mindestens 50 Kilogramm.

Der FCI-Rassestandard Nr. 328 nennt als Ursprung die UdSSR, das Patronat liegt heute bei Russland. Der gültige offizielle Standard datiert auf den 13. Oktober 2010.

Geführt wird die Rasse in Gruppe 2, Sektion 2.2 bei den Molossern und Berghunden, ohne Arbeitsprüfung. Als Verwendung steht dort knapp: Wach- und Schutzhund.

Merkmal Angabe im Standard
MerkmalWiderristhöhe Rüden Angabe im Standardbevorzugt 72–75 cm, mindestens 68
MerkmalWiderristhöhe Hündinnen Angabe im Standardbevorzugt 67–70 cm, mindestens 64
MerkmalGewicht Rüden Angabe im Standardmindestens 50 kg
MerkmalGewicht Hündinnen Angabe im Standardmindestens 45 kg
MerkmalHaarlänge Angabe im StandardGrannenhaar und Unterwolle je mindestens 5 cm
MerkmalVerwendung Angabe im StandardWach- und Schutzhund

FCI-Rassestandard Nr. 328, deutsche Fassung, gültiger Standard vom 13.10.2010.

Bemerkenswert ist der Zusatz zur Größe: Eine größere Statur ist akzeptabel, sofern der Körperbau harmonisch bleibt. Zusammen mit dem fehlenden Höchstgewicht erklärt das, warum einzelne Hunde deutlich über den genannten Zahlen liegen. Wie du selbst nachmisst, zeigt Widerristhöhe beim Hund.

🔴 Das Wesen im Wortlaut

Hier lohnt das genaue Zitat. Das Wesen ist ausgeglichen, aktiv, selbstbewusst, furchtlos und unabhängig. Der Kaukasische Schäferhund ist anhänglich und seinem Herrn untergeben. Dazu kommt: ein vorzüglicher Wachhund.

Sehr großer wacher Hund mit dichtem abstehendem Fell steht auf einem Feldweg
Grannenhaar und Unterwolle sollen mindestens fünf Zentimeter lang sein.

Zwei Wörter darin verdienen Aufmerksamkeit: selbstbewusst und unabhängig. Aus meiner Erfahrung heißt das im Alltag, dass so ein Hund Situationen selbst bewertet, statt auf ein Kommando zu warten. Genau dafür wurde er gezüchtet.

Fragen vor der Anschaffung

  • 🔴 Hast du Erfahrung mit selbstständig arbeitenden Schutzhunden?
  • Ist dein Grundstück sicher eingezäunt?
  • Wie regelst du Besuch, Handwerker und Postboten?
  • Wer versorgt einen 50-Kilo-Hund, wenn du ausfällst?
  • Wie viel Fellpflege kannst du bei 5 Zentimetern Unterwolle leisten?

Zur Einordnung ins Rassesystem hilft Hunderassen von A bis Z.

Fell und Farbe

Das Haar beschreibt der Standard als gerade, grob und abstehend, mit gut entwickelter Unterwolle. Sowohl Grannenhaar als auch Unterwolle sollen mindestens fünf Zentimeter lang sein.

Ich lese solche Fellbeschreibungen immer mit Blick auf die Pflege. Fünf Zentimeter Unterwolle heißen zweimal im Jahr Fellwechsel im großen Stil. Ohne festen Bürstplan verfilzt das Haar hinter den Ohren und an den Hosen zuerst.

Am Kopf und an den Vorderläufen bleibt das Haar kürzer und dichter. Das längere Deckhaar bildet an den Ohren Bürsten, am Hals eine Mähne und an der Hinterseite Hosen. Die Rute ist überall dicht behaart und wirkt dick und pelzig.

Sehr großer wacher Hund mit dichtem Fell steht ruhig im Schnee
Die dichte Unterwolle stammt aus einer rauen Bergregion.

Bei der Farbe ist fast alles erlaubt: jede einheitliche Farbe, gescheckt oder getüpfelt. Ausgeschlossen sind einfarbig Schwarz, verwässertes Schwarz und Schwarz in jeder Kombination, dazu genetisch Blau und Leberbraun. Damit fällt diese Rasse aus der Liste in Schwarze Hunderassen heraus.

Was in Deutschland gilt

Zu den Ohren schreibt der Standard, dass natürlich belassene Ohren von gleichem Wert sind. In Deutschland ist das ohnehin die einzige Möglichkeit: § 6 des Tierschutzgesetzes verbietet das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen.

