Schwarze Hunderassen: Was die Standards zulassen

Schwarze Hunderassen: Was die Standards zulassen

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 23.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • 🔴 Schwarz heißt selten reines Schwarz — Standards lassen Abstufungen zu.
  • Russischer Schwarzer Terrier: bis ein Drittel graues Haar erlaubt.
  • Ca de Bestiar: schwarz mit weißem Brustabzeichen möglich.
  • Dobermann: zwei Farbvarietäten, beide mit rostrotem Brand.

Schwarz klingt eindeutig. In den Rassestandards ist es das selten. Ich zeige an drei Beispielen, wie genau die Vorgaben formuliert sind.

Die kurze Antwort

Mehrere Rassen sind laut Standard schwarz — aber fast jeder Standard erlaubt Abweichungen: graues Haar, weiße Abzeichen oder Brand.

🔴 Der entscheidende Punkt

Wer eine schwarze Rasse sucht, sollte den Farbabsatz lesen. Dort steht, was zusätzlich erlaubt ist.

Schwarz mit Toleranz

Der FCI-Rassestandard Nr. 327 für den Russischen Schwarzen Terrier trägt die Farbe im Namen. Trotzdem heißt es dort: Schwarz, wobei schwarz mit unwesentlich vermischtem grauen Haar zulässig ist. In Klammern folgt die Grenze — grau vermischtes Haar soll nicht mehr als ein Drittel des ganzen Körpers bedecken.

Großer wacher schwarzer Hund mit dichtem Fell steht aufmerksam auf einer Wiese
Schwarz mit etwas grauem Haar — der Standard lässt bis zu einem Drittel zu.

Das Haarkleid beschreibt derselbe Standard als rauhes und dichtes Doppelhaar aus harschem, etwas welligem Oberhaar und weichem, kurzem Unterhaar. Das natürliche ungetrimmte Haar ist ungefähr fünf bis 15 Zentimeter lang. Die Kopfbehaarung bildet üppige Augenbrauen, Schnurrbart und Bart.

Bei der Größe gibt der Standard Rüden 72 bis 76 Zentimeter vor, mindestens 70 und höchstens 78, bei 50 bis 60 Kilogramm. Wie du selbst misst, steht in Widerristhöhe beim Hund.

🔴 Drei Standards, drei Formulierungen

Der FCI-Rassestandard Nr. 321 für den Ca de Bestiar formuliert kürzer: Er ist vollständig schwarz oder schwarz mit weißem Brustabzeichen. Rüden messen dort 66 bis 73 Zentimeter bei einem mittleren Gewicht von etwa 40 Kilogramm.

Beim Dobermann steht im FCI-Standard Nr. 143 wieder etwas anderes. Die Rasse wird in zwei Farbvarietäten gezüchtet: Schwarz oder Braun, jeweils mit rostrotem, scharf abgegrenztem und sauberem Brand. Reines Schwarz ohne Abzeichen ist dort also nicht vorgesehen.

Großer wacher brauner kurzhaariger Hund mit rostrotem Brand steht auf einem Feldweg
Zwei Farbvarietäten führt der Dobermann-Standard: schwarz oder braun, beide mit Brand.
Rasse Farbangabe laut Standard Größe Rüde
RasseRussischer Schwarzer Terrier (327) Farbangabe laut Standardschwarz, bis zu einem Drittel graues Haar zulässig Größe Rüde72 bis 76 cm
RasseCa de Bestiar (321) Farbangabe laut Standardvollständig schwarz oder mit weißem Brustabzeichen Größe Rüde66 bis 73 cm
RasseDobermann (143) Farbangabe laut Standardschwarz oder braun, jeweils mit rostrotem Brand Größe Rüde68 bis 72 cm
RasseLabrador Retriever (122) Farbangabe laut Standardeinfarbig schwarz, gelb oder leber-/schokoladenbraun Größe Rüdeideal 56 bis 57 cm
RasseKerry Blue Terrier (3) Farbangabe laut Standardschwarz nur bis zum Alter von 18 Monaten zulässig Größe Rüde45,5 bis 49,5 cm

Nach den FCI-Rassestandards Nr. 327, 321, 143, 122 und 3, geprüft am 23.08.2026.

Aus meiner Erfahrung ist der letzte Eintrag der überraschendste. Beim Kerry Blue Terrier ist Schwarz ausdrücklich eine Jugendfarbe — später soll der Hund blau sein. Wie Standards Farben sonst regeln, zeigt Graue Hunde.

Was die Farbe nicht sagt

Kein Standard leitet aus der Farbe Eigenschaften ab. Wesen, Größe, Bewegung und Aufgabe stehen in eigenen Abschnitten. Eine schwarze Rasse ist deshalb weder wachsamer noch ruhiger als eine andersfarbige. Ich lese diesen Zusammenhang trotzdem regelmäßig in Anzeigen.