Ich rate bei dieser Rasse außerdem, den Zaun ernst zu nehmen. Ein Hund, der sein Revier selbstständig bewertet, braucht eine klare Grenze — und der Postbote ebenfalls. Ein Meter Maschendraht reicht dafür nicht.

§ 2 der Tierschutz-Hundeverordnung verlangt ausreichenden Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen — angepasst an Rasse, Alter und Gesundheitszustand.

Für die Prägephase nennt das zuständige Bundesministerium vier Stunden täglichen Umgang bis zur zwanzigsten Lebenswoche. Meine langjährige Erfahrung sagt: Bei einer Rasse dieser Größe entscheidet diese Zeit darüber, ob der erwachsene Hund führbar bleibt.

Was ein Hund dieser Größe für den Transport bedeutet, unterschätze ich selbst immer wieder. Ein 50-Kilo-Hund passt in kein normales Auto-Setup — hier lohnt der Blick auf die Vorgaben in Mit dem Hund Auto fahren.

Und noch ein praktischer Hinweis: Einzelne Bundesländer führen Rasselisten oder verlangen Sachkundenachweise. Prüfe das Landesrecht, bevor du dich festlegst — ähnlich wie beim Argentinische Dogge.

Fazit: Eine FCI-Rasse namens Kaukasischer Bärenhund existiert nicht. Der deutsche FCI-Rassestandard Nr. 328 führt sie als Kaukasischer Schäferhund, mit Ursprung UdSSR und Patronat Russland. Sie steht in Gruppe 2, Sektion 2.2 bei den Molossern und Berghunden und wird ohne Arbeitsprüfung geführt. Als Verwendung nennt der Standard Wach- und Schutzhund. Rüden erreichen bevorzugt 72 bis 75 Zentimeter bei mindestens 50 Kilogramm, Hündinnen 67 bis 70 Zentimeter bei mindestens 45 Kilogramm. Eine Gewichtsobergrenze gibt es nicht. Das Wesen wird als ausgeglichen, aktiv, selbstbewusst, furchtlos und unabhängig beschrieben. Grannenhaar und Unterwolle sollen jeweils mindestens fünf Zentimeter messen. Ausgeschlossen sind einfarbig Schwarz, Schwarz in jeder Kombination sowie genetisch Blau und Leberbraun.

Häufige Fragen zum Kaukasischen Schäferhund

🔴 Wie heißt der Kaukasische Bärenhund offiziell?

Kaukasischer Schäferhund. So steht es im deutschen FCI-Rassestandard Nr. 328.

Wie groß wird er?

Rüden bevorzugt 72 bis 75 Zentimeter, Hündinnen 67 bis 70.

Wie schwer wird er?

Rüden mindestens 50 Kilogramm, Hündinnen mindestens 45. Eine Obergrenze nennt der Standard nicht.

Wofür wurde er gezüchtet?

Der Standard nennt als Verwendung Wach- und Schutzhund.

🔴 Wie beschreibt der Standard sein Wesen?

Ausgeglichen, aktiv, selbstbewusst, furchtlos und unabhängig.

In welcher FCI-Gruppe steht er?

In Gruppe 2, Sektion 2.2 Molosser und Berghunde, ohne Arbeitsprüfung.

Wie lang ist sein Fell?

Grannenhaar und Unterwolle sollen jeweils mindestens fünf Zentimeter messen.

Welche Farben sind verboten?

Einfarbig Schwarz, verwässertes Schwarz, Schwarz in jeder Kombination, genetisch Blau und Leberbraun.

🔴 Dürfen die Ohren kupiert werden?

In Deutschland nicht. § 6 des Tierschutzgesetzes verbietet das Amputieren von Körperteilen.

Wertet die FCI unkupierte Ohren ab?

Nein. Der Standard sagt ausdrücklich, dass natürlich belassene Ohren gleichwertig sind.

Woher stammt die Rasse?

Der Standard nennt als Ursprung die UdSSR, das Patronat liegt bei Russland.

Ist das ein Anfängerhund?

Ein selbstbewusster, unabhängiger Schutzhund mit über 50 Kilogramm stellt hohe Ansprüche an die Führung.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Gesundheit und Belastbarkeit des einzelnen Hundes berät die Tierarztpraxis.