Wie die Zeichnung genetisch entsteht, ist dagegen gut untersucht. Für den klassischen Brand auf schwarzem Grund erklärt das Black and Tan im Detail.

Wenn du nach der Farbe suchst

  • 🔴 Lies den Farbabsatz des Standards, nicht nur den Rassenamen.
  • Prüfe, welche Abzeichen erlaubt sind.
  • Kläre, ob sich die Farbe im ersten Lebensjahr ändert.
  • Vergleiche Größe und Gewicht, bevor du dich festlegst.
  • Sieh dir die Elterntiere an.

Wie das Ordnungssystem der Rassen funktioniert, zeigt Hunderassen von A bis Z.

Frau geht mit ihrem großen wachen schwarzen Hund über einen Feldweg
Über Wesen oder Eignung sagt die Farbe nichts aus.

§ 2 der Tierschutz-Hundeverordnung gilt unabhängig von der Farbe: ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.

Für Welpen nennt das zuständige Bundesministerium vier Stunden täglichen Umgang bis zur zwanzigsten Lebenswoche. Meine langjährige Erfahrung sagt: Diese Phase entscheidet mehr über den Alltag als jedes Farbmerkmal. Ich frage deshalb immer zuerst nach der Aufzucht. Und wie unterschiedlich zwei Rassen derselben Gruppe sein können, zeigt Foxterrier Drahthaar.

Fazit: Schwarz ist in Rassestandards selten reines Schwarz. Der FCI-Rassestandard Nr. 327 erlaubt beim Russischen Schwarzen Terrier schwarz mit unwesentlich vermischtem grauem Haar. Es soll nicht mehr als ein Drittel des Körpers bedecken. Rüden messen dort 72 bis 76 Zentimeter bei 50 bis 60 Kilogramm, das ungetrimmte Haar ist etwa fünf bis 15 Zentimeter lang. Der Standard Nr. 321 nennt den Ca de Bestiar vollständig schwarz oder schwarz mit weißem Brustabzeichen bei 66 bis 73 Zentimetern und etwa 40 Kilogramm. Der Standard Nr. 143 führt den Dobermann in zwei Farbvarietäten, schwarz oder braun, jeweils mit rostrotem, scharf abgegrenztem Brand. Beim Labrador Retriever ist einfarbig Schwarz zulässig, beim Kerry Blue Terrier dagegen nur bis zum Alter von 18 Monaten. Über Wesen oder Eignung sagt die Farbe in keinem dieser Standards etwas aus.

Häufige Fragen zu schwarzen Hunderassen

🔴 Welche Rassen sind laut Standard schwarz?

Unter anderem der Russische Schwarze Terrier, der Ca de Bestiar und eine der beiden Dobermann-Varietäten.

Ist reines Schwarz überall Pflicht?

Nein. Der Russische Schwarze Terrier darf etwas graues Haar zeigen, der Ca de Bestiar ein weißes Brustabzeichen.

🔴 Wie viel Grau ist beim Russischen Schwarzen Terrier erlaubt?

Grau vermischtes Haar soll nicht mehr als ein Drittel des ganzen Körpers bedecken.

Wie groß wird diese Rasse?

Rüden 72 bis 76 Zentimeter, nicht unter 70 und nicht über 78. Das Gewicht liegt bei 50 bis 60 Kilogramm.

Wie lang ist ihr Fell?

Das natürliche ungetrimmte Haar ist ungefähr fünf bis 15 Zentimeter lang.

Was schreibt der Ca-de-Bestiar-Standard vor?

Vollständig schwarz oder schwarz mit weißem Brustabzeichen. Rüden messen 66 bis 73 Zentimeter.

🔴 Und der Dobermann?

Er wird in zwei Farbvarietäten gezüchtet: schwarz oder braun, jeweils mit rostrotem, scharf abgegrenztem Brand.

Gibt es schwarze Labradore?

Ja. Der Standard nennt einfarbig schwarz, gelb oder leber- beziehungsweise schokoladenbraun.

Wo ist Schwarz nur zeitweise erlaubt?

Beim Kerry Blue Terrier: Dort ist Schwarz laut Standard nur bis zum Alter von 18 Monaten zulässig.

Sagt die Farbe etwas über das Wesen?

Nein. Rassestandards beschreiben Farbe und Wesen getrennt voneinander.

Was gilt für die Haltung?

Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.

Wie viel Umgang braucht ein Welpe?

Mindestens vier Stunden täglich bis zur zwanzigsten Lebenswoche.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Gesundheit und Belastbarkeit des einzelnen Hundes berät die Tierarztpraxis.